Deutschland und die Korruption: Kartell der Schande

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Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA, die Deutschen und die vielfältigen Lebenssachverhalte, die Deutschen und der sportpolitische Komplex, die Deutschen und der peinliche Bundestags-Sportausschuss, durchsetzt von Wichtigtuern, Duckmäusern und Lobbyisten, die ahnungslosen, bornierten so genannten Sportpolitiker …

… ach, das sind Skandale für sich. Ein Jammer. Tausendmal beschrieben und belegt, hier und anderswo.

Es muss dennoch immer wieder neu erzählt und kommentiert werden.

Ich hatte gelegentlich und vielleicht zu oft in den vergangenen Tagen auch in etlichen Interviews gesagt:

Wer schweigt, macht sich mitschuldig.

Und ob.

Zu den Enttäuschungen der vergangenen Woche zählte natürlich DFB-Präsident Theo Zwanziger. Auf dem von skandalösen Vorfällen umtosten FIFA-Kongress in Zürich unterstützte er den Versuch des englischen Verbandes, die so genannte Wahl zu verschieben, nicht oder vielleicht nur nicht hörbar, who knows – hörbar gab er während des Kongresses allerdings Lobpreisungen für die FIFA zu Protokoll.

In Deutschland durchaus kritisiert, teilte Zwanziger nun über seine Leib- und Magen-Blätter aus dem Hause Springer mit, er wolle noch vor der Fußball-WM der Frauen einen Runden Tisch einberufen.

Wow.


Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre…
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Manfred #1

Zu den Enttäuschungen der vergangenen Woche zählte natürlich DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Da muss man aber schon sehr hartnäckig an das Gute im Menschen glauben, um von Theo Zwanziger noch enttäuscht zu sein.

sportinsider #2

Da hast Du Dir aber den berechtigten Frust von der Seele geschrieben. Das Thema Korruption in Deutschland ist ja ein Dauerbrenner. Du kämpfst da ja seit Jahren gegen Windmühlen an. Von den angesprochenen Sportkameraden ist da sicherlich eher keine Hilfe zu erwarten.

Bleibt der Konsument (sprich Fan, Zuschauer, Sportjournalist, GEZ Zwangsgebührenbezahler etc.) Wäre eine totale Verwiegerungshaltung dem Sportzirkus gegenüber möglich?

Man stelle sich vor es ist Fußball-WM und keiner geht hin.

Ist Boykott machbar?

Bei den olympischen Spielen 2008 in Peking habe ich das einst fast konsequent durchgezogen. Kein Fernsehen. Kein Blick auf irgendwelche obstrusen Medaillenspiegel in den Zeitungen. Am Arm wurde ein Protestband getragen. Da ich hin und wieder auf Deinem Blog war (erinnere mich an die Bolt Jogging Geschichte über die kurze Distanz) habe ich dann doch einiges von den monetären Machtspielen in China mitbekommen.

Hat meine zurückhaltende Haltung als Sportzuschauer etwas bewirkt? Wohl kaum.

Das menschenverachtende Regime in China hat seine Propagandashow unbeirtt abgezogen und die Sportfunktionäre des IOC haben sich im Blitzlichtgewitter gesonnt.

Manchmal erinnere ich mich in solchen Momenten an meine Live-Erfahrungen bei der Leipziger Revolution.

Es wär wieder an der Zeit aufzustehen.

Micha #3

Eine interessante Vorstellung. Nur leider wohl fernab jeder Aussicht auf Realität. Einen Boykott einer WM seitens der Konsumenten etc. wird es nicht/nie geben.

Blatter und Co können sich zu sicher sein, dass Brot und Spiele dem Volk noch immer auf die Sprünge (in dem Fall in die Stadien, Kneipen und vor die großen Leinwände) geholfen haben. Da sind zum einen all jene Eventzuschauer, die nicht wissen, dass in ihrem Heimatort auch Fußball gespielt wird, wenn keine WM ist (geschweige denn von Korruption und all den schmierigen Mauscheleien gehört haben), dann aber das “geile Feeling” mitnehmen wollen. Und -leider- sind da zum anderen wohl auch viel zu viele Fußballfans, die sich -zum Teil wohl selbst im Wissen um diesen ganzen Schmutz- den großen Turnieren nicht entziehen können/wollen.

Meiner Meinung nach ist dieses Problem nur über die Politik (hach, seufz) und das Geld, vulgo die Sponsoren zu lösen. Beide wiederum werden wohl erst nervös und aktiv, wenn die öffentliche Meinung via Presse zu laut vernehmbar kritisiert. Insofern Jens, auch wenn mit all dem aufgedeckten Dreck viel Freude am Sport verloren geht, vielen Dank für deine Hartnäckigkeit und mach weiter. Muss direkt mal wieder im Konto kramen, ob da noch ein Scheinchen auf sinnvolle Verwendung wartet…

Micha

Sebastian Manthey #4

Mach weiter so! Du wirst ja gehört. So oft wie in den letzten Wochen habe ich deinen Namen noch nie durch die deutsche Presselandschaft schwirren sehen.

Jetzt bleibt nur zu hoffen das sich dein Name festsetzt wenn es um Themen wie Sportkorruption und Fifa-Totalitarismus geht und das dieses Thema nicht genauso schnell aus den Gazetten verschwindet wie diverse Seuchen.

Jens Weinreich #5

Ach, das verschwindet schon nicht. Denn: Sie tun ja nichts dagegen, sie schlafen ja mit denen.

Ralf #6

Sigi Heinrich für Eurosport: Der Sepp aus der Schweiz

indykiste #7

Heute abend 22.15 Uhr Diskussionsrunde bei Phoenix (via AAS)
Weltmacht FIFA – Ein Verband im Korruptionssumpf?

Alexander Kähler diskutiert in der PHOENIX RUNDE mit:

– Thomas Kästner (Süddeutsche Zeitung)

– Sylvia Schenk (Transparancy International)

– Prof. Barbara Pfetsch (Kommunikationswissenschaftlerin, FU Berlin)

– Jens Weinreich (Sportjournalist)

Jens Weinreich #8

In der Schweiz wird weniger geschwiegen, unter Druck geben die Politiker den einen oder anderen interessanten Satz von sich:

NZZ: Politiker wollen Justiz auf FIFA ansetzen

Roland Büchels Kärrnerarbeit trägt erste Früchte

Seine Haltung hat er jüngst im DLF-Sportgespräch mit Carlos Hanimann und mir erneut erläutert:

sternburg #9

Und falls die Sportkameraden von Siemens, Adidas, Telekom, Daimler, Bayer, BMW, Volkswagen, Allianz vorbei schauen sollten: Sie können etwas gegen Korruption tun. Das geht ganz einfach: Lassen sie es sein.

Wird es eigentlich von Dir noch eine eigene Einschätzung zum IOC-Comcast/NBC-Deal geben?

Jens Weinreich #10
Mattes #11

Ja schau doch mal an, wer hier mitliest: Der Herr Hoeneß

http://www.11freunde.de/newsticker/139962

Uli Hoeneß hat DFB-Boss Theo Zwanziger wegen dessen Unterstützung für FIFA-Präsident Joseph Blatter heftig attackiert. “Die Haltung des DFB in dieser Sache stört mich. Herr Zwanziger ließ keinen Zweifel daran, dass man Blatter wählen wird. Ganz nach dem Motto: Augen zu und durch. Ich bin enttäuscht, dass der DFB vor diesen unseriösen Machenschaften die Augen verschließt und nicht gegen Blatter Druck macht. Wegschauen heißt auch akzeptieren. Wer das tut, ist mitschuldig“, sagte der Präsident von Bayern München der Sport Bild.

[Hervorhebung von mir]

Zwanziger reagiert dann auch sofort und erklärt erst einmal, was eh schon alle wussten. Die Haltung des DFB ist kein wegsehen, sondern die wissen ganz genau, was sie da machen.

DFB-Präsident Zwanziger reagierte pikiert auf die Vorwürfe von Hoeneß. “Was mich in der Tat etwas wundert, ist, dass ausgerechnet Hoeneß erneut öffentlich Kritik übt, ohne vorher einmal persönlich mit mir gesprochen zu haben. Er war ja schon bei der WM in Südafrika ein polarisierender, öffentlicher Kritiker, recht hat er damit nicht behalten und nicht unbedingt an Ansehen gewonnen”, sagte Zwanziger und unterstrich: “Niemand beim DFB hat die Augen verschlossen.”

Weiß hier noch jemand, was der Herr Hoeneß im Vorfeld der WM alles gesagt hat? Hat er auch was zum finanziellen gesagt oder nur die Sicherheit angeprangert?

Jens Weinreich #12

Ja, Mattes, beim FC Bayern haben sie aufmerksam mitgelesen. Und das ist auch gut so. Dafür wird dieses Blog geführt.

sternburg #13

@Mattes: Billiges Ablenkungsmanöver. Wenn ich mich nicht völlig irre, dann hatte der Hoeneß vor der WM ausschließlich das übliche Bayern-Löw-Bierhoff-Theater auf sportlicher Ebene durchgespielt (Vertragsverlängerung Bierhoff, Traningsmethoden, so was). Mag sein, dass er damals, insbesondere aus der Rückperspektive, die schlechteren Argumente hatte, hiermit hat das aber exakt gar nichts zu tun.

Übrigens wahrscheinlich so ziemlich der einzige Weg, einen solchen Satz ungefiltert in die Sport Bild zu bekommen.

Ralf #14

@ Mattes/sternburg:

Zwanziger dürfte auf diese Hoeneß-Äußerungen anspielen…

Simon #15

Gibt es eigentlich eine Aufarbeitung der mutmaßlichen deutschen „Landschaftspflege“ im Vorfeld der Vergabe der WM 2006?
Im Rahmen des FIFA-Weltparteitages deutete Thomas Kistner im DLF-Interview an, diese Vergabe sei bereits ein Tiefpunkt der FIFA-Geschichte gewesen und das sei auch allgemein bekannt.
Soweit ich es überblicke, wurde von deutschen Medien die Bestechung von Seiten des DFB in der entscheidenden Nacht immer auf das Titanicfax reduziert.
Auch vom Herrn Weinreich ist mir kein Artikel bekannt, der dem weiter nachgeht. Was übersehe ich?

Ralf #16

Was übersehe ich?

Das hier?

Thomas Kistner: Amigo-Kultur in Reinformat – wie eine ominöse Deutschland AG die Fußball-WM akquirierte

j.p.h- #17

warum sollte korruption auch vorm deutschen fußball halt machen???… daruüber stammtisch gehabe auszutauschen bringt 1. nichts und 2. weiß man nie so genau wie weit man an der warheit vorbeisegelt…. ich will damit selbstredend nicht sagen das man alles einfach so hennehmen soll… aber man kehrt die treppe auch von oben nach unten…
bin auf einiges im dt fußball stolz (wie z.B. 50+1) und ich kann mir nicht vorstellen das da lobbyisten dahintestehen…. ja klar (so genau hab ich mich nicht informiert) wahrscheinlich sinds regeln der dfl… aber geil

j.p.h- #18

ach ja und wo dassler jetzt korrupt war ist mir jtzt auch nicht ganz klar geworden…

Jens Weinreich #19

Dann solltest Du Dich einlesen, wenn Du magst, zum Beispiel hier: The ISL bribery system …. Und immer schön den Links folgen …

jack #20

Wer schweigt, macht sich mitschuldig.

Das Zitat wurde jetzt auch von Uli Hoeneß aufgegriffen/verwendet. (Vielleicht liest er ja hier mit?):

Die Haltung des DFB in dieser Sache stört mich. Herr Zwanziger ließ keinen Zweifel daran, dass man Blatter wählen wird. Ganz nach dem Motto: Augen zu und durch. Ich bin enttäuscht, dass der DFB vor diesen unseriösen Machenschaften die Augen verschließt und nicht gegen Blatter Druck macht. Wegschauen heißt auch akzeptieren. Wer das tut, ist mitschuldig.

Jüngst in der Sportbild zu lesen. Bisher meines Wissens nur in der Print-Ausgabe.

Otto #21

#22:

Handelsblatt vom 8.6.11
“Hoeneß attackiert DFB-Boss Zwanziger”
http://www.handelsblatt.com/hoeness-attackiert-dfb-boss-zwanziger/4265122.html

Sportschau.de vom 8.6.11:
“Nach der FIFA-Wahl: Wegen Blatter – Hoeneß kritisiert Zwanziger”
http://www.sportschau.de/sp/fussball/news201106/08/kritik_an_zwanziger.jsp

Süddeutsche vom 9.6.11:
“Wegen Unterstützung von Blatter: Hoeneß greift Zwanziger an”
http://www.sueddeutsche.de/U52387/55336/Hoeness-greift-Zwanziger-a.html

Pfälzischer Merkur vom 9.6.11:
“Hoeneß: “Der Saustall Fifa muss ausgemistet werden”
http://www.pfaelzischer-merkur.de/sport/art27519,3797976

Merkur-Online vom 9.6.11:
“Hoeneß gegen FIFA: Saustall ausmisten!”
http://www.merkur-online.de/sport/fc-bayern/hoeness-gegen-fifa-saustall-ausmisten-meta-1276657.html

usw….

Ralf #22

sid: Tognoni übt harte Kritik an Zwanziger und den DFB

Zwanziger werde und kann nicht für Veränderungen stehen. „Wenn man das Handeln der Deutschen in den letzten Wochen erlebt, kommt man zu dem Schluss, dass er das auch gar nicht will.“

sid: Surinams Präsident gibt Geldgeschenke zu

Simon #23

@Ralf
Danke für den Lesebefehl!
Ich bin um so mehr noch darüber erstaunt, wie umfassend dieses Thema dann vor, während und nach der WM 2006 ignoriert wurde.

Sepperl #24

Sylvia Schenk im Spiegel-Online-Interview vom 12.6.11:

Fifa-Korruption
“Beckenbauer hat vier Jahre den Mund nicht aufbekommen”

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,768072,00.html

Sepperl #25

Lars Wallrodt in Welt-Online:
Antikorruptionsbehörde “Auch Beckenbauer hat schuld am Chaos bei der Fifa”
http://www.welt.de/sport/fussball/article13427366/Auch-Beckenbauer-hat-schuld-am-Chaos-bei-der-Fifa.html

Ralf #26

Welt: Wird deutsches WM-Stadion nur für Blatter umgebaut?

„Dass Blatter in Deutschland nicht mit offenen Armen empfangen wird, das ist klar. Das weiß Joseph Blatter auch selbst. Ich finde das sehr unfair. Denn er hat auch für den deutschen Fußball unheimlich viel getan“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

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