live aus Buenos Aires (II): #NoCostsOlympics

 •  • leave a comment

Buenos Aires, Puerto Madero, Ruderstrecke der YOG mitten in der City.

BUENOS AIRES. Der Frühling ist traumhaft hier. Diese Farben. Dumm nur, dass ich beim Anblick solcher Bilder (wie dort oben) immer eine Melodie summen muss, die sich schrecklicher Weise in meiner Kindheit eingebrannt haben muss. Udo Jürgens. Buenos Dias, Argentina. 1978. Schlimm.

Anyway, warten auf den Großen Vorsitzenden, den UDIOCP – für Neulinge hier im Blog: UDIOCP steht für ‚unpolitischster deutscher IOC-Präsident‘ und hat seine Gründe.

Thomas Bach wird begleitet von Juan Antonio Samaranch Junior. Das Zeichen, das es um die Winterspiele 2026 und überhaupt darum geht, ob Winterspiele eine Zukunft haben.

14.08 Uhr: Lustiger Weise und wie man es von Bach kennt, beginnt er seine Ausführungen mit den Worten: ‚Es gibt eine Reihe von positiven News!‘

Einen Meilenstein habe man erreicht, sagt er. Er liebt dieses Wort.

Das Ende der Diskussionsphase mit Interessenten gibt er bekannt. Calgary, Stockholm, Mailand/Cortina sind für 2026 dabei. Erzurum (Türkei) ist draußen.

Wenn das mal nicht nach hinten losgeht.

In Calgary steht ein Referendum bevor. Stockholm bleibt unsicher. Die Italiener versprechen gern viel, sind aber zuletzt mehrfach intern gescheitert. Deren NOK-Präsident Giovanni Malago wird hier in Buenos Aires persönliches IOC-Mitglied. Er hat nicht nur jederzeit teure Montecristo-Zigarren für seine Kollegen parat, er muss jetzt endlich eine Olympiabewerbung liefern, damit das IOC nicht Ende des Jahres ohne Bewerber dasteht. Die IOC-Session 2019, auf der die Winterspiele 2026 vergeben werden sollen, wird dann vielleicht von Mailand in ein anderes Land verlegt, es sei denn, es bliebe nur eine italienische Bewerbung und man könnte in Mailand (notgedrungen) die Verkündung feiern.

Übrigens erzählt Bach gerade etwas von der unvergleichlichen Legacy der Winterspiele 2022 in Peking – danach würden 300 Millionen Chinesen ganz begeistert Wintersport betreiben!

Catalyst!

Unique legacy!

Unsinn, natürlich.

14.22 Uhr: Samaranch über seine Working Group und den Abschluss der Dialogphase.

The New Norm has worked beautifully!

OMG.

Perfect legacies for the territories!

OMG.

Sie loben sich in den Himmel. Alles bestens. Fantastische Legacy. Über die Städte, die ausgestiegen sind, über verlorene Referenden (Graubünden, St. Moritz, Tirol/Innsbruck etc pp) verloren sie bis jetzt KEIN Wort.

The environment could not be better!

Oh, Erzurum hat wohl doch einige logistische Probleme, sagt Samaranch. Kaum zu glauben, da die New Norm des IOC doch alle Probleme löst, oder hatte ich da etwas missverstanden?

Hier nochmal die Basics zur New Norm, IOC-Propaganda:

Quelle: IOC

Quelle: IOC

Jemand fragt nach Samaranchs Message an die Bürger von Calgary:

Olympic Games is a tremendous opportunity … inspires the Youth of the World … AT NO COSTS … no infrastructur will be build … health of the people.“

Wow.

Immerhin sagt er auf Nachfrage, dass die für Erzurum nötigen Investments ‚very very high‘ sei. Und man dort keine Wintersport-Erfahrung habe. (Cooles Argument, deshalb hatte des IOC ja die Winterspiele 2022 an das Wintersportland China vergeben.)

Es ging nun eine Weile um die WADA, Russland/Doping und Hackerangriffe auf das IOC.

Jetzt AIBA. #OlympicCrime

Warum besteht Bach in anderen Fällen auf die Unschuldsvermutung (Hickey, Diack u.v.a.m.), im Fall des mutmaßlichen Drogenbarons Gafur Rachimow aber nicht?

This overall picture which leads there to this major concerns …

… ähhhht Bach.

Bei YOG werden die Punktrichter von PWC kontrolliert.

Autonomy is always a two way street.

Sagt Bach.

Wir haben die Autonomie zu entscheiden, wenn wir im Olympischen Programm haben und finanziell unterstützen wollen.

Im Falle AIBA habe man nicht nur das Recht, sondern die Verpflichtung, die Olympischen Spiele zu schützen (im Fall Russland/Sotschi hatte man das offenbar nicht, oder habe ich etwas falsch verstanden/mitbekommen). Auch habe man die Verpflichtung, den sportlichen Wettbewerb (Boxen) zu schützen. (Letzteres hat man lange vernachlässigt und vernachlässigt es in anderen Sportarten immer mal.)

Eine große olympische Kriminalitätsgeschichte gibt es übrigens in diesem kleinen aber sehr feinen neuen Monatsmagazin Sport & Politics, das erstmals in der kommenden Woche erscheint (nun endlich):

Magazin „Sport & Politics“ Jahresabo inkl. Blog-Jahresabo und Ebook

Bundle 2 Ebooks, 1 Magazin „Sport & Politics“

Magazin „Sport & Politics“ Halbjahresabo inkl. Blog-Halbjahresabo

„Sport & Politics“ Jahresabo für Verbände, Firmen und Institutionen

15.18 Uhr: Immer wieder putzig, wie das IOC seine Pressemeldungen verschickt:

We believe the following news story might be of interest:

Three cities recommended by IOC Executive Board as Candidate Cities for the Olympic Winter Games 2026

Best regards,

The Media Relations Team

+41 (0)21 621 6000

International Olympic Committee
Château de Vidy, 1007 Lausanne, Switzerland

In der Meldung steht, dass die 134. IOC-Session 2019 von Mailand in die Schweiz verlegt wird (gewiss nach Lausanne), sollte die 133. IOC-Session kommende Woche die drei Winterspiele-Kandidaten Calgary, Stockholm und Mailand/Cortina D’Ampezzo beschließen. Natürlich wird das passieren.

TBC

Leave a Reply

required

required, will NOT be published

By clicking the following examples the respective HTML code will be appended to your comment. Use the comment preview to make sure everything looks and works as intended.

  • , ,