Dopingkontrollen in der Leichtathletik

 •  • 109 Comments

Es folgt der nächste Teil des Transparenztests „Dopingkontrollen in einer olympischen Kernsportart“. Analog zu den Beiträgen:

in denen ich die Angaben der WADA, der NADA, des Weltverbandes FINA und des nationalen Verbandes DSV ausgewertet habe, folgt nun die Auswertung des Zahlenwerks der WADA, der NADA, des Weltverbandes IAAF und des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zu Dopingkontrollen in der Leichtathletik.

Es gelten dieselben Einschränkungen zum Datenmaterial (inklusive der Bemerkungen zur Qualität von Dopingkontrollen) wie bei den Schwimm-Tabellen auch. Zudem ist einmal mehr anzumerken: Der Zeitraum der Olympischen Sommerspiele, wenn das IOC die Dopingkontrollen verantwortet, taucht in diesen Tabellen nicht auf. Erstaunlicherweise (oder vielleicht doch eher: logischerweise) werden in diesen Zeiträumen mehr Doper erwischt als in der Verantwortung der IAAF über ganze Jahre.

Also bitte: Der Vergleich mit den Schwimm-Tabellen lohnt sich, finde ich.

Was mir vor allem auffällt: Bedenkt man, dass die Leichtathletik die einzig wirklich globale von 33 olympischen Sportarten ist und folglich (mit Ausnahme einiger Spielsportarten) auch die meisten Athleten stellt, sind die Dopingtests noch immer unterentwickelt – in jeder Beziehung. Allein schon die Quantität: Es kann einfach nicht sein, es ist absolut verdächtig, dass die Schwimmer zahlenmäßig besser dastehen.

Zum deutschen Aspekt und damit einmal mehr der Vergleich Schwimmen – Leichtathletik: Der DLV macht was die online-Präsenz seines Antidoping-Ressorts angeht, einen besseren Eindruck als der DSV. Schaut man genauer hin, werden allerdings auch keine Zahlen geliefert. International macht die FINA belastbarere Angaben als die IAAF – eindeutig. Interessant auch hier: Beide Weltverbände nennen Namen der im Training getesteten Athleten – die deutschen Verbände weder Zahlen noch Namen. Dass die IAAF überhaupt Angaben macht, ist wiederum einer Initiative des DLV aus dem Jahr 2005 zu verdanken, wenigstens einige der groben „Mängel im Schattenreich“ zu beheben – nur hält sich der DLV selbst zurück.

Ein letztes Mal: Es lohnt sich, Schwimm- und Leichtathletik-Tabellen zu vergleichen.

  • Tabelle 1: IAAF-Testprogramm 1990 bis 2007
Total IAAF Testing Program
 Year    In-competition  Out-of-competition total
 1990   740   80   820  
 1991   828   80   908  
 1992   632   208   840  
 1993   846   476   1322  
 1994   618   902   1520  
 1995   983   1294   2277  
 1996   851   1755   2606  
 1997   1248   1510   2758  
 1998   833   1755   2588  
 1999   1301   1787   3088  
 2000   848   2062   2910  
 2001   1104   1811   2915  
 2002   951   2067   3018  
 2003   1246   2147   3393  
 2004   997   2001   2998  
 2005   1277   2127   3404  
 2006   1258   1656   2914  
 2007   1426   1851   3277  

 

  • Tabelle 2: IAAF-Testprogramm 2008
IAAF Annual Doping Control Programme 2008
   Pre-Competition    In-Competition    Out-Of-Competition    Total  
 Standard Urine    0    655    1118    1773  
 Standard Urine + EPO    74    935    705    1714  
 TOTAL TESTS    74    1590    1823    3487  
         
 Blood Screens    656    0    0    656  
 Blood (hGH)    0    0    41    41  

 

  • Tabelle 3: WADA-Tests in der Leichtathletik
Out-Of-Competition-Tests der WADA in der Leichtathletik
  Urinests Epo Bluttests Analyse Bluttransfusion Blutanalyse hGH HBOC Analyse
2008 53 16 0 0 0 0
2007 122 35 0 0 0 0
2006 189 91 6 0 6 6
2005 240 222 0 45 0 32
2004 124 59 10 0 0 0
2003 266 0 99 0 0 0
2002 256 0 40 0 0 0
2001 278 0 0 0 0 0
2000 217 0 0 0 0 0

 

  • Tabelle 4: IAAF-Tests bei Weltmeisterschaften
Doping Control During IAAF World Athletics
 City    Year    Tests    Positive  
 Helsinki   1983   214   0 
 Rome   1987   196   1 
 Tokyo   1991   216   2 
 Stuttgart   1993   218   4 
 Goteborg   1995   275   0 
 Athens   1997   378   5 
 Seville   1999   298   4 
 Edmonton   2001   390   9 
 Paris   2003   405   5 
 Helsinki   2005   885   2 
 Osaka   2007   1132   0 
Berlin 2009 1500 Plan  

  • Tabelle 5: Tests von deutschen Athleten
Dopingkontrollen für DLV-Athleten gemäß NADA und IAAF
  TK – Trainingskontrollen WK – Wettkampfkontrollen
Urin Urin auf Epo Blut gesamt erfasste Athleten Urin Urin auf Epo erfasste Athleten
2008 NADA 567 180 139 706 603 287 34 603
IAAF k.A.       16***** k.A.   k.A.
2007 NADA 994 12 0 994 601 328 44 601
IAAF k.A.       18**** k.A.   k.A.
2006 NADA 1020 21 0 1020 k.A. 306 14 k.A.
IAAF k.A.       25 k.A.   k.A.
2005 NADA 1023* 15 0 1023 k.A. 315 49 k.A.
IAAF k.A.       k.A. k.A.   k.A.
2004 NADA** 1045 18 0 1045 k.A. 293 37 k.A.
IAAF k.A.       k.A. k.A.   k.A.
2003 DSB/DLV*** 1008     1008 k.A. k.A.   k.A.
IAAF k.A.       k.A. k.A.   k.A.
2002 DSB/DLV 1017     1017 k.A. k.A.   k.A.
IAAF k.A.       k.A. k.A.   k.A.
2001 DSB/DLV 1025     1025 k.A. k.A.   k.A.
2000 DSB/DLV 1003     1003 k.A. k.A.   k.A.
1999 DSB/DLV 1066     1066 k.A. k.A.   k.A.
1998 DSB/DLV 1079     1079 k.A. k.A.   k.A.
1997 DSB/DLV 1067     1067 k.A. k.A.   k.A.
1996 DSB/DLV 1052     1052 k.A. k.A.   k.A.
1995 DSB/DLV 1109     1109 k.A. k.A.   k.A.
1994 DSB/DLV 1338     1338 k.A. k.A.   k.A.
1993 DSB/DLV 1296     1296 k.A. k.A.   k.A.
1992 DSB/DLV 1300     1300 k.A. k.A.   k.A.
1991 DSB/DLV 314     314 k.A. k.A.   k.A.
1990 DSB/DLV 84     84 k.A. k.A.   k.A.
  
  • * Im Auftrag Dritter vorgenommen: 3 WADA-Kontrollen, 81 EAA-Kontrollen. Zu diesen Kontrollen – ob TK oder WK, ob in der Gesamtzahl enthalten oder nicht – gibt es keine näheren Angaben.
  • ** Während der Olympischen Spiele 2004 wurden bei DLV-Athleten zusätzlich 11 Urinproben genommen.
  • *** Vor Gründung und Einsatzfähigkeit der NADA liefen die Kontrollen m. E. in Abstimmung von DSV und der Antidopingkommission des Deutschen Sportbundes.
  • **** 2 Athleten (Franka Dietzsch, Betty Heidler) mit mehr als 4 TK. 16 Athleten mit 1-3 TK gemäß IAAF.
  • ***** 16 Athleten mit 1-3 TK gemäß IAAF. 
Ralf #1

Pflichtlektüre zu diesem Thema sollte auch der folgende Artikel sein (heute bereits verlinkt):

Friedhard Teuffel „exklusiv“ im Tagesspiegel: Doping ist international außer Kontrolle

Nur in einem kleinen Teil der Welt gibt es derzeit unangemeldete Blutkontrollen. In Afrika etwa hat es in diesem Jahr noch keine einzige unangemeldete Blutkontrolle gegeben.
[…]
Am Anfang dieses Jahres hatte die IAAF daher auch einen Blutpass eingeführt. Allerdings sagt Butler: „Wir haben noch keinen Testpool.“
[…]
[Schänzers] Labor wird die 500 Blutproben untersuchen, die vor und während der Weltmeisterschaften in Berlin genommen werden. Am Montag begann der offizielle Testzeitraum.

Stefan #2

Kleiner Fehler imText oben:

Der DLV macht was die online-Präsenz seines Antidoping-Ressorts angeht, einen besseren Eindruck als der DLV.

Jens Weinreich #3

14.13 Uhr korrigiert – eine Minute (oder wenige Sekunden vor Dir). Denn ein aufmerksamer Leser war schneller mit seinem Hinweis :)

Ralf #4

An Tab. 1 der FINA-Statistik fand ich besonders die Zahl der Dopingfälle interessant. Liefert die IAAF tatsächlich nur die Namen der aktuell gesperrten Sportler („List of currently banned athletes“) in der Übersicht?

Ralf #5

Zwei Statistiken aus dem vergangenen Jahr mit Dopingfällen vor und während der Olympischen Spiele in Peking:

vor den Spielen (Statistik mit Sicherheit unvollständig!): 26 von 78 Dopingfällen betreffen Leichtathleten

während der Spiele: 7 von 21 Dopingfällen betreffen Leichtathleten

in beiden Fällen zufälligerweise genau ein Drittel!

Ralf #6

Tagesspiegel: Wie laufen sie denn?

Offenbar berät der Kronzeuge der US-Justiz [Angel Heredia], der rund 45 Spitzenathleten „betreute“, immer noch Sportler und wird wieder polizeilich gesucht
[…]
Oder auch zu dem Namen eines „deutschen Top-Läufers“, ein Deutscher Meister 2009, den Stefan Matschiner, ein erstaunlich redseliger österreichischer Leichtathletik-Manager und weiterer Gewährsmann dieser Doku, mit Designer-Steroiden versorgt haben will.
[…]
Dieser bringt mit dem Hinweis auf „korrupte Dopingkontrolleure in Mitteleuropa“ den spektakulärsten Fund der Langzeitrecherche. Urinprobe und Geld im Koffer – da bliebe entgegen den Beteuerungen der Spitzenfunktionäre mitten in Europa manche positive Dopingprobe einfach mal so unerkannt, und das eben nicht nur im Radsport, sondern in der olympischen Kernsportart Nummer eins.

ARD: Geheimsache Doping

cf #7

hat zufällig gerade jemand noch eine plausible erklärung für den karibischen doping-limbo im ärmel stecken? jetzt zittern sie doch wieder um ihren wm-start?! die wie phönix aus der asche emporgestiegene jadco möchte also tatsächlich noch berufung einlegen… gegen ihr eigenes urteil? nach „positiven“ tests auf eine „unbedeutende substanz“ die gar nicht auf der dopingliste steht?
ich meine: hallo?! was rauchen die da? willkommen im kasperletheater?

Ralf #8

Daniel Bouhs in der FR: ARD-Doku – Die Spritzen-Sprinter

Laut Matschiner hätten ihm Laboranten Proben ermöglicht – unter der Hand. Damit habe er, Matschiner, seine Klienten so justieren können, dass sie bei den offiziellen Kontrollen nicht auffliegen konnten.

Seppelt sagt schließlich, er sei froh, dass „eine Art Chancengleichheit“ hergestellt sei. Nun sei „Schluss mit dem ewigen Radsport-Bashing“.

ha #9

cf,

JADCO also argued that „all four athletes were found with 4-Mehtly-2 Hexanamine in their urine samples which was reported as an Adverse Analytical Finding by the WADA accredited laboratory in Montreal, Canada and that this substance is considered by WADA as being of similar chemical structure to Tuaminoheptane, which is listed as an example of a stimulant in the WADA 2009 prohibited list international standard“.

http://www.jamaicaobserver.com/sports/html/20090811T000000-0500_157212_OBS_ALL_CLEAR____BUT.asp

B.Schuss #10

seh ich das richtig, dass die Anzahl der Kontrollen deutscher Athleten seit 2005 zurück gegangen ist ? Gegen den allgemeinen IAAF-Trend ?

Wie ist das zu erklären ?

Ralf #11

Michael Horeni und Michael Reinsch in der FAZ: Bedenkliche Schlupflöcher im Kontrollsystem

Er berate bis heute Sportler, sagt Heredia und behauptet, dass er Dopingmittel an den österreichischen Athletenmanager Robert Wagner verkauft habe. Wagner arbeitete zu jener Zeit laut IAAF mit dem deutschen Stabhochspringer Tim Lobinger, Speerwerfer Boris Henry, Diskuswerfer Michael Möllenbeck, Weitspringerin Sofia Schulte und dem Sprinter Sebastian Ernst zusammen.

cf #12

@ha
danke. also (vermutlich) doch auf der doping-liste. aber lustig, dass (auch in dem verlinkten artikel) der vorsitzende des jadco-disziplinarkommitees mit der gegenteiligen aussage zitiert wird… womöglich reicht in diesem fall also doch mal wieder schlichte unfähigkeit der akteure als erklärung für den aufgeführten eiertanz.
tssss… profis!

immerhin scheint es demnach ja relativ klar zu sein, dass die betreffenden athlethen mit ziemlicher sicherheit nicht werden starten können…

Herr Holle #13

@B.Schuss:

seh ich das richtig, dass die Anzahl der Kontrollen deutscher Athleten seit 2005 zurück gegangen ist ? Gegen den allgemeinen IAAF-Trend ?

Wie ist das zu erklären ?

Vielleicht sind die deutschen Athleten einfach zu schlecht gewesen, so dass die IAAF glaubt, dass gerade die Deutschen mit ihren Geldern und Ärzten das mit Doping wesentlich besser hinbekommen würden, wenn sie denn dopen würden… ;o)
Also indirekt vielleicht ein Vertrauensbeweis an die deutsche Leichtathletik???

Ralf Kohler #14

@B.Schuss, also IDEEN hätte ich schon dafür. Deine Beobachtung scheint auf Nada-Basis (etwas anderes haben wir nicht) richtig zu sein.

EVENTUELL hat das damit zu tun, dass andere, v. a. eine Sportart, stärker in den Fokus rückte – mit positiven Ergebnissen (weltweit). MÖGLICHERWEISE hat sich der Anteil der Leichtathleten im obersten Testpool verringert, bzw. ist er so relativ gering, dass sich vergleichsweise wenig Kontrollen ergeben.

Ein anderer Punkt ist der Erfolg: Habe nicht nachgeschaut, aber die Erfolgsbilanz des DLV ist doch eher rückläufig, oder? Das würde bedeuten, dass sich die Zahl der A-Kader-Athleten (etc.) zum nächsten Jahr reduziert (auch durch Rücktritte), das könnte letztlich zu weniger Kontrollen führen. Da die Normen recht hoch sind, sind auch nicht mehr ganz so viele Sportler bei internationalen Meisterschaften, was wohl auch bedeutet, dass sich nicht so viele empfehlen können.

Wie gesagt: Nur so ein paar Ideen, mit denen ich die Entwicklung nicht rechtfertigen will. Wobei es ja auch NICHT NUR auf die Anzahl ankommt. Aber es gibt eben verschiedene (im Detail kaum bekannte) Parameter im Nada-Kontrollsystem. Eines ist auch der Zufall. Könnte AUCH sein, dass „zufällig“ weniger Leichtathleten ausgelost wurden.

Interessant im DLV-Angebot finde ich übrigens die Auflistung, der gerade aus dem Verkehr gezogenen: Vier Mann meine ich, darunter Weitspringer Kofi Amoah Prah.

@Jens Weinreich: In der Tabelle dürfte bei 2004 ein Fehler enthalten sein. Unter TK Gesamt müsste es wohl statt 339 etwas anderes stehen, 1045.

Jens Weinreich #15

Danke. Ist schon korrigiert. Und, Ralf Kohler, vielen Dank, dass Du mir deshalb nicht im Namen eines NADA und/oder DLV-Funktionärs eine kostenpflichtige Abmahnung geschickt hast.

Ralf Kohler #16

Tja, für mich ist leichtverdientes Geld ein Fremdwort. Kollegialität nicht. Nicht umsonst hatte ich die Doppel-Abmahnung vorige Woche bedauert.

Ralf #17

sid: Stefan Matschiner belastet deutschen Top-Läufer

Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes DLV, forderte Matschiner und die ARD auf, „Ross und Reiter“ zu nennen. „Es ärgert mich, wenn Verdächtigungen ausgesprochen werden, ohne dass Beweismittel auf den Tisch kommen“, sagte Prokop

Die Soko Doping wird ja hoffentlich bereits bescheid wissen…

Ralf #18

Tom Mustroph in der taz: Die Jamaika-Koalition

TobiasL #20

Warum werde ich das Gefühl nicht los: die WM 2009 wird eine Meisterschaft der Absagen werden.
Dabei gäbe es so vieles zu berichten: über den 40 jährigen Franklin Tonerio aus Ecuador, der ein Volksheld ist und beim Marathon startet, oder über den vergeblichen Versuch des einst begabtesten Mittelstreckenläufer Shaheen ehemals Cherono, einen Wettbewerb zu gewinnen.
Aber wer weiss, ob die überhaupt starten werden, also entspannt aus der Kurve heraus das Aufwärmen der Hochspringerinnen und den Vormittag der Zehnkämpfer verfolgen, ganz ohne Rekorde.

Ralf #21

JW in der Berliner Zeitung: Erschreckende Mängel

Vergleicht man das Datenmaterial, das die IAAF zu ihrem Kontrollsystem bereitstellt, mit dem Material der zweiten olympischen Kernsportart, dem Schwimmsport, fällt zunächst auf, dass der Schwimmweltverband Fina vollständigere und bessere Informationen bereitstellt.

Haidhauser #22

Titel der verlinkten Seite

Asafa Powell et al. nehmen nicht an der WM teil, das ganze versehen mit einer Begründung nicht – gelinde gesagt – nicht überzeugt.

cf #23

die ard hat auch ausgerechnet zufällig ein foto vom ihm als teaserfoto für die „geheimsache doping“ verwendet…
(ohne da jetzt einen zusammenhang konstruieren zu wollen)

martin_h #24

Es ist ein großer Zufall, wenn am Tag, nachdem bekannt wird, dass Trainer Dießner wg. illegaler Präparate verurteilt wurde und am selben Tag, an dem Matschiner in „Geheimsache Doping“ von der jahrelangen Lieferung an einen aktuellen Deutschen Meister spricht, es ist wirklich ein riesiger Zufall, wenn genau an diesem Tag der aktuelle Meister im Halbmarathon, der gleichzeitig auch ein Schützling von Dießner ist, mit 26 Jahren seinen Rücktritt nach der WM erklärt.

Ralf #25

Vielleicht sollte man noch folgenden Artikel vom 11.08. aus der Freien Presse berücksichtigen:

Der 26-Jährige beendet nach Berlin seine erfolgreiche Läuferkarriere und „beerbt“ mit Bernd Dießner seinen eigenen Trainer beim LAC Chemnitz. „Vielleicht wäre es noch zwei, drei oder auch fünf Jahre gegangen. Aber letztendlich muss das jeder Athlet selbst wissen. Meine Entscheidung, die ich nach etlichen Monaten und reiflicher Überlegung getroffen habe, steht und wackelt nicht mehr“, meinte André Pollmächer und fügte an: „Nicht der Körper spielte nicht mehr mit, sondern der Kopf.“

ha #26

Interessant auch der Vorsitzende des LAC : Bernd Schubert. Laut Gerichtsurteil, das Brigitte Berendonk erreichte, „ausgewiesener Fachdoper“, dann lange Jahre DLV-Cheftrainer. Geschäftsführer Schönlebe, klar, 400-Meter-Held, ein Dopingopfer / gedopter Athlet.
Ebenso interessant, wenn auch als Frage zu formulieren: Der „Top-Läufer“, den Matschiner beschuldigt hat, ist nicht bei den Meisterschaften „in Ulm“ 2009 Meister geworden. Das wurde gestern im Nachhinein korrigiert. Der Halbmarathon fand nicht in Ulm statt. Welche Meister wurden noch anderswo ermittelt?

Linus #27

Warum werde ich das Gefühl nicht los: die WM 2009 wird eine Meisterschaft der Absagen werden.

Gibts schon erhellendes über die 6 Jamaikaner, die „unerlaubt nicht zu einem Vorbereitungsdingens gekommen sind“?

cf #28

@linus
aber natürlich — kasperletheater, nächster aufzug, bitteschön: Doch Starterlaubnis für Powell und Co.

ich werde das gefühl nicht los, dass die jamaikaner hier mit macht die alleinunterhalter geben wollen… ;-)

Fred Fredson #29

Programmhinweis!

Heute Abend um 00.00 Uhr auf ARD:

„Geheimsache Doping

In dem Feature „Geheimsache Doping“ melden sich hochkarätige Insider zu Wort, die Weltklasseathleten mit raffinierten Mitteln und ausgeklügelten Methoden gedopt haben. Sie geben Einblicke in ihr schmutziges Geschäft und berichten exklusiv, was sich hinter der schillernden Fassade der Leichtathletik und in der vermeintlich effektiven Dopingbekämpfung wirklich abspielt: Wie sie Athleten bis zur Perfektion dopen, Dopingkontrolleure austricksen, kriminelle Netzwerke spinnen, das große Geld machen – und dabei jahrelang nicht erwischt werden.“

Sorry für die Werbung, aber denke das könnte hier wen interessieren.

Ralf #31

Laut Stefan Matschiner gibt es in mehr als einem mitteleuropäischen WADA-akkreditierten Labor bestechliche Mitarbeiter. In Frage kommen damit also wohl Seibersdorf, Gent, Paris, Köln, Kreischa und Lausanne. Einer meiner Favoriten

Ralf Kohler #32

Wenn stimmt, was Lisa Hütthaler sagt UND was Stefan Matschiner sagt, dann klappt das eine, nicht aber das andere. Also: Mitarbeiter von Laboren lassen sich zur „Schwarzarbeit“ bewegen, aber nicht unbedingt dazu, eine positive B-Probe als negativ auszuweisen.

Moment, Moment: Das mit der Schwarzarbeit soll auch nicht verharmlosend sein. Die Vorstellung ist erschreckend. Nur weiß man bei Matschiner nicht, was man ihm glauben kann.

Es könnte natürlich strukturelle Gründe haben, dass es geht, manipulativ zusätzliche Kontrollen in Auftrag zu geben, aber nicht unbedingt, offizielle Kontrollen aus dem Verkehr zu ziehen. Damit das Zweite so gut wie das Erste klappt, müssten alle Mitarbeiter gleichermaßen für Korruption anfällig sein und müsste die kriminelle Energie höher sein. Um schwarze „Kontrollen“ in Auftrag zu geben, reicht ein korrupter Labor-Mitarbeiter, den man finden muss und der das dann wohl so nebenher macht.

Hat nicht Matschiner gesagt, 150 Euro könnten reichen? Dann wäre die schwarze „Kontrolle“ ja auch noch viel billiger als die reguläre.

Wie lässt sich so etwas (eher als bisher) verhindern?

Ralf #33

Damit das Zweite so gut wie das Erste klappt, müssten alle Mitarbeiter gleichermaßen für Korruption anfällig sein und müsste die kriminelle Energie höher sein.

Müßten wirklich alle beteiligt sein? Wenn man früh genug in den Prozeß eingreift, reicht vielleicht auch hier ein Einzelner!? Wenn man glaubt, was Frau Hütthaler über Herrn Hempel sagt, dann soll ja auch das „Zweite“ möglich sein. Daß es bei Frau Hütthaler nicht geklappt hat, könnte daran liegen, daß sie sich an die Falsche gewandt hat oder daß sie zu spät dran war…

Ralf #34

Folgende Leichtathletik-Geschichte hatte ich bisher nicht wahrgenommen…

APA (07.04.09): Auch Slowenen im Matschiner-Netzwerk?

Herr Holle #35

@Ralf Köhler
Eine als positiv protokollierte „offizielle“ Probe in solch einem Labor nachträglich (ex post*) als negativ ausweisen zu wollen, dürfte sehr schwer sein. Die allgemein verbreiteten Datensysteme müssen in Laboren vor allem wegen der Produktionsprozesse in der Pharmaindustrie gegen nachträgliche Manipulationen geschützt sein, wo es dann Fachleute braucht um das zu umgehen.
Dass ein bezahlter Mitarbeiter mal eine anonyme Probe dazwischenschiebt oder die Geräte in einer Überstunde nach dem Feierabend jenseits des offiziellen Datensystems sozusagen „offline“ nutzt, ist dagegen durchaus möglich und sehr gut vorstellbar.

* ex ante, also VOR den Analysen, wäre die Manipulation einfacher. Es könnte also ein Labormitarbeiter von einem dopenden Sportler informiert werden: „Achtung, ich wurde gerade getestet und meine Probe hat den folgenden Barcode: 012983406. Bitte tausche die mal aus“. Dafür muss man natürlich wissen, in welchem Labor getestet wird.

Ralf Kohler #36

@Herr Holle, Sie heißen auch nicht Hölle. Ich heiße sogar wirklich Kohler. Aber das nur am Rande: Ihr Beitrag klingt schlüssig.

Zu Ralf: Natürlich müssten nicht alle BETEILIGT sein. Aber – ich habe einfach versucht über die Logik zu kommen – ich müsste dann eben an den geraten, der im Hinblick auf den Kontroll-Fall das Sagen hat. Nur wenn alle anfällig sind, komme ich hundert Prozent zum Erfolg. Sind nicht alle korrupt, brauche ich etwas Glück (muss wie gesagt an den Richtigen geraten).

Rein vom Gefühl her bzw. von dem her wie ich Österreich kenne, kann ich mir das dort am relativ besten vorstellen. Damit will ich keinesfalls sagen, dass ich Österreicher für korruptionsanfälliger halte, aber die Strukturen sind dort einfach so relativ klein: MAN KENNT SICH, findet mit dem ganzen „Schmäh“ einen leichteren Zugang …

So weit der Exkurs. In der Tat wäre natürlich Manipulation EIN Grund, warum dann und wann die B-Probe ein anderes Ergebnis liefert als die A-Probe.

Walter #37

Die 39:03 min tun mir jetzt leid.
Kam mir vor wie eine Teilvertonung des Spiegelinterviews vom letzten Jahr mit einem Schuß Matschiner.
Der Dealer Olympias

Ralf #38

Kleine Zeitung: Topmanager Robert Wagner im Doping-Zwielicht

Laut Angaben des Weltverbandes hilft Wagner der IAAF nämlich seit rund drei Jahren im Kampf gegen Doping. „Robert kooperiert mit uns“, sagte deren Sprecher Nick Davis. Das verschwieg die ARD. „Weil ihr Bericht dann keinen Cent mehr wert gewesen wäre“, begründete der Manager.

TobiasL #39

@ha
Was wurde wo korrigiert? Handelt es sich nun um einen deutschen Meister, der in Ulm gestartet ist oder nicht?

Ralf #40

Kurier: Schatten über den Dopingjägern

Bernhard Kohl bestätigt diese Ausführungen im KURIER-Gespräch: „Stefan Matschiner hat Proben analysieren lassen, damit wir wussten, wie weit wir gehen konnten, um nicht erwischt zu werden.“
[…]
Um welche der weltweit 35 WADA-Labors es sich handelte, das wollte Matschiner, der nun erneut von der SOKO Doping einvernommen wird, der Öffentlichkeit nicht preisgeben. Nur so viel: es habe sich um mehrere gehandelt. In Mitteleuropa. In diesem Bereich sind die Institute in Tschechien (Prag), Deutschland (Köln, Kreischa), Schweiz (Lausanne) und Österreich (Seibersdorf) angesiedelt. Nach KURIER-Informationen aber handelt es sich definitiv nicht um die Niederlassung in Seibersdorf.

Es scheint nicht ganz eindeutig zu sein, wo Mitteleuropa anfängt und wo es aufhört. Frankreich (Paris) scheint wohl eindeutig zu Westeuropa zu gehören, während Belgien (Gent) u.U. auch zu Mitteleuropa gezählt wird. In jedem Fall reicht Mitteleuropa weiter in den Osten, als ich gedacht hatte. Damit rücken auch Prag, Warschau und Bukarest in den Fokus.

Ralf #41
Ralf #42

Daniel Drepper für ZEIT ONLINE: Kein Doping, kein Sieg

Auf 1500 Kontrollen kommt man so nicht. Die angebliche Rekordzahl erstaunt deshalb selbst Kreischas Labor-Direktor Detlef Thieme. „Vermutlich“, sagt er, „werden auch die vorher durchgeführten Blut-Screenings eingerechnet.“
[…]
Somit kommt die WM vielleicht noch auf etwa 1000 echte Tests. Für 2101 Athleten.
[…]
„Wenn ich doch weiß, dass in vielen Ländern kaum bis gar nicht kontrolliert werden kann und jetzt sind alle Athleten schon anwesend – das ist doch eine ideale Gelegenheit“, sagt Sörgel.

Ralf #43

Thomas Hummel in der SZ: Eine Wand des Schweigens

Herr Holle #44

Wer wissen will, wie der Transport der Proben zu den Labors funktioniert: bittesehr.

nocheinjurist #45

Wer schrieb kuerzlich, dass es mit den Retis im Blut unter 4 Grad Celsius Probleme geben koennte, @ Gipsel, the_doctor? Die Transportfirma garantiert schon mal alles zwischen 2 und 8 Grad Celsius.

Gipsel #47

Wer schrieb kuerzlich, dass es mit den Retis im Blut unter 4 Grad Celsius Probleme geben koennte, @ Gipsel, the_doctor? Die Transportfirma garantiert schon mal alles zwischen 2 und 8 Grad Celsius.

Die Retis kommen normalerweise mit solchen Temperaturen gut klar. Bei höheren Temperaturen würden die sich schneller entwickeln, so daß nach einem Tag Transport ohne Kühlung weniger Retis gemessen würden, als mit Kühlung. Auf die einzelnen „Fraktionen“ der Retis (hoch bzw. niedrig fluoreszierende Anteile) ist die Auswirkung allerdings etwas anders.

Allgemein gibt es mehrere Probleme mit der Temperatur, die sich unterschiedlich auf die einzelnen Bestandteile auswirken. Für die Labordiagnostik (Labor ist meist nicht so weit weg) werden die Blutproben deshalb häufig ungekühlt (Raumtemperatur) transportiert. Blutspenden trennt man heute auch in die einzelnen Bestandteile auf, die dann bei unterschiedlichen, jeweils optimalen Temperaturen gelagert werden (Plasma gefroren, Erys bei 4°C, Thrombozyten bei Raumtemperatur).

Die roten Blutkörperchen (Erys/Retis) werden vor allem durch Bildung von Eiskristallen zerstört. Damit das nicht passiert, läßt man meist ein paar Grad Sicherheitsabstand, so kommt man auf die üblichen 4°C.

In Vollblut (also alle Bestandteile sind noch zusammen) gibt es allerdings noch andere Effekte, die die Messung an gekühlten Proben verfälschen können. Bestimmte Antikörper binden sich z.B. bei niedrigen Temperaturen an die roten Blutkörperchen, was zu einer Art Verklumpung (Kälteagglutinine) und im Extremfall auch Zerstörung der roten Blutkörperchen (Hämolyse) führen kann. Die Thrombos vertragen niedrige Temperaturen auch nicht gerade gut.

Herbert #48

Die Internationale Eisschnelllauf-Union ISU kämpft gerade um einen Präzedenzfall zum Thema Bluttests, nachdem sie die deutsche Olympiasiegerin Claudia Pechstein wegen unregelmäßiger Blutwerte für zwei Jahre gesperrt hat. Die IAAF ist von solchen zukunftsweisenden Wagnissen weit entfernt. Laut Butler wartet sie derzeit, bis die Wada klare Regeln für Athleten-Blutpässe definiert hat.

http://www.sueddeutsche.de/Y5b38x/3004319/Der-Kampf-um-die-Glaubwuerdigkeit.html

indykiste #49
Ralf #50

Ich meine, das folgende wurde hier noch nicht verlinkt…

cycling4fans.de: DLV-Dopingkontrollen in den Wendejahren 1990 und 1991

Ralf #51

Kurier: Seibersdorf im Visier der Ermittler

Laut KURIER-Information steht das Anti-Doping-Labor nahe Wien mittlerweile im Zentrum kriminaltechnischer Ermittlungen der SOKO Doping, wie aus dem Umfeld des Labors in Erfahrung gebracht werden konnte.
[…]
Sollten die Erhebungen zum Erfolg führen bzw. Stefan Matschiner den Namen jener Mitarbeiterin, die er illegal bezahlt haben will, nennen, droht dem Sport-Platz Österreich ein weiterer Tiefschlag.

Hat Herr Matschiner im ARD-Bericht von einer Dame gesprochen? Weiß der Kurier bereits mehr?

Ralf #52

Dopingkontroll-Labor Seibersdorf: Volle Unterstützung für SOKO Doping

„Als Dopingkontroll-Labor haben wir das größte Interesse daran, dass allfällige Vorwürfe gegen MitarbeiterInnen oder Ex-MitarbeiterInnen mit aller Sorgfalt aufgeklärt werden.“ sagt Doping-Kontroll-Laborleiter Dr. Günter Gmeiner.

Dopingkontroll-Labor Seibersdorf: Das Team

Ralf #53

APA: Ermittlungen gegen Seibersdorf-Mitarbeiter

Wie Behördensprecher Gerhard Jarosch gegenüber der APA darlegte, wird gegen einen Mitarbeiter ermittelt, der sich an unrechtmäßigen Machenschaften des Sportmanagers Stefan Matschiner beteiligt haben könnte.

Ralf #54

Thomas Kistner in der SZ: Meister gesucht

Für die Kriminalkommission ist aber nun auch dieser deutsche Läufer „ein interessanter Fall, dem wir natürlich nachgehen“ – man hätte ihn gerne als Zeugen. Zugleich bemühen sich jetzt die deutsche Nada sowie der Deutsche Leichtathletikverband um die Identität des ominösen Sünders.

Ralf #55

Frank Hellmann in der FR: Robert Kiprono Cheruiyot – Das laufende Rätsel

„Die Kontrollen in Kenia sind eine Lachnummer.“

Ralf #56

AP: Spanish walker Fernandez admits doping possession

Spain’s Civil Guard investigated Fernandez in November as part of Operation Grial, which saw 11 people arrested in November including a former doctor.

Marca: Paquillo reconoce la posesión de sustancias prohibidas, pero niega su consumo

Ralf #57

leichtathletik.de: DLV suspendiert Thomas Goller

Die Analyse der anlässlich einer Trainingskontrolle im März entnommenen Urinprobe des Athleten ergab das Vorhandensein von Boldenon und 5ß-androst-1-en-17ß-ol-3one.

leichtathletik.de: Wattenscheid entlässt Thomas Goller

Michael Huke legt Wert auf die Feststellung, dass der Olympia-Halbfinalist des Jahres 2000 ein Einzelkämpfer war, der ein Betreuerteam außerhalb des Vereins um sich geschart hat.

TobiasL #58

Das ist ein wirklich „dicker Fisch“, der im Netz der NADA gelandet ist. Im letzten Jahr hatte Goller ein erstaunliches Ergebnis bei den DM erzielt. Nach langer Pause plötzlich zurück.
International hatte er es nicht bestätigen können. Jetzt versteht man warum.
Ein Erfolg für die NADA, soll auch mal bemerkt werden.

RalfKohler #59

Der Partner von Sina Schielke, oder?

Unschöner Fall.

TobiasL #60

Ja, Schielke und Goller WAREN ein Paar. Frau Schilke hat sich aber laut Facebook vor einigen Tagen getrennt.

Ralf #61

derwesten.de: Doping-Fall Goller der Super-Gau

Der gebürtige Sachse war 2007 zum TV 01 gestoßen, dank der Unterstützung seiner langjährigen Partnerin und Wattenscheider Sprinterin Sina Schielke. Das Paar lebt inzwischen getrennt, hat aber die gemeinsame Tochter […]. Der einstige U23-Europameister konnte lange nicht an die Form seiner jungen Jahre anknüpfen, fühlte sich aber bereits 2007 „gereift“ und gewann vor einem Jahr sogar beide nationalen Titel. Die WM in Berlin verpasste er allerdings wegen einer Wadenverletzung.

Ralf #62

RP-Kommentar: Ach so, ein „Einzelkämpfer“

Kaum war die Nachricht vom Positivtest beim Hürdenläufer Thomas Goller auf dem Markt, ging die im Sport so beliebte Argumentation los, nach der es sich bei solchen Athleten um Einzelfälle handele. […] Ruckzuck distanzierte man sich, nachdem man sich Ruhm und Ehre für die Erfolge des Hürdenläufers gern an die Fahne geheftet hatte.

Ralf #63

Daniel Drepper für sport.zdf.de: Hürden-Sprinter Goller positiv getestet – Deutscher Meister soll Doping-Einnahme zugegeben haben

Er habe wissentlich gedopt und er lasse auch die B-Probe nicht öffnen“, so Huke. Der Ertappte sei zwei Mal positiv getestet worden.
[…]
„Im Jahr 2008 gab es weltweit 93 Dopingfälle mit Boldenon“, so Schänzer weiter. Damit gehöre es zu den am häufigsten benutzten Steroiden.

Ralf #64

Frank Bachner im Tagesspiegel: Ein Unauffälliger fällt auf

TobiasL #65

Leider spricht der DLV in einer ersten Reaktion von einem Einzelfall und einem Aussenseiter.
Jedoch war das kein Gedanke bei der Nominierung zum Kader im letzten Jahr.
Bekannt war, das Goller sich des sogenannten „Bio-Feedback“ bediente, eine aus den USA stammende Form der Körperwahrnehmung.
Klingt gesund , war aber wohl nicht genug „Feedback“.

gun #66

@ Ralf
Der RP-Online Kommentar ist wirklich sehr flach. Der Fall Goller ist ein Einzelfall. Die Deutsche Leichtathletik hat deutlich weniger erwischte Doper als USA oder Russland, trotz, oder wegen vieler Kontrollen. Die Jugendlichen aus der angeführten Untersuchung sind keine Kaderathleten (soweit ich weiß). Ich behaupte, dass der Prozentsatz an Dopern unter der Normalbevölkerung noch höher ist als unter den sporttreibenden Jugendlichen.

Ralf #67

leichtathletik.de: Thomas Goller verzichtet auf Öffnung B-Probe

Der 32-Jährige gab an, sich nicht erklären zu können, wie die bei der Analyse einer Trainingskontrolle festgestellte verbotene Substanz Boldenon in seinen Körper gelangt sei.

Ralf #68

Michael Reinsch in der FAZ: Misstrauen in die russische Seele

Keiner einzigen Doping-Probe habe er sich seit November in Saransk stellen müssen, wohin sein Vater im vergangenen Jahr sein Trainingszentrum verlegt habe, erzählte der 24 Jahre alte Litvinov im Februar offenherzig dem Fachblatt „Leichtathletik“. Die Botschaft war: Er sei gegen Doping, doch theoretisch sei dort alles möglich.

Ralf #69
Ralf #70

ARD-Video (Autor: Florian Bauer): Doping beim Gehen

Walter #72

Warum haben wir eigentlich immer nur zu Meisterschaften“belastete Trainer“.
Gibt es auch unbelastete?

Hier ist ein unbelasteter Funktionär, dachte gar nicht, dass es das auch gibt.
Auch 30 Jahre her,damals war er Sportler

Sie waren vor dreißig Jahren, in der Zeit des Kalten Krieges, Leistungssportler. Sie haben in Amerika studiert. Sind Sie mit Dopingmitteln in Berührung gekommen?

Es wurde so über Trainer herangetragen. Da fragte einer: Hast du schon mal überlegt, ob du was nehmen willst? Die anderen nehmen es auch. Gesundheitlich ist das kein Problem, und bei den Kontrollen passiert nichts. Überleg’s dir!

Und?

Ich habe Nein gesagt. Die Folge war, dass es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gab: die Harten, die richtig wollten, die Medaillengewinner. Und die Weicheier. Bei mir wusste man nicht, ob ich nicht darüber sprechen würde. Es gab damals einen inneren Zirkel derjenigen, die das Zeug mit Löffeln gefressen haben.

Sind Sie bestraft worden für die Weigerung mitzumachen?

Für Los Angeles 1984 bin ich nicht nominiert worden….

http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~EB62AFCC6B77D4E03B3189CFF4780D871~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Herbert #73

Wo findet denn hier die EM in Leichtathletik statt ?

Nicht, dass dieser für die Deutschen einstmal so identitätsbildenden Sportart ein Platz neben dem Radsport zugewiesen worden ist ?
Hier gibt es jedenfalls mehr aus Barcelona, u.a. von unseren historischen Erfolgen, Goldmädels und weiteren Medaillenhoffnungen zu erfahren.
Wenn Robert Harting
seinen Job in Barcelona beendet hat, bekommt er sicherlich auch hier wieder seine Kolumne. Staub hat er ja schon mal vorm Wettkampf aufgewirbelt.

Am Tag vor seinem Ausscheidungswettkampf in Barcelona wirbelte Harting einmal mehr Staub auf. Vom „trägen Verband“ forderte er eine stärkere Unterstützung für seinen im Nachwuchsbereich erfolgreichen Bruder Christoph. „Wenn ich eine Medaille mache, will ich eine Förderungsgarantie
für meinen Bruder“, hieß es in einer vom Weltmeister verbreiteten Pressemitteilung.

Berlinerin #74

hier zum beispiel:
Andreas Rüttenauer: Sprinterin mit DDR-Tempo
Verena Sailer: „Und dann habe ich noch einmal angezogen“

Im Halbfinale sind Sie schlecht gestartet und trotzdem in 11,06 Sekunden ins Ziel gelaufen. 12 Hundertstel schneller als Ihre bisherige Bestzeit. Woher kommt diese Leistungsentwicklung?

Da hat der Rückenwind mitgeholfen, das darf man nicht vergessen. Aber unabhängig davon habe ich mich in den letzten Jahren ganz kontinuierlich gesteigert. Deswegen kommt das alles für mich jetzt gar nicht so überraschend. Das war keine Leistungsexplosion, das geht wirklich Schritt für Schritt.

Der nächste Schritt wäre dann wohl eine Zeit unter elf Sekunden.

Sie sagen es.

Für wann ist der eingeplant?

Planen kann man das schlecht. Dafür müsste natürlich wieder alles passen. Man braucht einen starken Lauf, in dem es um etwas geht. Man braucht Gegner, gegen die man wirklich kämpfen muss. Und man braucht nicht zu wenig und nicht zu viel Rückenwind.

Wenn man an die letzten deutschen Frauen denkt, die so schnell waren wie Sie, dann ist man unweigerlich beim Thema DDR-Doping.

Mag sein. Aber was soll ich mich damit beschäftigen? Das ist zwanzig Jahre her. Da war ich vier.

Die Leute sagen jetzt, Sie seien die Beste seit Katrin Krabbe. Freuen Sie sich darüber?

Man kann auch sagen: Ich bin die erste Europameisterin seit zwanzig Jahren. Darüber freue ich mich auf jeden Fall.

Herbert #75

Danke.

Ich frage mich schon des öfteren, ob Sportjournalisten sportlich aufgeschlossen oder zumindest in ihrer Jugend dem Sport nahe gewesen sein müssen. Der Eindruck, dass hier manchmal die eigenen unerfüllten sportlichen Erwartungen sozusagen stellvertretend aufgearbeitet werden, mag ja – obwohl es auch Beispiele gibt – täuschen. 11.06 sec. , eine Allerweltszeit im Hochleistungssprint wird gleich wieder unter Generalverdacht gestellt. Die eigene 11,6 auf 100m, untrainiert und als Male, kann man da natürlich nicht als Vergleich heranziehen.
Einfach mal locker bleiben, sich über einen Erfolg freuen und dem Sportler Respekt entgegen bringen, sind scheinbar Tugenden ,die nicht allen vermittelbar sind. Wenn Argwohn selbst im grünen Bereich angesetzt wird, kann er jedes Lebensgefühl kaputt machen, auch das eines Sportjournalisten.

gun #76

Seiler ist nicht die Beste seit Krabbe – sie ist besser als Krabbe. Seiler gewinnt ohne Doping. Sie uns ihr Trainer verfolgen neue Trainingskonzepte im Sprint. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Wer sich festgelegt hat, dass Medaillen in der Leichtathletik nur mit Doping erreicht werden, sollte seine Position überdenken. Die Deutsche Leichtathletik scheint auf einem interessanten Weg aus dem Doping-Sackgasse zu sein. Es lohnt sich auch für Journalisten da genauer hinzusehen.

Jens Weinreich #77

Ich weiß nicht, worauf der taz-Kommentator Andreas Rüttenauer hinaus will. Ich verstehe seine Anmerkungen nicht.

@ Herbert: Mal wieder ein Problem mit „den Sportjournalisten“?

Die EM findet schlicht nicht statt, weil ich durchschnaufen muss und mir einige relaxte Tage gönne. Aber andererseits findet die EM ja doch statt (ein bisschen), hier in dieser Kommentarspalte.

@ gun: Ich finde nicht, dass das Dopingthema bei diesem Sprint so sehr in den Vordergrund geschoben werden muss, und dass diese Zeiten (auch in ihrer Entwicklung, in der Karriere von Verena Sailer) durchaus weniger alarmierend sind, als etwa jüngst dieser 8,71-m-Weitsprung, der schon eher zu hinterfragen war.

Andererseits: An der 11-Sekunden-Marke stellen sich automatisch Fragen. Und die Behauptung „sie und ihr Trainer verfolgen neue Trainingskonzepte im Sprint“ ist erstmal eine Behauptung. Gerade bei solchen Behauptungen werde ich misstrauisch. Noch haben fast alle Mega-Doper behauptet, sie hätten die Trainingswissenschaft revolutioniert. Ohne dass ich Sailer & Coach etwas unterstellen will. Verstehen Sie? Ich würde nur immer gern wissen, was das Revolutionäre an angeblich neuen Konzepten ist. Aber nochmal: Aus der Ferne und gewissermaßen aus dem Urlaub, scheinen mir die Karriere und die Steigerungsraten nicht unbedingt fragwürdig.

gun #78

Das klingt fair. Trotzdem möchte ich auf das Interview von Michael Reinsch mit Sailers Trainer Valerie Bauer hinweisen, das heute in der FAZ veröffentlicht wurde:
„Mit unserem Training bekommt man keine Muskelberge“
http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E4DBDDD986B7B4752BBD42FBF753E2AFF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Jens Weinreich #79

Das ist genau das, was ich von Reportern vor Ort erwarte: Dass sie versuchen, die Bedingungen, unter denen Leistung produziert wird, zu beschreiben. Das macht Michael Reinsch.

Ich hatte mich vor einiger Zeit schon an einer „Checkliste Dopingberichterstattung“ versucht, die besonders an der aktuellen Berichterstattung orientiert ist. Man wird sich selten in allen Punkten dran halten können, vor allem nicht in der aktuellen Berichterstattung, die ja zahlreiche Zwänge mit sich bringt. Aber ich finde, es lohnt als, ja eben, als „Checkliste“.

Herbert #80

Mal wieder ein Problem mit “den Sportjournalisten??

Jens, ich beginne langsam zu differenzieren. ;) In diesem Fall habe ich ein Problem mit dem Sportjournalisten.

Ansonsten gönne ich Ihnen ein paar schöne Tage Entspannung.

Stefan #81

für die Deutschen einstmal so identitätsbildenden Sportart

Huch? Hab ich was verpasst? Ich dachte, das hätte Jesse Owens „den Deutschen“ ausgetrieben.

Herbert #82

Stefan, hast du. Definitiv. Deine Jugend entschuldigt das Verpassen. ;)

Walter #83

Jens,
was soll eine solche Checkliste? Wollen Sie Ihren Freund David Howman überholen?

Sebastian Bayer sollte dann dann wohl erst Ihre Checkliste durchgehen, bevor er sich traut, wieder über 8,71m zu springen?

Oder das Urteil steht schon in der Zeitung, bevor die Blutdaten in das neue biostatistische Programm der WADA eingegeben wurden?

Nirgends kann ich lesen, wie weit die IAAF mit dem neuen Blutpass der WADA ist.

Jens Weinreich #84

@ Walter: Wenn Sie nicht darauf kommen, wofür eine solche Checkliste gut sein könnte, kann ich Ihnen leider auch nicht helfen.

David Howman ist nicht mein Freund. Aber er ist sehr kooperativ, und Ihr Freund Herbert :) war damals sehr zufrieden, als David Howman seine Fragen hier im Blog beantwortet hat.

Walter #85

“The Vergackeierei going on for decades, and she cheerfully goes on,? said Franke.

Zu gerne hätte ich auch eine Antwort auf meine Frage erhalten;-)

Herbert #86

@Walter

Sein wann bist du denn mein Freund ? Das müsste ich ja nun wirklich wissen.

Ich kann aber wirklich nicht über David Howman meckern. Da muss ich Jens schon mal unterstützen.
Ich bedauere nur im nachhinein, dass ich dem Obertester nicht die alles entscheidende Frage gestelt habe, weil ich das Flattern bekam und eben kein Journalist bin. ;)

Walter #87

Herbert, ab sofort, du finde ich eh besser;-)

Zumindest ein kleines positives Signal sieht Franke in Deutschland – wo 2011 kein Elite-Team mehr herkommen wird. „Gott sei Dank ist der Profiradsport in Deutschland ein bisschen im Eimer“, sagte Franke. Die Chance für einen Neuanfang? Nicht unter dem Dach der Welt-Anti- Doping-Agentur WADA, so der Wissenschaftler. „Von der WADA ist seit dem Weggang von Richard Pound nichts mehr zu erwarten.“

http://sport.t-online.de/werner-franke-doping-system-beim-radsport-weltverband/id_42366540/index

Da ist ja schon wieder eine Frage an David;-)

Lügen die mit dem neuen Blutpass?

Herbert #88

@Walter

Na gut. Einverstanden. Auf das Wortspiel mit „Du“ und „*****“ muss ich ja nicht hinweisen. ;)

blockquote>“Von der WADA ist seit dem Weggang von Richard Pound nichts mehr zu erwarten.?

Prof. Franke geht es seit geraumer Zeit sicher nicht mehr um das konkrete Problem. Er betreibt mit seinen öffentlichen Äußerungen eine Infragestellung der Ernsthaftigkeit des Antidopingkampfes an sich, was sicher auch seiner (und unserer) wachsenden Ohnmacht gegenüber Doping zu schulden ist. Dass er das Kind mit dem Bade ausschüttet, übersieht er sicherlich eher bewußt dabei.
Derartige Diskussionen gibt es ja schon seit der Zeit vor der Installierung der WADA als scheinbar unabhängige Institution. Da der Kampf gegen Doping zu lange als ein Kampf gegen den unmittelbaren Sünder angesehen und kolportiert worden ist, ist die Lage stetig komplexer und komplizierter geworden. Der Sport und die Poltik sind in einer Sackgasse und haben nicht den Mut, der Öffentlichkeit die Tiefe des Dilemmas offen zu erklären.

Die WADA kann doch auch nur „werkeln“. Antidopingpolitik kann sie doch eh nicht neu und vernünftiger definieren.
Dass sie den Blutpass „erfunden“ hat, zeigt zumindest das Bemühen, der Abwehr und Eindämmung von Doping passablere Instrumente an die Hand zu geben.
Insofern finde ich trotz anfänglicher Skepsis auch den Blutpass als die derzeit wirkungsvollste Interimslösung. Der unterschiedliche Umgang der Verbände mit dem Pass steht allerdings schon wieder auf einem anderen Baltt, und ist anscheinend von der WADA nicht korrigierend zu beeinflussen. Wo der richtige Platz von Generalsekretär David Howman und seinem Präsidenten Fahey hier sein sollte, können doch die Gremien der Agentur und das IOC bestimmen.

Aber noch ein Wort zur Leichtathelitk-EM in Barcelona. Der anfänglich großen Skepsis ist am letzten Tag eine gewissen Zufriedenheit mit der Präsenz der deutschen Athleten gewichen. Die Leistungen deuten auf eine kontinuierliche Arbeit in vielen Disziplinen hin.
Saubererer Sport bleibt das Ziel und ich gehöre zu denen, die in Vertrauensvorschuss gehen, ohne zu vergessen, dass weitere Enttäuschungn die Folge sein können.
Die Alternative zur leistungssportlichen Lachnummer ist die Verdachtsnummer. Das ist seit der „Entdeckung“ des Argwohns im Sport so und wird auch so bleiben. Der Sport scheint zu lernen, dass das eine Gratwanderung ist.

Walter #89

Herbert,
ich verstehe das auch nicht, für andere scheint es kein Problem zu sein.
Die WADA ist aus der medizinischen Kommission hervorgegangen(Conconi war z.B. dort).Pound hatte sich doch kaum um neue Tests gekümmert .Jeder Weltverband machte, was er wollte.
Jetzt haben wir diesen biologischen Pass und Werner Franke ist nicht zufrieden mit der WADA.

War denn der alte Zustand besser? Die UCI hat doch schon etliche Doper aus dem Verkehr gezogen. Dafür scheint sich keiner zu interessieren.
Über den Pass selbst wird höchst unvollständig und falsch informiert.

z.B dieser Sportjournalist schreibt:

Der indirekte Beweis soll den Antidopingkampf revolutionieren. Claudia Pechstein ist die erste, die aufgrund dieses Verfahrens gesperrt wurde. Nun hat die die Welt-Antidopingagentur WADA ihre Richtlinien für den Umgang mit dem Blutpass vorgestellt.

Daniel Drepper

Da fällt mir sofort Prof. Jelkmann ein, der mit diesen RL der WADA zum CAS Verfahren reiste und deutlich machte,(wie auch seine Kollegen der WADA )nach diesen RL hat Pechstein kein typisches Dopingprofil,

Auch Sottas sagte, bei Pechstein handelt es sich nicht um den neuen Pass.

Warum sagt er das wohl?

Wieder eine Frage an David;-)

Herbert #90

@Walter

Da kann man sich schon wundern, wenn auf der HP eines ÖR so ein brachialer Fehler auftaucht. Muss man als ÖR die Diskusion überhaupt verfolgen oder steht man einfach drüber ? ;)

Leider kommt man mit mehr und korrektem Wissen zum CP-Fall auch nicht gerade weiter. Wenn der fällige CAS-Entscheid zum Antrag auf ein Revisionsverfahren lediglich auf formalen Gründen basieren wird, dann brauchen sich die Richter auch nicht vorab mit diesbezüglich neuen medizinischen Erkenntnissen zu belasten.
Das ist dann so wie bei einigen der B-52- Piloten der US Air Force während des Vietnamkrieges, die nicht einmal wußten, wo Vietnam liegt und dann doch ihre Bomben „treffsicher“ abwarfen.
Aber ich weiß ja, Zynismus ist keine rechtlich verwerfliche Kategorie.

Jens Weinreich #91

@ Herbert, Walter: Wir wissen doch alle, dass Fehler dazu da sind, gemacht zu werden. Ob auf so einer Webseite, in diesem Blog, in Kommentaren oder in irgendeinem anderen Medium. Wichtig ist nur: daraus zu lernen und – den/die Fehler zu korrigieren.

Aber: welchen Fehler hat Daniel Drepper nochmal gemacht?

Walter #92

Jens,

Claudia Pechstein ist nicht nach dem neuen Blutpass verurteilt worden.Maximal lt. eines neuen § der WADA, der den indirekten Beweis zuläßt.
Nach den Richtlinien des neuen Blutpasses ist ihr Profil nicht typisch für eine Manipulation, dies sagen gerade die Macher des neuen Blutpasses.
Daniel Drepper sagt aber:

Doch vor Claudia Pechstein ist noch immer kein Sportler nur anhand eines solchen Profils überführt worden. Denn es ist extrem schwierig, manipulierte von natürlichen Veränderungen zu unterscheiden und Doping gerichtsfest nachzuweisen. Experten verbinden mit dem Profil dennoch allergrößte Hoffnungen.

Daniel Drepper denkt, es handelt sich um den neuen Blutpass.
Claudia Pechstein ist höchstens ein Zwischending zur Funktionärsberuhigung.
Beim neuen Blutpass gibt es diese 2,4% Retigrenze gar nicht.

Ich mache mir große Sorgen um den neuen Blutpass, weil gerade dessen Experten keine Manipulation bei Pechstein sehen.
z.B.
http://www.fr-online.de/sport/armstrong-eher-verdaechtig-als-pechstein-/-/1472784/3258440/-/index.html

Ralf #93

Sigi Heinrich für Eurosport: Zauberwort heißt Trainingskontrollen

Ralf #94

Evi Simeoni in der FAZ: Nur ein Piks

Seit vergangenen Donnerstag beobachten Athleten und Experten gespannt die Meldelisten, und das nicht etwa, um zu sehen, mit wem sie es zu tun bekommen werden beim Laufen, Springen und Werfen. Sie wollen wissen, mit wem sie es nicht zu tun bekommen werden. Wer sich kurzfristig verletzt oder plötzlich krank wird oder ganz ohne Gründe dem lukrativen Spektakel fernbleibt.

Ralf #95

SZ: Vorbelastet in Daegu

Ehemals gesperrte WM-Starter

Ralf #96
Ralf #97

Werner Franke im DLF-Gespräch mit Philipp May: „Die Kontrolleure werden beschissen, dass es nur so rauscht“

Ralf #98

Frank Busemann für sportschau.de: Sauber auf dicke Hose machen

mb #99

Ralf, danke für #102. Denn ich wusste bisher gar nicht, dass der WM-Teilnehmer Sebastian Bayer (Weitsprung) während der WM ein „Tagebuch“ für die Homepage der ARD-Sportschau schreibt.

ha #100

@ Ralf, mb
Eindrucksvolle Liste von Busemann. Vorstellbar wäre auch eine mit Tipps, wie man das deutsch und somit richtig macht. Man muss nur, und das funktioniert auch noch im fortgeschrittenen Alter, erst aus dem Kader fliegen, dann ein paar Monate lang auf ein paar Schokoriegel verzichten – und schon hochleistungsexplodiert man zu Silber mit dem Stab und ruft in alle Mikrofone mit Quakstimme: „Geil“. Und wird gefeiert.
Wurftrainer aus Mecklenburg-Vorpommern verstehen offensichtlich was von disziplinübergreifenden Diäten. Sollten unbedingt auch an unsere Sprinter gelassen werden.

Ralf #101

leichtathletik.de (01.08.): „4,79 Meter bei WM springen“

„Was ich im Einzelnen mache, kann ich jedoch nicht verraten, weil andere Leute damit ihr Geld verdienen.“

mb #102

#ha, 104, mein Erstaunen bezog sich eigentlich eher darauf, dass Sebastian Bayer eine kontinuierliche, journalismusähnliche Leistung für die ARD-Sportschau erbringt. Ich bin irrtümlicherweise wohl davon ausgegangen, dass die Zeiten der Einbettung von aktiven Sportlern in die ARD vorbei sind.

Andreas Krieger #103

Hallo.
Kennt jemand das neue Buch von Jürgen Roth schon?
Titel:
Unfair Play
Wie korrupte Manager, skrupellose Funktionäre und Zocker den Sport beherrschen
amazone

Ist bestimmt sehr interessant.

Andreas Krieger

Daniel Drepper #104

Hallo Herr Krieger,

den Auszügen nach zu Urteilen ist das allermeiste wohl bekannt. Ich habs mir trotzdem bestellt und kann gerne was dazu schreiben, sobald ich zum Lesen gekommen bin.

Beste Grüße

Andreas Krieger #105

Hallo Herr Drepper,
vielen Dank für den Link.
Ich habe Herrn Roth auf 3sat auch gesehen und wurde neugierig.

Besten Dank.

Ralf #106
Ralf #108

Jürg Wirz in der NZZ (26.05.): Kenya bangt um den Läufer-Mythos

Ralf #109

Tom Mustroph in der taz: Doping bei der Leichtathletik-WM 2009: Meisterhafte Vertuschung

Von 510 Blutproben, die während der WM 2009 genommen wurden, wiesen allein 20 einen Hämatokritwert über 50 Prozent auf.
[…]
Das Interesse im Gastgeberland der WM 2009 ist gering. „Das ist Sache der IAAF, die Nada ist nicht zuständig“, wehrte Andrea Gotzmann von der deutschen Antidopingagentur eine Nachfrage der taz ab. Beim Bundesinnenministerium, bei der WM mit 1,2 Millionen Euro als Sponsor dabei, sieht man sich nach Auskunft der Sprecherin Pamela Müller-Niese ebenfalls nicht zuständig.

Leave a Reply

required

required, will NOT be published

By clicking the following examples the respective HTML code will be appended to your comment. Use the comment preview to make sure everything looks and works as intended.

  • , ,