live aus PyeongChang (5): IOC-Session, Tag 2

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ALPENSIA. Auf geht’s. Der Olympic Flow hat uns wieder. IOC-Session, Tag zwei. Allerdings, taktisch unklug, das gleich zu verraten, wird es weniger spannend. Business as usual, die Berichte der Organisationskomitees PyeongChang 2018, Tokio 2020, Peking 2022, Paris 2024, Buenos Aires 2018 (YOG) und Lausanne 2020. Multifunktionäre wie Bachs Kumpel John Coates, der gestern mehrfach Bericht erstattete, oder Juan Antonio Samaranch gehen auch heute in die Bütt, diesmal als Chefs der Koordinierungskommission für Tokio 2020, wo sich das IOC die Kostenreduzierung auf die Fahnen schreibt, sowie für Peking 2022. Auch wieder dabei: der belgische Baron Pierre-Olivier Beckers Vieujant und Bachs argentinischer Paladin Gerardo Werthein.

Gestern hatten Samaranch, Coates & Co noch vermeintliche Reformen im Bewerbungs- und Organisationsprozedere vorgestellt. “The Game Changer”.

Hier mal die Infografik dazu, die das IOC abends verschickte.

Ausführlich werde ich darauf im neuen Monatsmagazin Sport & Politics eingehen.

10.31 Uhr: Zum Ablauf heute. Ich werde voraussichtlich drei Beiträge veröffentlichen.

  1. Diesen Beitrag werde ich bis spätabends ergänzen, bis nach der IOC-Session, die übrigens traditionell mit der Aufnahme neuer Mitglieder fortgesetzt wird, am letzten Sonntag (25. Februar) kurz vor der Schlussfeier, wenn die gewählten neuen Athletensprecher aufgenommen werden. Hier die Informationen zur Wahl und zu den sechs Kandidaten. In diesem Beitrag werde ich ab 10 Uhr MEZ live von der Pressekonferenz mit Bach berichten.
  2. In Kürze kommt ein Text hinzu, den ich in der Nacht geschrieben habe und in dem ich noch einmal auf die gestrigen Attacken auf Richard Pound eingehe.
  3. Um 14 Uhr (6 Uhr MEZ) blogge ich zudem live von der Auftakt-Pressekonferenz des DOSB. Die Verbalmanöver der DOSB-Führung wollen wir uns doch nicht entgehen lassen, auch das ist eine feine Blog-Tradition vergangener Spiele (2008 in Peking, 2010 in Vancouver, 2012 in London, 2016 in Rio de Janeiro ), besonders ausführlich habe ich das in Vancouver, London und Rio getan, so weit ich mich erinnere.

Und noch ein Programmhinweis:

15.09 Uhr: Komme gerade aus dem Deutschen Haus zurück. dazu später mehr. Im IOC hat Bach mal wieder einen Fortschrittsbericht zu seiner Agenda 2020 vortragen lassen. Nun Prinzessin Anne zum Thema neue Mitglieder. Sie suchen jederzeit unabhängige Mitglieder, erklärt Anne. Und verweist auf die den Mitgliedern vorliegenden Unterlagen.

Das ist genau der Punkt. Deshalb kann man als Beobachter sehr viel nicht verstehen. Denn diese Unterlagen liegen nur IOC-Mitgliedern vor. Somit ist die vermeintliche Transparenz, die Session online verfolgen zu können, natürlich nur gespielt.

Für Bachs Unterstützer Uğur Erdener steht eine Änderung an. Der Türke bekommt ein Upgrade: Von einer Mitgliedschaft, die an seine Funktionen gebunden ist (aufgenommen 2008 als IF-Präsident, wenn ich mich recht erinnere, als Chef des Bogenschützen-Verbandes WA/World Archery), auf den Status einer persönlichen Mitgliedschaft. 2016 war Erdener Vizepräsident geworden, am Tag als er gemeinsam mit Samaranch – gegen den verzweifelten Widerstand Claudia Bokels, die am Ende resignierte – Hunderten Russen die Olympiateilnahme erlaubte.

Und nun erhält auch Baron Pierre-Olivier Beckers Vieujant seine persönliche Mitgliedschaft, bisher lief er unter dem NOK-Ticket.

Bach verliest das Ergebnis.

Von 82 gültigen Stimmen erhält Erdener 69 bei fünf Enthaltungen und 14 Gegenstimmen.

Von 84 gültigen Stimmen erhält Baron Beckers 76 bei zwei Enthaltungen und acht Gegenstimmen.

Das derzeit 100. IOC-Mitglied kommt aus Tschechien: Jiří Kejval war schon für die Lima-Session vorgesehen, konnte nicht dort sein und wird jetzt aufgenommen. (74-4-11)

Nun wird ein Vizepräsidenten-Platz (es gibt immer vier) neu besetzt. Dieser geht ohne Gegenkandidaten für weitere vier Jahre an den Chinesen Zaiqing Yu (78-0-7). Einen Chinesen in der Führung zu haben, ist Bach immer wichtig. Auf China kann er zählen, schon 2013 bei der Präsidentenwahl. Die merkwürdige Kür von Peking zur Olympiastadt 2022 darf als ein Dankeschön gelten

Außerdem wird Nenad Lalovic (UWW) als ASOIF-Vertreter und Nachfolger von Ching-Kuo Wu als Exekutivmitglied bestätigt. (69-0-14) Steile Karriere für den schwergewichtigen Serben, der als Botschafterkind in mehreren Ländern aufwuchs: In weniger als fünf Jahren ist er aus dem Exekutivkomitee der Ringer zum Präsidenten der FILA aufgestiegen, die er bald in UWW umbenannte, außerdem den Status des olympischen Ringens rettete, und nun ist er in der IOC-Führung angekommen.

* * *
Auch diesmal wird es für einige Beiträge eine olympische Bezahlschranke geben, denn ich blogge hier ja nicht nur aus Spaß. Es ist ein Job, ich muss davon leben.

Nebenan im Shop finden Sie einige Optionen – ob Olympiapass oder Jahresabo -, wie Sie die Winterspiele hier gemeinsam mit mir verbringen und Journalismus finanzieren können.

Dieses Magazinprojekt, in das ich schon Monate investiert habe, wird in PyeongChang nun endlich durchgezogen:

Ich wünsche Ihnen und Euch viel Vergnügen in diesem Theater in den nächsten Wochen (und darüber hinaus) und hoffentlich viele erhellende Momente.

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