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Leseprobe „Macht, Moneten, Marionetten“: Liebesgrüße aus Moskau

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Stellen wir uns Wladimir Putin als einen ganz normalen Menschen vor.

Nicht als einen Werwolf. Nicht als einen Kriegstreiber. Nicht als einen besonders üblen Demagogen. Nicht als einen Paria. Nicht als einen Mörder. Nicht als einen Diktator. Oder als was er sonst noch bezeichnet wird in diesen Tagen.

Natürlich hat dieser Putin, der Mensch, so seine Gefühle. Manchmal zeigt er sie sogar. Aber selten so offen wie für einige Minuten am 9. August 2013. An jenem Tag wurde Anatoli Rachlin beigesetzt. Rachlin war für Putin ein zweiter Vater. Er war mehr als sein Trainer, der ihm Sambo und Judo beibrachte. Rachlin war ein Berater für alle Fragen des Lebens. Er saß manchmal sogar mit am Tisch, wenn Putin die Führung des russischen Judoverbandes versammelte und kund tat, was getan werden müsse, wenn er den europäischen Verband versammelte und verkündete, was getan werden müsse, wenn er Bosse des Weltverbandes versammelte und erzählte, was man tun könne und solle. Rachlin hat Putin und dessen Schulfreunden, den Rotenberg-Brüdern Arkady und Boris, Disziplin vermittelt beim Sambo- und beim Judotraining. So hat es Putin oft erzählt. Vor laufenden Kameras hat er zu Rachlins Beisetzung geweint, nicht nur in Russland, in aller Welt wurde darüber diskutiert, was das bedeute. Dann ließ er sich filmen, wie er, übermannt von seinen Gefühlen und seinen Gedanken nachhängend, allein eine leere, weil abgesperrte St. Petersburger Straße entlang schlenderte.

Er kann einfach nicht aus seiner Haut. Er muss inszenieren.

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Der neunte IOC-Präsident heißt … Thomas Bach (FDP)

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illustration: Sebastian Domenech exclusively for Sport and Politics

illustration: Sebastian Domenech exclusively for Sport and Politics

BUENOS AIRES. Ich nehme in der Überschrift das Ergebnis schon mal vorweg und melde mich aus meinem Büro in der Lobby des Hilton Hotel, wo in wenigen Minuten die wichtigste Personalie der deutschen Sportgeschichte entschieden wird. (Sollte etwas anderes passieren, nehme ich die Prügel gern entgegen.)

Gerade hat jemand aus China zu meiner gestrigen Stimmen-Vorhersage kommentiert, Yang Yang werde ebenfalls für Bach stimmen. Gut zu wissen.

Nicht von ungefähr sagt unser aller Lieblingsscheich gerade, Bach werde in der ersten Runde mit 50 bis 56 Stimmen triumphieren.

„I want YOU“ — Der Scheich kurz vor Beginn der Session

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IOC-Countdown (28 Tage): Wer soll IOC-Präsident werden? #voting

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Heute in vier Wochen, am 10. September 2013, wird in Buenos Aires der neunte IOC-Präsident gewählt.

Hier ist das Wahllokal bereits geöffnet, ich darf doch bitten:

Who should become the 9th IOC president? - Wer soll am 10. September 2013 in Buenos Aires IOC-Präsident werden?

  • Der Stabhochspringer: Sergej Bubka (Ukraine)

    40.4%

  • Der Ruderer: Denis Oswald (Schweiz)

    18.7%

  • Der Lobbyist: Thomas Bach (FDP)

    18.6%

  • Der Segler: Ser Miang Ng (Singapur)

    8.6%

  • Der Banker: Richard Carrión (Puerto Rico)

    8.4%

  • Der Architekt: Ching-Kuo Wu (Taiwan)

    5.2%

Lade Umfragedaten…

Die IOC-Vollversammlung wählt am 10. September ab 16 Uhr MESZ (11 Uhr Ortszeit).

Dieses Wahllokal schließt am 10. September um 17.29 Uhr MESZ, eine Minute vor der Verkündung.

Für 17.30 Uhr MESZ ist in Buenos Aires die Präsentation des neuen IOC-Präsidenten geplant. Um 18.30 Uhr MESZ gibt er seine erste Pressekonferenz und um 20.00 Uhr MESZ einen Empfang.

Um den geneigten Blog-Besuchern die Wahlentscheidung zu erschweren, noch einmal die Programme der Kandidaten, die Anfang Juli weltweit exklusiv hier im Blog veröffentlicht wurden. Den Kandidaten ist es gemäß IOC-Ethikrichtlinien nicht erlaubt, ihre Programme öffentlich zu machen (die waren nur für IOC-Mitglieder bestimmt) und beispielsweise eine Webseite einzurichten.

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Don’t ask, don’t tell: Thomas Bachs Ghorfa, der Israel-Boykott, die FDP-Connection und die Bundesregierung

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screenshot www.ghorfa.de

Im letzten Sommer, anlässlich der Debatte um eine Schweigeminute für die Opfer des Münchner Terrors während der Eröffnungsfeier der Spiele in London, haben jw und ich einem unappetitlichen Thema schon einmal einige Zeilen gewidmet: Dem Israel-Boykott, den die Ghorfa unter der Präsidentschaft von Noch-IOC-Vizepräsident Thomas Bach für deutsche Exporte in die arabische Welt exekutiert.

[kraut project=“https://krautreporter.de/de/projects/94-macht-moneten-marionetten/“]Nun gibt es ein kleines, aber wichtiges Update. Die grüne Bundestagsabgeordnete Viola von Cramon hat dazu zwei Fragen an die Bundesregierung übermittelt und eine interessante Antwort aus dem Ministerium des liberalen Bach-Parteifreundes Philipp Rösler erhalten. Der Wirtschaftsminister hat gerade seinen ersten Israel-Besuch absolviert. Damit will der  Freidemokrat, laut stets aufmerksamer Springer-Presse in seinem Tross, „ein Zeichen“ setzen, „dass Deutschland Israel unterstützt“.

Im Umgang mit der Ghorfa folgt sein Haus offenbar anderen Grundsätzen: Da übernimmt man gern mal die Schirmherrschaft für diese oder jene Veranstaltung. Obwohl man den so genannten Legalisierungs-Service, aus dem der Verein Ghorfa unter seinem Präsidenten Thomas Bach einen Teil seiner Einkünfte generiert, für unzulässig hält. Im Ministeriumsdeutsch:

„Deutsche Handelsdokumente dürfen keine Boykott-Erklärungen in der Form negativer Ursprungserklärungen enthalten.“

Für die Berliner Zeitung habe ich dazu gestern knapp getextet:

* * *

Vor wenigen Tagen flatterte Viola von Cramon ein Antwortschreiben aus dem Bundesministerium für Wirtschaft auf den Tisch, das die sportpolitische Sprecherin der Grünen empörte:

Der Bundesregierung kann ja wohl kaum entgangen sein“, schimpft sie, „dass sich mit Thomas Bach ein Wirtschaftslobbyist mit zweifelhafter Reputation um die IOC-Präsidentschaft bewirbt.“

Das Problem aus Sicht der Grünen: Die Bundesregierung tut aber so.

Von Cramon hatte Fragen übermittelt zu einem der heikleren Posten des deutschen Sportchefs: Bach steht als Präsident auch der Ghorfa vor, einer Geschäftsanbahnungstruppe, die den arabischen Handelskammern untersteht. Der gemeinnützige Verein wirbt mit dem Slogan „Ihre Brücke in den arabischen Markt“ und organisiert Business-Gipfel für deutsche Unternehmer, zumeist mit den Golfmonarchien.

Wie hilfreich die Mittlerdienste für diverse Scheichs Bach im IOC sind, interessierte die Grünen-Abgeordnete weniger. Jedoch hält sie die olympische Thron-Rallye des Ghorfa-Präsidenten außenpolitisch für bedenklich. Noch immer nämlich profitiert der Bach-Verein von einer hoch umstrittenen Israel-feindlichen Praxis, von der so genannten Vorlegalisierung. Unternehmen, die in arabische Staaten exportieren, lassen sich bei der Ghorfa per Stempel bescheinigen, dass ihre Produkte keine Teile aus Israel enthalten. 2011 kassierte der Verein dafür 900.000 Euro, 43 Prozent seiner Einnahmen.

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Crowdfunding, das IOC-Buch: „Macht, Moneten, Marionetten“

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Hatte ich kürzlich eine Überraschung versprochen? Ich finde, dieses Buch muss sein. Genau jetzt. Denn präzise betrachtet wird im IOC gerade die wichtigste Personalie der deutschen Sportgeschichte verhandelt – und mehr.

Voilà:

Sie können das Buch ab sofort kaufen, damit vorfinanzieren und sich mit mir auf die Reise durch die Parallelgesellschaft machen.

  • Hier geht’s zur Crowdfunding-Plattform KRAUTREPORTER, wo sie alle Details erfahren und das Projekt finanzieren können.

Ich habe auf Krautreporter eine Finanzierungssumme von 10.000 Euro aufgerufen.

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Richard Carrión: die Kampferklärung des Bankers

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LAUSANNE. Ausnahmsweise strahlte nicht die Sonne über der olympischen Hauptstadt. Und da sind es nun vier Kandidaten, die Boss des Ringe-Konzerns werden wollen …

IOC headquarter, Lausanne

IOC headquarter, Lausanne

Richard Carrion war nicht in Lausanne, wo sich gestern das IOC-Exekutivkomitee mit einigen anderen führenden Olympiern und Verbandsfürsten getroffen hat, um u.a. über die Zukunft der WADA zu beraten. Thomas Bach (FDP) war da, die Nummer eins im Kandidaten-Karussell, auch Ser Miang Ng aus Singapur, der vergangene Woche in der Sorbonne, 1894 Gründungsort des IOC, seine Offerte bekannt gegeben hatte, Ching-Kuo Wu (Taiwan), der früh am Nachmittag zum Flieger eilte und am Donnerstag in Taipeh seine Kandidatur erklärt. Richard Carrion aus Puerto Rico ließ gerade eine Pressemeldung verteilen.

Es spricht: der Banker. Jedes Wort ein Signal. Ich! bin! der! Mann! der! Milliarden! und! der! Stabilität!

Richard Carrión Announces Candidacy for IOC President

“We must embrace the changing dynamics of present times and keep innovating and evolving, or risk becoming less relevant to this and future generations.”

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Was vom Tage übrig bleibt (69) und das Bloggen verändert …

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Quelle Internet beenden! Wir fordern Einführung eines #Leistungschutzrechts für Tweets & Facebookbeiträge bit.ly/Rqo2MQ #lsr — DigitaleGesellschaft (@digiges) August 30, 2012 Das darf ich noch, wenn ich es recht verstanden habe: Den Elektrischen Reporter verlinken, der Anfängern erklärt, worum es beim so genannten Leistungsschutzrecht (LSR) geht, das heute Thema ist im Bundeskabinett: Verlinken, eine Grundidee und […]

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#1 Sitzen Sie bequem, … Klaus Schormann?

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Mehrfach angekündigt. Hier ist nun also das erste Gespräch, dem hunderte folgen in den nächsten Jahren. „Sitzen Sie bequem, …“ … nenne ich diese Reihe, nicht etwa nur „Sportgespräch am Sonntag“. Viel Vergnügen. [display_podcast] [Das ist technisch noch in bescheidener Qualität. Per Skype geführt und aufgenommen. Wobei ich mich auf meinen Kopfhörern nicht selbst hören […]

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Programmhinweis: Sportgespräch mit dem Überlebenskünstler Klaus Schormann, Präsident des Weltverbandes der Modernen Fünfkämpfer (UIPM)

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schormann-intro Klaus Schormann, Mr. Pentathlon und unvergleichlicher Überlebenskünstler des olympischen Sports, ist der erste Gast in meinen wöchentlichen Sportgesprächen. Wir haben heute morgen gesprochen. Ich habe etliche Anregungen und Fragen, die gestern und heute eingegangen sind, verarbeitet. Herausgekommen ist ein Gespräch in einer Länge von 69:43 Minuten, das am Sonntag ab 12 Uhr hier zur […]

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#London2012 (XX): crowdsourcing, Schwimm-Bundestrainer gesucht. Oder: wenn aus Karpfen Soldaten werden sollen

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LONDON. Hat jemand Lust? Möchte sich jemand als Schwimm-Bundestrainer bewerben?

Die ARD-Schwimmexpertin Franziska „Ich als Expertin“ van Almsick hat gerade im Expertengespräch die Expertise angeboten, der neue Bundestrainer müsse sich auskennen.

Worin?

Die Stellenausschreibung des Deutschen Schwimmverbandes (DSV):

Stellenausschreibung - Der DSV e.V. sucht zum 01.12.2012 für die Funktion des Chef-/Bundestrainers Schwimmen eine/n engagierte/n Mitarbeiter/in

„Eine langfristige Anstellung wird angestrebt“ — Der DSV sucht Chef- und Bundestrainer im Schwimmen. Gefunden von Berni auf allesaussersport.de

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#London2012 (IX): live-Blog Eröffnungsfeier, „Isles of Wonder“

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LONDON. Aus gutem Grund, falls wieder Technik verloren gehen sollte, meine Koordinaten hier im Olympic Stadium, Notiz an mich und den Kollegen G., auch so ein vergesslicher Experte, der wieder neben mir sitzt: Block 211/212, Row 63, Seat 334 19.22 Uhr (Ortszeit): Wir können beginnen. Ich bleibe bei der herkömmlichen Technik, schreibe einfach hier in […]

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