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live aus PyeongChang (15): Fähnchen wedeln bei Alfons und Philipp

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BIRCH HILL GOLF CLUB/PYEONGCHANG. Moin, moin. Ist spät geworden heute und wird noch später. Musste tagsüber einige Dinge für das Magazin vorbereiten. Es soll ja gut werden. Sitze nun im Deutschen Haus, rechts vom Eingang, wo sich eben etwas zu früh das Jubelkommando formiert hatte. Olympiasieger Eric Frenzel lässt sich doch noch etwas Zeit, und später kommen auch noch die Latex-Doppel vorbei (Tobias Wendel, Tobias Arlt und Toni Eggert, Sascha Bennecken, die Rodler. Dann wird das hier noch besser aussehen …

… und Alfons Hörmann, der als DOSB-Präsident bisher eine suboptimale Performance hinlegte und der sich vorhin mächtig über die humorfreien Sprüche des DOSB-Fanreporters Philipp amüsierte, kann endlich mal ruhig schlafen. Mal schauen, ob ich das Fähnchen, was mir freundlicherweise zugeteilt wurde, durch den Abend retten kann.

Ich melde mich so oft es geht. Muss aber erstmal anderen Verpflichtungen nachkommen. Insofern könnte das hier nur ein Pflichtartikelchen werden. Mal schauen.

Beifall von so zehn bis fünfzehn Menschen gibt es gerade für die drei anderen deutschen Kombinierer, das Empfangskommando formiert sich nur für Medaillengewinner.

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live aus PyeongChang (14): Niemand hat die Absicht, den Friedensnobelpreis zu erhalten!

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IOC President Thomas Bach visits the women’s Ice Hockey. (Photography by Greg Martin/IOC)

ALPENSIA. Wie hat Angela Ruggiero gerade gesagt? Die Idee vom Friedensnobelpreis sei ihr einfach so gekommen. Da stecke kein Plan dahinter.

Das war ich, Angela, Eishockeyspielerin.

Aber sie habe sehr viel Zustimmung erhalten von anderen IOC-Mitgliedern.

Mark Adams, Kommunikationsdirektor des IOC, der mir auf Twitter mal die Produktion von Fake News vorgeworfen hat (wäre es so, würden sie mich täglich verklagen, sie haben schließlich alles Geld der Welt für bissige Drohanwälte aus Berlin und anderswo), sprang der Amerikanerin eben auf der Pressekonferenz geschwind und resolut beiseite. Ist ja sein Job. Seitens des IOC gebe es keinerlei Überlegungen in Sachen Friedensnobelpreis, erklärte er. „Ich bitte darum, das zu akzeptieren.“ Mitglieder dürften ihre Meinung äußern (wenn sie nicht gerade Dick Pound heißen), man sei schließlich eine demokratische Institution – oder so ähnlich.

Hach, zur Feier des Tages und um diese überzeugenden Ausführungen zu unterlegen, ergänze und und verfeinere ich meine kleine Friedensnobelpreisgeschichte, die auf SPON veröffentlicht wurde – in guter Blog-Tradition.

Gestern gab es einige Diskussionen auf Twitter, an denen sich lustiger Weise die Spindoktoren Mike Lee (Katar 2022, Doha 2020, PyeongChang 2018, London 2012, Rio 2016 u.v.a.m.), Job Tibbs (Sotschi 2014, Peking 2008, München 2018, FINA, ANOC, Ashgabat 2017, Baku 2015 u.v.a.m.) beteiligten. Auch der langjährige IOC-Marketingdirektor und Bach-Freund Michael Payne diskutierte mit. Payne ist Berater von Bernie Ecclestone und anderen und war für etliche Olympiabewerbungen tätig. Sie alle sind teuer, bekommen pro Tag, was 90 Prozent aller Menschen nicht im Monat erhalten. Dafür werkelt man dann eben auch im Auftrage diverser Alleinherrscher, Despoten, Prinzen, Emire, Monarchen, Diktatoren auf allen Kontinenten. Vielleicht lässt sich demnächst einer von denen in Nordkorea anheuern, who knows.

Diese Leute, die im Grunde immer im Auftrag von irgendjemandem agieren, meinen allen Ernstes (oder müssen das schreiben, weil sie dafür bezahlt werden), dass Journalisten, die versuchen, beim Korea-Friedensnobelpreis-Thema nicht nur hundertprozentig die IOC-Propaganda zu verbreiten, „zynisch“ agieren.

Dazu stelle ich fest: Habe selten größere Zyniker erlebt als diese Herrschaften. Kann mich sehr gut an ein Gespräch mit einem der Drei im Olympic Family Hotel in der vergangenen Woche erinnern, der die Nase rümpfte über Thomas Bach und die Friedensnobelpreisambitionen, die aus jeder Pore des IOC-Präsidentenkörpers dringen, der mir zudem zuraunte, er könne Dinge erzählen … wie es sich wirklich verhielt in der IOC-Korea-Frage.

Aber ich bin nicht gemein und verzichte darauf, das auszuplaudern.

Denn sind wir nicht alle ein bisschen Frieden? Und ein bisschen Friedenstaube?

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live aus PyeongChang (13): Im russischen Haus, das nicht russisches Haus heißen darf

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GANGNEUNG. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat mal wieder Schwachsinn erzählt. Die Dopingvorwürfe gegen das große saubere Russland seien von den USA inszeniert worden, weil die Russland sonst nicht schlagen könnten. Undsoweiterundsofort. Eine Lüge nach der anderen. Aber für derlei Äußerungen der ranghöchsten russischen Politiker wird sich das IOC vielleicht gar nicht interessieren, wenn es darum geht, die Witz-Sperre des Russian Olympic Committee (ROC) schon für die Schlussfeier in PyeongChang aufzuheben. Sport und Politik werden im IOC schließlich sauber voneinander getrennt.

Sieht man am Beispiel Russland.

Sieht man auch am Beispiel Nordkorea/Südkorea (dazu gleich mal zwei Lesebefehle für Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung und Christoph Becker in der FAZ).

Wie war das nochmal am 5. Dezember 2017?

Was hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) angeordnet, als es das ROC für ein paar Tage, nun ja, suspendierte?

Es sollte keine russische Flagge wehen bei diesen Winterspielen, die Hymne der Staatsdopingnation sollte auch nicht gespielt werden. Das ging an den ersten beiden Wettkampftagen gut. Auf der offiziellen Webseite aber, wo die Wettkampfresultate vom IOC-Sponsor Atos Origin bestückt werden, tauchten am Sonntag für die Buckelpistenfahrerinnen Regina und Marika Rachimowa kurzzeitig die russische Fahne und das Kürzel RUS auf. Und nicht etwa: „Olympic Athlete from Russia“ (OAR).

Das Malheur wurde bald behoben.

Die russische Hymne kann man dennoch hören in Südkorea, unweit der olympischen Sportstätten, in Gangneung, Gangmun 303-4, nahe am Strand. In der so genannten Aqua Wedding Hall, nahe des Gyeongpo Beach Tourist Hotels.

Dort haben die Russen ein Sports House eingerichtet. Russisches Haus darf es nicht heißen. Nicht mal OAR House.

Meine kleine Geschichte dazu.

„Russland in meinem Herzen.“

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live aus PyeongChang (12): „Western media are planning pseudo-investigations“

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ALPENSIA. Cyber attack. Mit 36 Stunden Verspätung vom IOC bestätigt. Sollte wohl gleich mal Witali Smirnow fragen, ob er mehr weiß. Vielleicht kann der alte KGB-Fahrensmann, Sowjet-Sportfürst, Doping-Ethiker und IOC-Ehrenmitglied, seine Kreml-Kontakte anzapfen. Smirnow steht gerade neben mir hier in der Lobby des Intercontinental. Weiß gar nicht, ob ich gleich abgeführt werde und mir die Akkreditierung entzogen wird, wenn ich so was inmitten vieler olympischer Würdenträger schreibe. John Coates, Uğur Erdener, sie alle wuseln gerade in der zugigen, kalten Lobby.

Schreiben darf man vielleicht noch, wenn auch sonst vieles verboten und unerwünscht und untersagt ist, damit die Herrschaften „ihre Privatsphäre genießen“ dürfen, wie es heißt. Aber derlei Regeln gelten natürlich nicht für alle Medienschaffende. Nur für ganz wenige.

Anyway. Cyber attack ist ein Thema. Russland, Nordkorea, die üblichen Verdächtigen?

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live aus PyeongChang (4): Was wollen Sie lesen und diskutieren?

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ALPENSIA. Bevor ich mich in die Kälte stürze und zum IOC-Hotel hinüber laufe, noch dies: Wir werden in den nächsten drei Wochen gewiss wieder intensiver in die Diskussion einsteigen, auch wenn nicht unter jedem Beitrag hunderte Kommentare stehen, wie das bei anderen Olympischen Spielen war. Wir fangen langsam wieder an – und damit ich mich besser auf die Interessen und Bedürfnisse einstellen kann, würde ich gern wissen, was Sie/was Euch an dieser Stelle interessiert.

Bitte schreibt mir Themenwünsche, Fragen, macht Vorschläge. Ich würde mich gern daran orientieren,

Der Mix, der hier geboten wird, ist ja klar. So wie 2008 in Peking, 2010 in Vancouver, 2012 in London, 2016 in Rio de Janeiro oder 2014 rund um die Sotschi-Spiele, ein Mix aus Hintergrund, Journalisten-Gejammer (positiv formuliert: ich versuche stets auch, die Bedingungen zu schildern, unter denen meine Beiträge entstehen, mit all den Beschränkungen bei Kontaktaufnahmen und Recherchen, die so ein Mega-Event mit sich bringen).

Die ersten Stücke sind da.

Also, bitte kommentieren und mir Aufträge erteilen.

Bestenfalls sollten jene, die sich äußern, auch mal im Shop vorbei schauen. Denn auch diesmal wird es für etliche Beiträge eine olympische Bezahlschranke geben.

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live aus PyeongChang (3): IOC-Session, Diskussion zum Russland-Doping, Attacken auf Richard Pound

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ALPENSIA. Moin, moin. Die 132. IOC-Vollversammlung (26 davon verfolgte ich bisher live vor Ort, etliche mehr online) hat im Kensington Flora Hotel begonnen. Im Tagungshotel gibt es keinen Arbeitsraum für Medienvertreter, so ist das im Reich des Thomas Bach, nur eine kleine Mixed Zone. Ich sitze deshalb im MPC und verfolge die Session online. Abends gehe ich wieder ins IOC-Hotel hier in Alpensia.

Bei der Eröffnung gestern im Gangneung Art Center hat Bach Harmonie ausrufen und den Weltfrieden beschwören lassen, wenn ich das richtig nachvollziehe. Heute lässt er mit dem Top-Thema beginnen: der Russland-Causa, Staatsdoping.

Zunächst tragen Denis Oswald und Generaldirektor Christophe de Kepper vor.

Nun ist die ehemalige französische Sportministerin Valérie Fourneyron an der Reihe und berichtet über eine der vielen extra eingerichteten Bach’schen Arbeitsgruppen, das Olympic Athletes from Russia Invitation Panel (OARIP), später wird sie zudem über die neue Independent Testing Authority (ITA) reden.

Mein erster Lacher heute: Der korrupte langjährige FIFA-Fürst, ISL-Schmiergeldempfänger und Langzeit-Supremo des afrikanischen Fußballs, Issa Hayatou in seiner Funktion als IOC-Mitgflied und Ethikhüter des olympischen Weltsports.

9.54 Uhr (alle Zeitangaben Orstzeit): Nun der Bericht von Nicole Hoevertsz (Aruba), großer Bach-Fan und mittlerweile im Exekutivkomitee angekommen, in ihrer Eigenschaft als Chefin der Olympic Athletes of Russia Implementation Group (OARIG).

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live aus PyeongChang (2): Olympische Systemfragen. Die Nähe zum organisierten Verbrechen

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ALPENSIA. Habe gerade Ching-Kuo Wu begrüßt, kurz bevor er zur Eröffnung der IOC-Session chauffiert wurde. Herr Wu, war da nicht was? Klar, er wollte mal IOC-Präsident werden, führte von 2006 bis 2017 den Box-Weltverband AIBA und musste kürzlich wegen Misswirtschaft (mindestens) als AIBA-Boss zurücktreten, womit er auch seine Position als Vertreter der olympischen Sommersportverbände im IOC-Exekutivkomitee verlor. IOC-Mitglied ist und bleibt der Taiwanese natürlich. Vorerst? Oder solange, wie es die Regeln hergeben?

Einst schrieb mir Wu auf, warum er IOC-Präsident werden wolle …

… weil er die olympische Bewegung entwickeln könne.

Herr Wu war tatsächlich mal als Erneuerer angetreten, in der AIBA, als Nachfolger des schwer korrupten Pakistani Anwar Chowdhry † (hier finden sich einige zusammenfassende Beiträge von mir dazu, durchaus wichtig, wenn man die Zeitläufte verstehen möchte). Chowdhry wiederum diente einst in der sogenannten sportpolitischen Abteilung von Adidas unter Horst Dassler † und wurde 19086 auch von Dassler auch an der AIBA-Spitze installiert. Chowdhry werkelte für Dassler damals also an der Seite des IOC-Schmiergeldboten Jean-Marie Weber und des damaligen Adlatus von Horst Dassler, ein gewisser Thomas Bach war das. Heute ist er ein Mann, der nicht Freund von Wladimir Putin sein möchte, der unter Dassler ohnehin nie etwas mitbekommen hat von unsauberen Machenschaften (und selbstverständlich nie daran mitgewirkt hat), und der ganz ganz schlimm findet, wie sich das in der AIBA so entwickelt.

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live aus PyeongChang (1): Upgrade in der Olympia-Sauna

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Thomas Bach macht Sportler glücklich. Fotografiert vom Präsidenten-Fotografen Greg Martin/IOC.

ALPENSIA. Moin, moin. Auf geht’s. In guter olympischer Tradition wird wieder täglich gebloggt vom Ringezirkus – so wie 2008 in Peking, 2010 in Vancouver, 2012 in London, 2016 in Rio de Janeiro oder 2014 rund um die Sotschi-Spiele, die bis heute nachklingen. Wir hatten einigen Spaß miteinander, haben vieles gelernt, uns oft gewundert und beobachten gerade, wie diese Parallelgesellschaft immer ärger ins Schlingern gerät.

Darum wird es gehen in den kommenden Wochen.

Im Grunde werde ich wohl eher eine Art Kriminalberichterstattung anbieten, aber gleichzeitig auf der Suche an Absurditäten, wir wollen ja auch ein wenig unterhalten werden.

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live-Blog aus Lausanne: das Olympia-Doppel Paris 2024, Los Angeles 2028

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LAUSANNE, SWISSTECH CONVENTION CENTER. Gerade spricht Emmanuel Macron. Frankreichs Präsident redet über Moral, Werte und Verantwortung, was sich immer etwas komisch anhört in dieser Umgebung: In der Parallelgesellschaft des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), schwer erschüttert von Kriminalfällen, Doping, Gigantismus und Korruption. Macron lobt einmal mehr die Bewerbung seiner Hauptstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024. Neben ihm einer der vielen personalisierten Interessenkonflikte in diesem Business: Tony Estanguet, IOC-Mitglied und Chef des Bewerbungskomitees, und Bürgermeisterin Anne Hidalgo.

Die Franzosen haben vor einer Stunde vor der außerordentlichen IOC-Session präsentiert. Nach den Amerikanern. Los Angeles wartete natürlich nicht mit einem leibhaftigen Präsidenten auf. Ist auch besser, den orangenen Twitter-Trottel aus dem Spiel zu halten. Wer weiß, was der anrichten würde. Zudem ist der Sport in den USA ohnehin nicht so politisch aufgeladen und verquickt wie in Frankreich oder Deutschland. Dort gibt es durchaus eine beachtliche Tradition, Großereignisse mit vergleichsweise wenig öffentlichen Mitteln auszurichten. Darin sind die Amerikaner durchaus Weltklasse. Die Sommerspiele 1984 in Los Angeles haben jedenfalls Maßstäbe gesetzt – die ersten mit einem wirklichen Profit, nicht mit einem schön gerechneten und mittels waghalsiger Buchhalter-Tricks in den schwarzen Zahlenbereich gezauberten, wie es danach fast überall geschah und es quasi im IOC-Grundgesetz verankert ist.

Die Amis waren verdammt beeindruckend. Da musste ich schon Superlative bemühen:

Natürlich waren beide Präsentationen nicht öffentlich. Natürlich durften Medienvertreter auch die anschließenden Q&A-Runden nicht verfolgen. Das IOC will erst später zwei Video-Versionen der Präsentationen veröffentlichen. So weit geht die Transparenz im Reich des allseits geschäftstüchtigen Thomas Bach dann doch nicht.

Am Nachmittag aber, und zwar in wenigen Minuten ab 13.30 Uhr, darf das Medien-Fußvolk hier im Pressezentrum die Session verfolgen, auf der Bach die Lösung für die Doppelvergabe der Sommerspiele 2024 und 2028 präsentieren will – und außerdem Details zum veränderten Bewerbungsprozess für die Winterspiele 2026 vorträgt.

Ein kleines Live-Blog vom Ort des Geschehens.

Viel Vergnügen.

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„Russland ist ein Mafia-Staat“

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Wird Zeit, dass es hier weiter geht. Das habe ich u.a. in den vergangenen Wochen getrieben:

„Russland ist ein Mafia-Staat“, sagt Leonid Martynyuk, der einst gemeinsam mit seinem Mentor und Freund Boris Nemzow für die Sotschi-Winterspiele das Preisschild von 50 Milliarden Dollar erstellt hat.

Oppositionsführer Nemzow wurde ermordet.

Martynyuk konnte flüchten und erhielt vergangenen Monat politisches Asyl in den USA.

Und nächste Woche rollte der Ball beim Confederations Cup in Putins Reich.

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Russland nimmt Kurs auf die Winterspiele 2018 in PyeongChang: nächste Ausfahrt CAS

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Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert - und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)

Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert – und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)

Kein Tag ohne Dopingmeldungen aus Russland. Der Welt-Sportgerichtshof CAS in Lausanne teilt heute mit, dass die suspendierten russischen Skilangläufer Alexander Legkow und Jewgeni Below Einspruch gegen ihre vom Ski-Weltverband FIS ausgesprochenen Sperren eingelegt haben. Dies hatte ihr deutscher Anwalt Christof Wieschemann am Mittwoch via Twitter, auf seiner Webseite und schließlich über Nachrichtenagenturen verkündet.

Der Einspruch mit Beantragung eines beschleunigten Verfahrens (die Nordische WM beginnt in zweieinhalb Wochen in Lahti) erfolgte am Montag, am Donnerstag lieferte Wieschemann dem CAS die Begründung nach.

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Pressemitteilung CAS vom 3. Februar 2017

Legkow, der am Schlusstag der Winterspiele 2014 in Sotschi den Marathon über 50 Kilometer gewonnen hatte, ist einer von sechs russischen Langläufern, die im Dezember 2016 nach Veröffentlichung des zweiten Untersuchungsberichts von Richard McLaren vom Ski-Weltverband FIS suspendiert wurden. Die Doping-Kommission der FIS hatte Einsprüche der Russen in der vergangenen Woche abgelehnt. Trotz der Suspendierung soll Maxim Wylegschanin, dreimaliger Silbermedaillengewinner von Sotschi, bei zwei nationalen Wettbewerben gelaufen sein, weshalb ihm die Ausweitung der vorläufigen Sperre droht.

Die wichtigsten Festlegungen der FIS seit Veröffentlichung von McLaren II:

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Handball-WM im Sponsoren-Fernsehen: es bleibt alles in der Familie

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Ich bin seit jeher der Meinung, dass es sich am Original besser diskutiert. Handballdeutschland debattiert seit einigen Tagen vehement die Frage, warum die Weltmeisterschaft 2017, die kommenden Mittwoch beim Serien-Olympiasieger Frankreich beginnt, wie schon die Weltmeisterschaft 2015 nicht im sogenannten frei empfangbaren Fernsehen zu sehen ist. 2015, als Katar Gastgeber war, auf wundersame Weise ins Finale kam, der Emir (im weitesten Sinne, es ist alles Emir Tamim, denn Katar ist eine Erbmonarchie) die Reisen vieler Hundert Journalisten bezahlte und tausende Fans aushielt, 2015 also – war das (fast) genauso.

Für die WM 2015 sprangen ARD und ZDF einige Wochen zuvor ab. Kurz vor WM-Beginn schnappte Sky zu. Diesmal wollten ARD und ZDF wegen der Satelliten-Restriktionen des Rechtemaklers beIN Sports wieder nicht. Auch Sky mochte nicht. DAZN stieg ebenfalls aus. Und es kam zum bemerkenswerten Deal, eingefädelt von Jung von Matt/sports, dass die DKB Bank AG, Premium-Partner des DHB und Titelsponsor der Männer-Bundesliga, große Teile der WM auf ihrer Webseite überträgt. Das ist eine neue Qualität, zum ersten Mal übernehme ein Sponsor die Berichterstattung von einem derartigen Großereignis, heißt es nun nahezu flächendeckend. Der Journalismus sei in Gefahr, wird behauptet.

Ein Blick zurück lohnt sich immer. Deshalb habe ich mir mal die Minutes der Council-Sitzungen der vom dubiosen Pharao Hassan Moustafa mit eiserner Hand geführten IHF angesehen, um zu schauen, wie es eigentlich zum Vertrag mit beIN SPORTS kam, und darüber für Spiegel Online gestern ein Textlein gedichtet, das es hier wie meistens kolossal erweitert, verlinkt und mit Dokumenten versehen gibt – wir sind schon mittendrin.

Natürlich ist das Problem hausgemacht, es ist ein Problem der Handballfamilie, wie der Pharao gern sagt. Hören Sie, ein Klassiker:

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