live aus Rio (18), Liebesgrüße vom Pharao: „Mund zu!“

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Pharao Hassan Moustafa, DHB-Präsident Andreas Michelmann

Pharao Hassan Moustafa, DHB-Präsident Andreas Michelmann

BARRA DA TIJUCA. Ich hatte ein Erlebnis der besonderen Art. Mit dem Zorn des Pharaos ist im Grunde nicht zu spaßen, auch wenn es sich nur um einen kleinen, abkassierenden Handball-Pharao handelt: Der Ägypter Hassan Moustafa, Präsident des Weltverbandes IHF, Partner von Adidas, treuer Diener von Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah, Husain Al-Musallam und der katarischen Sport-Aristrokatie, Skandalnudel, Journalisten-Sponsor, Großverdiener, der sich für Verträge, die er Kraft seines Amtes aushandelt, schon mal die Apanage in unbekannte Höhen vergrößern lässt, der Geheimverträge unterhält, der Kontrahenten gnadenlos ausbremst. Mit anderen Worten: ein ganz normales, vollgeschätztes Mitglied der olympischen Familie.

Oder um mit Bob Hanning zu sprechen, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB):

Mein Dank gilt Hassan Moustafa.

Denn ohne Hassan hätten die Deutschen nicht das eine oder andere WM-Turnier bekommen (2017 wieder bei den Frauen und 2019 bei den Männern), und ohne Hassans Wohlwollen wären sie 2015 nicht zur WM nach Katar geflogen, denn dafür hatten sie sich ja nicht qualifiziert. Was einigermaßen schade war, denn sonst hätte man kaum diesen rasanten Aufstieg einer wunderbaren Mannschaft verfolgen können, der in Rio möglicherweise mit Olympiagold gekrönt wird. Hanning erinnerte heute an diesen Zusammenhang mit der Wildcard, die des Pharaos Truppen damals an Deutschland verteilten, nachdem sie Australien einen WM-Platz weggenommen hatten. So läuft das im Reiche Hassan Moustafas.

Deutschland ist ein wichtiger Markt, der DHB kriecht vor ihm, in Deutschland verdiente er fürstlich mit mindestens einem Geheimvertrag, und in Deutschland hat er ja auch einen Fürsprecher und Sportkameraden, den IOC-Präsidenten aus Tauberbischofsheim.

Der Pharao und seine Freunde aus Deutschland feierten heute im Deutschen Haus einen Kooperationsvertrag der IHF mit der sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. Hassan Moustafa hatte 1974 mal ein paar Monate in Leipzig an der DHfK verbracht, wie andere ehrenwerte Familienmitglieder auch. FINA-Vize und IOC-Mann Sam Ramsamy fand dort sogar seine große Liebe und ehelichte die Sächsin Helga, die ihn bei jedem der vielen Termine in aller Welt begleitet, das Paar lebt quasi aus dem Koffer. Hassan Moustafa weiß sogar noch, dass die DHfK nicht „Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport“ hieß, wie gern verbreitet, sondern nur „Deutsche Hochschule für Körperkultur“.

So weit, so gut.

Ich wollte die gegenseitigen Lobpreisungen überhaupt nicht unterbrechen und war eigentlich schon auf dem Absprung, da formulierte Hassan Moustafa einen Satz, den ich wegen der darauffolgenden gewissen Turbulenzen nur noch bruchstückhaft wiedergeben kann, er sagte sinngemäß, aber fast wörtlich:

Der Handball ist in der Zukunft fair und korrekt.

Die Aussage gefiel mir so sehr, dass ich um das Mikrofon bat und mich bei Herrn Moustafa erkundigte, ob das denn auch für Funktionäre und die IHF-Spitze unter seiner Führung gelte und wann sich die IHF eine Good-Governance-Kur verordne.


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