Was vom Tage übrig bleibt (99): UEFA-Krönung von Ceferin, weitere Millionen für Beckenbauer

 •  • 25 Comments

Er hat es wenigstens versucht:

Natürlich wollte mir Aleksander Ceferin, der gleich neuer UEFA-Präsident wird, vergangene Woche in Kopenhagen nicht so einen Aufsager machen wie Michael van Praag. Auch das unterscheidet die beiden.

Der 12. Außerordentliche UEFA-Kongress, der Wahlkongress, hat soeben in einem Resort nahe der griechischen Hauptstadt Athen begonnen – mit einer Rede des wegen korruptionsverdächtiger Millionenzahlungen gesperrten ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini.

Unfassbar.

Dies wird ein kleines live-Blog, den UEFA-Kongress, gerade wird die Anwesenheit der 55 Nationen überprüft, verfolge ich im Internet und in ständigem Austausch mit meinen Vögelchen dort unten in Griechenland. Muss mich gerade um wichtigere fußballerische Belange kümmern – um das deutsche Ehrenamt zum Beispiel, das Sommermärchen-Team des SPIEGEL meldet sich mit einer kleinen Enthüllung, die Schlagzeilen macht:

Unsere erste Geschichte auf Spiegel Online:


Er hat es wenigstens versucht:


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cf #1

@jens

da du hier ja offenbar den popkulturellen part zu unterschlagen gedenkst, ergänze ich mal:

Van Praag finishes by quoting Mick Jagger "time is on my side." May turn out to be a case of can't get no satisfaction though.

— Richard Conway (@richard_conway) September 14, 2016

Van Praag referenced the Rolling Stones, Ceferin invoked the Scorpions: "The winds of change are blowing through European football."

— Owen Gibson (@owen_g) September 14, 2016

als deutscher patriot fällt die entscheidung pro ceferin da natürlich leicht. die scorpions! vermutlich war das zitieren der scorpions sogar eine bedingung des dfb(-präsidenten — kommt der nicht sogar aus dem großraum hannover?!) für die unterstützung. ;-)

Ralf #2

WZ-Kommentar von Harald Pistorius: Gute Freunde kann niemand trennen…

Keiner der Lichtgestalt-Jünger aus Politik, Fußball, Wirtschaft und Medien soll jetzt kommen und sagen, der Franz hätte es verdient gehabt, es habe sich doch gelohnt und außerdem hätten wir das Sommermärchen doch alle so sehr gewollt…

Nein! Hier ist eine Millionen-Zahlung an einen Mann, der sich für seinen ehrenamtlichen Einsatz feiern ließ, erfolgt und verborgen worden – vor den DFB-Mitgliedern, der Öffentlichkeit und den Steuerbehörden.

JW #3

@ cf: Popkultur wird völlig überschätzt. Weißt Du doch. Da ich Dir andererseits keinen Wunsch ausschlagen kann und darf, wurden Deine Tweets in den Beitrag eingebaut.

duesseldorfer #4

Ich überlege gerade wie das in meine Theorie passt, dass der gesamte Komplex “Kauf der WM 2006” überhaupt so verworren ist und aufgeflogen ist, weil einige unvorhergesehene Dinge passiert sind, etwa der FIFA-Wahlkampf 2002, der Tod von Louis-Dreyfus. Danach musste man Pläne umstricken. Es passt aber trotzdem in das Gesamtbild.

Ich vermute das der/die Sponsoren- und Werbe-Deal(s) zwischen WM-Sponsoren und Beckenbauer schon 2000 geplant waren um graue Zahlungen in einem Strom von grundsätzlich legalen Berater- und Sponsoring-Verträgen untergehen zu lassen. Jetzt von “Vergütung” zu reden kann PR sein, weil man glaubt damit besser zu fahren als zu sagen, hey wir haben bestochen Vorteile gewährt, aber das war bis 2002 in Deutschland und der Schweiz legal.

Das der DFB die Steuern nicht abgeführt hat, sondern zunächst Beckenbauer als Steuerschuldner sah, ist verständlich. §50a EStG und Steuer-Abkommen lassen da Spielraum zu.

Ralf #5

Florian Bauer für sport inside (11.09.): Keine gute Wahl

Ralf #6

Gunther Latsch im SpOn-Video: “Der Wille zur bösen Tat ist eindeutig”

SZ: Anwälte verteidigen 5,5-Millionen-Zahlung an Beckenbauer

Beckenbauer habe die Einnahmen aus seinen werblichen Aktivitäten für den von ihm damals beworbenen nationalen WM-Sponsor (Oddset) auch “unverzüglich an seinem Wohnsitz in Österreich ordnungsgemäß versteuert”, hieß es in dem Statement der Kanzlei Nesselhauf.

Ralf #7

Johannes Aumüller und Thomas Kistner in der SZ: Des Kaisers Ehrenamt

Ralf #8

Uli Hesse für 11freunde.de: »How the mighty have fallen« – Was passiert jetzt mit Franz Beckenbauer?

Michael Horeni in der FAZ: Des Kaisers wahre Kleider

Sich heimlich die Taschen füllen und dabei den Wohltäter spielen – diese ganz reale Doppelrolle Beckenbauers ist nun an ihr Ende gekommen.

SZ-Kommentar von Lothar Müller: Luftgeist Beckenbauer erreicht den Boden

Ralf #9

SZ-Kommentar von Thomas Kistner: Das Kreuz mit der Selbstaufklärung im Sport

Die Behauptung, die Zahlung hätte nichts mit den 6,7 Millionen Euro zu tun, deren Weg gen Katar die Kanzlei nachspürte, hält jetzt nicht mehr stand.

Ralf #10

Johannes Aumüller und Thomas Kistner in der SZ: Brisante Widersprüche in der Causa Beckenbauer

Am Donnerstag dokumentierte der Kicker Auszüge aus dem Protokoll jener Zusammenkunft am 4. März. Darin heißt es: “Andreas Rettig erkundigte sich nach Honoraren durch den DFB. Prof. Duve […] erklärte, dass Franz Beckenbauer für die Bewerbungs- und Organisationsphase kein Gehalt bekommen habe. Ein anderer Vorgang betreffe seinen Werbevertrag mit Oddset. Hierfür seien Zahlungen in Höhe von 4,5 Millionen Euro geleistet worden.”

Drei Sätze mit, zumindest aus heutiger Sicht, drei fehlerhaften Darstellungen

Ralf #11

Lars Wallrodt für die Welt: Das edle Bild vom Heiligen Franz ist endgültig zerstört

Bereits am 1. September hatten Schweizer Ermittler das Haus seines langjährigen Adlatus Fedor Radmann durchsucht, laut Schweizer „Tagesanzeiger“ ging es um 4,9 Millionen Euro, die von der Fifa an Radmann und dann zum Teil weiter an Beckenbauer geflossen sein sollen.

Mario Stäuble und Thomas Knellwolf im Tages-Anzeiger (01.09.): Dieser Mann verschaffte Beckenbauer Fifa-Millionen

Ralf #12
Walter #13

Was ist nun dran an den WADA Leaks?

cf #14

@Walter
Mit dem lupenreinen neuen UEFA-Chef und dem kaiserlichen Ehrenamtler hat es zwar nicht so viel zu tun, aber…

Nunja, die Antwort darauf muss wohl zweiteilig ausfallen — rein inhaltlich scheinen die Dokumente ja authentisch und insofern “wahr” zu sein. Zumindest ist mir jetzt nicht bekannt, dass einer der betroffenen Athleten den Inhalt bestritten hätte. Robert Harting twitterte ja sinngemäß, dass er ohnehin dafür wäre, dass die TUEs veröffentlicht werden. Auch Simone Biles bestätigte ja wohl die Medikation.

Eine ganz andere Frage ist aber, was das nun bedeutet. Und hier muss man sagen, dass zumindest der von den Hackern kommunizierte Spin — “Da! Vertuschung! Alle gedopt!” — so natürlich Quatsch ist. Denn es handelt sich, nach allem was man bislang weiß, nicht um geheimnisvoll vertuschte Dopingfälle, sondern um formal korrekt beantragte medizinische Ausnahmegenehmigungen (TUEs eben).

Und auch wenn es müßig ist, darüber zu sinnieren, ob die Hacker nun tatsächlich aus Russland kommen, so liegt doch zumindest die betriebene Relativierung des russischen Staatsdopings rein faktisch stramm auf “Kreml-Linie”.

Aber immerhin werfen die Leaks ein Schlaglicht auf die Schattenwelt der TUEs. Dass da wohl manches im Argen liegt, ist jetzt aber auch keine Sensation — die großen Erfolge der Asthmatiker-Fraktion in Schwimmbecken und Langlaufloipe sind ja quasi schon legendär. Insofern wäre es schon wünschenswert höchst angebracht, wenn die Verantwortlichen da zukünftig erstens endlich genauer hinschauen und zweitens für mehr Transparenz würden. Um zumindest die eklatantesten Auswüchse in den Griff zu kriegen.

In diesem Zusammenhang sicher auch interessant, was Jörg Jaksche in einem längeren Interview auf cyclingtips.com sagt…

Then he went to Sky and then from one year to another he was suddenly really allergic. Also, by coincidence, the timing of the allergy moved, in the sense that it went from the Tour to the Giro. The timing of this allergy pattern is really awkward.

Jörg Jaksche über Bradley Wiggins, dessen Teamchef Sir David Brailsford öffentlich bekundet hatte, einen Fahrer eher aus dem Rennen zu nehmen als eine TUE für ihn zu beantragen.

Und als Zugabe noch das Gespräch mit dem Sportmediziner Jeroen Swart zum selben Thema (Team Sky/Bradley Wiggins/TUE):

Michael Rasmussen talked about applying for a TUE to get this injection. He said that Geert Leinders did exactly that for them. He would apply for a TUE for some arbitrary illness, and then inject them with exactly the same substance, Triamcinolone acetonide, just before a Grand Tour.

Ralf #15

Michael Ashelm in der FAZ: Geheimzahlungen der Uefa an Platini

cf #16

Soho… Josimar hat in Sachen Čeferin nochmal nachgelegt und ist auf einen Millionen-Kredit der UEFA an den slowenischen Verband gestoßen, der mit dem Geld offenbar den slowenischen Fußball gefördert hat, indem er Anteile an einer Sportlotterie kaufte:

Was the UEFA loan spent on the stock market?

Sehr souverän auch die nachgetragene Reaktion des slowenischen Verbands auf die Bitte von Josimar um Stellungnahme:

Since your agenda is questionable at best, the FA Slovenia, as a small federation that we are, has to focus on its daily business rather than answering defamatory allegations by a conspiracy theory chasing publication.

An dem Kredit war neben Čeferin und dem damaligen UEFA-General Infantino u.a. auch Marios Lefkaritis als Chef der UEFA-Finanzkomission maßgeblich beteiligt…

(Aber nicht erschrecken — der ‘Daily Mail’-Artikel zu den lupenreinen Grundstücksgeschäften von Herrn Lefkaritis ist natürlich ein ganz alter Hut aus dem Oktober 2013)

cf #17

Allerdings sollte den Leuten bei Josimar mal jemand möglichst schonend beibringen, dass wir die Jahrtausendwende jetzt doch schon eine ganze Weile hinter uns haben…

Und es mag zwar irgendwie ganz sympathisch bodenständig wirken, dass sie sich offenbar allein auf ihre journalistische Arbeit konzentrieren und ihr Geld nicht für so Technik-Gedöns-Personal vergeuden wollen — aber dass sie sich nun ausgerechnet das vermutlich weltweit einzige WordPress-Theme aussuchen mussten, dass konsequent kein Veröffentlichungsdatum anzeigt…

Da wundert es mich fast, dass sie nicht auf ‘Comic Sans’ als Schriftart setzen. Dilettanten!

Ralf #18

Jürgen Ahäuser in der FR: „Spielen’s Lotto“: der Beckenbauer-Flop

Auf Anfrage hat Bayern-Lotto die Umsatzzahlen von Oddset im Zeitraum von 2001 bis 2008 der FR vorgelegt.
[…]
Engagiert worden war Beckenbauer, um die Umsätze zu steigern. Besonders brisant daran ist, dass das zwischen Beckenbauer und dem DFB vereinbarte Honorar, das letztendlich über das Konto des WM-OK abgerechnet wurde, sich am Umsatz orientieren sollte. Im September 2006, also kurz nach der Fußball-WM, einigten sich der Verband und der ehrenamtlich tätige OK-Präsident Beckenbauer (angesichts der miesen Umsatzzahlen?) auf eine feste Summe.

Sven #19

Die inniglichen Kuschelbeziehungen zwischen DFB und Wettbranche/Oddset waren ja schon mal 2014 ein Thema — zumindest in einigen Medien. Als man an der Otto-Fleck-Einflugsschneise für Skandälchen nämlich die von der linientreuen Fifa geforderte Ethikkommission für Nationalverbände ablehnte.

Artikel 25 des Fifa-Ethikkodexes zu “Integrität von Spielen und Wettbewerben” besagt etwa, dass es Funktionären untersagt ist, “sich direkt oder indirekt an Wetten, Glücksspielen, Lotterien oder ähnlichen Veranstaltungen oder Geschäften im Zusammenhang mit Fußballspielen zu beteiligen.” Und, so weiter im Text, sie dürfen sich weder aktiv noch passiv an Gesellschaften und Unternehmen beteiligen, “die solche Veranstaltungen oder Geschäfte fördern, vermitteln, organisieren oder betreiben.

Dass der DFB eine Ethikkommission genau deswegen ablehnt, bestreitet der Verband. Aber Fakt ist: Drei Vorstandsmitglieder haben Sitze in Aufsichtsräten der Lottogesellschaften ihrer Bundesländer: der Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes Karl Rothmund, Rheinland-Pfalz-Boss Walter Desch sowie Bremens Verbandschef Björn Fecker.

https://www.welt.de/print/wams/sport/article126354203/Ohrfeigen-fuer-Reformer.html

Von Kalle Rothmund war damals nach dem Spiegel-Schreck ja auch wieder zu lesen.
http://www.kicker.de/news/fussball/wm/startseite/643507/artikel_rothmund-verharmlost-wm-affaere.html

Hier sind noch so einige “Sachen voranzubringen”™.

Ralf #20
Ralf #21
Ralf #22

Michael Ashelm in der FAZ: Die ganze Welt soll mitkicken

Ralf #24

Johannes Aumüller und Thomas Kistner in der SZ: Geheime Millionen für den Strippenzieher

DFB: Stellungnahme des DFB zu Medienberichten

Ralf #25

Andreas Rüttenauer in der taz: Ein schmutziges Sommermärchen

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