WADA suspendiert das Land, das vier Jahre nicht Russland genannt werden soll

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Die Entscheidung fiel schneller als erwartet. Und sie fiel angeblich einstimmig vor wenigen Minuten im Royal Savoy Hotel zu Lausanne, wo das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) tagte.

Russland wird für vier Jahre gesperrt. So die Headline. Nun warten wir mal auf die Details.

Linda Helleland schrieb schon auf Twitter:

I wanted sanctions that can not be watered-down. I am afraid this is not enough. We owe it to the clean athletes to implement the sanctions as strong as possible.

Linda Helleland, bis 31.12.2019 noch WADA-Vizepräsidentin

Ein live-Blog des Tages.

Helleland, das ist kein Geheimnis, wollte einen blanket ban, so wie die Mehrheit der Sportler in der Athletenkommission der WADA. Diesen wirklichen Bannstrahl hatte nicht mal das CRC vorgeschlagen.

Gestern dazu einige Hintergründe: Thomas Bach, Fleisch gewordene Interessenkonflikte und ‚the innocent new generation of clean Russian athletes‘.

Und noch einmal die Summary der Empfehlungen des WADA-Compliance-Komitees (CRC):

WADA-Compliance-Review-Committee-recommends-series-of-strong-consequences-for-RUSADA-non-compliance-_-World-Anti-Doping-Agency-1

Die Dokumente des Tages folgen. Pressekonferenz ebenso.

Die Sache hat bald ein Nachspiel, vor dem keinesfalls unabhängig agierenden Welt-Sportgerichtshof CAS, dessen Präsident John Coates einer der wenigen wirklichen Vertrauten von IOC-Präsident Thomas Bach (FDP, UDIOCP) ist.

Bach hat Coates, der einst als Olympiabewerber für Sydney afrikanische IOC-Mitglieder bestochen hat, jüngst eine Verlängerung der IOC-Mitgliedschaft organisiert. Und Coates feierte heute daheim in Australien einen wichtigen Erfolg: Queensland steht formal hinter der Olympia-Offerte von Brisbane/Gold Coast et al … damit werden die Verhandlungen mit dem IOC fortgesetzt und NRW 2032 kann sich weiter hintenan stellen.

Das eine hat mit dem anderen durchaus zu tun. Wir sind doch keine Träumer, oder?

Die WADA hat vor ein paar Tagen erklärt, wie es nun weitergeht:

If the ExCo endorses the recommendation:

– In accordance with the ISCCS, formal notice will be sent to RUSADA, alleging non-compliance and proposing the consequences mentioned in WADA’s 25 November media release.

– RUSADA will have 21 days to accept the notice.

– If RUSADA disputes WADA’s allegation, the matter will be referred to Court of Arbitration for Sport (CAS) (ISCCS Art. 10.4.1). Under the ISCCS, ”If the Signatory wishes to dispute the asserted non-compliance and/or the proposed Signatory Consequences and/or the proposed Reinstatement conditions, then (in accordance with Article 23.5.6 of the Code) it must notify WADA in writing within twenty-one days of its receipt of the notice from WADA. WADA shall then file a formal notice of dispute with CAS, and the dispute will be resolved by the CAS Ordinary Arbitration Division.”

– If RUSADA does not dispute WADA’s allegation, WADA will announce RUSADA’s decision on its website and any party that would have had a right under Code Article 23.5.7 to intervene in the CAS proceedings that would have taken place if RUSADA had disputed any aspect of WADA’s notice, has the right to appeal WADA’s decision to the CAS Appeals Arbitration Division within 21 days of the publication of RUSADA’s decision by WADA (ISCCS Art. 10.3.2). If no party appeals during these 21 days, the consequences of non-compliance and the reinstatement conditions proposed by WADA will become a final decision with immediate effect and must be recognized and enforced by all Code Signatories.

– ‘Any party’ would include:

a)   the International Olympic Committee and/or the International Paralympic Committee (as applicable), and the National Olympic Committee and/or the National Paralympic Committee (as applicable), where the decision may have an effect in relation to the Olympic Games or Paralympic Games (including decisions affecting eligibility to attend/participate in the Olympic Games or Paralympic Games); and

b)   an International Federation, where the decision may have an effect on participation in the International Federation’s World Championships/International Events and/or on a bid that has been submitted for a country to host the International Federation’s World Championships.

– Any CAS decision in relation to the non-compliance, the proposed consequences and/or the proposed reinstatement conditions will be binding and must be recognized and enforced by all Signatories. Even if there would be an appeal to the Swiss Federal court, the decision would be enforceable immediately unless the Swiss Federal Court orders otherwise.

WADA-Erläuterung vom 5. Dezember 2019

Machen wir uns nichts vor:

Natürlich werden riesige russische Abordnungen an den Sommerspielen 2020 in Tokio, den Winterspielen 2022 in Peking und den Sommerspielen 2024 in Paris teilnehmen.

12.06 Uhr: Die volle Erklärung der WADA kam soeben rein:

wada-pm

12.29 Uhr: Kämpfen wir uns also durch das Konvolut.

Eine wichtige Frage scheint mir unsauber definiert. Was ist ein ‚international event‘, was ein ‚major event‘. Kam mir schon bei der Euro 2020 komisch vor, als die WADA der UEFA erzählt hatte, die Spiele in Putins Heimatstadt St. Petersburg seien nicht betroffen – und auch nicht das Champions-League-Finale.

Bin mir noch nicht sicher, wie ich die Definition im WADA-Code interpretieren soll. Genau das ist der Punkt. S.o. … sieht mir unsauber definiert aus.

Und nochmal die beiden Passagen/Definitionen:

Major Event Organizations: The continental associations of National Olympic Committees and other international multi- sport organizations that function as the ruling body for any continental, regional or other International Event.

International Event: An Event or Competition where the International Olympic Committee, the International Paralympic Committee, an International Federation, a Major Event Organization, or another international sport organization is the ruling body for the Event or appoints the technical officials for the Event.

WADA Code

Ebenso wichtig für die Betrachtung: Die Liste der Code Signatories, also alle Institutionen, Verbände und Organisatoren, die den WADA Code unterschrieben haben und auf die – nur auf die – die Entscheidung von heute angewandt werden kann/muss/soll/könnte/sollte/müsste:

Eine fette, lange Liste, 59 Seiten als pdf, aber bitte, wer mal scrollen möchte:

Code-Signatories-_-World-Anti-Doping-Agency

13.11 Uhr: Hänge noch immer an der Definitions-Frage fest, die entscheidend für rechtliche Auseinandersetzungen sein wird. Aus Lausanne heißt es, CRC-Chef Jonathan Taylor werde das gleich auf der Pressekonferenz konkretisieren. Aber wenn es im Code schwammig steht? Nur der Code entscheidet, wie wir bei anderen CAS-Verfahren gesehen haben (zurecht).

Ich kann da natürlich auf dem falschen Dampfer sein. Glaube ich aber eher nicht.

Any thoughts da draußen?

13.31 Uhr: Stream, leider Ruptly.

14.07 Uhr: Kann nicht wirklich live mitschreiben, was ich höre und was die WADA-Leute teilweise unter Vorbehalt (CAS etc) weitergeben.

Gerade sagt Taylor noch einmal: Sportler werden die nächsten vier Jahre nicht als russische Athleten, sondern neutrale Sportler auftreten, ohne russische Flagge – vielleicht aber mit russischer Hymne. Auch das müsse im Detail besprochen werden.

Case by case. Das wurde oft gesagt.

Vielleicht eine der wichtigsten, jedenfalls öffentlich diskutierten Fragen: Sollten sich die Russen für die Fußball-WM in Katar qualifizieren, müssten sie dort als ’neutrales Team‘ oder was auch immer antreten – sie dürfen es nicht als ‚Russland‘.

Ob das Bestand hat?

Weltcups können wohl in Russland stattfinden. Der Bann gilt, soweit Taylor, definitiv für Weltmeisterschaften in den jeweiligen Sportarten. Was die Frage Major Events nur teilweise beantwortet. Das bleibt unklar. Case to case.

Taylor sagt noch einmal: Die Spiele der Euro 2020 in St. Petersburg sind nicht betroffen.

Das wird ein großes Durcheinander, keine Frage. Die Definition jener Events, die betroffen sind, schien mir auf der Pressekonferenz noch schwächer. Übersetzt in die Kategorien der Erklärung, also Major Events, sind demnach EINZIG Weltmeisterschaften vom Bann betroffene Veranstaltungen.

Sie werden da gewiss einiges nachtragen. Aber derlei Herumzueiern bei so entscheidenden Fragen – schwach.

14.52 Uhr: Kleine Pause. Nachdenken und arbeiten. Geht hier später weiter.

18.28 Uhr: Habe gerade im Radio und auf einem Onlinemedium gehört und gelesen, Russland sei komplett gesperrt worden für vier Jahre, auch für die Fußball-WM 2022.

Hilfe.

Zeugnisse meiner Dichtkunst, beispielsweise für die Berliner Zeitung:

* * *

Russland wird von Sportgroßereignissen der nächsten vier Jahre teilweise ausgeschlossen. Das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), das jeweils zur Hälfte aus Vertretern von Regierungen und Sportverbänden besteht, reagierte damit am Montag in Lausanne auf die anhaltenden Doping-Manipulationen. Bei Weltmeisterschaften sowie den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio (2020) und Peking (2022) können russische Sportler, die sich einem Dopingkontrollregime unterzogen haben, als „neutrale Athleten“ antreten. Die russische Flagge und die russische Hymne wird es nicht geben. 

So könnte es zur Fußball-WM 2022 in Katar dazu kommen, dass Russland die Qualifikationsspiele als „Russland“ bestreitet, bei einer erfolgreichen Qualifikation dann aber unter einem anderen Namen. All das muss zwischen WADA, den derzeit 40 olympischen Sportverbänden und mehreren hundert Unterzeichnern des weltweit gültigen Anti-Doping-Codes ausgehandelt werden. Verwirrung ist garantiert. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) zählt wie andere kontinentale Verbände nicht zu den Unterzeichnern des Codes. Auch deshalb ist die Europameisterschaft im Fußball, bei der im kommenden Jahr vier Spiele in St. Petersburg ausgetragen werden, nicht betroffen.

Das russische Staatsdopingsystem wurden in den vergangenen Jahren hinreichend belegt. Die WADA und das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatten die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA und das nationale Olympiakomitee ROC nach Sperren dennoch wieder zugelassen. Der neuerliche Bann wurde nun wegen der Manipulation von tausenden Daten im Moskauer Doping-Kontroll-Labor ausgesprochen. Die Ermittlungen laufen weiter. Die WADA erhofft sich beispielsweise Aufklärung über mindestens ein Drittel von 145 vertuschten Dopingfällen in den vergangenen Jahren – darunter sollen sich zahlreiche Olympiasieger befinden.

IOC-Präsident Thomas Bach, weltweit wegen seiner Nähe zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin kritisiert, hatte vorab angekündigt, die WADA-Entscheidung sei für das IOC bindend. Russische Verantwortliche kündigten wie erwartet an, den Bann juristisch anzufechten. Das Märchen von einer Verschwörung des Westens gegen angeblich unschuldige russische Sportler ist Staatsdoktrin. Regierungschef Dmitri Medwedew sprach von „antirussischer Hysterie“ und ungerechtfertigten Maßnahmen.

Gemäß WADA-Schiedsspruch soll es in den kommenden vier Jahren in Russland keine Weltmeisterschaften geben. Aus dem olympischen Bereich betrifft das Rodeln (2020), Volleyball (2022), Schwimmen (2022) und Eishockey (2023). Europameisterschaften, Weltcups und andere Events dürfen in Russland ausgetragen werden. Russland darf sich in diesen vier Jahren aber nicht um Weltmeisterschaften und Olympische Spiele bewerben. Der Bann wird also sogar längere Auswirkungen haben, weil Großereignisse teilweise viele Jahre im voraus vergeben werden. 

Der Teilausschuss beginnt, wenn Russland das Urteil akzeptiert. Binnen drei Wochen kann Russland Einspruch beim Welt-Sportgerichtshof CAS einlegen. Sollten sich die juristischen Auseinandersetzungen hinziehen, könnten sogar die Sommerspiele 2024 in Paris betroffen sein.

Verantwortliche des deutschen Sports begrüßten die WADA-Entscheidung. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gefordert, die Verantwortlichen „konsequent auszuschließen“. DOSB-Präsident Alfons Hörmann (CSU) erklärte, nun würden zwar „erhebliche juristische Auseinandersetzungen“ folgen, doch sei „dieser Weg alternativlos“. Zahlreiche Aktivensprecher, auch aus Deutschland, hatten härtere Maßnahmen gefordert: Einen Blanko-Bann ohne Ausnahmen.

Offizielle der russischen Regierung dürfen weder an Großereignissen teilnehmen, noch Führungspositionen in internationalen Sportgremien bekleiden. Das dürfte einige Dutzend Personen betroffen, jedoch hat das IOC im Fall des langjährigen Sportministers Witali Mutko, der ebenfalls gesperrt werden sollte, vor dem CAS bereits eine Niederlage erlitten. Vertreter der WADA, wie der neue Präsident Witold Bańka, Sportminister Polens, erklärten, die WADA bewege sich mit diesem Schiedsspruch auf sichererem Terrain als in den vergangenen Jahren. „Die Regeln sind härter“, sagte der Brite Jonathan Taylor, der die Entscheidung mit seinen Ermittlern vorbereitet hatte: „Wir haben aus früheren Entscheidungen gelernt.“

Indes wurden in der WADA-Erklärung und auf der Pressekonferenz in Lausanne etliche offene Fragen deutlich. Die Definitionen der betroffenen Events sind im WADA-Code unsauber. Schlupflöcher bleiben. Man müsse flexibel vorgehen, erklärten die WADA-Vertreter. Die Einzelfallbetrachtung gelte für die Gegebenheiten in den internationalen Verbänden und für russische Sportler, die künftig als „neutrale Athleten“ an Großereignissen teilnehmen wollen.

* * *

Das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat Russland wegen andauernder schwerer Vergehen erwartungsgemäß mit einem Teilausschluss für die nächsten vier Jahre belegt. Von einem rigorosen Bann kann allerdings keine Rede sein. Zwar wird es bei Olympischen und Paralympischen Spielen (Tokio 2020, Peking 2022) und Weltmeisterschaften keine russische Flaggen und Hymnen geben, doch werden wie schon 2016 in Rio de Janeiro und 2018 in PyeongChang gewaltige russische Abordnungen teilnehmen – allerdings unter dem Label „neutrale Athleten“.

In den bislang von der WADA veröffentlichten Papieren und auf der einstündigen Pressekonferenz am Montag in Lausanne wurde bereits deutlich, wie schwer die Umsetzung der Maßnahmen fallen wird. Da sind zum einen erstaunliche Ungenauigkeiten bei der Definition jener Wettbewerbe, die vom Bann betroffen sind – oder eben nicht.

Nur bei Olympischen Spielen, Paralympics und Olympischen Jugendspielen ist das klar. Ansonsten spricht die WADA von Major Events, also allgemein von Großereignissen. Der weltweit gültige Anti-Doping-Code (WADC) lässt da in der Definition vieles offen – aber auf diese Feinheiten kommt es an, wenn es nun in die juristischen Auseinandersetzungen geht.

Der Brite Jonathan Taylor hat als Chef der Compliance-Kommission (CRC) mit seinem Team, darunter der deutsche WADA-Chefermittler Günter Younger, die Entscheidungen vorbereitet. Taylor sprach auf Nachfrage nicht mehr von Major Events, sondern etwas umständlich von „Wettkämpfen, auf denen Weltmeistertitel vergeben werden“. Die sollen in den nächsten vier Jahren nicht in Russland stattfinden und dürfen in diesem Zeitraum auch nicht an Russland vergeben werden – Russland darf sich nicht einmal mehr darum bewerben. 

Aus dem olympischen Bereich betrifft das zunächst einmal WM im Rodeln, die im Februar 2020 in Sotschi stattfinden soll und für die sich der Deutsche Rodelverband sofort als Ersatz-Ausrichter angeboten hat. Mit dem Weltverband FIL war das nicht abgesprochen. „Man sollte das Fell des Bären nicht verteilen, bevor der Bär nicht erlegt ist“, sagte mir der deutsche FIL-Präsident Josef Fendt. „Wir haben heute wieder mit unseren Juristen beraten und werden wohl in den nächsten zwei Tagen eine Entscheidung treffen.“

Fendt wird sich natürlich mit der WADA beraten. Vorab hatte er auf gültige Vermarktungsverträge verwiesen. „Es gibt ja da so einen Satz im WADA-Papier, dass es auch Ausnahmen kann, wenn es zu kurzfristig kommt und rechtlich und praktisch nicht möglich ist. Vielleicht ist das auf uns anzuwenden.“

Außer den Rodlern hatten im olympischen Reich im Zeitraum des Teil-Ausschusses noch die Weltverbände des Volleyball (2022, Männer), Schwimmen (2022, Kurzbahn) und Eishockey (2023, Männer) Titelkämpfe in Russland geplant. Dazu wird es nach Lage der Dinge nicht kommen.

Im Fußball bleibt es jedoch bei vier Spielen der paneuropäischen EM 2020 in St. Petersburg und dem Finale der Champions League 2021 – ebenfalls in der Heimatstadt des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Slowene Aleksander Čeferin, mit entscheidender russischer Unterstützung gewählter Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), hatte Putin bei einem Treffen vor zehn Tagen bereits Entwarnung gegeben.

Warum eine Fußball-EM kein Großereignis (Major Event) in der WADA-Definition sein soll, leuchtet natürlich nicht ein. Das ist sogar völliger Unsinn.

Die Formel 1 schert sich natürlich einen Dreck darum:

Beim europäischen Fußball greift ein zweiter Aspekt dieses WADA-Urteils: Es betrifft nur jene Nationalen Olympischen Komitees, Sportverbände und Nationalen Anti-Doping-Organisationen, die den WADA-Code unterschrieben haben. Die UEFA zählt als Kontinentalverband nicht zu den Unterzeichnern. Deshalb darf in St. Petersburg gespielt werden.

Der Weltverband FIFA aber hält das Monopol auf die Weltmeisterschaften im Fußball und hat den WADC unterzeichnet. So könnte es zur Männer-WM 2022 in Katar zum historischen Unikum kommen, dass Russland an der Qualifikation als Russland teilnimmt – sollte sich die Mannschaft durchsetzen, müsste für die Endrunde im November/Dezember 2022 in Katar eine andere Bezeichnung gefunden werden. „Neutrale Athleten“ wie es bei Olympia heißen soll, kann man sich im Fußball kaum vorstellen. 

Überhaupt sollen im Teamsport „im Einzelfall Lösungen gefunden werden“, erklärte der WADA-Ermittler Jonathan Taylor. So wird es in den verschiedenen Mannschaftssportarten unterschiedliche Lösungen geben für Teams aus dem Land, das in den nächsten vier Jahren nicht mehr Russland genannt werden soll.

* * *

18.46 Uhr: Oben schon verlinkt, via Twitter, hier die volle Erklärung von Travis Tygart (USADA):

To allow Russia to escape a complete ban is yet another devastating blow to clean athletes, the integrity of sport and the rule of law. And, in turn, the reaction by all those who value sport should be nothing short of a revolt against this broken system to force reform.

WADA promised the world back in 2018 that if Russia failed yet again to live up to its agreements, it would use the toughest sanction under the rules. Yet, here we go again; WADA says one thing and does something entirely different.

There is no disputing that Russia has committed the most intentional, deep and broad level of corruption on the entire sports world that has put money over morals, abuse over health and corruption over the Olympic values and all athlete’s dreams. Now clean athletes, sports fans and sponsors are having to suffer through another horrendous Groundhog Day of Russian corruption and domination.

Clean athletes’ rights continue to hang in the balance as it appears obvious from the IOC position that despite saying they follow WADA rules, they appear following their closed door meetings in advance of today’s meetings to have orchestrated a path for this decision to be appealed to the Court of Arbitration for Sport, thereby setting up CAS as the failsafe to implement even weaker, if any, consequences against these thugs who have been given repeated chances to do the right thing.

The world has to wonder which is worse, the original Russian fraud and robbery of medals and the rights of clean athletes or the extent to which the leaders of sport have bowed to the Russian money and influence in failing to adequately deal with this sullen affair years ago.

Of course, one can hope that CAS will have the independence and courage to serve justice and actually right these wrongs and the failures of sport leaders by actually putting in place a proportional and meaningful consequence that fits the crimes. Let’s hope CAS does the right thing and does not likewise bow to the Russian pressure that has so clearly infiltrated the decision making of the IOC and WADA to the detriment of athlete’s rights in and out of Russia, and to the public, sponsors and all of those who believe in Olympic values.”

Travis Tygart (USADA)

19.22 Uhr: Ich habe es morgens schon auf Twitter gesagt: Bitte keinen verdammten Whataboutismus heute! Klappt natürlich nicht. Einer der üblichen Verdächtigen:

19.37 Uhr: Liebe Leute! Dieser Friedensengel! Dieser Thomas Bach, Teufelskerl, unermüdlich unterwegs für den Weltfrieden.

21.24 Uhr: Feierabend. Ich muss unbedingt ein Magazin produzieren. Jetzt aber, kein Witz. Also, kaufen Sie ein: Guter Shop.

Damit es hier weiter geht, auf ewig.

Schlusswort heute, auch wichtig, das für die Nachwelt festzuhalten:

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