peking-tagebuch

#London2012 (I): Programmvorschau

Besondere Ereignisse rechtfertigen besondere Maßnahmen. Ich würde also gern die schöne Tradition der Kammer des Schreckens wieder aufleben lassen. Wenige Stunden sind es noch bis zur Eröffnung der Spiele der XXX. Olympiade in London, die ich wie schon die Sommerspiele in Peking, die Winterspiele in Vancouver, die Fußball-WM in Südafrika und einige andere Events exzessiv im Blog begleiten werde.

Drei Wochen Dauerbloggen 24/7 ist das Ziel. Mann wird aber nicht jünger, die Konstellation Umsatz (Beiträge an Medien verkaufen) vs Blog-Aufklärung und Blog-Unterhaltung birgt einige Risiken und Restriktionen. Aber ich denke, das ist auch diesmal einigermaßen zu packen. Lust, Wahnwitz, Spaß, Energie und Willen sind reichlich vorhanden, ich bin Überzeugungstäter – eventuelle Rückschläge inbegriffen. Das Raumschiff Olympia bietet reichlich Stoff für einzigartige Ansätze und banale wie unvergessliche Notizen.

Wie Einzelkämpfer den ganz normalen olympischen Wahnsinn erleben, unter welchen Bedingungen journalistische Produkte produziert werden, was möglich ist und was nicht, das soll einigermaßen schonungslos beschrieben werden. Ich werde, am Rande, meine Technik vorstellen, meine Apps und Tools und einige meiner Arbeitstechniken (antizipieren ist alles).

„Don’t mix politics with games“: Petition für Liu Xiaobo

Mir ist gerade so. Ich möchte flink mal daran erinnern, wem ich/wem wir den Titel dieses Blogs zu verdanken haben. Es sind ja doch einige Leser neu hinzu gekommen in den vergangenen anderthalb Jahren.

Ich bedanke mich also einmal mehr beim Totaldemokraten Hu Jintao, der einst, am Vorabend der Olympischen Propagandaspiele 2008, ausgewählten Berichterstattern beschwingt empfahl, sie sollten mal bitteschön Sport nicht mit Politik vermengen und Politik nicht mit Sport und überhaupt. Da gebe es keinen Zusammenhang, auch wenn es manchmal so scheint.

Mich hat Herrn Hus Rat überzeugt. Seitdem steht’s da oben:

Don’t mix politics with games!

Ich versuche mich stets dran zu halten, auch wenn’s oft schwer fällt.

Da Dong

Da Dong Roast Duck Restaurant 大董烤鸭店

1-2/F , Nanxincang Int’l Building, A22, Dongsi Shitiao, Dongsishitiao Southwest of Dongsi Shitiao Bridge 东四???甲22??新仓国际大厦1-2层
东四???桥西?

Den kulinarischen Höhepunkt der Olympia-Dienstreise muss ich noch aufarbeiten. Schon um meinem zuständigen Finanzamt eine Freude zu bereiten, denn ich habe die Kollegen G und L bewirtet. Der Steuerzahler trägt also anteilig die Kosten unseres Geschäftsessens beim Großmeister Da Dong, einem der berühmtesten Entenbrater Pekings. Wie ich erfahren musste, ist Da Dong aber noch mehr für seine wunderbaren Seegurken berüchtigt bekannt. Die habe ich nicht getestet. Dem Herrn G ist ohnehin irgendwas auf den Magen geschlagen, er meint, es sei der Nachtisch gewesen: Mango- und Papaya-Eis. Doch der Reihe nach, denn zunächst einmal gab es eine Überraschung.

Peking, Tag 24

10.34: Power off. Jemand hat mir den Stecker gezogen. Da helfen auch keine double-shot-Espresso vom IOC-Sponsor.

11.27: Jacques Rogges letzte Pressekonferenz, nachdem er gestern, wie ich den Kommentaren zum Tag 23 entnehme, seinen TV-Rundgang absolviert hat. Im chinesischen Staatsfernsehen war er, in der ARD (mit dem UDIOCM), bei der BBC und und und. Immer dasselbe. Siegesgewiss. Das IOC verkauft die Spiele als grandiosen Erfolg. Witz-Bolt und The Big M sind für ihn „icons of the Beijing Games“. Rogge spricht oft von „langfristigen Wirkungen“. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Ich habe gestern schon etliche andere Meinungen verlinkt. Ein interessantes Ergebnis brachte eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung, für die ich – disclaimer – als Autor tätig bin. Einige Details:

  • Nur 48 Prozent der Bundesbürger glauben, dass es im Spitzensport mit rechten Dingen zugeht.
  • Jeder Dritte der Befragten gab an, dass sich seine Einstellung gegenüber den Olympischen Spielen in den letzten Jahren zum Negativen verändert habe. Bei älteren Menschen ab 60 Jahren (39 Prozent) und bei den formal höher Gebildeten mit Abitur- oder Studienabschluss (38 Prozent) ist das Frustrationsgefühl am größten.
  • Nur 34 Prozent der Bundesbürger glauben, dass Michael Phelps seine acht Goldmedaillen ungedopt erschwommen hat. Jeder Zweite glaubt, dass Phelps gedopt hat.
  • Jeder fünfte Deutsche ist der Meinung, dass Britta Steffen bei ihren Olympiasiegen gedopt war.
  • Mehr als jeder vierte Deutsche spricht sich dafür aus, dass in Zukunft keine weiteren Steuergelder in den Leistungssport fließen sollten. Nur noch 66 Prozent der Deutschen sehen ein, dass die Olympiafahrer von öffentlichen Geldern subventioniert werden.

12.08: Auf dem Weg zum Mittagessen treffe ich Gennadi Schwets, den russischen NOK-Sprecher. Er lacht. „Da war ich wohl zu pessimistisch“, sagt er. Schwets erinnert sich genau an jene Zahlen, die er mir bei unserem Gespräch auf meinen Block gekritzelt hat: 17 Goldmedaillen, 55 insgesamt, hat er getippt und auf die Schockwirkung für den russischen Sport gesetzt.

Momentan sind es 22 Gold, 21 Silber, 28 Bronze. Insgesamt zwar ein Fünftel weniger Medaillen als in Athen. Doch die Russen haben ihr Gesicht gewahrt, weil sie Großbritannien in der Länderwertung überholen und doch wieder auf Rang drei kommen. So eine Nationenwertung bietet für jeden was: China hat die meisten Goldmedaillen, die Amerikaner die meisten Medaillen überhaupt – und alle sind ein bisschen damit zufrieden.

Peking, Tag 23

15.52: Moin. Bekomme gerade einen Anruf aus London. Was los sei, will jemand wissen, ich hätte noch keine RSS verschickt heute. Ich begreife dieses Internet-Dingsda ja auch nicht richtig, doch soweit ich glaube, es zu kapieren, verschicken sich diese RSS irgendwie selbst, werden abgerufen oder … exklusiv für die besorgte Anruferin, die befürchtete, ich sei erschöpft umgefallen oder von den Triaden verschleppt: Hier steht, wie das mit diesen RSS-Dingern funktioniert.

15.59: Die Pressekonferenz des UDIOCM (unpolitischstes deutsches IOC-Mitglied) heute morgen im Deutschen Haus habe ich übrigens verschlafen. Werde auch morgen nicht zur Abschluss-PK der deutschen Bilanzzieher gehen, zu Michael Vesper, Ausputzer des UDIOCM. Auch mal was Neues: Während der gesamten Spiele nur ein mal im Deutschen Haus gewesen – bei der Eröffnungs-PK. Dann nie wieder, auch abends nicht, beim von vielen so geschätzten Umtrunk.

16.08: Das UDIOCM sagte: „Es waren Spiele der Athleten mit wunderschöner Stimmung. Die Olympische Bewegung geht gestärkt aus ihnen hervor.“ Gesiegt hätten die „Faszination der Spiele“ und die „Macht der Realität“. Oh. Ja. Hört da eigentlich noch jemand zu? Glaubt dem UDIOCM jemand?

Gesiegt hat natürlich die Macht der Bilder, und das war nie anders zu erwarten gewesen. Darauf lief alles hinaus. So war es geplant. Über die Nachbeben dieser unvergleichlichen Retortenspiele auf dem Raumschiff Olympia, dieses Propaganda-Joint-Ventures von IOC und chinesischer KP, wird noch viel zu reden sein in den nächsten Monaten und Jahren. Auf die Schnelle einige aktuelle Texte einiger meiner LIeblingsautoren: Christian Bommarius (Erster sein), Ralf Wiegand (zu Tode gesiegt), Matti Lieske (Gespräch mit der Kanzlerin), Thomas Kistner (Das Raumschiff gekapert). Auch Bernhard Bartsch und Reinhard Mohr – Gute Miene zu bösen Spielen – sind lesenswert. Und ich habe mich an einem Beitrag über den Herrn der Bilder versucht. Als Lektüreempfehlung sollte das bis zur letzten Leichtathletik-Session reichen.

Ich tippe übrigens, dass die Jamaikaner heute Witz-Bolt auch in der Rundenstaffel laufen lassen. Nur so eine Idee.

17.03: Der Dopingfall, schneller vermeldet als die Nachrichtenagenturen, hier auf diesem Blog :) Es ist der Gewichtheber Igor Rasoronow aus der Ukraine (wie Blonska). Das IOC-Dokument dazu.

18:17: Oh Gott, um manche Kollegen ist es schlimm bestellt nach drei Wochen in diesem Zirkus. Unterhalten sich die Herren B und L eben doch tatsächlich über Pitchen beim Baseball (Finale Kuba vs Korea Republic) und die Netto-Action in dieser Sportart, die, so Kollege B, bei maximal 15 Minuten liegt.

 

Peking, Tag 21

11.38: Es regnet in Peking. Und wie. Sehr schön, das bringt Abkühlung nach all den heißen Vorführungen. Pekings Busfahrer aber haben kein Erbarmen. Sie drehen die Heizung auf wie im tiefsten mandschurischen Winter. Komme also gut durchgegart ins MPC.

12.17: Nimmt denn das kein Ende? Natürlich nicht. Diesmal schimpft die Potsdamer Geherin Melanie Seeger über die olympischen Zustände. Laut Deutscher Presse-Agentur Im Fernsehinterview sagt sie nach ihrem 23. Platz über 20 Kilometer:

„Ich habe hier das unfairste Rennen meiner Karriere erlebt. Die Spitze kann Zeiten gehen, da können wir trainieren, so viel wir wollen. Ich kann es nicht fassen. Das ist einfach nur traurig. Ich hoffe, dass die große Bombe platzt und wir unsere Chance bekommen.“

Die Siegerin Olga Kaniskina aus Russland komme „aus einer Trainingsgruppe, wo die Hälfte gedopt ist“. Was wird wohl das jüngste deutsche IOC-Mitglied dazu sagen, der DOSB-Präsident, der diese Spiele doch quasi als größte kulturelle Errungenschaft seit Errichtung der Pyramiden preist.

12.41: Auf Wunsch eines einsamen Lesers: Ein Zahnspangenfoto. Ist zwar nur vom Monitor im Stadion abgeknipst, aber egal. Das ist Shelly-Ann Fraser. Trügerisch.

16.20: Ich muss mir was einfallen lassen. Kann denjenigen, der hier im Blog nur „jüngstes deutsches IOC-Mitglied“ genannt wird, nicht mehr so bezeichnen. Denn am Wochenende wird Claudia Bokel für acht Jahre vereidigt im IOC. Sie zieht als Athletensprecherin ein, bekam die drittmeisten Stimmen. Die IOC-Öffentlichkeitsarbeiter sind leider so lahm und unprofessionell, dass ich nicht auf eine Pressemeldung auf der IOC-Webseite verlinken kann. Nun ist also Claudia Bokel das jüngste deutsche IOC-Mitglied. Ich könnte sie künftig „die Fechterin“ nennen oder auch Claudia Bokel. Ihren Vorgänger könnte ich als „den Fechter“ bezeichnen. Mal sehen. Wir werden alle miteinander noch viel Spaß haben. Versprochen. Das hier ist Anita Defrantz (USA) mit dem Ergebnis der Athletenwahlen:

16.25: Wieder mal ein Link zu meinem Lieblingsprofessor Gunter Gebauer. Wer rechts oben die Suchfunktion benutzen sollte, kann zwei, drei Beiträge zu ihm finden, auch ein DLF-Gespräch, an dem ich kürzlich teilnehmen durfte. Heute äußert sich Gebauer im FAZ-Gespräch „Peking zeigt: traut euren Augen nicht“ u. a. zu Usain Bolt:

Was Bolt gemacht hat, ist kein Falschspiel. Das ist der Hinweis darauf, dass er in eine neue Sphäre entrückt ist, aufgestiegen in etwas Übermenschliches. Dann haben wir den perfekten Homunculus, der weit über das hinaus geht, was Phelps uns zeigt. Bei ihm kann man Anzüge und Wenden heranziehen. Und: Phelps hatte seine leibhafte Mutter dabei. Als Philosoph interpretiere ich das als seinen Beweis, dass er ein normaler Mensch ist. Er ist aus diesem Mutterbauch hervorgegangen, er hat eine füllige Mutter und zwei stämmige Schwestern, das ist seine wirkliche Herkunft, sein biologischer Stammbaum. Der ist bei Bolt nicht mehr zu erkennen.

16.40: Und noch ein Zitat. Nicht, dass ich ihn vergessen: Juan Antonio Samaranch, Architekt der Peking-Spiele. Er sagte dem chinesischen Staatsfernsehen, die Peking-Spiele seien „die erfolgreichsten aller Zeiten“ (das sagt er seit hundert Jahren eigentlich allen Ausrichtern, das haben IOC-Leute auch mal Hitler gesagt). „Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern die Meinung der der internationalen Presse und der Mehrheit der IOC-Funktionäre.“ Und Amen.

19.29: Heute etwa mal ohne Zahnspange? Gold für Jamaika, nichts Neues, diesmal Veronica Campbell-Brown über 200 Meter, wie schon 2004. 21,74 Sekunden – in der olympischen Geschichte war nur Flo-Jo schneller, 1988. Campbell-Brown ist jetzt so schnell wie: Griffith-Joyner, Jones, Ottey, Koch, Drechsler, Jackson, Torrence, Göhr, Gladisch – noch Fragen? Auch Bronze geht an Jamaika, an Kerron Stewart. Silber für meine Favoritin, für Allyson Felix, die bei Flo-Jo’s Coach Bob Kersee trainiert. Kann man mal sehen, die Jamaikaner machen diesmal sogar den Amis etwas vor. Sie kriegen das einfach besser hin. Und während Usain Bolt sich gerade die Goldmedaille abholt bei der Siegerehrung, mache ich eine kleine Werbepause. Chicken legs mit Allyson.

Peking, Tag 20

17.12: Ja, es ist spät geworden heute mit der ersten Notiz. Das Problem: Habe vergangene Nacht sechs Stunden geschlafen. Das waren eindeutig zwei bis drei Stunden zu viel. Habe meinen Körper damit überfordert. So ein olympischer Reporterkörper mag keine längeren Ruhepausen. Denn er versetzt sich dann in einen heimtückischen Stand-by-Modus und arbeitet nicht mehr so, wie er eigentlich sollte. Da die drei Bänke hinter mir im MPC schon mit schlafenden Indern, Kenianern und Chinesen – wenn ich richtig nachgeschaut habe – besetzt waren, musste die Tischplatte herhalten. Die Kollegen L und H waren so gütig, mir je einen Kaffee zu spendieren. Werde gleich mit dem nächsten nachlegen. Mal sehen, ob der Motor dann noch stottert.

17.15: Solche Probleme hat Usain Bolt natürlich nicht. Der ist immer auf Betriebstemperatur. Wie sagte Tobias Unger laut Sport-Bild? „Im Zwischenlauf hat sich Bolt nicht mal warmgelaufen. Der kam in Badehose und Joggingschuhen, hat eine Steigerung und einen Start gemacht, seine Spikes angezogen und ist dann die 100 Meter in 9,92 Sekunden gejoggt.“

17.22: Sportjournalisten sind nicht nur gern Fans, gerade wird in einer Ecke wieder mächtig geklatscht und gejubelt, auch ihre Tischmanieren lassen zu wünschen übrig. Ich weiß, andere Kulturen, Sitten und Bräuche, ich muss das verstehen. Ja wirklich? Was hier im MPC ganz offen gerotzt, gerülpst und gefurzt wird, ist doch äußerst gewöhnungsbedürftig. Aber wenn halt die Kulturen so sind. Kann aber auch sein, dass ich nach drei Wochen ein bisschen überempfindlich geworden bin.

18.45: Ist schon ein paar Minuten alt, die Meldung: Ludmilla Blonska (Ukraine, Zweite im Siebenkampf) ist gedopt. Sie war schon 2003 erwischt und zwei Jahre gesperrt worden. Ich habe sie im Wettkampf und auf der Pressekonferenz aufmerksam beobachtet. Sah klar nach Doping aus, die Züge, der Körper, deutlich vermännlicht. Habe aber leider kein Foto gemacht für meine Sammlung. Tut mir leid, das so drastisch zu formulieren. Aber nicht ich bin der Doper, sondern nur der Bote. Was ich eigentlich sagen will: Ein Beweis mehr, dass der gesunde Menschenverstand eben doch kaum täuscht. Man muss die Show hier nur aufmerksam verfolgen. Victor Conte äußert sich übrigens auch wieder aus dem Off.

19.33: Live aus dem Stadion. Fünf Hammer sind in Folge in den Käfig geknallt, auch der von Gold-Betty. Sitze heute wieder Aisle 211, Row 8, Seat 08, diesmal sekundiert von Kollegen L. Aber mir winkt ja eh niemand zu. Wer’s mag, Lektüre, mein Russen-Text in der SZ: „Ein Desaster. Schlecht. Unglaublich.

19.37: Bald läuft der Handyman. Wird er oder wird er nicht, das ist hier die Frage. Hat er Bock auf Weltrekord?

Peking, Tag 19

11.07: Eine kluge Freundin schrieb mir vergangene Nacht: „Mein Gott, ist der Blog heute theorielastig. Klingt ja wie Kommunikationswissenschaft 1. Semester. Sind wohl alle schwer ins Grübeln gekommen. Es traut sich ja kaum mehr einer, einen Witz zu machen.“ Recht hat sie. Heute also etwas besonnener. Und witziger. Auf geht’s.

14.15: Kleiner Rückblick. Einer meiner Höhepunkte und Lieblingsathleten bei bisherigen Spielen: Hossein Rezazadeh, der Herkules von Teheran, Kampfgewicht 162,95 Kilo, nach seinem Olympiasieg 2004 in Athen – im Interview mit dem iranischen Waldemar Hartmann. Unvergessen, wie die beiden sich erstmal bebusselt haben.

Leider ist mein Freund Hossein heute beim Kampf der superschweren Giganten nicht dabei. Seine Ärzte haben ihm „schwere und stressige Aktivitäten“ verboten. Warum eigentlich? Gewichte von insgesamt mehr als 470 Kilo über dem Schädel zu bugsieren, ist doch nicht stressig für einen Kerl wie ihn. Weil Hossein fehlt, bin ich auch nicht da, erstmals nicht seit 1992. Ich gehe dafür zum Diskuswerfen, zu Robert Harting. Da geht’s auch kernig zur Sache.