[ Tag london 2012]

Russland nimmt Kurs auf die Winterspiele 2018 in PyeongChang: nächste Ausfahrt CAS

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Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert - und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)

Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert – und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)

Kein Tag ohne Dopingmeldungen aus Russland. Der Welt-Sportgerichtshof CAS in Lausanne teilt heute mit, dass die suspendierten russischen Skilangläufer Alexander Legkow und Jewgeni Below Einspruch gegen ihre vom Ski-Weltverband FIS ausgesprochenen Sperren eingelegt haben. Dies hatte ihr deutscher Anwalt Christof Wieschemann am Mittwoch via Twitter, auf seiner Webseite und schließlich über Nachrichtenagenturen verkündet.

Der Einspruch mit Beantragung eines beschleunigten Verfahrens (die Nordische WM beginnt in zweieinhalb Wochen in Lahti) erfolgte am Montag, am Donnerstag lieferte Wieschemann dem CAS die Begründung nach.

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Pressemitteilung CAS vom 3. Februar 2017

Legkow, der am Schlusstag der Winterspiele 2014 in Sotschi den Marathon über 50 Kilometer gewonnen hatte, ist einer von sechs russischen Langläufern, die im Dezember 2016 nach Veröffentlichung des zweiten Untersuchungsberichts von Richard McLaren vom Ski-Weltverband FIS suspendiert wurden. Die Doping-Kommission der FIS hatte Einsprüche der Russen in der vergangenen Woche abgelehnt. Trotz der Suspendierung soll Maxim Wylegschanin, dreimaliger Silbermedaillengewinner von Sotschi, bei zwei nationalen Wettbewerben gelaufen sein, weshalb ihm die Ausweitung der vorläufigen Sperre droht.

Die wichtigsten Festlegungen der FIS seit Veröffentlichung von McLaren II:

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live aus Rio (24): die Verhaftung des Patrick Hickey

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BARRA DA TIJUCA. Na da schau her. Eine Sondereinheit der brasilianischen Polizei hat gegen 6.30 Uhr Ortszeit im Windsor Marapendi, dem IOC-Hotel, den berüchtigten Geschäftemacher Patrick Hickey verhaftet, den Stammleser dieses Blogs ausgesprochen gut kennen. Pat Hickey musste ganz schnell ins Krankenhaus, weil ihm irgendwie unwohl war. Aus Polizeikreisen verlautete, Hickey habe einen alten, kranken und sehr erschrockenen Eindruck vermittelt, weshalb man nichts riskieren wollte und ihn zunächst zu einer Untersuchung ins Krankenhaus brachte.

Die Meldung twitterte mein Freund Jamil Chade exklusiv:

Zwei weitere brasilianische Journalisten waren morgens am Hotel.

Hickey ist Präsident des NOK Irlands, Präsident der European Olympic Committees (EOC), IOC-Mitglied und Mitglied des IOC-Exekutivkomitees. Neben vielen anderen Funktionen.

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live aus Rio (1): ein Anfang mit Schrecken

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BARRA DA TIJUCA. Womit belegen Teilzeit-Mitglieder der ehrenwerten olympischen Familie, dass sie dazu gehören? Natürlich mit einer Akkreditierung, zärtlich Hundemarke genannt. Ohne dieses Badge ist man – nichts.

Für Ablichtungen in passenden und unpassenden Situationen habe ich einst die Kammer des Schreckens kreiert, werde dorthin aber nicht verlinken. Also, jeder Höhepunkt journalistischen Wirkens beginnt mit Banalitäten. Das ist in Rio nicht anders. Die bittere Wahrheit:

Da hat doch vorhin so ein Schlaumeier auf Twitter gemeint, 24/7 bloggen sei nicht drin, da der Weltrekord im Wachbleiben bei 11 Tagen noch was liege. Manche nehmen das Leben aber auch allzu ernst.

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Übersetzungshilfe zur Erklärung des IOC-Exekutivkomitees

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Dieser Beitrag enthält u.a. ein bislang unveröffentlichtes Dokument, das wegweisend für die Sperren russischer Athleten in Rio sein kann: Das Urteil das CAS vom Januar 2016, in dem der Einspruch des bulgarischen Gewichtheber-Verbandes gegen die Kollektivstrafe abgeschmettert wurde.

Handshake zwischen Bach und Putin beim "World Olympians Forum and WOA Genral Assembly"

Der unvergleichliche, freidemokratischste und unpolitischste IOC-Präsident der Welt, Thomas Bach, hat dem Planeten Erde gestern Nachmittag eine echte Denksportaufgabe erteilt. Die Erklärung des IOC-Exekutivkomitees, nach einer Telefonkonferenz am Tag nach Veröffentlichung des McLaren-Reports, ist ein Meisterwerk des Bach’schen Propaganda-Arsenals. Routinierte Verschleierungstaktik habe ich das in meinem ersten Kommentar auf Spiegel Online genannt: “Olympia-Ausschluss Russlands: da fließt noch viel Wasser den Bach runter”. Thomas Bach hat, so wie man das von ihm kennt und nicht anders erwartet, wieder einmal vielfältige Lebenssachverhalte kreiert.

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IAAF olympic statistics #Rio2016

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Und nochmal was anderes, ein wirklich wunderbares IAAF-Produkt, wie ich finde. Gerade hat der Leichtathletik-Weltverband das neue olympische Statistik-Handbuch bereitgestellt. Ein Nachschlagewerk nicht nur für Nerds der Olympiageschichte und/oder der Leichtathletik, inzwischen auch für all jene, die dem Zirkus nicht mehr trauen und mehr am verbundenen Dopingthema interessiert sind. Dieses Kompendium umfasst also nicht nur Hochdopingdisziplinen, sondern auch längst vergessene Olympiawettbewerbe wie Hochsprung aus dem Stand, Weitsprung aus dem Stand, Dreisprung aus dem Stand, 200 Meter Hürden, Diskuswerfen mit beiden Armen, 3.500 Meter Gehen, 60 Meter und allerlei andere Leibesübungen. Dazu kommen hunderte Statistiken wie Länderwertungen in Disziplinen und bei allen Spielen undsoweiterundsofort. Mit all den Randnotizen und Ergänzungen, eben auch den nachträglich aberkannten Medaillen, und einem Länder-Index ergibt sich ein fantastischer Überblick auf 420 Seiten. Für Berichterstatter von Olympischen Spielen unentbehrlich – für viele andere Beobachter gewiss auch.

Dass Olympische Spiele – wie ich seit Ewigkeiten erkläre – ja nicht nur 19 Wettkampftage dauern (in Rio beginnen die ersten Wettbewerbe zwei Tage vor der Eröffnungsfeier), sondern mindestens acht oder gar zwölf Jahre, müssen natürlich auch in diesem Büchlein einige Kapitel bzw. Ergebnislisten umgeschrieben werden. Und da das IOC sich mit den Disziplinarmaßnahmen zu den positiven Nachtests der Peking-Spiele 2008 und der London-Spiele 2012 viel Zeit lässt, konnten einige Doper noch nicht als solche markiert werden und stehen weiter auf Medaillen- und anderen Rängen. Die Autoren notieren dazu:

As this book’s deadline is reached, there are numerous unconfirmed and ongoing cases such as the mass IOC re-tests from Beijing 2008 and London 2012. These pages contain the ranking changes resulting from cases closed by the IAAF as at June 10, 2016. In some events the IOC have yet to confirm the resultant re-allocation of medals. On May 17, 2016 the IOC reported that they are also re- testing the samples of those athletes who could be awarded medals following the disqualification of others.”

Das Statistik-Werk:

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Vor dem Olympic Summit: einigt sich IOC-Bach mit seinem Kumpel Wladimir Putin?

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joint-venture

Zwei Zeugnisse meiner Dichtkunst nach dem IAAF-Entscheid in Sachen Russland, der uns weiter beschäftigen wird. Im ersten Text, einem (leicht erweiterten) Kommentar, den ich am Freitagabend nach diesen ausführlichen Blogbeiträgen auf Spiegel Online veröffentlicht habe, konzentriere ich mich noch auf das IAAF-Papier und die Mitschuld/Verantwortung hoher internationaler Sportfürsten (Coe, Reedie et al). Im zweiten (wie immer ebenfalls erweiterten) Text (“Gesamtes russisches Olympiateam soll auf den Prüfstand”), veröffentlicht am Samstag, stelle ich einige Fakten und Überlegungen zur Diskussion, wie es wohl weiter geht – schon am Dienstag beim so genannten Olympic Summit in Lausanne. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit gigantisch größer, dass UDIOCP Thomas Bach wieder routiniert Doppelpass mit seinem Sportkameraden Wladimir Putin spielt und Russland keine weiteren Olympia-Sanktionen fürchten muss, als dass Russlands NOK eventuell komplett oder weitere große Kontingente für Rio gesperrt werden. Doch ausschließen möchte ich letzteres nicht.

Die Story wird fortgeschrieben. (Ich versuche am Ende dieses Blogbeitrags im Laufe des Tages noch einige Lektüre-Empfehlungen zu geben.)

Im Grunde kann man beide Texte wunderbar hintereinander stellen und lesen.

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Was vom Tage übrig bleibt (92): Warum die European Games in Baku stattfinden

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Nochmal eine Summary, warum diese überflüssigen European Games nach Baku gekommen sind. Über Geldflüsse wird man wohl noch eine Weile reden müssen und vielleicht Dank des Organized Crime and Corruption Reporting Projects (OCCRP) auch einiges erfahren. Khadija Ismailowa ist ja leider gerade im Knast verhindert und kann ihre großartigen Recherchen nicht fortsetzen.

Ausrecherchiert scheint mir vorerst nur die Frage, ob Mehriban Alijewa und ihre zauberhaften Töchter Arzu und Leyla denselben plastischen Chirurgen beauftragen. Ich finde, Lippen, Nasen und einige andere Körperteile und Rundungen ähneln sich doch sehr. Das wird Aserbaidschans Botschafter gewiss anders sehen. Wer’s nicht glaubt, sollte selbst mal nach Fotos googeln.

"Ehrenloge" 1st European Games: arzu-leyla-mehriban

Die königliche Familie feiert irgendeinen Ringer. Foto: President of Azerbaijan, Press Office.

Aber nun wirklich zum Wichtigen. Einige der OCCRP-Kollegen von Khadija Ismailowa haben in den vergangenen Tagen diese Recherchen vorgelegt:

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Dopinglügen im kalten Licht der Statistik: der WADA-Testreport 2012

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tl;dr: Nach dem Pound-Report hat die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA nun einen detaillierten Bericht über die weltweiten Dopingkontrollen 2012 vorgelegt, der seinesgleichen sucht. So viele Details wurden noch nie veröffentlicht – und dokumentieren die Wirkungslosigkeit des Kontrollsystems. Pflichtlektüre! Grit Hartmann hat den Bericht studiert und entlarvt einige Wahrheitsbeugungen von DOSB und deutscher NADA.

Bedarf es noch eines Nachweises, um den Dopingkontrollen des Sports weitgehende Wirkungslosigkeit zu attestieren? Die Welt-Antidoping-Agentur hat ihn geliefert.

Dabei trägt der aktuelle WADA-Report einen nüchternen Titel: “2012 Anti-Doping Testing Figures Report”. Tatsächlich jedoch handelt es sich bei den 156 Seiten um ein Misstrauensvotum erster Güte, auch an die eigene Adresse.

Die neue Statistik, sie basiert auf von den Analyse-Laboren gelieferten Kontrollergebnissen, beschert nämlich zuerst diese desaströse Erkenntnis: Doper haben weniger denn je zu befürchten in einem Testsystem, das ihnen angeblich immer dichter auf die Fersen rückt.

Zwar wurden 2012 im olympischen Sport rund 185.000 Proben genommen und damit mehr als im Vorjahr, die Zahl der Funde aber sank: Nur in 2.894 Proben (1,56 Prozent) detektierten die Labore Dopingmittel oder auffällige Werte, die auf Manipulation deuten. 2011 lag die Quote bei 1,91 Prozent.

Und selbst dieser Minianteil zeichnet noch weich: Er enthält auch Ergebnisse, die keine Dopingverstöße waren, weil Athleten medizinische Ausnahmegenehmigungen vorlegen konnten.

1,56 Prozent – das widerspricht krass den Fakten, die professionelle Ermittler zutage fördern, wenn sie sich wie derzeit in Australien oder Italien das Milliardenbusiness Spitzensport mal vorknöpfen. Fürs sportinterne Kontrollnetz gilt das Übliche: In ihm verfangen sich vor allem die Dummen. Die Hälfte aller positiven Proben fiel mit Anabolika auf, 15 Prozent mit Stimulanzien, gefolgt von Cannabis und Diuretika – mühelos nachweisbare Stoffe.

Eher als Unfälle dürften auch die 45 Epo-Funde (bei 25.000 Kontrollen auf den Blutverdicker) einzustufen sein. Warum? Minidosen, längst die probate Spritzmethode, sind nicht zu detektieren. Der Nachfolger heißt Aicar, wirkt angeblich besser – und es gibt kein Testverfahren. Kaum fündig würden die Analytiker bei der Suche nach Wachstumshormon (vier Fälle) und nach den so genannten HBOCs, hämoglobin-basierenden künstlichen Sauerstoffträgern (kein Fall).

Die Statistik illustriert auch, was von Kontrollen in den Händen der Weltverbände zu halten ist – solange der WADA-Code von ihnen nicht mehr verlangt als Tests, gleichgültig wie oft und worauf. Spitzenreiter nach Zahlen sind Radsport (8940 Tests) und Leichtathletik (5817), mit großem Abstand zu den 33 anderen olympischen Föderationen. Sepp Blatters Fußball-Weltverband FIFA zum Beispiel beließ es bei 696 Kontrollen. Am Ende der Tabelle stehen acht Verbände mit weniger als 100 Tests.

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Romário warns of Hickey ‘influence peddling’ in Rio

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Football legend Romário, the great striker turned politician, sickened by Olympic ticket scandals, has launched a blistering campaign to force the International Olympic Committee to share control of the sale of tickets for the 2016 Rio Games.

The socialist Congressman last week fired off formal requests for Olympic officials to testify to a Brazilian congressional committee. Romário’s first target is veteran IOC member Patrick Hickey, a member of the IOC’s Rio Co-ordinating commission who will be intimately involved in supervising ticketing plans.

Hickey, president of the Olympic Committee of Ireland, is in the unenviable position of having to explain how his son Stephen came to be on the payroll of the company that acquired a significant slice of Ireland’s allocation of tickets for the London Olympics. There are also questions still to be answered about Hickey’s knowledge of the bribes paid to win the 2002 Olympics for Salt Lake City.

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