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Was vom Tage übrig bleibt (58): Currywurst, Pechstein, München 2018, Zwanziger
30. Juli 2010, 15:18 - zuletzt bearbeitet: 30. Juli 2010, 15:41 - 5 kommentareVielleicht liegt es am Wetter. Ziemlich heiß draußen. Und schwül. Schlecht für den Kreislauf. Vielleicht liegt es aber auch an den handelnden Personen und Institutionen. Ich meine, von Pressemeldungen sollte Mann ohnehin nicht viel erwarten. Aber die drei, die gerade reinkamen, sind doch eine Erwähnung wert.
1) Zum Beispiel diese, Absender die powerplay medienholding AG, die in diesem Theater gelegentlich erwähnt wurde:
Pressemitteilung / 30. Juli 2010
Claudia Pechstein eröffnet „Zur Currywurst“
Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin Claudia Pechstein wird morgen zusammen mit Matthias Große, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Matthias Große (U.G.M.G.), den bekannten Imbiß „Zur Currywurst“ am Airport-Center Waltersdorf eröffnen.
Nach dem erfolgten Umbau des Airport-Centers kann die neue „Zur Currywurst“ nunmehr auch dort weiterhin erfolgreich arbeiten und endlich wieder die beste Currywurst der Stadt anbieten. Der Startschuß fällt um 10 Uhr. Matthias Große, der im Januar diesen Jahres seine Zusammenarbeit mit Claudia Pechstein startete, freut sich auf die Rückkehr einer Berliner Legende und hofft, dass dies lediglich der erste von vielen Anlaufpunkten für die echte Currywurst in der Stadt ist.
Eröffnung: Samstag, 31. Juli 2010 / 10 Uhr „Zur Currywurst“, Airport-Center Waltersdorf, Am Rondell 5 Pressevertreter und Fotografen sind herzlich eingeladen.
Kontakt: powerplay management GmbH, Seepromenade 53, 14476 Potsdam
Was wohl der Arbeitgeber der “dienstunfähig erkrankten” Claudia Pechstein dazu sagt? Über das Themengeflecht Große-Pechstein-Krankschreibung-Steuermittel-Propaganda und darüber, ob darüber berichtet werden sollte oder nicht und wenn ja wie, wurde hier schon ausführlich diskutiert.
2) Oder diese Meldung, kam gerade aus München:
Olympiapark wird Nationaler Ausstatter der Münchner Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018
München, 30. Juli 2010 – Mit dem Aufstieg auf das Dach des Münchner Olympiastadions besiegelten Willy Bogner, Chef der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH und der Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH, Ralph Huber das Engagement des Olympiaparks als Nationaler Ausstatter der Olympia-Bewerbung Münchens für das Jahr 2018.
„Das Olympiastadion bietet von seinem einzigartigen Dach aus nicht nur einen tollen Ausblick auf München und die Alpen, sondern könnte 2018 das zweite Mal Austragungsort einer Olympischen Eröffnungsfeier werden“, so Bogner. „Diese gemeinsame Perspektive macht den Olympiapark zu einem perfekten Partner für unser Projekt, die Spiele nach München zu holen.“
Willy Bogner, Ralph Huber (c) München 2018
Ralph Huber ergänzt: „Im Herzen und auch mit Rat und Tat haben wir die Bewerbung für München 2018 ja schon von der ersten Minute an unterstützt. Da war es nur eine logische Folge, unser Engagement nun auch offiziell zu verbriefen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit!“
Pünktlich zum Start des ersten OutdoorFestivals im Olympiastadion testeten Willy Bogner und Ralph Huber die Zeltdachtour. Vom 30. Juli bis 1. August finden dort zahlreiche Aktionen zum Thema Klettern und Outdoor statt. Sportlicher Höhepunkt ist zudem der DAV Boulder-Weltcup mit dem Finale am 31. Juli. Mehr Informationen finden Interessierte unter: www.impark.de
Ca. 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen
Mit freundlichen Grüßen
Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH
Dazu sollte man vielleicht wissen, dass der Olympiapark München gewissermaßen Sponsor der ersten Stunde ist. Hier wurde nicht nur die Bewerberidee geboren, hier wurden die ersten Investitionen für die Bewerbung getätigt, hier fand die GmbH Unterschlupf und Personal etc. pp – aber man kann ja trotzdem so tun, als wäre ein neuer Sponsor gefunden, der Geld aus der Privatwirtschaft zusteuert. Es finden sich bestimmt Dumme, die das glauben.
3) Oder diese Meldung, soeben aus Frankfurt am Main angemailt:
DFB-Pressemitteilung Nummer: 74/ 2010, Datum: 30.07.2010
Dr. Theo Zwanziger kandidiert für weitere Amtszeit
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hat auf der turnusmäßigen Sitzung das Präsidium des DFB darüber informiert, dass er auf dem ordentlichen Bundestag am 21./22. Oktober 2010 in Essen für eine weitere Amtszeit bis 2013 kandidieren wird. „Es muss legitim sein, sich am Ende einer Legislaturperiode intensive Gedanken über die zukünftige Lebensplanung zu machen. Die Gespräche mit meiner Familie, der große Rückhalt aus den unterschiedlichsten Bereichen des Fußballs, der Politik und Gesellschaft sowie die anstehenden Herausforderungen des Verbandes haben mich zu der festen Überzeugung kommen lassen, noch einmal für dieses Ehrenamt kandidieren zu wollen. Ich freue mich auf die künftigen Aufgaben“, sagt Zwanziger.
Zur Entscheidung des DFB-Präsidenten hat auch die Vertragsverlängerung mit der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft beigetragen. „Das Verhalten des Bundestrainers hat mir gezeigt, dass mein Vertrauen in Joachim Löw gerechtfertigt war. Auf dieser Basis können wir weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten“, sagt Zwanziger. Das sieht auch Bundestrainer Löw so. „Ich freue mich auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein gesellschaftspolitisches Engagement kommt auch unserer Nationalmannschaft zugute. Der Präsident hat uns immer den Rücken gestärkt. Gemeinsam wollen wir unseren Erfolgsweg fortsetzen.“ Und Teammanager Oliver Bierhoff ergänzt: „Es ist eine gute Nachricht, dass sich Dr. Zwanziger wieder als DFB-Präsident zur Wahl stellt. In den vergangenen sechs Jahren hatte er für alle Wünsche der Nationalmannschaft stets ein offenes Ohr und damit maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Teams. Viele neue Ideen hat er unterstützt und dabei wichtige Weichen gestellt.“
Neben den Kernaufgaben des DFB im sportlichen Bereich sieht der DFB-Präsident künftig eine zentrale Aufgabe darin, dass von ihm in den vergangenen Jahren forcierte gesellschaftliche Engagement des Verbandes nachhaltig zu etablieren. „Die hohe Identifikation der Menschen mit dem Fußball muss für uns Verpflichtung und Auftrag sein, soziale Verantwortung wahrzunehmen. Integration, Prävention, Gleichberechtigung, Umweltschutz, all diese Themenfelder werden auch für den Verband immer wichtiger. Auf dem kommenden Bundestag werden wir ein erstes Nachhaltigkeitskonzept vorstellen, dessen konsequente Umsetzung ein zentrales Anliegen von mir sein wird“, sagt Zwanziger.
Liga-Präsident Reinhard Rauball äußerte sich als Vertreter des Profifußballs erfreut über die erneute Kandidatur. „Ich habe mich schon vorher klar für Theo Zwanziger ausgesprochen. Der Ligaverband begrüßt seinen Wunsch nach einer weiteren Amtszeit ausdrücklich und wird ihn für die Wahl zum Präsidenten vorschlagen.“ Auch die Regional- und Landesverbände unterstützen die Kandidatur. Hermann Korfmacher, 1. Vizepräsident des DFB und verantwortlich für den Amateurbereich, sagt dazu: „Ich bin froh, dass uns Theo Zwanziger mit seiner Kompetenz und Erfahrung erhalten bleiben will. Die Basis steht hinter ihrem Präsidenten. “
Neben Zwanziger werden sich auch alle anderen Mitglieder des DFB-Präsidiums auf dem Bundestag in Essen zur Wiederwahl stellen, sofern sie von ihren Verbänden vorgeschlagen werden.
Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Just in case, jemand hätte die Vorgeschichte verpasst:
- “DFB-Boss Zwanziger droht mit Rücktritt”
- “Theo Zwanziger tritt nicht zurück”
- Theo Zwanziger droht (wieder einmal) mit Rücktritt
- Theo Zwanziger bleibt doch (noch) im Amt
Selbstreferenzieller Hinweis, der sein muss. Lange nicht verlinkt, und seit Ewigkeiten nicht aktualisiert, was etliche Male nötig gewesen wäre:
Ich frage mich natürlich, ob diese Menschen/Institutionen die Öffentlichkeit, sorry, verarschen wollen. Und: Was diese Menschen/Institutionen, die derartige “Meldungen” absondern, von Journalisten halten. Ganz offensichtlich nicht viel, sonst würden Redaktionen kaum mit derlei Texten belästigt werden. Aber ganz im Ernst: Bestimmt werden etliche Medien das Zeug unkommentiert unters Volk bringen.
Unkommentiert aber, das ist nichts als die Wahrheit, kann man davon nichts stehen lassen.
Übrigens, es ist Monatsende:
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Was vom Tage übrig bleibt (57): Moskau 1980, Youth Olympic Day
24. Juli 2010, 12:17 - zuletzt bearbeitet: 26. Juli 2010, 10:23 - 16 kommentareEs gibt ein Leben abseits der Tour de France. Woran ich wegen des technischen Crashs bisher nicht erinnern konnte: In dieser Woche vor dreißig Jahren wurden die Olympischen Boykottspiele von Moskau eröffnet, mit Mischka und Leonid.
Sagen wir’s vorerst mal so: Der Stil jener Tage unterscheidet sich doch etwas von jenem Stil, mit dem das IOC auf seine ersten Olympischen Jugendspiele hinweist, die vom 14.-26. August in Singapur stattfinden.
Ich geh dann mal ans Brandenburger Tor, zum Youth Olympic Day.
Nachtrag, 26. Juli, ein erster Eindruck, taste mich langsam an das Thema heran:
BERLIN. Diesen Sommer hatte sich Lena Gohlisch etwas anders vorgestellt. Etwas normaler, darf man sagen, ein bisschen weniger aufregend. „Bis zum Frühjahr“, erzählt die Basketballerin aus Berlin, „hatte ich noch nie etwas von den Olympischen Jugendspielen gehört.“ Dann las sie einen Zeitungsartikel, fand es „toll, dass es so etwas gibt“, dachte darüber nach und, schwupps, einige Wochen später war sie selbst für die Jugendspiele qualifiziert. Im August fliegt sie mit 69 anderen deutschen Nachwuchssportlern zu den ersten Youth Olympic Games nach Singapur. „Wahnsinn“, sagt sie, natürlich. Und fügt brav an, sie wolle „Kontakte knüpfen und Leute treffen“ und „den olympischen Geist miterleben“. Was man so sagt mit sechzehn Jahren.
Die Geschichte der Lena Gohlisch ist typisch. Kaum jemand im deutschen Team hatte Singapur in der Jahresplanung. „Vergangenes Jahr zu Weihnachten“, sagt der Judoka Marius Piepke (17) aus Barsinghausen, „habe ich mir alles mögliche ausgemalt für 2010. Singapur war nicht dabei. Ich wusste nicht, dass es Jugendspiele gibt.“
Prominente wie die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen hatten sogar große Zweifel: „Als ich das erste Mal davon gehört habe, war ich total negativ eingestellt“, sagt sie. „Ich dachte: Mensch, jetzt fangen die schon so früh an, die Kinder zu verheizen.“ Die Skepsis habe sie nicht zwar aufgegeben, sagt Britta Steffen, doch das Programm mit all den Seminarangeboten habe sie halbwegs überzeugt. „Das könnte was werden. Aber nur, wenn es wirklich nicht nur um die Goldmedaille geht!“
Das Projekt Youth Olympic Games (YOG) wurde vor drei Jahren vom Internationalen Olympischen Komitee eingeführt. „Es ist ein Fingerzeig für die Gestaltung des olympischen Sports der Zukunft“, sagt IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Für das deutsche Team hat Bach in seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Losung ausgegeben: „Die Medaillenwertung interessiert mich nicht. Die Nationenwertung ist unwichtig.“ Ob DOSB-Leistungssportdirektor Ulf Tippelt das auch so sieht, der die deutsche Delegation als Chef de Mission anführt, wird man in Singapur erleben.
Die 14- bis 18-jährigen Sportler wollen in Singapur gewiss nicht nur am Kulturprogramm teilnehmen, nicht nur Seminare zur Dopingprävention besuchen, nicht nur den olympischen Helden Michael Phelps und Usain Bolt lauschen, die das IOC einfliegt. Die Sportler wollen auch gewinnen. Etwa der Ruderer Felix Bach, der zur Eröffnungsfeier die deutsche Fahne trägt. „Er ist extrem ehrgeizig“, sagt die viermalige Olympiasiegerin und heutige Trainerin Katrin Boron, „aber ich wünsche ihm auch, dass er in Singapur das Drumherum genießt.“
Lena Gohlesch spielt Street-Basketball – drei gegen drei – gegen die USA, Angola, Weißrussland und Singapur, und sie ist gespannt darauf, wie sich das eine mit dem anderen verbinden lässt: Sport mit Kultur und Bildung und Party. Erstmals organisiert das IOC eine, nun ja, Bildungsveranstaltung. Dazu hat man sich Rat geholt, etwa bei der Pfadfindervereinigung, wie Thomas Bach berichtet: „Die haben mehr Erfahrung in solchen Dingen, die sprechen die Sprache der Jugend.“ Sein olympischer Boss, IOC-Präsident Jacques Rogge, pflegt zu sagen, er werde den Jugendlichen keine Vorträge halten: „Sonst schlafen die ein.“
Derzeit gibt Rogge aber viele Interviews zu den Jugendspielen, die sein olympisches Vermächtnis sein sollen. Zunächst einmal geht es darum, die Botschaft in die Welt zu senden und Aufmerksamkeit zu generieren. Der Fackellauf mit Stationen auf fünf Kontinenten (Berlin, Dakar/Senegal, Mexiko-Stadt, Auckland/Neuseeland, Seoul/Südkorea) soll dazu beitragen. In allen Orten wird eine kleine Show produziert, die Bilder bietet man den TV-Stationen kostenlos an, so wie auch das Material von den Youth Olympic Games im August. Die Promotion-Tour quer über den Planeten begann am Freitag mit der Entzündung er olympischen Flamme in Olympia, wie bei den richtigen Olympischen Spielen auch. Am Sonnabend gab es den Youth Olympic Day vor dem Brandenburger Tor, Lena Gohlisch war dabei eine Hauptrolle zugedacht: Sie durfte mit der Fackel eine Feuerschale entzünden. Bei der Gelegenheit traf sie ihr Idol Dirk Nowitzki und holte sich ein Autogramm. Die Jugendspiele, so viel steht fest, haben sich für Lena Gohlisch schon jetzt gelohnt. Zumal: Als erwachsene Basketballerin ist die Wahrscheinlichkeit, jemals Olympia zu erleben, ziemlich gering.
Das IOC lässt sich die Spiele eine dreistellige Millionensumme kosten. So werden die Reisekosten für alle 3.600 Sportler, für Trainer und Offizielle komplett beglichen. Insider sprechen von Gesamtkosten bis zu 400 Millionen Dollar, inklusive Promotion und Organisation vor Ort. Da kommen die jüngsten Sponsorenverträge mit den amerikanischen Konzernen Dow Chemical und Proctor & Gamble gerade recht. „Ich kenne die genauen Zahlen nicht“, sagt IOC-Vize Bach. „Doch egal, wie viel es ist, was wir für die Jugendspiele ausgeben. Es ist eine Investition in die Zukunft. Und die ist jeden Cent wert.“
Der Beitrag erschien in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau.
Aus dem Maschinenraum (VI)
23. Juli 2010, 15:36 - zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2010, 15:36 - 5 kommentareEs geht hier nach einigen Tagen Pause weiter. 1blu hat das Problem in der Datenbank behoben. Was passiert war? Keine Ahnung. Ehrlich gesagt: Ich musste eh mal ein bisschen Pause machen und abspannen.
Was demnächst passiert? München 2018 bleibt ein Top-Thema. Morgen bin ich beim Youth Olympic Day in Berlin. Die Olympischen Jugendspiele im August in Singapur werden mich einige Wochen beschäftigen, auch live vor Ort.
Greg LeMond sagt und sagt und sagt …
19. Juli 2010, 18:15 - zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2010, 18:43 - 44 kommentareIch weiß jetzt nicht, was alles neu ist an und in den vielen Interviews, die Greg LeMond derzeit gibt – und die von Ralf u.a. hier im Beitrag “Floyd Landis packt aus” verlinkt worden sind. Von diesem kriminellen Rad-Milieu habe ich mich vor Jahren entfernt, in dem ich beispielsweise die Tour-de-France-Berichterstattung der Berliner Zeitung etwas anders gestaltete als sonst üblich, und kümmere mich lieber um andere Milieus, wo noch Hoffnung besteht. Vielleicht mag ja jemand den Vortrag von LeMond nachhören, den er im vergangenen Jahr auf der Konferenz Play the Game in Coventry gehalten hat. Just in case …
Und gern auch nochmal diese Links:
- Angelika Mikus: “Chancen, Schergen, Scharlatane – Der Sportjournalismus und die Tour de France”. Diplomarbeit, vorgelegt im Januar 2009, Institut für Journalistik, TU Dortmund
- Lukas Eberle: „Die Tour de France 2007 – Doping und der differente Umgang damit in den Tageszeitungen“. Abschlussarbeit im Bachelor-Studiengang „Sportpublizistik“, Universität Tübingen, Januar 2008
Mensch, Kinder, die Jahre gehen ins Land. Und es ändert sich nichts. Wenn nicht ständig diese Dopingmeldungen kämen, wüsste ich gar nicht, dass Tour de France ist. Ich schaue und lese nichts.
Nachtrag, kam soeben rein:
- Der aktuelle Jahresbericht der World-Anti-Doping-Agency (WADA)
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München 2018 und der intransparente Umgang mit Steuermitteln: Wirtschaftsplan? Welcher “Wirtschaftsplan”?
16. Juli 2010, 11:00 - zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2010, 15:06 - 71 kommentareEinige Anmerkungen über Intransparenz als Geschäftsprinzip deutscher Olympiabewerbungen, mehrfach von Rechnungsprüfern als “Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln” gerügt.
Die Münchner Olympia GmbH schließt nach jüngsten Turbulenzen die Reihen und teilt in unnachahmlicher Weise mit:
Gesellschafterversammlung erhöht Bewerbungsetat um 10 Prozent und beschließt engere Koordinierung der Gesellschafter
München, 15. Juli – Im Anschluss an die turnusmäßige Gesellschafterversammlung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 am heutigen Donnerstag, schauen die Gesellschafter voller Optimismus auf die kommenden Monate. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach betonte, dass alle Beschlüsse mit absolutem Einvernehmen und großer Entschlossenheit zu Stande kamen. „Mit dem Ziel die Bewerbung noch stärker und positiver in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, haben wir eine engere Verzahnung von Gesellschaftern und Bewerbungsgesellschaft beschlossen“, so Bach weiter. Die Gesellschafter benannten jeweils einen Koordinator, der die Zusammenarbeit stärkt. Prokurist Jürgen Bühl wurde in diesem Zusammenhang zum stellvertretenden Geschäftsführer ernannt.
„Zudem haben wir uns einstimmig und im Einvernehmen der Geschäftsführung auf den Wirtschaftplan der Bewerbung geeinigt.“
Oh, ein “Wirtschaftsplan”.
- Auf welchen “Wirtschaftsplan” hat man sich geeinigt?
- Gibt es einen Beweis dafür, dass ein “Wirtschaftsplan” existiert?
- Warum ist der “Wirtschaftsplan” nicht öffentlich?
- Warum wird der “Wirtschaftsplan” nicht öffentlich gemacht, so wie es sein sollte, vor allem jetzt, da die öffentliche Hand wieder mit etlichen Millionen als Sponsor auftritt?
- Warum wird Abgeordneten der Parlamente von Gesellschaftern trotz mehrfacher Anfrage dieser “Wirtschaftsplan” verheimlicht?
- Was soll/darf die Öffentlichkeit, Hauptsponsor der Bewerbung, nicht wissen?
- Wo sind die Beweise, dass Sponsoren bislang überhaupt Geldmittel für die Bewerbung bereit gestellt haben?
- Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen – sofern es überhaupt welche gibt – in Geld- und Sachmittel?
- Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen – sofern es überhaupt welche gibt – auf wirklich private Firmen und auf halbstaatliche bzw. staatliche “Unternehmen”, also auf verkappte Subventionen der öffentlichen Hand?
- Warum gibt es keine sauberen, öffentlich nachprüfbare OCOG- und Non-OCOG-Etats?
Das sind Kernfragen. Das ist so in Deutschland, denn Transparenz ist auch in dieser Olympia GmbH ein Fremdwort. Die Großzügigkeit im Umgang mit öffentlichen Mitteln aber ist enorm. Vor allem der “Hauptgesellschafter” DOSB und sein Präsident Thomas Bach demonstrieren das, denn nennenswerte finanzielle Mittel bringt der olympische Dachverband auch diesmal nicht ein.
Weiter in der Pressemitteilung:
Der Münchner Oberbürgermeister und stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Christian Ude stellte heraus, dass auf dem langen Weg zu den Olympischen und Paralympischen Spielen auch das eine oder andere Gewitter aufziehen kann.
„Ab heute scheint die Sonne wieder und die Bewerbung wird nicht an finanzpolitischen Aspekten scheitern. Daher haben wir beschlossen, das Bewerbungsbudget innerhalb des geschätzten Rahmens um 10 Prozent auf 33 Millionen Euro zu erhöhen. Gesellschafterdarlehen sind hierfür nicht nötig.“
- Warum sagt niemand, dass es sich um Steuermittel handelt?
- Ist das ein Freibrief für Olympiabewerber, die – wie Bogner – ihre Unkenntnis über die Finanzierung Olympischer Spiele mehrfach bewiesen haben und konsequent Unwahrheiten verbreiten?
Weiter in der Pressemitteilung:
Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer betonte: „Wir haben genug Projekte in der Pipeline, um genügend Sponsorengelder für die Bewerbung zu akquirieren.“
Aufatmen auch bei den Bürgern in Garmisch-Partenkirchen. Erster Bürgermeister Thomas Schmid weiß: „Durch die Tatsache, dass die Marktgemeinde kein Darlehen nachlegen muss, wird den Bürgerinnen und Bürgern eine große Sorge genommen.“
Auch sicherte Ministerpräsident Seehofer bei den Verhandlungen mit Grundstückseigentümern für die notwendigen Flächen zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele seine volle Unterstützung zu. Er betonte, dass alle Entscheidungen gemeinsam mit den Bürgern vor Ort getroffen werden.
Willy Bogner, München 2018-Chef, zeigte sich nach der Sitzung sehr zuversichtlich: „Die zugesicherten 33 Millionen Euro machen eine erstklassige Bewerbung möglich. Ich freue mich besonders, dass sich alle Gesellschafter dazu bekannt haben mit ihrem persönlichem Engagement für die Bewerbung einzutreten und die großen Vorteile der Münchner Bewerbung stärker zu kommunizieren.“
Willy Bogner hat übrigens, wenn man den Berichten glauben darf, während der Gesellschafterversammlung zum Thema Finanzen geschwiegen. Eine ausführliche Presseschau findet sich dazu in den Kommentaren dieses Beitrags.
Es ist kein Geheimnis, dass ich die deutsche Intransparenz, die Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln und das undemokratische Vorgehen bei der Verschleuderung von Steuermitteln nicht schätze. Den Halbgöttern Seehofer, Bach und Ude seien deshalb als Handzettel Zitate aus den Untersuchungsberichten zu vergangenen deutschen Olympiabewerbungen empfohlen. Das Thema wird in den nächsten Monaten vertieft werden müssen. Aber sicher läuft das in München besser als einst in Berlin und Leipzig.
In der Leipziger Olympia GmbH hatte einst eine Tiefenprüfung im Herbst 2003 ergeben, wenige Monate vor dem blamablen Vorrunden-Aus (sämtlich Zitate aus dem Prüfbericht):
- Fälle von Aktenvernichtungen.
- Dass elf Firmen lediglich auf der Grundlage mündlicher Absprachen gearbeitet haben.
- Ein Vier-Augen-Prinzip sei hierbei nicht berücksichtigt worden.
- Bis zum 11. November 2003 bestanden keine eindeutigen Vertragszeichnungsregelungen innerhalb der GmbH.
- Es bestand kein Vertragscontrolling hinsichtlich der Leistungen und Rechnungen der Vertragspartner.
- Ausschreibungsgrundsätze wurden entgegen der Weisung des Aufsichtsrates nicht beachtet.
- Für Veranstaltungen der GmbH lagen keine Kostenpläne vor, zum Teil auch keine Nachweise.
- Eine laufende Kostenkontrolle sei derzeit in der GmbH nicht möglich.
- Bis zum Tage der Prüfung existierte in der GmbH keine ordentliche Buchführung.
- Eine einheitliche Anwendung der Reisekostenregelung wurde nicht beachtet.
- Die Nutzung von zur Verfügung gestellten Pkws entbehrte jeder klaren vertraglichen Grundlage.
- Das Vergaberecht wurde nicht eingehalten.
- Die Aktenführung sei zum Teil nicht nachvollziehbar und unvollständig.
Der Prüfer nennt Handlungsbedarf, damit die GmbH den Maßstäben “einer geordneten Tätigkeit” gerecht wird:
- Aktenvernichtungen haben zu unterbleiben.
- Aktenverläufe müssen in Zukunft nachvollziehbar sein.
- Organisatorische und inhaltliche Mängel seien abzustellen.
- Die Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln sei abzustellen.
- Die Beauftragung externer Firmen sei zu reduzieren (im Beauftragungsfall nur mit klarer Begründung).
- Die Städte Leipzig und Rostock sollten sich aus dem täglichen operativen Geschäft der GmbH möglichst heraushalten.
- Satzung und Geschäftsordnung der GmbH bedürfen einer Überarbeitung.
Für Leipzig waren damals 31,5 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln für die Bewerbung verplant, plus etliche hundert Millionen, die bereits verbaut wurden in der Stadt. Wer mehr lesen will: “Operation 2012″.
In Berlin wies der Landesrechnungshof 1996, drei Jahre nach dem Olympia-Desaster (Berlin erhielt nur neun der IOC-Stimmen im Wettbewerb um die Spiele 2000, obwohl noch am Vorabend von mehr als 40 orakelt wurde!) nach, wie seinerzeit exakt 51.305.684,12 DM verpulvert wurden – 40,3 Millionen aus dem Berliner Haushalt und elf Millionen vom Bund.
Hier einige Kernaussagen aus dem Bericht des Berliner Rechnungshofes vom August 1996, der sich liest wie eine Kopie des Leipziger Prüfungsberichts vom November 2003 bzw. umgekehrt:
Eine erhebliche Einschränkung der Erkenntnismöglichkeiten ergab sich auch dadurch, dass der Geschäftsführer der Olympia GmbH Akten der Gesellschaft hatte vernichten lassen (sog. Reißwolfaffäre). Ein Teil der Unterlagen existierte nicht, in der Mehrzahl der Fälle lagen nicht einmal schriftliche Verträge vor. Von den stichprobenweise geprüften Fremdleistungen im Wert von 17,2 Millionen DM lagen jedenfalls nur für Leistungen im Wert von 3,8 Millionen DM (das sind 22 v.H.) Vertragsdokumente vor. Soweit vertragsbegründende Unterlagen wie Angebote, Schriftwechsel über Preisverhandlungen, Aufträge und deren Änderung nicht aufbewahrt wurden oder nicht erstellt worden sind – und das gilt für den weit überwiegenden Teil der geprüften Fremdleistungen –, konnte die Olympia GmbH auch nicht den Nachweis vertragsgemäßer Lieferung und Leistung erbringen. Die Bescheinigung der sachlichen Richtigkeit auf den Rechnungen – soweit vorhanden – allein ist nicht ausreichend. Der Geschäftsführer hat sogar Millionengeschäfte mündlich abgeschlossen.
Besonders lesenswert, Punkt 124 des Rechnungshof-Berichts:
Die Olympia GmbH hat keine privat finanzierte Olympiabewerbung durchgeführt, sondern fast ausschließlich Steuergelder für diesen Zweck verwendet, und zwar im Umfang von über 50 Millionen DM.
Werden statt einer durchaus denkbaren privaten Finanzierung öffentliche Mittel eingesetzt, unabhängig in welcher Form, ist mit diesen vom Steuerzahler aufgebrachten Geldern besonders sorgfältig zu wirtschaften.
Die Verwendung dieser Mittel darf in keinem Fall der parlamentarischen Finanzkontrolle entzogen sein.
Somit verbietet es sich auch, den Begriff der Wirtschaftlichkeit neu zu definieren und jedwede allgemeine sinnvolle oder auch nur vertretbare Mittelverwendung für die Olympiabewerbung als wirtschaftlich anzusehen.
Der Rechnungshof verkennt nicht den politischen Stellenwert, den die Olympiabewerbung gehabt hat. Dieser rechtfertigt aber nicht, die Verwendung der Mittel letztlich nach dem Grundsatz “Der Zweck heiligt die Mittel” zu beurteilen.
Wie gesagt: In München läuft das bestimmt besser.
Obwohl ich da arge Zweifel habe. Denn Willy Bogner, ich sage es erneut, kennt sich in der Olympiafinanzierung nachweislich nicht aus und hat seine Falschaussagen aus etlichen Interviews meines Wissens auch nie korrigiert. Mein Vertrauen hält sich also in Grenzen.
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Programmhinweis (IX): “Wenn der Fußball zum Politikum wird”
14. Juli 2010, 19:17 - zuletzt bearbeitet: 14. Juli 2010, 19:17 - 12 kommentareHeute Abend, “Dossier Politik” auf Bayern 2: “Wenn der Fußball zum Politikum wird”. Dazu darf ich im Gespräch mit Ingo Lierheimer einiges sagen.
Die Einspieler:
- Die FIFA – ein millionenschwerer Verein mit korrupten Mitgliedern (Rainer Volk)
- “Der weiße Afrikaner” – wie Joseph Blatter die WM missbraucht hat und was Südafrika davon bleibt (Claus Stäcker)
- Nähe, die Erfolg verspricht: Kurt Beck und der 1. FC Kaiserslautern (Armin Angele)
- Ein Zentrum für 2010: Das Feigenblatt der FIFA (Wim Dohrenbusch)
- Wie sich die Politik in den Sport einmischt, zum Beispiel in Deutschland (Taufig Khalil)
Die Sendung gibt es natürlich auch als Podcast.
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Dilettantenstadl München 2018: Bogner will mehr Steuermittel, Widerstand wächst, Bewerbung am Ende?
10:22 - zuletzt bearbeitet: 14. Juli 2010, 19:28 - 41 kommentareMensch, die kleine “offizielle Opposition“, von der im Mini-Bidbook der Münchener Olympiabewerbung die Rede war, ist ganz schön mächtig geworden.
- Hier geht es zur Unterschriftenliste NOlympia 2018
- NOlympia auf Facebook
Ist ein echtes Sommertheater, was sich da in Bayern abspielt. Hilflos trudeln die Münchner Olympiabewerber dem Abgrund entgegen. Der Widerstand einiger Einheimischer und ihrer Volksvertreter (Oberammergau, Garmisch, alle Ereignisse und Berichte sind verlinkt, u.a. hier in der Übersicht oder im letzten Beitrag) lässt die Bewerber-Gesellschaft mächtig ins Schlingern geraten.
Einmal mehr erweist sich, wie schwach diese Gesellschaft besetzt ist: die Geschäftsführer Bernhard Schwank hat seine Stärken im sportfachlichen Bereich, keine Frage, auf Abteilungsleiter-Ebene gewissermaßen.
Und Hauptgeschäftsführer Willy Bogner? Eine absolute Enttäuschung. Eine Fehlbesetzung. Nicht von dieser Welt.
- Kommunikation? Fehlanzeige. Er weiß nicht, was das ist und wie das geht.
- Fachliche Kenntnisse? Fehlanzeige. Er verbreitet Unwahrheiten über die Finanzierung Olympischer Spiele, oft genug nachgewiesen. Und er lässt sich auch gar nicht von der Wahrheit beirren.
- Umgang mit Kritik? Kritikfähigkeit? Oooops?
Katarina Witt gibt es auch noch, ja, aber sie ist halt die Grüß-Kati.
Und was ist mit Thomas Bach, dem eigentlichen Bewerberchef, dem DOSB-Präsidenten und IOC-Vize, der unbedingt mit München ins Rennen wollte und Hamburg und Berlin deshalb, sagen wir: ein bisschen ausmanövriert hat?
Es bleibt dabei, ob es Bach gefällt oder nicht: Sollte München scheitern, erhöht das seine Chancen auf die IOC-Präsidentschaft, worüber 2013 entschieden wird. Wo ist eigentlich Bach, außer auf den Tribünen der Fußball-WM in Südafrika? Will er sich ähnlich aus der Verantwortung stehlen ziehen wie zuletzt in Berlin und Leipzig? Oder sind die Personalien der vergangenen Woche schon seine letzte Rettungsaktion?
Vergangenen Freitag meldete die Bewerbergesellschaft eigentlich keine schlechten Personalien:
München 2018 stellt Managementteam vor
Zu Beginn der Candidate City Phase verstärkt die Bewerbungsgesellschaft ihr Team mit einer Kombination aus Expertise und Leidenschaft für die Winterspiele
München, 9. Juli 2010 – Das Managementteam der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH ist nun komplett. Auf Basis der positiven Bewertung des Internationalen Olympischen Komitees bei der Nominierung zur Candidate City kann München 2018 nun gestärkt mit einem vollzähligen Direktorium die internationale Kampagne als Kandidatenstadt starten.
Das komplette Direktorium besteht aus sechs Personen: Katrin Merkel (International Relations), Jürgen Bühl (Planungsprozesse) und Stefan Bruckner (Marketing). Neu dabei sind: Steffi Klein (Sport), Jochen Färber (Kommunikation) und Andreas Weinberger (Finanzen).
Steffi Klein war vor ihrer jetzigen Aufgabe als Sportdirektorin bei München 2018 sieben Jahre Media und Communications Managerin beim Internationalen Paralympischen Komitee. Jochen Färber wird nach seinen Erfahrungen beim TV Sender Eurosport und als Pressesprecher des Internationalen Fechtverbands die Abteilung Kommunikation leiten. Andreas Weinberger bringt für seine Aufgabe als kaufmännischer Direktor langjährige Erfahrung bei Deloitte mit, die nicht nur eines der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen ist, sondern auch offizieller Nationaler Ausstatter der Münchner Bewerbung.
Willy Bogner freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem vollzähligen Team, das sowohl Expertise und vor allem Leidenschaft für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele mitbringt. „München 2018 ist froh und stolz darauf, ein Team mit herausragenden Know-how, unterschiedlichen Hintergründen und nachweisbaren Erfolgen rekrutiert zu haben. Schließlich hat unsere Reise nach Durban zur IOC Session am 6. Juli 2011 eben erst begonnen. Dank dieser hervorragenden Teamerweiterung können wir nun nochmal einen Gang höher schalten. Neben der unzweifelhaften Expertise war uns auch wichtig, dass alle, wie ich, daran glauben, dass die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in München im Jahr 2018 die freundlichsten Spiele für Athleten, die Olympische Familie und die Zukunft werden, die es je gab.“
Frau Merkel koordiniert seit vier Jahren die internationale Arbeit des DOSB und ein bisschen auch die seines Präsidenten. Jochen Färber hat internationale Erfahrung und, wenn ich mich recht erinnere, einmal die Gala zum 50. Geburtstag des heutigen DOSB-Präsidenten moderiert. Zum Deloitte-Vertreter bzw. Deloitte sage ich lieber nichts – nur so viel: Was da mitunter als “Studie” bezeichnet wird, ist aus meiner Sicht doch nicht viel mehr als eine Stoffsammlung aus dem Internet, die ein guter Praktikant auch hinbekommen könnte. Aber ich will gar nicht ins Detail gehen, frei nach Willy Bogner …
Und was macht der Willy?
Willy Bogner fällt in der Not nichts anderes ein, als nach mehr Geld vom Steuerzahler zu greinen.
Unfassbar.
Warum leitet er eigentlich nicht ein bisschen Geld um, das er mit seinen Stores etwa im Gasprom-Ressort in Krasnaja Poljana (Sotschi 2014) einnimmt?
Dabei liegt der Öffentlichkeit weder ein sauberes Bewerbungs-Budget vor, noch ein OCOG-Budget noch ein Non-OCOG-Budget. Nichts, außer einigen wenigen Zahlen, die man mit viel Mühe aus dem Mini-Book herauslesen kann.
- Spaßeshalber hier nochmal meine Anfragen an das BMI von Anfang 2009. Präzise betrachtet hat sich doch seither nichts verändert, oder?
- oder hier einige Aussagen zur Carte Blanche des Bundestages und dem demokratiewidrigen Striptease
- oder hier ein bisschen was zum Goldenen Plan für München, den der Willy sicher gern erweitern würde
Typisch deutsch. Typische deutsche Olympiabewerbungen: Intransparent. Undemokratisch. Würde mich interessieren, ob auch ähnlich gewirtschaftet wird wie zuletzt in Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000) und Leipzig (Sommer 2012). Also zum Beispiel: Ob Aufträge ohne Ausschreibungen vergeben werden (einige Ausschreibungen gab es in München offenbar), ob es kein Controlling gibt, ob am Aufsichtsrat vorbei gewirtschaftet wird etc. pp.
Jedenfalls, vorläufige Höhepunkte im Dilettantenstadl sind ein Brief Bogners an die Gesellschafter und anschließend dieses Kleinod an Pressemitteilung, einfach entzückend:
Pressemitteilung vom 13.07.2010
Sehr geehrte Damen und Herren,
Willy Bogner optimistisch für München 2018
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele sieht hoffnungsvoll nach vorne. „Ich habe nicht mit meinem Rücktritt gedroht und werde dies auch in der Zukunft nicht tun“, erklärte der 68-jährige Manager im Vorfeld der Gesellschafterversammlung.
Am Donnerstag treten zuerst der Aufsichtsrat und später die Gesellschafter in ihrer turnusmäßigen Sitzung in der Staatskanzlei zusammen. Bogner hatte sich in einem vertraulichen Brief an die Gesellschafter und den Aufsichtsrat gewandt. Darin hat der Münchner deutlich gemacht, dass sein Engagement natürlich im Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen der Gesellschaft steht.
Nach der gerade hervorragend überstandenen Vorauswahl sieht Bogner gute Chancen für die Bewerbung. „Dafür ist der Rückhalt und die volle Unterstützung der Gesellschafter nach wie vor gegeben“, so Bogner.
Darüber hinaus liegen den für die Finanzierung verantwortlichen Gesellschaftern der öffentlichen Hand weitere positive Signale aus der Wirtschaft vor. Die Gesamtfinanzierung muss endgültig erst im nächsten Jahr gesichert sein. Über den aktuellen Stand wird am Donnerstag nach der Gesellschafterversammlung im Rahmen einer Pressekonferenz informiert.
Ca 1.300 Zeichen inkl. Leerzeichen
Mit freundlichen Grüßen
Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH
Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH
München bewirbt sich zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018. Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Willy Bogner und dem Geschäftsführer Bernhard Schwank erarbeitet die Bewerbung und führt sie durch. Gesellschafter der Bewerbungsgesellschaft sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit 51 Prozent, die Landeshauptstadt München (30 Prozent), der Freistaat Bayern (neun Prozent), die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen (acht Prozent) und der Landkreis Berchtesgadener Land (zwei Prozent). Unterstützt wird die Bewerbung von den nationalen Förderern Adidas, BayWa AG, BMW Group, Flughafen München GmbH, Lufthansa und Sparkassen-Finanzgruppe sowie den nationalen Ausstattern Deloitte, GfK Verein, Messe München GmbH, Norton Rose LLP, Olympiapark München GmbH und Stadtwerke München GmbH. Informationen zum Konzept, dem Bewerbungsablauf und viele weitere Details finden Interessierte unter www.muenchen2018.org.
Tendenz derzeit: Die Bewerbung müsste eingestellt werden. Noch aber glaube ich nicht, dass es so weit kommt. Das wusste in einer ähnlichen Situation (nur mit anderen Problemen, etwa Misswirtschaft, Anzeichen von Vetternwirtschaft) schon die Politik im Herbst 2003 im Fall Leipzig zu verhindern. Damals rettete Bundesinnenminister Otto Schily eine alles in allem lächerlich geführte Bewerbung mit einem, nun ja, Machtwort. Macht haben sie ja, wenig Geist, aber Macht – und damit auch Macht über die Schatullen des Steuerbürgers.
Ich vermute mal, so wird es am Donnerstag auch in München kommen. Kassen auf! Volle Fahrt voraus! Ab gegen den Berg! Oder eben: in den Abgrund! Koste es, was es wolle! (Weiß ja eh niemand, was es kostet.)
Die wichtigsten aktuellen Beiträge zum Dilettantenstadl hat Ralf längst verlinkt unter dem Beitrag “Kleiner Regelbruch: Olympia 2018, die Candidate Cities”. Hier ein Extrakt:
- AZ: Olympisches Gezanke
- SZ: Olympia in München auf der Kippe – Bogner droht mit Rücktritt
- sid: Bogner fordert für Olympia Hilfe der Politik
- AZ: Olympia 2018 auf der Kippe
- Merkur: „Mehr Geld für Olympia“ – Bogner verwirrt mit Rücktrittsdrohung
- BR-Video: Olympia-Probleme: Garmischer Widerstand
- SZ: Frust beim Frontmann
Wollen wir weiter abstimmen, bevor einige Optionen gestrichen werden müssen?
Leicht abgewandelt:
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Südafrika, Tag 35: Wasserstandsmeldung, Olympia 2020, Abstimmung beste WM-Spieler
9. Juli 2010, 10:11 - zuletzt bearbeitet: 9. Juli 2010, 14:05 - 41 kommentareJOHANNESBURG. Fünf Wochen sind genug. Abflug O.R. Tambo 20.40 Uhr. Dass es in den vergangenen Tagen etwas ruhiger zuging, mag auch an den Pillen liegen, die ich in mich reinstopfen musste. Ein kleines Fazit wollte ich schon noch schreiben und auch eine kleine wissenschaftliche Abhandlung zur FIFA in Afrika, die ich mir seit fünf Wochen vornehme und die vielleicht die Liste der tausend unerledigten Themen und Vorhaben verlängern wird. Aber ich verspreche lieber nicht zu viel. Kann sein, dass ich am Wochenende daheim erst mal Fußball spiele und mich in die Hängematte lege. Und dann natürlich das Endspiel gucke.
Sepp Blatter hat gestern im Sandton Convention Centre gemeinsam mit den beiden WM-OKs (dem der FIFA und dem der Südafrikaner) noch eine Pressekonferenz gegeben, die ich leider verpasste, weil es in der Holzklasse mit Kulula natürlich etwas länger dauert als mit “FIFA one” und anderen Privatjets und mein treuer Taxifahrer Wilson auch kein Blaulicht hatte. Jedenfalls, Sepp hat wieder viel Unsinn erzählt. Zum Beispiel sagte er:
“Wir sollten nicht mehr über Doping im Fußball sprechen.”
Denn es hat, welche Überraschung, keine positiven Dopingtests gegeben (anders als in der Leichtathletik, wo gerade Zahnspangen-Lady Shelly-Ann Fraser ein Problem bekommt).
Er sagte auch:
“Die Stadien in Südafrika sind Juwelen. Kein einziges Land in Europa verfügt über solch gute Arenen wie Südafrika, kein einziges.”
Das gilt vielleicht für Polen und die Ukraine, Gastgeber der Euro 2012, ist ansonsten aber Nonsens. Über die Nachnutzung der überdimensionierten WM-Arenen ist schon viel geschrieben worden. Das interessiert die FIFA aber nicht. Sie hat die Pflichtenhefte verfasst, Auflagen und Preise hochgetrieben und verdrückt sich nun aus dem Land. Die meisten Stadien werden Invest-Ruinen.
In Durban droht Ähnliches, wenngleich die Moses-Mabhida-Arena vielleicht doch bald Schlagzeilen machen wird. Es ist das einzige Stadion von olympischen Ausmaßen, nicht nur, weil es Platz für eine Leichtathletik-Anlage bietet, auch die Katakomben und das Drumherum sind, man könnte sagen: olympisch geplant.
Blatters Aussagen zu den Olympia-Ambitionen Südafrikas (bisher hat es eine Bewerbung von Kapstadt für die Sommerspiele 2004 gegeben) werden von der südafrikanischen Regierung natürlich dokumentiert:
“If there is any country in Africa that can host the Olympics it is South Africa … I can tell you now if a country can host a FIFA World Cup successfully, that country can definitely organise the Olympics”, Blatter said.
The International Olympic Committee awarded the 2016 Games to Brazil, making it the first time a South American country will host the games. This will leave Africa as the only continent yet to stage the Olympics.
Blatter noted that unlike the World Cup, which requires the cooperation of many cities, organising the Olympics needed only one city. Both Durban and Cape Town have indicated their willingness to host the event should South Africa decide to launch its bid.
Since the dawn of democracy in1994, South Africa has hosted several major international events, including the Rugby World Cup in 1995, African Cup of Nations in 1996 and the Cricket World Cup in 2003. Next year the country is scheduled to host COP 17, the largest gathering of world leaders and civil organisations to discuss climate change.
“South Africa has shown what it can do. I know we are still going to match 63 and 64 but we are satisfied and if South Africa wants to host the Olympics I would fully support such a candidature.”
Es gibt viele Gründe für Durban. Eine Standortbestimmung, mehr nicht, hatte ich in Kürze am Dienstag für den DLF gedichtet:
Durban macht kein Geheimnis daraus, erste afrikanische Olympiastadt werden zu wollen. Die Bewerbungen für 2020 und 2024 sind fest avisiert. Clever hat man sich zunächst darauf konzentriert, sportpolitische Highlights an den Indischen Ozean zu holen. Das ist immer ein guter Start. Im Dezember findet das vom IOC organisierte Weltforum für Sport, Bildung und Kultur in Durban statt – im Juli kommenden Jahres dann die 123. IOC-Vollversammlung. Es ist die erste IOC-Session überhaupt in Afrika, am 6. Juli 2011 werden in Durban die Olympischen Winterspiele 2018 vergeben – an Pyeongchang oder München.
Durban ist vor zwei Jahren in Peking vom IOC ausgewählt worden, und schon damals haben die Olympia-Ambitionen der größten afrikanischen Hafenstadt eine Rolle gespielt.
Seit Mai hat Durban einen neuen Flughafen. Das Moses Mabhida-WM-Stadion, neues Wahrzeichen der Stadt, soll für Olympische Spiele und/oder die Commonwealth Games auf 85.000 Zuschauer ausgebaut und mit einer Leichtathletik-Bahn versehen werden. Es ist die einzige Arena auf dem Kontinent, in der eine Leichtathletik-WM austragen werden könnte. Durban hat auch das einzige olympische Schwimmstadion in Afrika. Vom WM-Stadion kann zu Fuß an den Strand, die meisten Hotels sind in der Nähe – ideale Bedingungen für ein Olympisches Dorf.
Und schließlich: Sam Ramsamy, Südafrikas IOC-Mitglied, stammt aus Durban. Ein kleines, aber feines Detail.
Colleen Dardagan ist sportpolitische Korrespondentin der größten Zeitungsgruppe der Region. Sie sagt, auch das Wetter spreche für Durban – ein gewichtiges Argument in Afrika. Durban will die Spiele und hat Platz für das Olympische Dorf. Durban hat die Vision und Vorteile gegenüber Kapstadt und Johannesburg.
Keine andere WM-Stadt hat sich dermaßen clever und nachhaltig aufgestellt. Es wird eine politische Entscheidung. Durban ist bereit, aber Südafrikas Präsident hat das letzte Wort. Jakob Zuma hat sich mehrfach für eine Bewerbung ausgesprochen und wird das Thema mit IOC-Präsident Jacques Rogge debattieren, der zum WM-Finale nach Südafrika kommt.
Nachtrag, 13.51 Uhr: So, und jetzt habe ich mal noch meine 2 cents bzw. meine Stimme bei der Wahl zum besten WM-Spieler abgegeben. Kurioserweise wird über diesen “Goldenen Ball” von Adidas (natürlich) ja immer schon vor dem Finale entschieden. Weshalb etwa 2002 Kahn und nicht Ronaldo und 1998 Ronaldo und nicht Zidane den “Goldenen Ball” erhielten.
Ich hätte nicht gedacht, dass mir das mal passiert, aber ich habe für Schweinsteiger gestimmt und schäme mich auch nicht dafür. Seine Entwicklung (ich fand ihn bei der WM noch besser als in der Champions League) hat mich schwer beeindruckt. Meine Nummer zwei: Sneijder. Dann Forlán.
Die FIFA hat diese Shortlist aufgestellt, in alphabetischer Reihenfolge, und darüber könnten wir hier ebenfalls abstimmen, eine Spielerei, mehr nicht:
Wer soll den "Goldenen Ball" als bester WM-Spieler 2010 erhalten?
- Xavi (8%, 44 Votes)
- David Villa (8%, 44 Votes)
- Wesley Sneijder (10%, 54 Votes)
- Bastian Schweinsteiger (55%, 310 Votes)
- Arjen Robben (1%, 5 Votes)
- Mesut Özil (3%, 18 Votes)
- Lionel Messi (1%, 5 Votes)
- Andres Iniesta (5%, 27 Votes)
- Asamoah Gyan (1%, 4 Votes)
- Diego Forlán (8%, 56 Votes)
Total Voters: 567
Als beste junge Spieler der WM stehen auf der Shortlist diese drei Herren, und ich denke, angesichts der durchschlagenden Bilanz Müllers (vier Tore, drei Assists bislang) ist die Sache sonnenklar:
Wer war bester junger Spieler der WM 2010?
- Andre Ayew (2%, 9 Votes)
- Giovani dos Santos (2%, 7 Votes)
- Thomas Müller (96%, 427 Votes)
Total Voters: 441
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live aus Durban: Deutschland vs Spanien
7. Juli 2010, 16:59 - zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2010, 23:14 - 53 kommentareDURBAN. Dreieinhalb Stunden noch. Ich mache mich dann mal auf ins Moses-Mabhida-Stadion. Über Online-Gebühren darf hier debattiert werden. Heute also nicht wirklich Hintergründe, sondern live aus dem Stadion, das WM-Halbfinale.
Zur Taktik, bis die Aufstellung kommt und damit die eine herausragende Frage beantwortet wird, wer Thomas Müller ersetzt, der bei dieser WM definitiv zum besten jungen Spieler bestimmt werden wird:
- Zonal Marking: “Germany vs Spain: tactical preview”
- Ausführliche Presse- und Blogschau dazu wie gewohnt bei allesaussersport: “WM2010-Grundrauschen, Tag 27″
- Christian Gödecke auf SpOn: “Wer macht den Müller?”
Ich plädiere auch für Kroos. Das wäre aus vielerlei Gründen konsequent. Fürchte aber Trochowski.
In Durban geht es nicht nur am 7. Juli 2010, sondern auch am 6. Juli 2011 um viel für Deutschland. Heute WM-Halbfinale, in einem Jahr an gleicher Stelle IOC-Vollversammlung mit der Entscheidung über die Olympischen Winterspiele 2018. Durban will aber etwas mehr. Mein erster Gruß vom Indischen Ozean gestern Abend:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
19.04 Uhr: Im Stadium Media Centre. Es werden heute womöglich einige tausend Plätze frei bleiben, denn wie ich höre, sollen in Johannesburg etliche Maschinen nicht abgehoben sein, weil es Probleme mit den Kerosin-Leitungen gab. Kein Kerosin oder kaputte Leitungen, was auch immer. Die Nachrichtenagenturen werden sicher gleich berichten. Nur Privatmaschinen durften/konnten abheben, heißt es.
19.11 Uhr: Trochowski, sagt der Kollege, der auch sehr für Kroos gekämpft hat mit seinen Mitteln. Andererseits: Löw hat ‘nen Lauf, wahrscheinlich macht Trochowski zwei Tore.
Noch eine Hör-Empfehlung (#Selbstreferenz), ein Interview von heute Morgen auf DRadio Wissen über die “Macht der Bilder und TV-Berichterstattung zu FIFA-Konditionen”
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
20.25 Uhr: Stadion, just in case: Block 202, Reihe 14, Sitz 8.
dfb, olympiabewerbung, sommerspiele 2020, sommerspiele 2024, spanien, südafrika 2010, wm 2010
Online-Gebühren (II): über den Wert von Qualitätsjournalismus
11:49 - zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2010, 19:17 - 44 kommentareDURBAN. Es ist mal wieder an der Zeit, über ein Thema zu reden, über das außer der FIFA kaum jemand gern spricht. Über Geld. Ich muss nicht alles wiederholen, was ich vor einigen Monaten während der Olympischen Spiele in Vancouver unter dem Titel “Online-Gebühren: über den Wert von Qualitätsjournalismus” geschrieben habe. Manches (Vorhaben) wurde vertagt, das Problem aber bleibt bestehen, und darüber debattiert die gesamte Branche:
Wie lässt sich Qualitätsjournalismus noch finanzieren?
Zum Beispiel so, es hatten doch einige Leser und Diskutanten darum gebeten, hier ist also eine Kontonummer:

Wer per Paypal bezahlen möchte (was viele nicht mögen) oder wer das neue Bezahlsystem Flattr bevorzugt: Rechts in der Sidebar finden sich ständig die entsprechenden Buttons (flattrn kann man auch am Ende dieses Beitrages).
Ich habe in den vergangenen Monaten etliche Anläufe unternommen, dem Auftaktbeitrag einen zweiten hinzuzufügen. Doch außer einigen Studien-Tagen und einer Stoffsammlung ist nicht viel zusammen gekommen. Es gib inzwischen hunderte Beiträge im Netz zur Frage der Fragen, Antworten aber gibt es fast keine. Justament als viele Blogger und die taz über ihre bescheidenen Flattr-Einnahmen schrieben, erklärte der unvergleichliche Aufmerksamkeits-Ökonom Sascha Lobo, er mache nicht mit, er sei kein Dienstleister seiner Leser und setze auf Werbung, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich denke, dass ich zwar nicht allein Dienstleister am Leser bin, dass aber Journalismus eine Art Dienstleistung ist, aber eben keine, die es einem erlaubt, zumindest nicht in einem Blog, dem Kunden eine Rechnung zu stellen.
Für meine Dienstleistung können Leser und Diskussionspartner eine Online-Gebühr entrichten.
Ist ja auch kompliziert, denn der Kunde ist nicht nur Kunde, sondern er trägt seinen Anteil zur Qualität des Mediums bei – hier etwa Ralf mit seinen tausenden Linktipps, wodurch meine Beiträge teilweise zu einem ganz hübschen Archiv werden und anderen wiederum helfen, sich in ein Thema einzuarbeiten. Oder cf, der sich erlaubt, immer mal wieder dieses Layout aufzuhübschen, Fehler zu bereinigen und dafür zu sorgen, dass das Blog in allen möglichen Browsern gut lesbar ist und die Seiten flink erscheinen. Oder etliche Experten, die juristisch und medizinisch komplizierten Fall Pechstein diskutieren – all das ist ein Wert. Ein Wert an sich ist es zum Beispiel, wenn Leser, wie etwa nocheinjurist, mit unvergleichlicher aufmunternder Penetranz die richtigen Fragen stellen – ich glaube, das schärft meinen Blick aufs journalistische Business, darauf möchte ich nicht mehr verzichten.
Es steht jedem frei, das Angebot zu nutzen, sich daran zu reiben, über meine Versuche, Sportpolitik und journalistische Arbeit plastisch zu beschreiben, den Kopf zu schütteln, es zu verdammen, oder mit einer Gebühr diese Art von Journalismus zu unterstützen.
Man kann das aber auch so sehen wie Markus Collalti unlängst im Rheinischen Merkur, der schrieb:
“Inhalte für das Netz zu produzieren ist so, wie sein Hab und Gut in einem endlos tiefen Brunnen zu versenken.”
Leider kann ich auf diesen Beitrag nicht mehr verlinken, denn ich habe schlicht zu lange mit meinem Beitrag gewartet und irgendwann ist der Text von Collalti halt beim Merkur ins Bezahlarchiv gewandert :)
Über diese und ähnliche Fragen habe ich während der langen Wochen in Südafrika etliche Male debattiert, etwa mit dem Kollegen B, der meinte: Warum machst Du das alles? Wahnsinn, Du verschenkst Content!
Nun, warum ich das mache, habe ich oft genug beschrieben: Weil ich meine, dass das (fast) der einzige Weg ist, Journalismus zu betreiben. Ich habe im ersten Beitrag zur Frage “Online-Gebühren” gedichtet (ich weiß, es ist immer dämlich und anmaßend, sich selbst zu zitieren):
Journalismus heißt für mich: Dialog. Diskutieren. Lernen. Vernetzen. Fehler eingestehen und korrigieren. Quellen offenlegen, solange nicht Quellenschutz gewährleistet werden muss, weil Hinweisgeber sonst Probleme bekommen. Journalismus heißt für mich: Wissen weitergeben. Verlinken. Dokumente zur Diskussion stellen. Einordnen. Erklären. Analysieren. Kommentieren. Berichten. Recherchieren. Dranbleiben. Beißen. Oder es wenigstens versuchen.
Journalismus heißt: Den Arbeitsprozess transparent gestalten. Den Leser/Hörer/Zuschauer/Diskussionspartner/Experten mit nehmen auf die Reise und immer auch erklären, wie ein Produkt entstanden ist. Ich liebe und lebe das.
Es heißt auch, mit einer Fachkompetenz, die man sich erarbeiten kann, den Lotsen zu spielen, den Moderatoren.
Das kann man gewiss feiner und treffender formulieren. Mir geht es aber weniger um die Form, sondern viel mehr um die Sache. Viele Leser und Kollegen verstehen das, einige nicht. Manche nutzen den Content für eigene Geschichten in Bezahlmedien, zitiert und verlinkt wird eher selten, ich wundere mich immer wieder, dass mich das noch wundert. So ist das eben.
Eine der nettesten Reaktionen gab es übrigens im legendären Magazin When Saturday Comes, wo Ian Plenderleith meinen Aufruf zu “Online-Gebühren” mit Rupert Murdochs Paywall-Attacke mit der Londoner Times in einer Geschichte verwob.
Was ist bislang reingekommen?
- Über Flattr seit Ende Mai knapp 70 Euro. Merci. Wobei ich in etwa dieselbe Summe geflattrt habe, es ist also ein Nullsummen-Spiel, was allen Kritikern recht gibt. Doch ich finde, man sollte es versuchen. Ich bereue natürlich keinen Cent, den ich etwa an Ulrike Langer geflattrt habe, weil ihr Angebot einen ungeheuren Mehrwert für mich hat.
- Über Paypal kamen seit Februar rund 1.000 Euro rein. Vielen Dank. Das ist immerhin der Gegenwert eines Tickets nach Südafrika. Aber noch keine Größe, mit der sich kalkulieren ließe.
Zum Vergleich: Ich war in diesem Jahr insgesamt zwölf Wochen in Kanada, Russland, Dubai und Südafrika unterwegs, um Sportpolitik live vor Ort zu beschreiben und zu recherchieren (auch das, denn das meiste, was ich erlebe und bespreche, die meisten Kontakte auch, werden ja nicht direkt in Beiträge umgesetzt, weder hier noch in jenen Medien, die ich beliefere). Diese Reisen kosteten insgesamt so zwischen 17.000-20.000 Euro. Oder mehr. Genaueres wird erst in zwei Jahren die Steuererklärung ergeben :)
Dies ist übrigens ein ganz wichtiger Punkt, wie ich finde. Denn dieser Job lässt sich halt nicht vom Schreibtisch erledigen. Das gilt für alle freien Journalisten, die im Winter bei den Olympischen Spielen oder nun eben hier in Südafrika ihr Geld verdienen. Das gilt umso mehr, wenn Mann versucht, sportpolitische Hintergründe zu recherchieren und sehr wenig aktuelle Event-Berichterstattung betreibt. Ich habe das schon mal gesagt: Journalismus, der sich mit internationaler Sportpolitik beschäftigt, bedeutet: Bruder Google allein tut es nicht. Man muss auch manchmal vor Ort sein und seinen Stiernacken zeigen. In Lausanne, in Kapstadt, in Vancouver, in Zürich, in Dubai, in Sotschi – oder demnächst, so Gott will, bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur. Das ist nicht Urlaub, sondern Kärrnerarbeit. Das machen wenige. Und das ist zum Beispiel der Grund, dass einige Figuren, die im Milliardengeschäft mit den olympischen Ringen oder dem FIFA-Goldpokal zentrale Positionen einnehmen, kaum beobachtet und beschrieben werden.
Präzise betrachtet müsste ich in der Aufzählung noch einige Einnahmen erwähnen, die ich generiere, weil es das Blog gibt, das gleichzeitig eine Visitenkarte ist. Doch auch diese Einnahmen bewegen sich im unteren Prozentbereich.
Es ist interessant, dass ich von denjenigen, die ich beschreibe und verfolge, wenn man so will, öfter danach gefragt werden, wie sich diese Arbeit finanziert, als von Journalisten oder gar von Hierarchen im Journalismus. Das hat möglicherweise damit zu tun, dass diejenigen, etwa die Kameraden im FIFA-Umfeld oder Münchens Olympiabewerber, wissen wollen, wie lange sie noch mit mir zu rechnen haben. Es sagt aber auch anderes aus.
Eins ist ebenfalls klar: Natürlich schränke ich durch mitunter exzessives Bloggen potenzielle Umsätze in den herkömmlichen Medien ein. Darüber mögen manche den Kopf schütteln, ich verstehe es auch oft nicht, aber es wird wohl bei dieser Sucht bleiben. Zudem, seien wir ehrlich, das ist oft genug beschrieben, man schaue sich nur hier um, die Umsätze freier Journalisten nähern sich rasant der Nullmarke, vor allem im Printgeschäft, jeder weiß das. Da bricht eine kleine Welt zusammen.
Ich finde übrigens ganz und gar nicht, dass ein Blog/Online-Medium zu Oberflächlichkeit verleitet/zwingt. Ganz im Gegenteil, und auch das macht es so reizvoll und reizend: Wenn ich aktuell für Zeitungen, fürs Radio (DLF) oder für SpOn produziere, passiert es oft genug, dass ich Fehler versende. Das ist ärgerlich aber auch, sorry, völlig normal. In der Regel schicke ich Emails hinterher, bitte etwa im DLF oder bei SpOn um die entsprechenden Korrekturen. Wenn ich dann, wie gerade hier in Südafrika oft geschehen, derlei Beiträge für den Blog aufbereite, was gern drei bis vier Stunden dauert bei längeren Texten (mitunter viel länger), dann werden mir Schwächen und Fehler eigentlich doch sehr klar, weshalb ich behaupte, dass die Blogbeiträge in der Regel besser sind, weil sie halt einen zweiten Arbeitsschritt durchlaufen. Und wenn dann noch Fehler enthalten sind, dauert es in der Regel nur wenige Minuten, bis mich jemand darauf hinweist. Das macht wirklich Spaß und ist bereichernd, im Grunde aber habe ich das oben schon beschrieben. (Ich wiederhole mich. Zu meinen herausragenden Schwächen zählt die Neigung zu Wiederholungen.)
Noch Fragen? Ich gebe, ohne etwaige Fragen zu kennen, flink einige Antworten:
- Ja, ich bin weiter ziemlich unfähig, Werbung zu generieren. Ist bei so einem Themenspektrum – meist konfrontativ, weil an Informationen interessiert, die aufgedeckt werden sollten – ohnehin schwierig. Wer aus der Branche wirbt schon freiwillig bei so einem? Vielleicht kann mir aber auch jemand helfen?
- Nein, es gibt – jedenfalls ist mir nichts bekannt – anders als in den USA hierzulande keinen Mäzen und kaum eine Stiftung, die Recherchejournalismus, wie ich ihn favorisiere, finanziert. Jedenfalls nicht in der internationalen Sportpolitik. Es ist interessant zu sehen, dass während der WM doch etliche Projekte subventioniert und finanziert wurden, aber derlei konfrontatives Zeug ist da nicht so beliebt.
- Ja, das Projekt www.sportandpolitics.de habe ich auf Eis gelegt. Meine Idee war dabei stets: a) umfangreicher zu berichten als hier und dies b) vom meinem Namen unabhängiger zu machen, weil das offenbar doch einige abschreckt, wenn Informationen dermaßen personalisiert werden, was ja schon in der URL begründet ist. Da aber a) von einer Finanzierung abhängig ist, werde ich auch künftig die Nachteile von b) in Kauf nehmen und c) weiter an Themen und an der in der URL dokumentierten journalistischen Marke arbeiten. (Verquast genug formuliert?)
- In den vergangenen Wochen ist in den Kommentaren öfter mal erwähnt worden, dass es ganz hübsch wäre, die vielen Informationen hier, manche Unikate, professioneller aufzubereiten. Webgemäß. Bis hin zu einer Art Schwarzbuch des Sports. Absolut richtig. Ich würde das liebend gern tun. Nur verweise ich a) auf das Thema dieses Beitrages, b) auf gelegentliche juristische Turbulenzen, c) darauf, dass Tage nur 24 Stunden haben und d) darauf, dass es dabei auch technische Hürden zu meistern gibt. Ich glaube nicht, dass – wenn a bis c geklärt wären, WordPress als CMS dafür die richtige Plattform ist. Aber das geht dann schon sehr ins Technische.
- Ja, es gibt noch mindestens ein Projekt, das ich bislang etwas vernachlässigt habe, und um das ich mich nach der WM ganz hektisch kümmern werde.
Ich habe sicher tausend Dinge vergessen, die ich unbedingt ansprechen wollte. Beim nächsten Mal oder in den Kommentaren. Ich finde, dass sich am konkreten Beispiel besser diskutieren lässt als in so allgemein räsonierenden Artikeln über die Finanzierung von Journalismus, weshalb ich viele dieser Beiträge nicht wirklich ernst nehmen kann.
In diesem Sinne, back to work. Werde jetzt mal noch einige Tabletten einpfeifen gegen die Erkältung, die ich mir offenbar am Sonntagabend in Sandton zugezogen habe, als ich Trottel am roten Teppich bei der jährlichen Gala der Nelson Mandela Foundation auf Mandela gewartet habe, weil ein brasilianischer Kollege meinte, Mandela würde tatsächlich kommen (#Herdentrieb), heute Abend werde ich dann live aus dem Moses-Mabhida-Stadion ein bisschen vom Halbfinale Deutschland gegen Spanien bloggen.
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Südafrika, Tag 31: Ein Gruß aus Nordkorea
5. Juli 2010, 17:52 - zuletzt bearbeitet: 5. Juli 2010, 18:28 - 31 kommentareSANDTON. Es geht auf die Zielgerade. Morgen fliege ich für zwei Tage nach Durban (natürlich mit Kulula), Halbfinale schauen – und am Mittwoch etwas umfassender als bisher live bloggen. Könnte ein Spaß werden.
Ganz und gar unspaßig sind derzeit Termine bei der FIFA. Komme gerade von so einem PR-Event. Die FIFA und die Amaury Group (Tour de France, L’Equipe, France Football) schmeißen ihre Umfragen nach Europas Fußballer des Jahres (France Football) und dem Weltfußballer des Jahres (FIFA) zusammen und feiern am 10. Januar 2011 erstmals gemeinsam in Zürich, sicher wieder im Opernhaus, den Gewinner des Ballon d’Or, also nach jetzigem Stand Bastian Schweinsteiger.
Und wieder kooperiert ein Unternehmen, das im Kerngeschäft (oder täusche ich mich da?) mit Journalismus handelt (oder mit getarntem Journalismus oder vorgibt, mit Journalismus zu handeln), mit einem Sportkonzern. Für die Amaury-Gruppe ist das ja nichts Neues.

Francois Morinière, Marie-Odile Amaury, JSB - Johannesburg/Sandton, 5. Juli 2010
Journalismus, PR, Marketing, Propaganda – ich schmeiße mal alle Begriffe durcheinander. Zurecht. Darum geht es ja ständig bei derlei Mega-Events. Vorhin wieder schön zu beobachten, bei der so genannten Pressekonferenz. FIFA-Kommunikationschef Nicolas Maingot, Dr. No, leitete den bizarren Termin erneut mit dem Hinweis ein, dass nur Fragen zum Thema zugelassen sind. Also nicht zur WM, denn die ist ja nicht das Thema, bzw. nicht zum FIFA-Ultimatum für Nigeria, das in knapp einer Stunde (18.00 Uhr) ausläuft, und auch nicht zur etwas angespannten Beziehung zwischen der FIFA und Frankreich, wo sich ja auch Politiker in die Belange des ach so unpolitischen Sports einmischen. Ich verstehe das, steht ja ganz oben im Blog:
Don’t mix politics with games!
Das Copyright auf diesen Spruch, ich habe es oft erzählt, hält der unpolitische Sportfan Hu Jintao.
Jedenfalls, ich habe Blatter höflich aber bestimmt gesagt, wir seien hier doch sicher nicht in Nordkorea und es wäre vielleicht angebracht, würde er ein paar Worte zu den schwelenden Auseinandersetzungen mit Nigeria und Frankreich verlieren.
Das hat er getan.
Gegen Nigeria, so Staatspräsident Goodluck Jonathan nicht umfällt, wird die FIFA in Kürze wohl einen Bann verhängen (das hat er nicht gesagt, das ist meine Interpretation, er sagte nur: man sei bereit zu handeln). Und die Sache mit den Franzosen, nun ja, da täuscht sich die Welt: Denn einen Disput hätten einzig und allein die bösen Medien erfunden.
Er sagte auch:
Ich bin ein sehr glücklicher Präsident. Ich war gestern ein glücklicher Präsident, ich bin es heute und ich werde es hoffentlich morgen sein.
Wir wollen heute nicht über Probleme reden, nicht über Forderungen, nicht über Referees. Heute sprechen wir über die Spieler. Die stehen ja schließlich im Mittelpunkt.
Die Welt hat Probleme. Sie hören täglich die schlechten Nachrichten. Wir hoffen alle, dass die Kameras, die heute Fußball übertragen und der Welt Hoffnung geben, morgen auch mal gute Nachrichten übertragen.
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchen Chuzpe die Kameraden sich die Welt zurechtlügenbiegen. Oder war es tatsächlich nur eine Erfindung der bösen Medien, die den FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke kürzlich u.a. weltweit so zitierten:
“Ich habe der französischen Sportministerin gesagt, dass sie vorsichtig sein soll. Kein Politiker kann einen Sportfunktionär zum Rücktritt zwingen.”
Manchmal bin ich es leid, mich zu wiederholen. Vor allem, wenn ich mich zum Ferrari-Fahrer Valcke äußere. Habe oft genug die Geschichte erzählt und ausgiebig verlinkt, auch zum Gerichtsdokument in der VISA/Mastercard-Sache, die die FIFA nicht nur rund 100 Millionen gekostet hat, sondern in der der damalige Manager der FIFA Marketing AG, Valcke nämlich, als eine Art Serienlügner überführt worden ist – nachzulesen in den Gerichtsakten, hier oben rechts einfach die Suchfunktion benutzen oder googeln.
Was soll’s, hier flink ein Beitrag von mir vom Juni 2007 aus der Berliner Zeitung:
Zurück von der Reservebank
Jerôme Valcke ist neuer Generalsekretär der Fifa
BERLIN. Eine der wichtigsten Positionen des Weltsports ist neu besetzt worden: Der Franzose Jerôme Valcke (46) wird Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa. Als sein Stellvertreter fungiert nach Beschluss des Fifa-Exekutivkomitees der Deutsche Markus Kattner. Er war bislang Finanzdirektor. Jerôme Valcke ist Nachfolger des Schweizers Urs Linsi.
Erst vor einem halben Jahr hatte sich die Fifa von Valcke, damals war er noch Marketingchef, und drei weiteren Mitarbeitern “mit sofortiger Wirkung getrennt”. Sie waren für das Finanz- und Vertragsdesaster mit dem Sponsor Mastercard verantwortlich. Die Fifa hatte das Vorkaufsrecht für einen Achtjahresvertrag mit Mastercard missachtet und einen Vertrag mit dem Konkurrenten Visa abgeschlossen, den ein New Yorker Gericht für nichtig erklärte. Dazu teilte die Fifa am 12. Dezember 2006 mit: “Den Fifa-Mitarbeitern, die mit Visa und Mastercard verhandelt haben, wurde wiederholte Unehrlichkeit bei den Verhandlungen und auch Falschinformationen vorgeworfen”, die Fifa könne “ein solches Verhalten ihrer eigenen Mitarbeiter nicht einfach hinnehmen”. Valcke hatte vor einem Gericht den Vertragsbruch als “normales Gebaren in diesem Geschäft” bezeichnet.
Am Mittwoch, kurz nachdem die Fifa gegen Zahlung von 90 Millionen Dollar einen Vergleich mit Mastercard geschlossen hatte, behauptete Präsident Joseph Blatter, Valcke sei “nie gefeuert worden, nur suspendiert”. Sein Vertrag laufe bis 30. Juni. Ab 1. Juli erhält er einen neuen Kontrakt, sicher besser dotiert als zuvor. “Wenn jemand auf der Auswechselbank sitzt, ist er nicht aus dem Team”, sagte Blatter. Den finanziellen Verlust im Mastercard-Desaster spielte Blatter plötzlich auf angeblich 60 Millionen Dollar herunter und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard eine Kompensationszahlung von mehr als 270 Millionen verlangt hatte. Valcke sei eine “dominierende Persönlichkeit”, sagte Blatter. Es passiere “in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft”.
Das New Yorker Gericht hatte in seinem Urteil auch interne Besprechungen von Valckes Team zitiert, das darüber rätselte, wie man es so aussehen lassen könne, als habe die Fifa “wenigstens ein bisschen Geschäftsethik”, und wie es anzustellen sei, damit der “Fuck-up” für die Fifa besser aussehe. Für den Franzosen Jerôme Valcke, in der Mastercard-Sache Vielfach-Lügner und Verursacher eines Gesamtschadens von etwa 100 Millionen Dollar, sieht es jetzt besser aus: Er ist Fifa-Generalsekretär und damit wichtigster Mitarbeiter des Chef-Ethikers Blatter. Wie sich die Zeiten ändern.
Bizarr finde ich immer wieder dieses weinerliche Verhalten von Valcke und vom Sepp, etwa kürzlich in einem, ja was eigentlich: Interview? PR-Geleier?, mit dem Handelsblatt. Da greinte er:
“Ich weiß: Es gibt einen Kreuzzug gegen die Fifa in einigen Ländern von einigen Journalisten. Wenn Sie das wollen, gerne. Aber ich werde dieses Spiel nicht mitmachen, mit keinem Medium.” Die Medien hätten vieles schlechtgemacht, an der Organisation und am Ausrichterland – und vieles getan, “um die Menschen davon abzuhalten, nach Südafrika zu fliegen”, erzürnte sich Valcke. (…)
Der ehemalige TV-Journalist, der als rechte Hand des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter gilt, war insbesondere auf Deutschland schlecht zu sprechen: “Deutschland arbeitet gegen diese Weltmeisterschaft, seit Südafrika die Austragung gewonnen hat. Und ich wäre sehr interessiert zu erfahren, warum Deutschland gegen diese WM in Südafrika war”, sagte er.
Ach Gottchen.
Es ist schon komisch, ich gebe mir ja nun wirklich Mühe, diese Typen zu verstehen und mache und tue und sitze schon wieder an der FIFA-Bar und versuche, ins Gespräch zu kommen und so colourful wie nur möglich die Mechanismen und Typen zu beschreiben, versuche sogar, ausgewogen zu berichten, was manche Journalisten überhaupt nicht verstehen können, und immer wenn ich einen dieser, sagen wir: ausgewogenen/abwägenden Texte gedichtet habe, echt jetzt :), wie heute Morgen auch, dann kommt garantiert die nächste Entgleisung und ich sage mir: Eigentlich haben die nichts anderes verdient als Verbaldresche und viel hübsche kleine Entzauberungen und Enthüllungen.
Fedor Radmann, der wieder hier ist und mit dem ich gestern ausgiebig plauderte, findet übrigens, dass die Medienvertreter ganz generell schlechte Arbeit abliefern und auch nicht mehr das sind, was sie früher einmal waren.
Und während ich das erzähle und versuche, die aufziehende Erkältung mit Gin-Tonic (sehr ungesund) zu bekämpfen, kommt auch schon die Meldung rein, dass Nigerias Regierung eingelenkt hat. Der Sportinformationsdienst berichtet:
Den Bannstrahl im letzten Moment aufgehoben, die FIFA gerade noch besänftigt: Nigerias Regierung hat unmittelbar vor dem Ablauf des Ultimatums auf den drohenden Ausschluss aus der Fußball-Familie reagiert und den “Super Eagles” sowie allen weiteren Nationalteams wieder die Teilnahme an internationalen Wettbewerben ermöglicht. Staatspräsident Goodluck Jonathan handelte damit am Montag, gut eine Stunde vor Ende des Ultimatums um 18.00 Uhr, doch noch im Sinne des nigerianische Fußball-Verbandes NFF. (…)
Mensch, ist Sepp mächtig. In seinem Reich ist er fast so mächtig wie Kim Jong Il in seinem. Sepp aus Visp im Wallis. Kim, die Sonne der Menschheit.
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“Reações de Maradona”
4. Juli 2010, 16:03 - zuletzt bearbeitet: 4. Juli 2010, 16:03 - 6 kommentareDie Brasilianer können’s nicht lassen. Selbst rausgeflogen, aber lästern.
via spox
Glanz und Gloria: Deutschland vs Argentinien 4:0
3. Juli 2010, 14:18 - zuletzt bearbeitet: 3. Juli 2010, 19:05 - 76 kommentare
16.00 Uhr: Anpfiff in Kapstadt. Merkel neben Sepp und Zuma. Und ich stelle beim Bloggen heute mal das Aktuelle nach oben, anders rum also, ich hoffe, dass das keine extreme Verwirrung stiftet. (Die Lesebefehle und Videos rutschen also nach unten.)
Es geht gleich zur Sache. Erste Minute, erste ungestüme Aktion Klose. Bin gespannt, wie viele Deutsche das Halbfinale erleben und nicht gesperrt werden.
16.03 Uhr: Otamendi revanchiert sich gegen Podolski. Dann pennt Otamendi gegen Müller beim Freistoß. Torhüter Romero sieht auch sehr blöd aus. Und, ja, Merkel staunt: Thomas MÜLLER. Dritte Minute, Einsnull.
Aus Müller ist in diesem Frühjahr und Frühsommer ein Weltstar geworden, anders kann man das nicht sagen. Und einer der WM-Torschützenkönige ist er (derzeit) auch.
16.11 Uhr: Otamendi hat darum gebettelt: Erste Verwarnung nach Foul gegen Friedrich. Zuvor stellen drei (!) Tevez zu: Friedrich, Khedira, Boateng.
Otamendi erlebt das Spielende nicht auf dem Feld.
Schweinsteiger gewinnt so ziemlich jeden Zweikampf. Ebenso Müller. Und Demichelis trägt seine Haare heute offen, das sollte auch erwähnt werden.
16.24 Uhr: Wieder sprintet Müller in die Lücke. Klose völlig frei. Drüber. (Mit dem Fuß, natürlich.)
Bin übrigens von dänischen und englischen Journalisten umzingelt. Das macht es angenehm zu gucken. Niemand brüllt. Niemand ist übernervös.
16.28 Uhr: Erstes gefährliches gewonnenes Dribbling von Messi, Oder?
In der ewigen WM-Torschützenliste sieht es jetzt übrigens so aus (bis später):
- Müller/Müller (18)
- Ronaldo (15)
- Fontaine (13)
- Pelé (12), Klose (12)
- Klinsmann (11), Kosics (11)
Messi-Freistoß nach 31 Minuten: Sieht man da schon Verzweiflung? Ein anderer Leo auf der Tribüne, oh, Leo DiCaprio. Seine Mutter stammt aus Oer-Erkenschwick (schreibt man das so?), wenn ich mich recht erinnere.
16.34 Uhr: Argentinien ist drauf und dran, Struktur ins Spiel zu bekommen und Druck aufzubauen. Der zweite gefährliche Schuss von Higuaín von halbrechts.
Bitterbitterbitter. Müller versucht, sich und die Hand vom Ball wegzubewegen. Gelb. Er würde im Halbfinale fehlen. Das nenne ich konsequente Regelauslegung (Sarkasmus, keine Schadenfreude).
Worüber Argentinien jetzt diskutiert, weiß ich nicht. Vier Mann im Abseits.
16.38 Uhr: Die anderen sechs gelb-vorbelasteten Deutschen: Friedrich, Khedira, Schweinsteiger, Özil, Lahm (und auf der Bank, Cacau, ich wurde sofort korrigiert). Nicht auszudenken …
Es gab da eben eine winzige Szene, die typisch ist für das Spiel der Deutschen und untypisch für das Spiel der Deutschen über die vergangenen Jahrzehnte. Es war Schweinsteiger oder Müller, der nach einer geklärten Aktion am 16er den Ball nicht etwa nach vorn und weg drosch, sondern elegant mit der Innenseite abtropfen ließ, um, längst nach vorn orientiert, den nächsten überlegten Konter einzuleiten. Okay, sie schließen derzeit keine Konter ab, doch es geht ums Prinzip.
Gabriel Heinze ist ein Schauspieler. Und bei den Schüssen der Deutschen aus der zweiten Reihe geht es nicht mal um die Feinjustierung, da muss etwas gröber justiert werden.
Messi? Dito.
16.46 Uhr: Halbzeit in Kapstadt.
Im südafrikanischen Fernsehen zeigen sie einige Szenen, in denen man sehr schön sieht, wie sich das gesamte deutsche Team in Abwehr und Gegenbewegung besser verschiebt, konsequent in allen Blöcken arbeitet, während die Argentinier langsamer schalten und jeweils Sekunden verlieren. Das sieht nach einem Systemunterschied aus.
17.02 Uhr: Tja, Messi. Was nun, kleiner Gigant? Auf geht’s. Halbzeit zwei.
17.05 Uhr: Die Einschläge kommen näher. Ausnahmsweise nicht Messi, sondern Angel di Maria.
17.09 Uhr: Eine mörderische Attacke von Mascherano (richtig?). Fast rot-würdig. Doch kein Gelb, nirgends. Wogegen Müller (s.o.) …
17.11 Uhr: Zu leichte Fehler im Spielaufbau bzw. beim Konter. Argentinien geht erwartet energischer zu Sache, steht besser.
Es ist schon putzig. Wenn Boateng weiter vorn agiert, macht er einen viel besseren Eindruck. Sie können Messi, btw, immer wieder mit zwei, drei Leuten stoppen. Fair! Sehr gut eingestellt, das klappt prächtig.
Mal ein Fehler von Schweinsteiger. Passiert nicht oft, wird aber nicht der letzte gewesen sein. Jetzt nach einer Stunde: Offene Partie. Visier hochgeklappt. Packend. Keine Zeit für Späße. Bin bislang sehr beeindruckt von der deutschen Defensive. Kraftraubend, aber mein Gott: WM ist nicht alle Tage. Nur werden sie das kaum überstehen, wenn sie jeden zweiten hart erkämpften Ball leicht wieder abgeben.
17.25 Uhr: AUSGESPIELT. AUSKOMBINIERT – bis zur Torlinie. Brilliant. Undeutsch. Zweinull. Klose (mit dem Fuß :)
Die ewige WM-Torschützenliste (bislang):
- Müller/Müller (18)
- Ronaldo (15)
- Fontaine (13), Klose (13)
- Pelé (12)
- Klinsmann (11), Kosics (11)
Es war Abseits, richtig?
17.30 Uhr: Argentiniens Spiel hat kein Herz.
Und Schweinsteiger, der beste Spieler dieser WM, legt Arne Friedrich auf. Arne! Friedrich! macht! das! Dreinull!
Noch nie so was Blödes geschrieben: Ich verneige mich.
17.38 Uhr: Nein, ich lästere nicht, dafür mag ich ihn zu sehr. Aber: Wo ist Messi?
So einen Abgang wie den von Müller hat man selten gesehen. War das eigentlich das beste deutsche WM-Spiel aller Zeiten? Ich sage: SPIEL.
Ich fass es nicht. Nochmal so lässig. So souverän. Özil – Klose. Viernull.
Ach ja, die ewige Torschützenliste:
- Müller/Müller (18)
- Ronaldo (15)
- Klose (14)
- Fontaine (13)
- Pelé (12)
- Klinsmann (11), Kosics (11)
Das ist das beste WM-Spiel aller Zeiten einer deutschen Mannschaft gewesen. Einer Mannschaft, die ich beim Ghana-Gekicke im Affekt noch des Rumpelns bezichtigt habe. Wie schändlich.
Und jetzt richtig:
- Ronaldo (15)
- Klose (14), Gerd Müller (14)
- Fontaine (13)
- Pelé (12)
- Klinsmann (11), Kosics (11)
17.55 Uhr: Und, ist jemandem was aufgefallen? Ich habe alles durcheinander gebracht, fasziniert von diesem Spiel. Das Aktuelle sollte oben stehen. Jetzt stehe ich Kopf.
1986
1990
2006
3. Juli 2010. JOHANNESBURG. Ich mache mich dann mal auf den Weg in den Ellis Park, wo ich Deutschland vs Argentinien schauen will und hoffentlich einen Platz nahe an einem Bildschirm ergattern kann. Abends spielt dort dann Spanien gegen Paraguay und ich sitze auf der Tribüne.
Zur Einstimmung auf Messi vs Özil einige Links zu Texten meiner persönlichen WM-Favoriten: Texte von Javier Cáceres und Ezequiel Fernandez Moores, wobei ich für die Werke von Ezequiel leider einen Google-Translator benötige. Dafür genieße ich die Gespräche und den Austausch mit ihm seit Jahren umso mehr (auf Englisch).
Die Interviews von Javier Cáceres in der Süddeutschen zählen zu den WM-Highlights, großartig auch gestern die Seite, auf der er das System Maradona vorstellt. Leider/zurecht sind nur wenige dieser Beiträge frei zugänglich. Einige Links:
- Interview mit Argentiniens Konditionstrainer Fernando Signorini: “Hirnmasse ist wichtiger als Muskelmasse”
- Eine Geschichte über Juan Verón: “Der Kanzler von Zimmer 10″
- Über Gabriel Heinze: “Maradonas Mauscheleien”
Großartig auch Peter Burghardt aus Buenos Aires:
Die Taktikbesprechung natürlich auf Zonal Marking:
argentinien, dfb, ezequiel fernandez moores, javier caceres, südafrika 2010, wm 2010, zonal marking
Programmhinweis (VIII): “Neue Medien statt Sportstudio”
11:01 - zuletzt bearbeitet: 4. Juli 2010, 16:12 - 9 kommentareIn wenigen Minuten, so ab 11.03 Uhr oder 11.05 Uhr, live auf DRadio Wissen:
NETZ UND FUSSBALL
Neue Medien statt Sportstudio
Wie Blogs und Social Media die Berichterstattung verändern.
Fußballexperten diskutieren live über den Einfluss von Blogs und Social Media auf die Sportberichterstattung in den klassischen Medien.
Gäste:
- Jens Weinreich, freier Sportjournalist
- Kai Lorentz, Gründer von Sportbloggernetzwerk
- Johannes Ehrmann, Sportredakteur bei 11 Freunde
- Sven Ole Knuth, WM Studio Mitte
- Oliver Fritsch, Gründer von Hartplatzhelden und Zeit-Online-Redakteur
- Moderation: Markus Heidmeier
Hier ist die Sendung:
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Afrikas letzte Hoffnung: Ghana vs Uruguay
2. Juli 2010, 20:39 - zuletzt bearbeitet: 3. Juli 2010, 01:20 - 54 kommentare
Im Moment der traurigste Fußballer des Planeten: Asamoah Gyan (r). Wann verschießt man schon mal in der 121. Minute eines WM-Viertelfinals einen Elfmeter?


