live aus PyeongChang (27): DOSB-Selbstbeweihräucherung mit drei Ausrufezeichen!!!

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PYEONGCHANG. Bilanzpressekonferenz des DOSB. Hat Tradition in diesem Theater. Zunächst nur live runtergeschrieben.

Leistungssport-Vorstand Dirk Schimmelpfennig:

Das TeamD hat aus diesen Olympischen Spielen ein sportliches Spektakel gemacht.

Viele Geschichten, die dafür stehen.

Medaillen “19 plus x als Ziel. Das x könnte auch groß sein. Es ist jetzt relativ groß.”

Sotschi und Vancouver werden wir am Ende beides toppen. Nach dem Ausrutscher von Sotschi können wir sagen, dass wir wieder zu den führenden Wintersportnationen zählen.

Wir haben deutlich zugelegt auch in der Bewertung der Plätze vier bis acht.

Wir haben die Nationalhymne hier gehört so oft wie noch nie.

2002 bis 2014 Ergebnisse runtergegangen. So ist dieses Ergebnis hoffentlich auch eine Trendwende. Wird sich in den nächsten acht Jahren zeigen, ob wir das weiter entwickeln können.

Ski Alpin, Langlauf, Eisschnelllaufen und Trendsport außer Snowboard konnten sich nicht beteiligen.

Die Frage der Strategie wird auch sein, ob wir diese Erfolgswahrscheinlichkeiten im Sinne des Erhalts der Vielfalt ausbauen können. Wir tendieren zu dieser Lösung und wollen auch den Sport in seiner Breite darstellen.

Die DSOB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker bleibt natürlich im Marketingsprech.

TeamD.

Ach ja.

Vor zwei Jahren in Rio hieß das noch unentwegt Sportdeutschland.

Erinnert an Hörmann und seine Fairplay-Anmerkungen vom Beginn der Spiele.

Ich denke, das TeamD ist ja in aller Munde und wird auch immer wieder zitiert. Ich denke, dass wir dieses TeamD hier zu einer starken Marke gemacht haben.

Jetzt ist der Medaillenspiegel positiv, aber ich bin sicher, dass wir für das Auftreten von TeamD auch eine Fairplay-Medaille erhalten würden.

Teamgeist wird in diesem TeamD gelebt.

Das TeamD ist durchweg positiv hier aufgetreten. Insofern, glaube ich, ist es ein perfektes Auftreten hier.

Sie sagt, vor einer Stunde habe sie eine SMS von Gerd Müller erreicht, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit: Ihr seid beste Botschafter Deutschlands in der Welt, habe dieser geschrieben.

Pressesprecherin Ulrike Spitz bietet um ein “kurzes Fazit” zum Deutschen Haus.

Von 154 Athleten des TeamD haben 142 den Weg ins Deutsche Haus gefunden. Im Schnitt hatten wir hier 60 Athleten pro Tag. Insgesamt mehr als 800 nationale und internationale Athleten. Sie nennt norwegische Skispringer und Kombinierer, Rodler und Bobfahrer aus diversen Nationen.

Und jetzt Werbung, das kann Frau Rücker schon ganz gut:

Wir haben inzwischen 47 Magnum-Flaschen von Henkel übergeben können.

Für die Paralympics wird aus dem Deutschen Haus ein sogenanntes Alpenhaus für die Paralympics. Deutschland, die Schweiz und Österreich nutzen das Haus gemeinsam.

Nun DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Wie immer im Leben, sind es diejenigen, die leiten und führen, die die Richtung vorgeben. Besser wie Dirk Schimmelpfennig die Rolle des Chef de Missions hier ausgeführt hat, kann man es nicht angehen und umsetzen. Hut ab und großes Kompliment.

(Grammatikfehler verbessere ich nicht.)

Veronika Rücker möchte ich mich einbeziehen. Der Geist des Deutschen Hauses, auch mit Claudia Wagner von der DSM. An beide neben wir ein Riesenkompliment. Es macht schlichtweg Spaß zu erkennen, wie ein solches Vorstandsteam bei einem solchen Höhepunkt aktiv ist und es umsetzt.

Thema der Sicherheit hat sich als unproblematisch bestätigt. Es sind nicht nur alle Sportler angereist, sondern auch die, die eigentlich gar nicht anreisen müssten.

Die Koreaner verdienen sich eine sehr gute Benotung in der Organisation. Möchte ausdrücklich den Gastgebern aus Pjöngjang gratulieren (oder hat er doch PyeongChang gesagt).

Es waren die besten Spiele aus Sicht der Athleten und Trainer, die in der jüngeren Vergangenheit stattgefunden haben, je nachdem wie oft der eine oder andere dabei war.

Ich würde mir ein solches Wintersportzentrum in Deutschland wünschen. Ich bin mit ihnen gespannt, wie sozusagen der Nachhaltigkeitsaspekt gelebt wird.

Zur koreanischen olympischen Annäherung, dem Thomas-Bach-Friedensnobelpreisthema:

Wir alle werden beobachten, ob das ein einmaliger Höhepunkt sein wird.

Wie wären diese Spiele und diese Erfolge gelaufen, wenn das Ganze in München und Umgebung stattgefunden hätte. Welche noch größere Begeisterung hätten wir gehabt? Darüber muss man gegebenenfalls weiter nachdenken.

Eiskunschtläufer sind nach 66 Jahren wieder zu Gold gelaufen. Allzeitrekord der Eishockeyspieler. Das Mag symbolisch für das TeamD stehen.

Was bedeutet das für die Umsetzung der Leistungssportreform?

Dirk Schimmelpfennig:

  • Die Voraussetzung Sommer und Winter sind deutlich unterschiedlich. Für uns ist wichtig, dass wir das Ganze weiterentwickeln und auch ein gesundes Nachwuchskonzept entwickeln.
  • Trainersituation optimieren, sowohl was die Qualifikation der Trainer betrifft, als auch was die Rahmenbedingungen betrifft.
  • Effiziente Stützpunktstruktur. Hier ist es schon mal ein gutes Beispiel, mal in die Skisprungmannschaft zu schauen. Hier sind einige Athleten wie ein Andreas Wellinger, die frühzeitig im Internat waren. Das zeigt, dass ein paar der Ansätze, die wir versuchen wollen, in die Praxis umzusetzen, auch erfolgt sind.
  • Partner IAT und FES haben Unterstützung gegeben.
  • Erstens der wahre Sport siegt wieder einmal über die Skepsis

Hörmann hat jemand nochmal vier Punkte Fazit aufgeschrieben:

Die Marke Olympia lebt und fasziniert

Ganz Deutschland ist war und ist wieder einmal Sportdeutschland.

Der Erfolg von PyeongChang ist Freude und Verpflichtung zugleich. Nämlich die Leistungssportreform muss gelingen. Und die Vision Olympischer Spiele in Deutschland bleibt auf unserer Agenda. Gern auch mit drei Ausrufezeichen!!!

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Dieses Magazinprojekt, in das ich Monate investiert habe, wird in PyeongChang durchgezogen:

Ich wünsche Ihnen und Euch viel Vergnügen in diesem Theater in den nächsten Wochen (und darüber hinaus) und hoffentlich viele erhellende Momente.

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Wie soll die Debatte beginnen, fragt Johannes Aumüller von der Süddeutschen Zeitung:

Da muss ich nichts wollen. Wer aufmerksam Zeitung liest, weiß, dass bereits diskutiert wird. Wir werden einen Plan entwickeln.

Er empfiehlt das GroKo-Papier: “Ich kann nur empfehlen, das einmal zu lesen.”

Ich frage nach Asthmakranken im deutschen Team.

Ulrike Spitz ganz schnell: “Wir haben diese Zahlen nicht erheben können. es gibt keine medizinischen Ausnahmegenehmigungen im deutschen Team.”

Hörmann fügt an:

Nicht eine.

Johannes Aumüller fragt: Wird er weiter machen im Dezember?

Gehen sie einfach davon aus, dass ich das mit denen, mit denen es zu bereden ist klären werde und zum geeigneten Zeitpunkt vorstelle.

Der unvermeidliche Fanreporter fragt nach der Fan-Unterstützung.

Ich kann dem Dialog von Hörmann und Fanreporter nicht folgen. Ist auch nicht wichtig. Ist nur Folklore.

Neue Perspektiven zur interaktiven Kommunikation. Sagt Hörmann.

Ich frage nochmal nach dem Konzept für Sportgroßveranstaltungen. So etwas gab es in Deutschland ja noch nie. Und der Sport mag das auch nicht.

Hörmann ist genervt.

Gehen sie davon aus, dass wir auch da in aller Ruhe mit der neuen Bundesregierung einen Entwurf machen. Der DOSB wird seinen Beitrag zum Gelingen dieses Konzeptes machen.

ARD fragt dann nach Russland.

Hörmann: Ich dachte schon, es sind alle krank hier. Ich dachte, es kann doch nicht sein, dass die Frage nicht kommt.

Insgesamt ist aus unserer Sicht eine sehr kritische Bewertung notwendig.

Wir konnten bis zum heutigen Tage nicht eine demütige, reumütige oder wie auch immer geartete Positionierung des russischen Teams wahrnehmen. Da fehlt schlichtweg der Glaube daran, dass das schon in den Köpfen angekommen ist.

Zwei Dopingfälle nun bei den Russen:

Wir wünschen uns keine allzu schnelle Form des Reset-Modus. Ein Team, dass so gravierend gegen die Regeln des Sports verstoßen hat, würde vielleicht selbst davon profitieren, wenn dieser Beobachtungsstatus bis Tokio fortgeschrieben würde.

17.43 Uhr: Nun der Fahnenträger.

Hörmann: Für uns war das Leitmotiv nicht welches Geschlecht und nicht die Anzahl der Medaillen. Sondern die ganz nüchterne Frage: Wer verkörpert in seiner Person, in dem was er heir und früher gemacht hat, den Gedanken von TeamD am besten. Wir haben uns kurz und knapp auf Christian Ehrhoff auf dem Eishockeyteam verständigt.

Hörmann zu Ehrhoff: Weil Du gestern, als es von der Gegenseite zumindest einmal die brutalste Form gab, nicht mit gleicher Waffe zurückgeschlagen hast.

Christian Ehrhoff hat den Begriff des TeamD gut drauf.

Wir haben das Team unterstützt und haben dann selber die Unterstützung erfahren dürfen.

Statt Journalistenfragen meldet sich der nervende Fanreporter.

Ehrhoff:

Was wir hier erreicht haben, ist schon historisch. Morgen der Tag ist durchgetaktet. Da muss man halt versuchen, das auch zu genießen.

Hörmann erzählt, dass die Eishockeyspieler alle nach der Schlussfeier ins Deutsche Haus kommen. Sie nehmen ihre Klamotten mit. Montagmorgen um fünf fährt der Bus.

Ihr solltet nicht mehr kaputtmachen, als man in drei Wochen wieder herstellt.

TBC

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