live-Blog aus Zürich, Mittwoch: FIFA-Korruption, WM-Vergabe, Präsentation 2022

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ZÜRICH. Auf geht’s. Auch heute wieder live aus dem Tollhaus – den ganzen Tag lang. Recht so. Der Jack ist schon ein Netter. Mein Gott, die paar Millionen, die er bisher beiseite geschafft hat mit seinen beiden Söhnen. Wer wird da kleinlich sein. Im kommenden Jahr, wenn Theo Zwanziger ins FIFA-Exekutivkomitee aufrückt, wird endlich aufgeräumt, dann ist’s bestimmt bald vorbei mit der Korruption. Dann werden keine Geschäfte mehr gemacht mit Jack und Sepp und Ricki und Chuck und Don Julio. Obwohl, ob 20er jemals Sepp zugehört hat? Mann kann es gar nicht oft genug sagen, viele kenne…


ZÜRICH. Auf geht’s. Auch heute…
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Ralf #2

SpOn: Ozeanien verliert Stimmrecht bei WM-Vergabe

Temarii, Vertreter des ozeanischen Verbandes, sollte nach dem Willen der Fifa seine Schuld eingestehen und das Strafmaß akzeptieren. Im Gegenzug hätte Ozeanien bei der Abstimmung am Donnerstag einen Ersatzkandidaten benennen können. Anders als Afrika, das wegen Adamu eine Stimme definitiv verloren hatte. Doch Temarii ließ sich auf den Deal nicht ein und besteht auf sein Recht auf Berufung.
[…]
Damit verliert Australien, das sich um die WM 2022 bewirbt, eine sichere Stimme.

dogfood #3

Die Präsentationen Australiens, Südkoreas und Katars werden ab 14 Uhr von EUROSPORT2 übertragen.

Linksaussen #4

Prinzipiell: Warum sollte man sich diese Präsentationen überhaupt anschauen? Die tragen doch zur Entscheidungsfindung weniger als nichts bei, oder?

Ralf #5

Martin Sonneborn im FAZ-Gespräch: „Nie wieder Bestechungsfaxe“

Ich habe mich damals mit einem Anwalt von Franz Beckenbauer beim DFB treffen müssen, wo mir die Gelegenheit gegeben wurde, eine Erklärung zu unterzeichnen, die sie vorbereitet hatten. Darin habe ich mich verpflichtet, dass ich Zeit meines Lebens davon Abstand nehme, nochmals Turniere der Fifa und der Uefa durch das Versenden von Bestechungsfaxen zu beeinflussen.
[…]
Kurzzeitig stand ja eine Schadenersatzklage von 600 Millionen D-Mark im Raum.

cf #6

die kollegen vom guardian hatten gestern abend auch noch ein wenig sinniert über die englischen chancen und die (noch-)nicht-anwesenheit von wladimir „alpha-rüde“ putin: England’s 2018 hopes rise as Vladimir Putin hints he will not turn up
so ganz wollten sie dem frieden aber auch noch nicht trauen und halten auch die inszenierung einer umso dramatischeren last-minute-anreise für denkbar.

dabei haben die engländer doch eigentlich den besten trumpf auf ihrer seite — ein exklusives angebot, mit dem nicht mal die scheichs vom golf die fifa-fu(ßball)fa(milie) ködern können: einladungen zur königlichen hochzeit! und sage niemand, es sei zufall, dass der termin so kurz vor der wm-vergabe bekanntgegeben wurde! dann erscheint auch prompt die anwesenheit des polo-spielenden prinzen william in zürich in einem ganz anderen licht! ;-)

Ralf #7

NZZ: Schnee macht Schweizer Flughäfen zu schaffen

Auch Clinton und Zapatero stecken fest

B.Schuss #8

btw, warum spricht Kollege Warner eigentlich so freundlich in deine Kamera, während er auf Andrew Jennings am liebsten spucken würde ? ^^

OF #9

Sensationelles Warner-Video, Chef

cf #10

@B.Schuss
Überrumpelungstaktik. JMW-Maske-Tasche. Keine bösen Fragen.

Der 3klang des Erfolgs. :)

Chuck #11

Vielleicht ist mein Post jetzt auch total dämlich, aber um an dogfood (3) anzuschliessen und weil ich gerade beim Lesen des gestrigen und heutigen Beitrags von JW auch keinen Verweis gesehen habe (oder ihn einfach übersehen habe):

Live Stream FIFA-Bidders Presentations:
http://www.fifa.com/worldcup/bidders/live/index.html

Ralf #12

JW in der AZ: Die Fouls der FIFA

Jens Weinreich #13

@ OF #10: Ich weiß :))

@ B.Schuss #9: Das ist die kleine Begrüßung aus Südafrika. Da habe ich die Frage schon mal beantwortet. Ich fand, heute stand der Jack ganz gut, die Aufmerksamkeit ist groß genug, da habe ich ihn etwas eingekürzt. Verziehen?

@ Ralf #13: In dem AZ-Text habe ich leider Radmann einmal von Australien nach Katar versetzt. Habe die Kollegen in München schon um Korrektur gebeten. Das passiert, wenn man zu viele Texte schreibt.

McP #14

Spaß, Entspannung, Sicherheit sind doch feine Sachen und wenn ich mich an die Olympischen Spiele erinnere, traue ich denen auch zu, die Versprechungen einzuhalten. Die Übertragungszeiten wären für uns dann jedoch ungünstig. Das Wichtigste ist doch aber, wer kann uns Vuvuzuela-freien (o.ä.) Fußball garantieren? Hat sich da kein Bewerber zu geäußert?

Börni #15

Bezüglich Stimme:

Zwei Teelöffel Apfelessig auf ein Glas warmes Wasser und Gurgeln.

Greenkeeper_Lothar #16

Also ich fand die Präsentationen den absoluten Wahnsinn: schönes Kumbaya-Geplänkel, aber zwischendrin ein paar schöne Sätze, um zu zeigen, dass man durchaus verstanden hat, auf was die FIFA Wert legt.

Australien:
„the Australian government has given Fifa every guarantee“ , also inkl. Steuerfreiheit und unlimited Devisen- Einfuhr/Ausfuhrrecht

Korea:
einen „Global Football Fund“ in Höhe von $ 777 Mio., „to be distributed to Fifa’s confederations by 2022“. Also für die bekannten Privatprojekte?

Qatar:
wir halten unsere Versprechen (aller Art); 22 Stadien, die nach der WM abgebaut und verschenkt werden (wahrscheinlich mit den Namen der jeweiligen Exek-Mitgiliedern getauft)

USA:
Clintons Versprechen: the low-cost of an American World Cup (already have the facilities) and thus the large money-making opportunities for Fifa (so that they can spend it on giving water to Haiti and making the world a better place). Den FIFA-Herren fallen sicher noch andere Orte ein, wo das Geld „versickern“ kann

Japan:
versucht nur mit Technik zu punkten, daher schon verloren: Full Court Vision, virtuelle Spiele in 400 Stadien in der Welt.

Im Endeffekt haben nur zwei Kandidaten Nobelpreis-Potential für Herrn Blatter: Korea und Qatar. Also wirds Qatar und die Gelddruck-WM wird als Versöhnungsfest mit der arabischen Welt verkauft; am besten mit Iran – USA als Eröffnungsspiel, denn das die Qataris als Gastgeber gesetzt sind, meint ja hoffentlich keiner ernst.

indykiste #17

Dossier FIFA 24 chevaliers de la Table Ronde
Leider ist mein Französisch unentwickelt…

Chuck #18

#wirklich wichtige Stimmverhältnisse:
Aus alten Radiotagen kann ich Dir einfach (ohne viel selberbasteln und köcheln) die klassischen Ipalat-Pastillen empfehlen, damit die Stimme sich bessert. Hat immer sehr gute Dienste geleistet.

Ansonsten einfach mal wieder ein „Dankeschön!“ für die Berichterstattung :-)

indykiste #19

Michael Ashelm in der FAZ: IOC und Fifa
Eskapaden in den Weltzentralen des Sports

Brennende Aktualität erhält in diesen Tagen die Forderung des Professors, den Sonderstatus vieler in der Schweiz ansässiger Spitzenorganisationen des Sports endlich zu kippen. Diese Topverbände mit zum Teil Milliardeneinnahmen zahlen praktisch keine Steuern, vor allem genießen ihre Funktionäre Immunität bei der Strafverfolgung nach dem eidgenössischen Antikorruptionsgesetz. Die neuen Bestechungsvorwürfe gegen hohe Repräsentanten des in Zürich residierenden Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit Geschäftsadresse in Lausanne dürfte seine Initiative nun auf der politischen Ebene voranbringen. Vielen gehen die Eskapaden einiger korrupter Sportfunktionäre zu weit. „Die Schweiz hat ein eigenes Interesse daran, dass sie nicht wieder international als sicherer Hafen für dubiose Geschäfte wahrgenommen wird“, sagt Pieth.

dogfood #20

Wenn es denn noch eine Rolle für die Vergabe morgen spielt: schwere Ausschreitungen heute abend nach einem Halbfinale des Ligapokals im Birmingham-Derby, inkl. Werfen von Sitzen, Raketen und Pitch Invasion. Polizei hat wohl ca. 10 Minuten gebraucht, um es wieder unter Kontrolle zu bekommen.

indykiste #21

Der Jens und der Jean :-)
Der Bote
Download :

Herbert #22

@ indykiste

Interessant zu dem Beitrag „Die Herren des Runden Tisches“( # 18) ist, dass als Quelle u.a. folgendes angegeben ist:

Quellen: Neben wissenschaftlichen Mitarbeitern wurde die Website http://www.jensweinreich.de blogjournalisme konsultiert. Der Autor des Artikels hat Informationen aus der französischen Version des Buches von Jens Weinreich und Thomas Kistner „Die Herren der Ringe“, 2000, Editions Golias, verwendet.

Das ist doch einen Blick zur Sonne wert.

pecas #23

Hehe:

Danke. Die Rote-Beete-Nummer klingt schrecklich.

Ein wunderbares Mittel, das sogar (zumindest bei eingefleischten Carnivoren, vermute ich) als Drohkulisse noch wirksam ist – sagenhaft!
Es lässt jemanden, der die „Stimme“ – ein Krächzen nur noch – verloren hat, diese mit übermenschlicher Anstrengung wiederfinden und – äh – singen: „Klingt schrecklich.“

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