rio 2016

SPORT & POLITICS, Heft 2: die 777-Millionen-Liste des IOC

Wenn Sie schon immer mal wissen wollten, was das IOC olympischen Organisationskomitees tatsächlich überweist, dann sind Sie hier richtig. Diese Frage wird in Heft 2 des olympischen Bildungsmagazins Sport & Politics exakt beantwortet:

776.743.193,61 US-Dollar.

Warum sagt aber das IOC, es habe die Rio-Spiele mit 1,531 Milliarden Dollar bezuschusst?

Tja. Um diese und andere Fragen geht es im neuen Magazin.

Gern können Sie die Liste des IOC von 117 Zahlungen über insgesamt 777 Millionen Dollar studieren. Natürlich mit Daten, Kontonummern, Zahlungsgründen und allem drum und dran. Ein derartiges Dokument aus dem IOC-Hauptquartier – amtlich beglaubigt mit den Unterschriften der Ethik-Sekretärin und des Generaldirektors – wurde weltweit nie zuvor veröffentlicht.

WORLD EXCLUSIVE: A leaked list discloses how much cash the IOC paid for the 2016 Olympics in Rio

SPORT & POLITICS, Heft 2

For the first time it can be revealed in detail how much cash the IOC paid to an Olympic host. Investigative journalist Jens Weinreich publishes the list of 117 payments to Rio 2016 in a worldwide exclusive in his magazine SPORT & POLITICS. The revelation helps to understand one of the most fundamental questions around the Olympic movement these days:

What kind of contribution can Tokyo 2020 really expect from the IOC?

EXCLUSIVE: How dependent federations are on the revenues of the Olympic Games

IOC President Thomas Bach receives a $ 8.8 million donation from FIE president Alisher Usmanov: The Original Manuscript outlining the revival of the Olympics by Pierre de Coubertin. (Photograph by Greg Martin/IOC)

How does IOC President Thomas Bach manage the crisis around the Tokyo Games? Criticism is stifled and there is no financial plan for sports federations affected by the postponement.

Tokio 2020: Schmiergeld für IOC-Stimmen

Die Debatte, auf welchen Wegen Tokio an die Olympischen Spiele 2020 gekommen ist, erhält neue Nahrung. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, auch unter Berufung auf das japanische Monatsmagazin Facta, von weiteren dubiosen Millionenzahlungen des vormaligen Bewerbungskomitees aus Tokio. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte die Sommerspiele auf seiner Session im September 2013 vergeben. Tokio gewann damals gegen Istanbul (60:36 IOC-Stimmen in der Finalrunde) und Madrid. 

Dokumentiert sind nun diese Zahlungen des Tokioter Bewerbungskomitees:

  • 8,2 Millionen Dollar flossen an eine Firma des einflussreichen Sportvermarkters Haruyuki Takahashi.
  • 1,3 Millionen wurden an das Kano Institut des ehemaligen japanischen Ministerpräsidenten Yoshiro Mori gezahlt, der heute als Präsident des Olympia-Organisationskomitees TOCOG amtiert. 

live aus Lausanne: Olympische Winterspiele 2026 in Mailand

LAUSANNE. Es ist wieder einmal so weit. Sah im Herbst 2018, rund um die 133. IOC-Session in Buenos Aires, eher so aus, als sollte es zum Ende des Jahres keinen Olympiabewerber mehr geben. Ich hatte sogar eine Wette laufen mit Ser Miang Ng aus Singapur. Ser Miang hat allerdings gewonnen: Mit gewaltigen Anstrengungen ist es dem IOC gelungen, die Bewerbungen von Stockholm und Mailand bis zur heutigen Ziellinie zu schleppen.

Es wird also in knapp zwei Stunden gewählt auf der 134. Session hier im SwissTech Center zu Lausanne. Um 18 Uhr wird der Olympiasieger verkündet, wenig später unterschreiben sie den Host City Contract. Allerdings würde ich gern die nächste Wette eingehen … denn wer weiß, ob es in Italien oder Schweden nicht doch noch ein Referendum gibt, nach dem Olympia-Zuschlag. So wie das einst in Denver passiert ist, und die Winterspiele 1976 kurzfristig einen neuen Ausrichter suchten.

IOC-Session: Goldmedaillen für #Paris2024 und #LosAngeles2028

Ein bescheidenes Live-Blog zur IOC-Session in Lima, die in wenigen Sekunden beginnt.

Hier geht es zum neuen Monatsmagazin Sport & Politics – kaufen, es lohnt sich!

Der IOC-Channel:

Russland nimmt Kurs auf die Winterspiele 2018 in PyeongChang: nächste Ausfahrt CAS

[caption id="attachment_29530" align="aligncenter" width="1024"]Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert - und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia) Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert – und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)[/caption]

Kein Tag ohne Dopingmeldungen aus Russland. Der Welt-Sportgerichtshof CAS in Lausanne teilt heute mit, dass die suspendierten russischen Skilangläufer Alexander Legkow und Jewgeni Below Einspruch gegen ihre vom Ski-Weltverband FIS ausgesprochenen Sperren eingelegt haben. Dies hatte ihr deutscher Anwalt Christof Wieschemann am Mittwoch via Twitter, auf seiner Webseite und schließlich über Nachrichtenagenturen verkündet.

Der Einspruch mit Beantragung eines beschleunigten Verfahrens (die Nordische WM beginnt in zweieinhalb Wochen in Lahti) erfolgte am Montag, am Donnerstag lieferte Wieschemann dem CAS die Begründung nach.

[caption id="attachment_29531" align="aligncenter" width="783"]Bildschirmfoto 2017-02-04 um 00.35.05 Pressemitteilung CAS vom 3. Februar 2017[/caption]

Legkow, der am Schlusstag der Winterspiele 2014 in Sotschi den Marathon über 50 Kilometer gewonnen hatte, ist einer von sechs russischen Langläufern, die im Dezember 2016 nach Veröffentlichung des zweiten Untersuchungsberichts von Richard McLaren vom Ski-Weltverband FIS suspendiert wurden. Die Doping-Kommission der FIS hatte Einsprüche der Russen in der vergangenen Woche abgelehnt. Trotz der Suspendierung soll Maxim Wylegschanin, dreimaliger Silbermedaillengewinner von Sotschi, bei zwei nationalen Wettbewerben gelaufen sein, weshalb ihm die Ausweitung der vorläufigen Sperre droht.

Die wichtigsten Festlegungen der FIS seit Veröffentlichung von McLaren II:

Der Überlebenskampf: Olympische Winterspiele 2026

[caption id="attachment_29348" align="aligncenter" width="640"]Irgendwie finster: Eröffnung der Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 am Bergisel in Innsbruck (Foto: IOC Media via Flickr) Eröffnung der Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 am Bergisel in Innsbruck (Foto: IOC Media via Flickr)[/caption]

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den Bewerbungsprozess für die Olympischen Winterspiele 2026 auf die Zeit nach den Winterspielen 2018 in PyeongChang vertagt. Normalerweise hätte der Olympia-Wettbewerb, der im Sommer 2015 in größter Not neu strukturiert wurde, bereits in diesem Herbst begonnen – unmittelbar nach der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 in Lima an Paris, Los Angeles oder (der Vollständigkeit halber) Budapest. Es mag ein von Lobbyisten gestreutes Gerücht sein, dass auf dieser IOC-Session in Peru nicht nur die Spiele 2024, sondern auch gleich die für 2028 vergeben werden. Ein olympischer Doppelpack für Paris und Los Angeles – anyway, die Mega-Events des IOC bleiben aus vielerlei Gründen ein gigantisches Problem. Vor allem die Winterspiele, wo aus geografischen Gründen ohnehin maximal zwei Dutzend Nationen als Gastgeber in Frage kommen.

Ich habe vor einigen Tagen für Die Presse gedichtet, aus österreichischer Sicht gewissermaßen, und den Beitrag wie immer ergänzt, erweitert (u.a. mit einem Q & A des Sportministers Hans Peter Doskozil, auch mit Dokumenten), aktualisiert und verlinkt:

* * *
Die olympische Parallelwelt bebt. Korruption, Gigantismus und Doping bestimmen die Schlagzeilen weltweit. Die Glaubwürdigkeit des IOC und vieler Sport-Weltverbände tendiert gegen Null. Mega-Events wie Olympische Spiele, Kontinentalspiele oder Fußball-Weltmeisterschaften werden vorzugsweise in Diktaturen, Erbmonarchien oder Oligarchien ausgetragen – China, Russland, Katar, Aserbaidschan, Weissrussland. Die Kosten steigen ins Unermessliche. 50 Milliarden Dollar hat sich Wladimir Putin die Olympischen Winterspiele 2014 kosten lassen, gigantische Korruptionsmargen für Oligarchen inklusive. Nur weniger preiswert werden, entgegen aller Behauptungen, die Winterspiele 2022 in Peking sein, inklusive der exorbitanten Infrastrukturmaßnahmen. In demokratisch strukturierten Nationen dagegen sprechen sich immer mehr Menschen gegen derlei Großprojekte aus. Im Weltsport herrscht Alarmstufe Rot. Und ausgerechnet in dieser Zeit forciert das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) gemeinsam mit der Politik eine neuerliche Olympiabewerbung.

Das klingt absurd.

In jeder Krise liegt aber eine Chance. Wenn man es richtig angeht und mit den bislang dominierenden Usancen bricht.

Nur dann.

Tommys Welt

[caption id="attachment_29338" align="aligncenter" width="1024"]Foto: IOC Media via Flickr Foto: IOC Media via Flickr[/caption]

Kann man mal machen, so eine Neujahrsbotschaft senden wie der IOC-Präsident Thomas Bach. Lesen und genießen.

In welchem Paralleluniversum lebt der eigentlich?

Anyway, schaun mer mal, was sich (auch) in diesem Jahr widerlegen lässt.

Es geht weiter, immer weiter.

Happy new year!

Wir werden viel Spaß haben in diesem Theater.

SPORT: AN ANCHOR OF STABILITY IN A FRAGILE WORLD

As this Olympic Year 2016 comes to a close, we see that sport is one of the few things with the power to unite all people in an increasingly fragile world. Sport is an anchor of stability for so many people, regardless of background, nationality or belief. For me, this is the underlying reason that explains the success of the Olympic Games Rio 2016. Like no other event in 2016, it brought the entire international community together in celebration, with athletes from all 206 National Olympic Committees as well as the first-ever Refugee Olympic Team. It was a rare moment of unity and solidarity for all humankind. We saw new records, great emotions, fair-play and sportsmanship. The participation of the Refugee Olympic Team sent a strong signal of hope to the millions of refugees in the world. The world’s best athletes set a powerful example that it is possible to engage in peaceful competition. For all these reasons, the Olympic Games Rio 2016 will be remembered as the marvellous Games in the Marvellous City.

This unique power of sport to unite all of humanity is one of the most important things that the Olympic Games can give us in our troubled times. In a world where mistrust and uncertainty are on the rise, sport is a source of joy and inspiration for so many people, giving us hope that our shared humanity is stronger than the forces that want to divide us.

Half the world’s population tuned into Games coverage, making Rio 2016 the most-consumed Olympic Games in history, when one takes into account broadcast and social media. The explosion of social media platforms in recent years meant that more people than ever followed these Olympic Games via social media, with 7.2 billion views of official video content. An international survey has found that these Olympic Games are strongly associated with positive attributes such as “excellence”, “friendship” and “respect”, among many others.

With this global visibility comes responsibility for the world of sport. Because of the unifying power of sport, there are high hopes and even higher expectations for sports organisations from the general public – and rightly so. The role of sport in society is more relevant today than ever before. Consequently, sports organisations everywhere, need to justify the trust that people have placed in sport.

live-Blog zu 1.000 Einzelfällen: der McLaren-Report (II) zum russischen Staatsdoping #Sotschi2014

[caption id="attachment_29296" align="aligncenter" width="940"]Der Boss der Bosse, Mutko, Kozak, IOC-Mitglied Schukow mit Russlands Medaillengewinnern der Sotschi-Spiele. (Foto: President of Russia) Der Boss der Bosse, Mutko, Kozak, IOC-Mitglied Schukow mit Russlands Medaillengewinnern der Sotschi-Spiele. (Foto: President of Russia)[/caption]

Moin, moin. So gut es geht werde ich die Vorstellung des zweiten McLaren-Berichts (hier das live-Blog zum ersten Bericht) zum russischen Staatsdoping (Schwerpunkt: Sotschi 2014) in wenigen Minuten in London und später einige Inhalte, Analysen und Reaktionen bis abends live bloggen. Heute erscheinen aktuelle Notizen mal ausnahmsweise oben.

Und hier ist die Webseite zum Schmökern mit 1.166 Dokumenten. Viel Vergnügen!

  • The IP Evidence Disclosure Package
  • Meine Vorab-Analyse auf Spiegel Online:

    Wenn der kanadische Sonderermittler Richard McLaren am Freitag in London seinen zweiten Untersuchungsbericht vorstellt, muss Sportgeschichte umgeschrieben werden. Der Rechts-Professor McLaren ermittelt im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Er gehörte bereits der ersten WADA-Kommission an, die vor einem Jahr einen spektakulären Bericht über das staatlich orchestrierte Doping in Russland veröffentlichte. Er recherchierte weiter, unterstützt von Kriminalisten, und legte im Juli 2016 den ersten sogenannten McLaren-Bericht vor, auf dessen Grundlage etwas mehr als ein Drittel des avisierten russischen Olympiateams für die Sommerspiele in Rio de Janeiro gesperrt wurde.

Einrichtung und Aufgaben der PotAS-Kommission

Eckpunktepapier zur Neustrukturierung des Hochleistungssports und der Spitzensportförderung

Nach knapp zwei Jahren im stillen Kämmerlein legt der sportpolitische Komplex von DOSB und BMI am Mittwoch im Sportausschuss des Bundestages ein Papierchen vor. Natürlich tagt auch der Sportausschuss hinter verschlossenen Türen.

Ich habe gerade eine erste Durchsicht des Eckpunktepapiers auf Spiegel Online veröffentlicht:

[slides]bildschirmfoto-2016-09-27-um-17-57-58 bildschirmfoto-2016-09-27-um-18-07-51 bildschirmfoto-2016-09-27-um-18-08-11[/slides]

Einige Kernpunkte:

  • die Rolle des DOSB, die eigentlich weiter energisch hinterfragt werden müsste, soll in jeder Beziehung aufgewertet werden
  • Olympiastützpunkte werden von 19 auf 13 reduziert
  • derzeit 204 Bundesstützpunkte werden um 20 Prozent reduziert
  • „Potenzialorientiert“ lautet das neue Zauberwort der Sportförderung, dazu wurde ein „Potenzialanalysesystem“ (Potas) entwickelt, ein computerbasiertes Berechnungsmodell, das derzeit Daten aus 20 Bereichen verarbeitet und daraus eine „erfolgsorientierte Bewertung der Zukunftschancen“ in den nächsten zwei Olympiazyklen vornehmen soll
  • zwei neue Kommissionen (Potas-Kommission, Förderkommission) weitgehend unter Kontrolle des DOSB
  • Einteilung von Sportarten (derzeit werden 30 vom Bund gefördert) und Disziplingruppen (103 werden derzeit im Sommersport und 27 im Wintersport gefördert) in drei neue „Cluster“: Disziplinen mit Medaillenaussichten (Exzellenzcluster), Disziplinen mit Potenzial und Bereiche ohne Potenzial – letztere können „grundsätzlich nicht mit einer Spitzensportförderung rechnen“

Die Dokumente zur Diskussion:

Jung & Naiv zum Leben in der Favela Rocinha #Rio2016

Auch diese Folge von Jung & Naiv aus Rio de Janeiro muss man gesehen haben. Sonja Peteranderl (@glocalreporting) und Julia Jaroschewski (@_jaroschewski) über das Leben in der Favela Rocinha und überhaupt.

Tolle Projekte, die die beiden betreiben, unbedingt bookmarken:

Nochmal alle Folgen von Jung & Naiv aus Rio, ein beeindruckender Kurztrip. Sehr cooles Internetfernsehen, finde ich: