Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (II): Das Rätsel um die verschwundenen Millionen

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Tamás Ajan, IOC-Session Singapur, 2005

Es folgt die ergänzte, etwas anders gefasste und mit Dokumenten versehene Version eines Artikels, der in Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau unter dem Titel „In der Waschanlage“ erschienen ist. Play the Game hat die Überschrift „IWF president under suspicion of financial mismanagement“ gewählt.

„Finanzielle Misswirtschaft“ – das ist die juristisch korrekte Bezeichnung für den Vorgang, den einige Gewichtheber-Funktionäre bisher vergeblich versucht haben, vollständig aufzuklären. Er illustriert, welcher Geist noch immer weht in den olympischen Weltverbänden und warum es – angesichts oft jahrzehntelang gewachsener Abhängigkeiten – so schwer ist, dem etwas entgegen zu setzen.

* * *

Die Geschichte beginnt vor vier Jahren, beim letzten IWF-Wahlkongress in Madrid Ende März 2009.

Oberflächlich betrachtet, ist alles wie immer: Aján, der es liebt, sich mit den Mächtigen zu zeigen, gibt den galanten Gastgeber. Er begrüßt als Ehrengäste die spanische Infantin, den Sportminister, den Vize-Bürgermeister von Madrid. Er herzt den IOC-Kollegen Samaranch Junior und einen, gegen den gerade eine Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet hat, den Handball-Pharao Hasan Moustafa.

Es hagelt Grußadressen und Auszeichnungen.

MUST READ!

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Alles könnte so sein wie immer, wären da nicht die vielen lästigen Fragen zum Geld.

Wie immer hat Aján auf dünnen drei Seiten Einnahmen und Ausgaben der IWF aufgelistet. Wie immer haben die hauseigenen Prüfer keine Auffälligkeiten entdeckt, im Gegenteil: Sie haben sogar „gratuliert“ zum kleinen Überschuss, den die IWF erwirtschaftet hat.

Auch dass Aján ein wenig jammert bei der Vorstellung des Finanzberichts – mit dem er angeblich seiner Pflicht nachkommt, die Nationalverbände über die „tatsächliche Finanzlage“ zu informieren – ist nicht ungewöhnlich.

„Es war nie leicht“, behauptet er diesmal, „einen angemessenen finanziellen Hintergrund für unsere Aktivitäten zu sichern.“

Die Dokumente dazu:

In den Jahren zuvor klangen die Klagen des IWF-Bosses ähnlich: „Geld ist schwierig aufzutreiben“ (2000), „extrem schwierige internationale Umgebung“ (2002), „IWF ist nicht ausgenommen von globalen Krisen“ (2006) …

Inzwischen aber hören ein paar Funktionäre solche Sätze nicht mehr gern: Zwar wissen die wenigsten, dass Aján sich mit 300.000 Dollar im Jahr fürs Ehrenamt entschädigen lässt – aber kaum einem entgeht, dass die Kosten fürs Budapester Präsidenten-Büro, wo auch der Schwiegersohn als Wettkampfdirektor wirkt, ständig steigen.

  • Und nun fragt ein Delegierter, an wen denn die Hanteln gegangen sind, die als Ausgaben unter „IWF-Entwicklungsprogramm“ verbucht sind.
  • Ein afrikanischer Delegierter möchte Details zu den Zuschüssen für die fünf Kontinentalverbände, Posten Nr. 15 unter „Ausgaben“, mehr als 300.000 Dollar.
  • Und der Italiener Antonio Urso will wissen, warum die aktuelle Bilanz ohne Vermögen eröffnet, wo doch die vorherige mit 1,6 Millionen Dollar im Plus schloss.

Es gibt weitere Fragen.

So viele, dass dem IWF-Boss ein verräterischer Satz entschlüpft:

Den Überblick „über das gesamte Vermögen“ erhalte nur die Exekutive und das IWF-Prüfkomitee.

Das gesamte Vermögen?

Viele Funktionäre hören davon zum ersten Mal.

Auch das neu gewählte Prüfkomitee, dessen Job es ist, die vom Präsidenten vorgelegten Bilanzen zu checken. Die neuen Prüfer sind die ersten, die vorhaben, ihre Aufgabe ernst zu nehmen. Nicht nur, weil ihre Hauptberufe sie dafür prädestinieren: Es handelt sich um einen Kriminalbeamten, einen Richter und den Generalsekretär des Europäischen Verbandes.

Letzterer, der langjährige Heber-Offizielle Marino Casadei aus San Marino, hat zu diesem Zeitpunkt bereits Auskünfte eingeholt in den Büros der anderen Kontinentalverbände, ob bei ihnen der in der Bilanz enthaltene Zuschuss aus Budapest angekommen ist.

Das Geld ist nicht angekommen.

Misstrauen hat auch ein Einnahme-Posten erregt: „Olympic Revenues“, 1,3 Millionen Dollar. Es handelt sich um Geld vom IOC, das den Weltverbänden seit 1992 Anteile aus den TV- und Sponsorenmilliarden für die Olympischen Spiele überweist. Ist das der gesamte Betrag für die Gewichtheber nach Peking? Wenige Wochen nach dem Wahlkongress übermitteln die Prüfer Fragen an Ajàn. Die erste bezieht sich auf das Geld vom IOC.

Wir wünschen nicht“, lässt Ajàn wissen, „Ihnen die geforderte Dokumentation zu übersenden, da sie vertrauliche Informationen enthält.“

Was es damit auf sich hat, erfahren die Prüfer erst bei ihrer zweitägigen Inspektion in Budapest im September.

Die neue Bilanz ist wie alle Bilanzen seit Jahren nach ihrer Auffassung „absolut inakzeptabel“. Das schreiben die Prüfer – eine Revolution für die IWF – auch so in ihren Bericht. Dieses zehnseitige Papier wird anders als die knappen Epistel früherer Prüfer den Nationalverbänden niemals vorgelegt werden.

Die Lektüre lohnt entsprechend:

In Ajáns Welt ist es wahrscheinlich eine alten Gewohnheiten entspringende Marginalie, die Debatte mitschneiden zu lassen, ohne die Prüfer zu informieren.

  • Üblich offenbar auch, dass der Präsident keine Originalbelege vorzeigt.

Den Blick für die Qualität bisheriger verbandsinterner „Prüfungen“ schärft aber vor allem dieser Umstand, ein Knockout für jegliche Kontrolle:

  • Die IWF-Bücher sind in Ungarisch gehalten.

Das sollte genügen, um dem Präsidenten die Unterschrift zu verweigern. Zentraler Kritikpunkt der drei Neuen ist jedoch ein anderer:

  • Die Bilanz zeigt nur Einnahmen und Ausgaben für ein Konto bei der Nationalen Sparkasse in Budapest.
  • In der Schweiz, wo die IWF wie die meisten Sportverbände formal ihren Sitz hat, gibt es zwei weitere Konten.

Für die ist, befremdlich genug, nicht der IWF-Generalsekretär/Schatzmeister (der Chinese Ma Wenguang) zeichnungsberechtigt, sondern: Aján.

16,7 Millionen Dollar liegen dort, das Geld vom IOC. Es ist viel Geld für die Heber; sie kalkulieren pro Jahr mit einem Budget von drei Millionen.

Ein paar Sätze noch zu den Ausreden des IWF-Patrons, die oben im Prüfbericht nachzulesen sind:

Der Präsident erklärt, dass die Schweizer Konten weder im Haushalt noch in den jährlichen Bilanzen sind, in Übereinstimmung mit den IWF-Regeln und mit dem Schweizer Gesetz.

Eine solche IWF-Regel existiert selbstverständlich nicht.

Und in Wahrheit hat Aján auch ein recht klares Bild vom grundsätzlich liberalen „Schweizer Gesetz“. Als er nämlich – eine Folge der Auseinandersetzungen, die alsbald auch im Executive Board über das IOC-Geld geführt werden – professionelle Wirtschaftsprüfgesellschaften beauftragt (dazu unten), gibt er selbstverständlich das Vermögen auf den Schweizer Konten an. Die KPMG hält die Mindestanforderung fest. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass …

… Finanzberichte vorgelegt werden, die frei sind von materiellen Falschbehauptungen, gleich, ob auf Betrug oder Fehler zurückzuführen.

Aján behauptet gegenüber den Prüfern auch, der Exekutive sei zweimal im Jahr berichtet worden über die Schweizer Konten.

Das kollidiert erheblich mit der Debatte in einer außerordentlichen IWF-Vorstandssitzung im September, die ausschließlich den IOC-Millionen gewidmet ist.

Für Irritation sorgt, dass seit 1992 insgesamt 23,3 Millionen vom IOC gekommen sind.

  • Der langjährige Vizepräsident Sam Coffa (Australien) macht seine Rechnung auf: Müsste die IWF mit üblichem Zins von fünf Prozent und Zinseszins nicht über 28 Millionen Dollar verfügen – rund zehn Millionen mehr als derzeit auf den drei Konten?
  • Ajàn verweist auf Verluste auf den Finanzmärkten. Darauf, dass IOC-Gelder auch aufs Budapester Konto geflossen sind. Nach Aktenlage zwei Mal, für Athen und für Peking, insgesamt 2,7 Millionen – die Differenz erklärt das nicht.
  • Auch bei konservativer Rechnung (die ich angestellt habe auf Grundlage der vorliegenden Bilanzen und Prüfberichte, mit Hilfe eines in solchen Fragen bewanderten Fachmanns) ist der Fehlbetrag noch stattlich: rund fünf Millionen Dollar.

Zwei Wirtschaftsprüfgesellschaften werden eingeschaltet. Bevor deren Ergebnisse vorliegen, schreibt Aján aber noch diesen Brief, mit einer gewagten Einordnung der Aufklärungsversuche:

Der entscheidende Part:

Bestrebungen, einen größeren Machtanteil zu erlangen, sind klar verständlich und akzeptabel, und es ist mit der Zeit unvermeidbar, dass die eigene Autorität herausgefordert wird.

Dennoch, wenn es so weit geht, meine Integrität und Ehre mit unbelegten Beschuldigungen in Frage zu stellen, die in der Verkleidung von Vorwürfen des finanziellen Missmanagements daher kommen, dann wird das eine hochgefährliche Angelegenheit, die die Einheit des Gewichthebens spaltet, und die möglicherweise negative Konsequenzen für die gesamte Zukunft unseres geliebten Sports hat.

Natürlich sind solche Behauptungen sind unbegründet und lächerlich …

Bis hierher lautet der Vorwurf hauptsächlich, dass Aján den IWF-Mitgliedern, den Nationalverbänden, verschwiegen hat, dass sie reicher sind, als sie wussten – Bilanzfälschung im Wirtschaftsleben.

Jeder Verdacht einer möglichen Veruntreuung“, sagt ein Offizieller, „wäre erledigt gewesen, wenn Aján wie gefordert die Transaktionen auf den Schweizer Konten vollständig offengelegt hätte.“

Das umgeht der Profifunktionär jedoch gewieft.

Zwar verkauft er die Erkenntnisse der zwei Wirtschaftsprüfgesellschaften später in internen Rundbriefen an die IWF-Gemeinde als Persilscheine („keine Unregelmäßigkeiten entdeckt“) – freilich, ohne die Berichte zu veröffentlichen. Aus gutem Grund: Ins Gesamtbild einsortiert, verdichten sie den Verdacht auf obskure Mittelverwendung.

Die KPMG prüft alle drei Konten, aber nur ab März 2009. Die Experten von Ernst & Young dürfen bis 1992 zurückgehen, aber nur für eines der Schweizer Konten und nur für eine so genannte Performance-Analyse. Nach der gab es fünf Zahlungen an den Empfänger „IWF“ über insgesamt rund 600.000 Dollar. In den Bilanzen der entsprechenden Jahre ist der Eingang bestenfalls einmal nachvollziehbar, 1999, als der Einnahmeposten „Zinsen“ unerklärlich hoch ausfällt. Dazu lässt die „Performance“ stärker zweifeln an angeblichen Verlusten auf den Finanzmärkten – die Banker vermehrten das IWF-Vermögen.

Die Vorgänge auf dem zweiten Schweizer Konto bei der UBS bleiben im Dunkeln.

Nur auf den ersten Blick verwundert es, dass in der Exekutive trotzdem wieder Wohlverhalten überwiegt: „Wir müssen den Präsidenten schützen, um das Image des Gewichthebens zu schützen“, merkt einer beim nächsten Meeting in Seoul zu den Berichten an. Fast schon ein kritischer Beitrag. Coffa zum Beispiel zeigt sich nun schwer beeindruckt vom lückenhaften Zahlenwerk: Ajáns „finanzielle Aktivitäten“ würden von ihm „außerordentlich geschätzt“.

Einen Deutungsansatz aus dem Innenleben der Weltverbände, in denen schon so manche Skandalnudel alt geworden ist, liefern die drei aufmüpfigen IWF-Prüfer 2010, bei ihrem nächsten Besuch in Budapest:

Die Honorare der Vorständler – „erhebliche Geldbeträge“ – sollten doch künftig, so regen sie an, überwiesen werden, statt in Cash gezahlt.

Ajàns Antwort: Damit wären „90 Prozent der Mitglieder nicht glücklich“, persönlich stimme er dem auch nicht zu. Um solche Bargeldübergaben zu erklären, sagt ein Verbandspräsident, müsse man „kein Finanzgenie“ sein.

In einigen Ländern dürfte dergleichen die Steuerbehörden interessieren.“

Das Protokoll der Inspektion:

Es sind die letzten Eindrücke, die sich die drei Prüfer von den Praktiken unter Aján verschaffen dürfen.

2011 wird das Komitee zwar nicht aufgelöst – schließlich ist es vom Kongress gewählt. Aber die Exekutive legt in einer Sitzung, bei der nur acht Mitglieder des 21-köpfigen Gremiums anwesend sind und ein Großteil boykottiert, fest, dass die Prüfer ihre Arbeit „nicht fortsetzen“ dürfen. Inzwischen prüft die KPMG Ajáns Finanzgeschäfte. In deren Kompetenzbereich fallen solche Bargeldgeschäfte nicht. Und sogar einen gut dotierten Finanzberater leistet sich die IWF – ein Schweizer Experte, der auch die Bücher beim Radweltverband UCI prüft. Mit Ehrenpräsident Hein Verbruggen hat Aján lange Jahre das Spitzenteam von SportAccord gebildet – Präsident der eine, Vize der andere. Die olympische Welt ist klein.

Nur elf Heber-Funktionäre, zumeist Präsidenten europäischer Verbände, glauben, es sei an der Zeit, den eigenen Stall auszumisten. Im Februar 2011 zeigen sie die nicht geklärten Millionen beim IOC-Präsidenten Jacques Rogge an. Gleich zu Beginn stellen sie klar:

Die Beschwerde ist nicht, wie Herr Tamás Aján womöglich zu behaupten versuchen wird, motiviert durch eine politische Opposition der Unterzeichner gegen Ajáns Präsidentschaft. Das Gegenteil ist wahr: Die politische Opposition gegen seine Präsidentschaft ist motiviert durch Tatsachen, die in dieser Beschwerde berichtet werden.

Formal betrifft sie „das Finanzmanagement der Internationalen Gewichtheber-Föderation“. Nach akribischer Würdigung aller Fakten adressieren die Verfasser genauer:

Im Wesentlichen bedeutet das Verschweigen der Schweizer Konten und der mit ihnen verbundenen Transaktionen, dass Herr Tamás Aján von März 1992 bis März 2009 einen bis dahin unbekannten Fonds zu seiner Verfügung hatte – ohne Kontrolle darüber, wie er diesen Fonds genutzt hat.

Rogge möge den Sachverhalt an die Ethik-Kommission leiten, zwecks „Tiefenprüfung“.

Die Beschwerde enthält einige weitere Absurditäten aus der Buchführung des Weltverbandes. Und die Verfasser liegen wohl auch richtig mit ihrer höflich vorgetragenen Bitte, Rogge möge den ehemaligen IOC-Generaldirektor Francois Carrard nicht mit der Sache betrauen. Der schreibt als Rechtsvertreter von Aján einen Brief an die Anwälte von Antonio Urso. Carrard erinnert an eine angeblich gesetzlich vorgeschriebene „Pflicht zu Loyalität und Treue“, um sodann dem EWF-Präsidenten eine handfeste Drohung zu verpassen:

Dass nämlich „jede und alle vorsorglichen Maßnahmen“ ergriffen würden, „um die Interessen meines Klienten und die der IWF zu schützen“ – falls er nicht „sofort Abstand nimmt von weiteren Kampagnen und Angriffen“.

Das bezieht sich nicht auf die IOC-Klage, doch rundet dieser Streit – um die noch immer ungeklärten Zuschüsse für die Kontinentalverbände, die oben erwähnten reichlich 300.000 Dollar – das Bild zu Ajáns Treiben ab. Urso hatte zwischenzeitlich Zivilklage in Lausanne eingereicht. Er zog sie zurück, nachdem Aján Aufklärung zusagte.

Ein Fehler, wie aus seinem Neujahrs-Editorial in der EWF-Zeitschrift hervorgeht. Ein lesenswertes Stück, mit Sätzen, wie sie aus der Sportfamilie kaum zu vernehmen sind:

Im März 2011 darf man sich dann wieder heimisch fühlen beim üblichen Procedere. Die Post an Rogge ist Thema einer Exekutiv-Sitzung in Istanbul. Aján erklärt, Transparenz sei „voll gewährleistet“. Der Amerikaner Dragomir Cioroslan meint, eine Beschwerde „gegen eine Organisation, die man repräsentiert“ sei „verrückt“.

Cioroslan, hauptberuflich im US-Olympiakomitee USOC und treuer Gefolgsmann Ajáns und hat seit langem einen der mit 15.000 Dollar jährlich nicht schlecht dotierten Posten an der Spitze einer IWF-Kommission inne. Am Montag bei der Wahl in Moskau geht er übrigens ins Rennen um den Präsidentenposten – was auf Absprachen für spätere Wahlgänge deutet.

Coffa, auch ein Kommissionsvorsitzender, spricht von einer „Kriegserklärung gegen die frühere und die derzeitige IWF-Spitze“. Die Sache könnte dazu führen, argwöhnt der Australier, „Gewichtheben von den Olympischen Spielen auszuschließen“.

Beschlossen wird sogar die Gründung einer Disziplinarkommission, um gegen die unbotmäßigen Beschwerdeführer vorzugehen – von der ist dann aber doch nichts mehr zu hören.

Zur Besonnenheit mahnt der Chinese Ma: Er will Erklärungen von den früheren Mitgliedern der Exekutive und „dem Thema sehr gründlich Aufmerksamkeit schenken“. Ma, der anfangs noch „den Präsidenten schützen wollte“, zählt inzwischen zu seinen Kritikern. Zurückzuführen ist das u.a. auf einen Vorgang, der sich ein paar Monate später abspielen wird. Der Generalsekretär/Schatzmeister begehrt, für einige Ausgaben Belege zu sehen. Ajáns Antwort: Dafür müsse er schon nach Budapest kommen. Ma verhalte sich „wie ein Kassierer“. Auch der Chinese geht nun ins Präsidentschaftsrennen. Der Vorständler aus Malaysia fasst die Debatte in Istanbul wohl am prägnantesten zusammen:

Taking the problems outside the family, we have to face serious problems.

Der andere zentrale Begriff aus der Spezialdemokratie des Sports – „Einheit“ – fällt natürlich auch.

Nur haben die besorgten Gewichtheber-Funktionäre noch nicht so recht begriffen, wie weit der Arm der „Familie“ wirklich reicht. Anders Aján: Ausgerechnet in dieser Sitzung ergreift er, so steht’s im Protokoll, „die Gelegenheit, offiziell anzukündigen, dass er für die nächste Vierjahresperiode Präsidentschaftskandidat sein wird“.

Zur erweiterten Familie in Teil III – am Pfingstmontag (20. Mai 2013).

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