SPORT&POLITICS, Heft 2: die 777-Millionen-Liste des IOC

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Wenn Sie schon immer mal wissen wollten, was das IOC olympischen Organisationskomitees tatsächlich überweist, dann sind Sie hier richtig. Diese Frage wird in Heft 2 des olympischen Gesellschafts- und Bildungsmagazins Sport & Politics exakt beantwortet:

776.743.193,61 US-Dollar.

Warum sagt aber das IOC, es habe die Rio-Spiele mit 1,531 Milliarden Dollar bezuschusst?

Tja. Um diese und andere Fragen geht es im neuen Magazin.

Gern können Sie die Liste des IOC von 117 Zahlungen über insgesamt 777 Millionen Dollar studieren. Natürlich mit Daten, Kontonummern, Zahlungsgründen und allem drum und dran. Ein derartiges Dokument aus dem IOC-Hauptquartier – amtlich beglaubigt mit den Unterschriften der Ethik-Sekretärin und des Generalsekretärs – wurde weltweit nie zuvor veröffentlicht.

Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre und darf Ihnen weitere exklusive Daten und Details versprechen, die Sie nur in diesem Magazin erhalten. Ich freue mich über die Beiträge von Bonita Mersiades (Ist Rui Pinto ein Whistleblower?), Jean François Tanda (Welchen Beruf hat der Bundesanwalt Lauber eigentlich?) und Lutz Thieme (Welchen Leistungssport wollen wir?). Viel Vergnügen und eine erhellende Lektüre!

Da ich mich selten entscheiden kann, gibt es auch diesmal zwei Cover: Eins vorn, eins hinten. Das ist schon Tradition.

Leseprobe:

Größte Sorgen hat nicht nur Tokio, wo der ehemalige Premier Yoshiro Mori, Chef des Organisationskomitees TOCOG, und Premier Shinzo Abe offenbar die finale Lösung vorbereiten. Den Exit. Die Olympia-Absage.

Parallel dazu tönten in der letzten Aprilwoche auch aus Paris mahnende Stimmen. Die Olympia-Pläne für 2024 seien überholt, erklärte Guy Drut, Olympiasieger, IOC-Mitglied, ehemaliger Sportminister und Berater seines IOC-Kollegen Tony Estanguet, CEO des Organisationskomitees POCOG. „Alle haben begriffen, dass die Krise unseren Alltag, unsere Lebensart, unsere Ökonomie, unseren Sozialvertrag, unser Gesellschaftsmodell dauerhaft beeinflusst“, sagte Drut. Alles müsse auf den Prüfstand und neu geplant werden. Bislang warb Paris mit dem albernen Slogan: „The Games finance themselves.“ Nun lautet die Nachricht, die nicht mehr zu stoppen ist: Paris 2024 ist gefährdet.

Nicht zu vergessen: In China, Heimat des Corona-Virus, sollen in 22 Monaten die Winterspiele 2022 stattfinden. In Mailand, Hauptstadt der schwer betroffenen Lombardei, spricht angesichts der apokalyptischen Szenen dieses Frühjahrs kaum jemand über die Winterspiele 2026. Die Italiener haben wahrlich andere Probleme.

Die Propaganda-Abteilung des IOC verbreitet seit jeher die Behauptung, das IOC bestreite den Großteil der Organisations-Etats Olympischer Spiele, die OCOG-Budget genannt werden. Paris behauptet, die Spiele finanzieren sich selbst. IOC-Vizepräsident Juan Antonio Samaranch, Sohn des gleichnamigen ehemaligen Präsidenten, prägte im Oktober 2018 sogar den abstrusen Begriff der No Costs Olympics.

Keine Kosten. Keine Steuermittel. 

Lausanne zahlt für den OCOG-Etat. Was die Gastgeber so treiben, warum sie ihren zweiten Etat so aufblähen und allerlei Infrastrukturmaßnahmen den gigantischen Olympiaprojekten zuordnen, wer weiß das schon. Da kann man nichts machen. So denkt nicht nur Samaranch, Chef der Koordinierungskommission für Peking 2022. Es ist die offizielle IOC-Lesart.

Die Frage der Kosten bei den verschiedenen Versionen dieses Mega-Events stellt sich wieder akut. Welche Firmen zahlen, in der von Corona forcierten Wirtschaftskrise, noch für ein schwer ambitioniertes nationales Marketingprogramm? Zumal in einer Olympiade (2021 bis 2024) nun gleich drei Olympische Spiele stattfinden sollen: Tokio, Peking und Paris. Dann Mailand.

Und in Deutschland treibt eine politisch bestens vernetzte Truppe um den Sportvermarkter und PR-Mann Michael Mronz (Storymachine/FDP) das Olympiaprojekt Nordrhein-Westfalen 2032 voran. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), der Möchtegern-Kanzler, ist entzückt. Die Lobbyarbeit fruchtet. Eigentlich ist NRW bereits deutscher Kandidat für die Sommerspiele, ohne bislang einen Finanzplan vorgelegt zu haben. Der DOSB spielt freudig mit, die neuen Bewerbungsrichtlinien des IOC machen fast alles möglich.

No Costs Olympics.

Dass Geld keine Rolle spielt, glaubt man nur bei den Winterspielen 2022 in Peking. Staats- und Parteichef Xi Jinping, Träger des Olympischen Ordens des IOC, wird die Milliarden zahlen, keine Frage. Koste es, was es wolle.

Doch Japan ist nicht China.

In Japan gelten andere Gesetze. 

Deshalb lautet die brennend aktuelle Frage: Wie werden das Tokyo Organising Committee of the Olympic and Paralympic Games (TOCOG), wie werden vor allem die dahinter stehenden Tokyo Metropolitan Government (TMG) und die japanische Regierung die Mehrkosten der Verlegung auf das Jahr 2021 stemmen? Können sie das stemmen? Bezahlt das IOC etwas – etwas mehr?

Oder bereiten die Japaner längst den vollständigen Rückzug vor? Lieber jetzt raus, als später erneut von Corona gebremst zu werden und noch mehr Geld verbrannt zu haben, das für andere Zwecke dringender gebraucht wird.

Die nun veröffentlichte Liste der Zahlungen das IOC an das Rio de Janeiro Organising Committee of the Olympic and Paralympic Games (ROCOG) kann helfen, derlei Fragen zu beantworten.Ab jetzt wissen wir es etwas besser.

Vorab-Geschichten gibt es hier:

DER SPIEGEL:

Play the Game:

Johannes #1

In das neue Heft am Bildschirm reingelesen. Optisch gut, inhaltlich löst das sicherlich Begeisterungsstürme beim IOC-Publikum aus, wenn der UDIOCP Teile seiner Buchhaltung bei Jens Weinreich lesen kann.

Nur das hier kauft dem Hausherrn niemand ab: „Es wird nicht lange dauern bis zum dritten Heft ….“ Ich sag mal so: Der BER ist sicher eher fertig.

JW #2

Du bist Anwalt, Ihr lebt davon, anderen das Wort im Munde herumzudrehen. Wie sollte ich widersprechen?

tyxyfj #3

very interesting research. Valuable information of the Rio payment list. I tried to buy this copy but seems that the address required and can be filled is only German address. I wonder if there are any methods for readers in China to get access to this copy? Thank you very much.

MetaloplastikaCvetković #4

Hallo,
kurze Frage. Muss man ein eigenes Konto im Shop anlegen, um
Magazin „SPORT & POLITICS“ Jahresabo inkl. Blog und Ebook
zu bestellen?
Thx

JW #5

Kein eigenes Konto ist nötig. Es hat mich gestern schon jemand darauf hingewiesen, dass Emails verschickt werden mit Passwörtern. Darin steht aber auch, dass man die ignorieren kann. Das ist kein wirkliches Problem, aber eine überflüssige automatische Email. Ich versuche, es zu fixen, gibt einige andere kleinere Baustellen im Shop und auf der Seite. Erstmal hat die Produktion Vorrang. Auf meinen Helfer cf ist eben kein Verlass. Ist halt ein Ossi.
Liebe Grüße

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