Programmhinweis: Sportgespräche als Podcast – ab Sonntag in diesem Theater. Erster Gast: #KlausSchormann

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Das hatte ich lange vor und fange nun endlich damit an: Ab Sonntag wird es ausführliche, diskursive, hintergründige, journalistische Interviews mit allerlei Personen aus dem sportpolitischen Business geben. Mit Verbandspräsidenten, Whistleblowern, Vermarktern, Enthüllern, Propagandisten, Dopingfahndern, ja sogar Politikern und Journalisten.

Diese Sportgespräche sollen zunächst immer sonntags on air bzw ins Netz gehen. Das erste an diesem Sonntag wird vielleicht nur als mp3 bereitstehen und noch nicht als sauber zu abonnierender Podcast, mit den technischen Details muss ich mich noch auseinandersetzen. Aber das ist nachrangig, es geht zunächst um Inhalte.

Ich mache sportpolitisches Radio im Internet, so habe ich es meinem ersten Gesprächspartner erklärt, von dem ich weiß, dass er neuen Medien zwar aufgeschlossen gegenüber steht, aber noch auf manche sehr nützliche technische Option verzichtet. Auch über derlei Kommunikationsfragen möchte ich mit meinen Gesprächspartnern diskutieren – und über Journalismus. Was immer sie an diesen Berufsstand und vor allem: an meiner Arbeit, an meinen Fragen, die ich ihnen stelle, auszusetzen haben, sie dürfen und sollen es sagen. Wir wollen diskutieren. Geschnitten wird nichts. Einige Regeln für diese Gespräche werde ich am Sonntag noch kurz erläutern.

Ich möchte Sportpolitik erlebbar und nachvollziehbar machen.

Jeder Diskutant hier im Blog (auf Twitter, Facebook und wo auch immer) kann sich an diesen Sportgesprächen beteiligen: in dem er mir vorher Fragen und Themen schickt, sich Interviewpartner wünscht und – auch das – sich während der Gesprächstermine, die ich jeweils bekanntgebe, noch mit Skype-SMS und/oder Tweets einbringen kann. (Ich werde die meisten Gespräche per Skype aufzeichnen.) Das ist ein Anfang, mal sehen, was daraus wird. Auch wenn Gesprächsführung gewiss nicht zu meinen Stärken zählt, bin ich relativ zuversichtlich. Denn noch einmal, gebetsmühlenartig: es geht um Inhalte, weniger um Formales.

Ich bin meinem ersten Gesprächspartner, mit dem ich stets ein offenes Verhältnis hatte, wofür ich ihn außerordentlich schätze, sehr dankbar, dass er spontan zugesagt hat:

… wird also mit mir über die Erfahrungen und Lehren aus den Sommerspielen in London diskutieren, über die Sorgen einer Randsportart, er wird uns erzählen, wie er es geschafft hat, den Fünfkampf zu revolutionieren und zu modernisieren, den Erfordernissen des TV-Zeitalters angepasst hat, auch, wie er es geschafft hat, sich quasi über Jahrtausende im Amt und im Haifischbecken Sportpolitik zu halten. Schormann hat viele Talente, und er kann wunderbar erzählen.

Das war 2005 auf der IOC-Session in Singapur, als Klaus Schormann mal wieder die olympische Zukunft des Fünfkampfs gerettet hatte. Er sieht übrigens immer noch so frisch aus.

Auf allesaussersport des unvergleichlichen Kai Pahl habe ich dazu hochinteressante Diskussionen verfolgt.

Dort wurde auch ausführlich über Fragen des Olympischen Programms und die Telegenität des Modernen Fünfkampfs diskutiert – wie Sportarten reinkommen und warum und warum sie drinbleiben und nicht rausfliegen und andere draußen bleiben müssen.

Klaus Schormann weiß eine Menge darüber. Er wird nicht alles verraten. Aber er kann dazu beitragen, Sportpolitik nachvollziehbar und plastisch zu machen.

Diese Sportgespräche am Sonntag (der Titel wird bei Erstveröffentlichung verraten) werden die hintergründige Berichterstattung hier fein ergänzen. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Klaus Schormann bereitet übrigens gerade den UIPM-Kongress im Oktober vor. Wo der stattfindet?

Gegenfrage: Wo findet denn die nächste IOC-Session im September 2013 und also die Krönungsmesse des IOC-Präsidenten statt?

Klaus Schormann plant immer langfristig.

Auch darüber werden wir reden.

Also bitte: Vorschläge, Fragen, Wünsche, Kritiken – hier im Blog, auf Twitter und/oder Facebook unter #klausschormann

Nachtrag, 15.02 Uhr, die ersten Reaktionen (Auswahl):

 

Kristian #1

Eine Frage hätte ich:
Aus welchen “Sportarten” setzt sich der Fünfkampf der Offiziellen im Sport auseinander.
Bonusfrage: Welche Bonuslevel gibt es da bei Olympia ;)

Bin gespannt auf die Auseinandersetzung mit der Frage

John #2

Meine Frage: Aus welchem Lager rekrutiert sich der Fünfkampf-Nachwuchs? Eher Schwimmer? Oder Leichtathleten? Wie sind diese Lager auf den Fünfkampf zu sprechen?
Was bewegt talentierte Leute dazu, aus einem höher subventionierten Sport mit Rampenlichtpotential ins Randgruppendasein zu gehen?

Würde mich sehr interessieren.

Alex #3

Mich würde mal grundsätzlich interessieren, welchen Einfluss die Sportverbände denn darauf haben, was die OBS letztlich fernsehtechnisch aus ihren Sportarten macht.

Ich fand die Übertragung des Londoner Combined Events sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ja abgrundschlecht (und war bei AAS damit offensichtlich nicht allein) – nicht nur das hektische Umschneiden der ARD zu Gold-Lena und zurück, sondern auch das Weltbild an sich. Müsste man als Verband, wenn man seine Sportart schon auf fernsehtauglich trimmt, nicht alles daran setzen, dass diese auch professionell, mit einer vernünftigen Regie und übersichtlichen grafischen Einblendungen übertragen wird (Biathlon ist in dem Bereich nun mal der Gold-Standard)?

Und macht man als Chef einer Sportart, die nur alle vier Jahre ins Scheinwerferlicht rückt, eigentlich vorher Lobbyarbeit bei den Fernsehsender, damit die Übertragung auch ins Hauptprogramm rutscht und nicht auf Digitalkanälen/Streams verschimmelt?

vera #4

Sehr schön, ich freu mich drauf. Auch auf Klaus Schormann, den ich noch vom HVMF kenne (über 30 Jahre her – der sieht wirklich immer noch genauso aus …). Hört sich an, als hätte er sich nicht großartig verändert. Hiltrud Reder könnte auch viel erzählen. Zita Funkenhauser, Conni Hanisch – die haben wenigstens mal den Mund aufgemacht.

Ralf Fenge #5

Tolle Idee… man das wäre doch mal eine Rubrik für einen deutschlandweit empfangbaren, öffentlich-rechtlichen Sender, der damit richtig an Ansehen gewinnen könnte… aber ich schweife ab ;-)

Ich freue mich drauf und werde gespannt zuhören…

Gua #6

Da bin ich ja mal gespannt ob und welches Medium sich bei diesem Inhalt bedient. Natürlich ganz kapitalistisch journalistisch ohne Nennung der Quelle usw.

HvH #7

Ich hätte eine Frage aus aktuellem Anlass
(http://www.sueddeutsche.de/sport/konstruktion-olympischer-spielstaetten-ingenieure-lancieren-rekorde-1.1440456)

Reicht die Ingeneurleistung tatsächlich aus zur Erklärung der während der Olympiade erzielten Geschwindigkeiten?

Als mögliche Interviewpartner fallen mir Carlo Thränhardt und Dietmar Mögenburg ein. Also quasi
“Auf eine Zigarette mit…” ;-) Zu deren Zeit schien einiges lockerer gewesen zu sein. ich würde beiden gerne mal beim “Erzählen von früher” zuhören.

Frohes Schaffen

thelepathy (@thelepathy) #8

@jw

freue mich auf diesen podcast, eine sehr produktive reaktion auf den ganzen trouble mit dem dlf!

in punkto crowdsourcing/live-feedback könntest du, wenn dein podcast dann formen angenommen hat, vllt. ab und an einen co-moderator ins boot holen und ‘nen live-chat anbieten. philip banse& co praktizieren das des öfteren im küchenradio. oftmals ergeben sich die guten fragen erst im verlauf eines hintergrundgespräches.

weitere mögliche frage an schormann: was hält er von einem bt- sportausschuss hinter verschlossenen türen?

Volker #9

Ich kann mir leider einen Titelvorschlag für diesen Podcast nicht verkneifen, auch wenn der Name ja wohl schon gewählt ist. Im Sinne plumper Wortspiele wäre
“Weingeistreich” doch sehr schön…
Ich freue mich schon auf die Reihe

franzferdl #10

aus aktuellem anlass böte sich folgender interview- bzw. diskussionspartner geradezu wie die faust aufs auge an:
ronny blaschke

Andreas #11

Moderner Fünfkampf hält sich seit Urzeiten im olympischen Programm (jedenfalls der der Männer). Wie kann man gewährleisten, dass es diese “Exotensportart” weiterhin im olympischen Programm gibt? Ist meine Einschätzung falsch, oder wird diese Sportart absichtlich an die letzten beiden Tage gesetzt, wenn die Aufmerksamkeit nur noch den Finals von “Sport-Dickschiffen” wie Basketball oder Volleyball gilt?

bernie #12

Geschnitten wird nichts.

Och bitte doch. Ich brauche nicht jedes Hüsteln, jedes Stühlerücken und jedes Ähm. So ein bisschen Saubermachen wäre schon schön. Auch um sich von den vielen Amateur-Podcasts im Netz zu unterscheiden.

Zum Fünfkampf. Der stand ja auf meiner umstrittenen Liste von Ballast, den Olympische Spiele abwerfen sollte. Daher meine Frage, wäre es für eine Sportart wie diese, die so als olympisches Hintergrundrauschen mitläuft, nicht besser, wenn man freiwillig auf die Teilnahme an Olympischen Spielen verzichtet? Weniger Ärger, mehr Gestaltungsfreiheit. Man müsste sich nicht mehr mit dem IOC rumärgern. Man hätte auch die Freiheit, die Sportart so gestalten zukönnen, dass sie für die Wettkämpfer am interessantesten ist, statt sie fernsehtauglich zu trimmen. Aus dem System Olympia aussteigen, der Sportart zuliebe.

franzferdl #13

…und hajo seppelt!
ps.: das sind im übrigen ganz ernst gemeinte vorschläge und würden dem vorhaben, auch journalisten-kollegen zum gespräch einzuladen, wunderbar entsprechen. welch besseres & aktuelleres thema gäbe des denn zur zeit, um über journalismus an der schnittstelle vermeintlicher persönlicher eitelkeiten & narzissmen sowie dem eigentlichen thematischen problemgegenstand zu sprechen? eine solche, von mir aus auch experimentelle konstellation wäre wohl nachgerade einmalig, klingt vielversprechend & liesse eine kontroverse auseinandersetzung erhoffen, in der – ganz klassisch – die besseren argumente endlich obsiegen könnten…

DeeFi #14

Keine Frage zum Thema oder zum Gast, aber großes Lob für die Idee des Podcasts.

Vielleicht als Anregung für spätere Konzepte und Folgen.
(Wieder ein China-Tipp)

Es gibt einen unter China-Journalisten ziemlich bekannten englischsprachigen Podcast, in dem in jeder Folge 2-3 Journalisten verschiedenster Medien, Wissenschaftler oder Buchautoren zu Wort kommen und das Top-Thema der vergangenen Woche oder alternativ ein besonders wichtiges Thema diskutieren und von verschiedenen Standpunkten aus beleuchten. Interessant ist der Podcast vor allem deshalb, weil er von einer besonderen Qualität geprägt ist, welcher nicht immer Einzug in die Mainstream-China-Berichterstattung hält. Der Podcast heißt schlicht Sinica http://popupchinese.com/lessons/sinica
Hosts der Sendung sind Jeremy Goldkorn (Freie China-Korrespondent verschiedenster Zeitungen – NYT, Guardian usw), Kaiser Kuo (Internationaler Pressesprecher der Suchmaschine Baidu). Häufigster Gast ist Gady Epstein (China Korrespondent des Economist).

Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, dass du andere Sport-Journalisten z.B. Grit Hartmann oder Herbert Fischer-Solms einlädst, vielleicht aber auch welche aus der Zunft, die das Thema “Sportpolitik” in aller Regel nicht öffentlich bearbeiten, von denen du aber vielleicht weißt, dass sie sich trotzdem damit beschäftigen. Solls ja geben. Gleiches gilt für Themen wie Doping oder “The Legend”.

Das besondere finde ich immer: Diese Podcasts sind zum einen unglaublich “privat” aber gleichzeitig Diskussionen auf hohen Niveau. Wirklich immer spannend. Die Diskussionen folgen auch keinen großen Skript oder sind irgendwie gesteuert (bis auf paar vorher ausgewählte Fragen) sondern entwickeln sich in aller Regel über den Verlauf der Sendung. Die Qualität der Leute steuert hier viel bei.

Aber erstmal: Viel Erfolg mit deinem Podcast und Guten Start. Den Tipp wie gesagt als Anregung verstehen, falls du Konzepte oder Ideen für zukünftige Sendungen brauchst. Freu mich auf jeden Fall schon auf Teil 1 :)

Rüdiger Richter #15

Super Sache mit dem Podcast. Ich wünsche ganz viel Erfolg und auch viel Spass damit.

thelepathy (@thelepathy) #16

@bernie

Na hör mal, bei einem interessanten und hoffentlich hin und wieder erheiternden Podcast sind doch Atmo und unverfälschter Charakter das A und O. Klar, gewisse Rahmenbedingungen, wie gute Tonqualität etc. sollten stimmen, aber ein steriles Format… nein danke!

gilad #17

Huhu, hier meine Fragen zum Modernen Fünfkampf!

Bitte für mich als Laien zunächst die Frage nach der Geschichtlichkeit dieser Sportart. Natürlich nur kurz Dann die anschließenden Frage nach der Reform des Regelwerks -umgesetzt in Leipzig 2009, 2010, I do not know. Dann die banale, weil TV-Gestell-‘verblödete’ Frage: Wie sich dieser nicht uninteressante Sport selbst wahrnimmt (komplizierte Frage, I know -quasi die psychoanalytische Frage per se) -, weil ich diesen Wettbewerb als interessant aber sehr diffus wahrgenommen habe. Sorry, aber Ich kann nur die TV-Kulissen/Repräsentationen denken und sehe da Bundesjungendspiele-artige Settings…Und zum Schluss dieses Laufen. Menschen, die wie Pferde durch ein von Menschen für Pferde konzipiertes Stadium laufen und ab und an wild um sich schießen. Warum so brutal?

gilad #18

Ich möchte, dass diese Arbeit nicht unbezahlt ist. Ich bin naiv, I know.

Wir brauchen Sponsoren.

Kli #19

Bitte keine Journalisten-Gespräche – dieses “Unter uns” hat mich schon im DLF immer genervt. An Herrn Schormann: Was ist modern am Fünfkampf? Und hieße modern nicht, dass alle vier Jahre wenigstens eine der Traditionsportarten durch etwas wirklich Zeitgemäßes ersetzt wird? Also Schießen durch Skating, oder Fechten durch Klettern, oder Laufe durch Mountainbike?

B.Schuss #20

Fechten durch Klettern, und Reiten durch Mountain Bike ersetzen, das wäre wirklich mal ein “moderner” Fünfkampf. Besonders das Reiten erschien mir in vielen Fällen ( auch aufgrund des seltsamen Losverfahrens ) eher wie Tier- und Menschquälerei.

Laufen
Schießen
Schwimmen
Klettern
MTB

das wäre ne Kombination, mit der man zumindest mich locken könnte.
Kannste Herrn Schormann ja mal fragen.

Ansonsten gute Idee, viel Glück !

Stefan #21

Bezogen auf die modernen Herausforderungen des Soldaten (das war ja der Ausgangspunkt des mod. FK) würde ich noch weiter gehen:
1. Panzerhindernisfahren
2. Auf Ziegen Starren (insider)
3. Computerspielen, oder auch Drohnenfernsteuern
4. (Gegen die Genfer Konvention ver)Stoßen, bestehend aus Foltern und Vergewaltigen. Schwierig zu bewerten, die Teilnehmer müssen sich dabei fotografieren und eine Jury bestehend aus ehem. US-Soldaten vergibt Noten
5. Amoklaufen.

Als erste Sportart wären bei diesem postmoderne Fünfkampf Drogen nicht nur geduldet, sondern explizit vorgeschrieben. Dabei ist von Alkohol bis Crystal Meth oder diesem neuen Zeug, was einen zum Kannibalen macht, alles erlaubt was die nationalen Verbände einem liefern.
Meine ernstere Frage: Wie sehen die Chancen aus, dass Schachboxen olympisch wird?

Ralf #22

@ franzferdl (# 10):

Eine Interview-Reihe (zu anderen Themen natürlich) gibt es bereits hier

thelepathy (@thelepathy) #23

@Stefan

Guter Einwurf, Schachboxen an sich wäre auch ein absolut geniales Podcast-Thema.

Piti #24

Ah, Interviewjournalismus!

SCNR. Die Idee von B.Schuss, das Relikt Springreiten durch Mountainbiken zu ersetzen, finde ich übrigens hervorragend.

Alexander Eichener #25

Frage (und implizite Kritik von mir) an Herrn Schormann:

Warum betreiben Sie mit soviel Engagement den Versuch, das Schießen Schritt für Schritt, Maßnahme für Maßnahme, ganz aus dem Modernen Fünfkampf herauszudrängen und es stattdessen durch eine ganz andere Disziplin, nämlich durch Laser-Zielsport zu ersetzen? Das wird weder der Tradiotion des Modernen Fünfkampfs gerecht, noch setzt es ein gutes Zeichen, und es gefährdet vor allem den Bestand des Schießsports insgesamt. Das ist auch dem Deutschen Schützenbund und der ISSF bewusst – haben Sie mit den beiden Verbänden hierüber konferiert?

Jens Weinreich #26

@ Alexander Eichener: Leider zu spät. Das Gespräch ist bereits geführt. Ich höre es gerade ab und bin genau an jener Stelle, als er darauf indirekt eingeht – mit einer Episode.

In Hongkong zum Beispiel finden sie die Laser-Nummer gut. Denn Schießen war in Hongkong als Sport verboten. Laserschießen ist okay – deshalb wird der Verband von Hongkong jetzt in den Weltverband aufgenommen.

Kli #27

Muss mich als Fünfkampf-Fan outen. Das Reitenturnier in Greenwich fand ich übrigens fantastisch, mit dem Schießen, Sorry @Alexander Eichener, habe ich schwere Probleme.

TobiasL. #28

Endlich! Jens, das ist eine Klasseidee, und nun lohnen sich die Donationen doppelt! Natürlich muss noch ein “Kommentar der Woche”, in satirischer Form dazu.

Stefan #29

@25
Wenn durch das Verwenden von Laserwaffen weniger Attentäter an Waffen kommen, indem sie die Schränke ihrer Väter plündern, ist das eine tolle Sache.

Alexander Eichener #30

Kurze Faktenerläuterung für LeserInnen, die sich in diesem zugegebenermaßen etwas entlegeneren Gebiet des Sports (zumal in Asien) vielleicht nicht so auskennen, so dass ich die obige Falschdarstellung korrigieren kann:
– Schießen (sowohl das mehr statische und olympische der ISSF, wie das dynamische der IPSC) war in Hongkong bis zur Vereinigung mit Festlandschina nicht verboten, sondern im Gegenteil ausgesprochen beliebt. Das Waffenrecht des britischen Hongkong war verglichen mit anderen asiatischen Staaten deutlich liberaler.
– Im nun chinesischen Hongkong ist der frühere Rechtszustand im wesentlichen beibehalten worden. Ebenso wie in Macau (die in IPSC stark waren) besteht auch der Schießsportverband von Hongkong eigenständig weiter. http://www.hkshooting.org.hk/
– Auch Jugendliche üben in Hongkong den Schießsport aus. Auch dieses etwaige Argument von Fünfkämpferseite würde also nicht zutreffen.
– Der Schießsportverband von Hongkong zählt z.Zt. 11 SchützInnen mit olympischer Qualifikation (MQS).

Jens Weinreich #31

@ Alexander Eichener: Ruhig Blut. Ich war so nett und habe vorhin DIREKT die Darstellung des Weltverbandspräsidenten übernommen.

Wenn diese falsch ist, tut es mir leid.

Ich sage ja, und andere sagen das auch: Bei Interviews sollte man alles checken, was einem so erzählt wird :)

Markus Redl #32

Ist im Rückblick gesehen die Trennung vom Biathlon auf der IF-Ebene 1993 mehr Chance oder Risiko für den Modernen Fünfkampf gewesen?

Jens Weinreich #33

Das wurde nur tangiert in einer Frage, ob er es bereut.

Darksider #34

Erstmal großes Lob für die Idee, ich freue mich sehr auf die Interviews. Schade, dass das Gespräch mit Herrn Dr. Schormann schon gelaufen ist. Ich hätte viele Fragen gehabt.

Ich fühle mich schon seit einigen Jahren dem Modernen Fünfkampf verbunden: Einerseits habe ich mich intensiv mit der Geschichte der faszinierenden Sportart auseinandergesetzt und darüber eine wissenschaftliche Qualifikationsarbeit geschrieben. Andererseits gehöre ich zu den wenigen (einzigen?) deutschen “Fans”, die mehr oder weniger regelmäßig Wettkämpfe besuchen – dieses Jahr beispielsweise bei der WM in Rom und kürzlich in London.

Die Einführung der Combined-Disziplin und die Umstellung auf Laserwaffen waren sinnvolle, wenn auch dringend notwendige Modifikationen, damit der Moderne Fünfkampf seinen Status als olympische Sportart behält.

Weiterhin dringenden Nachholbedarf gibt es aber bei der Außendarstellung der Sportart. Kaum einem ist die Sportart wirklich bekannt. Und es verwundert mich (leider) nicht, dass in der Presse immer wieder haarsträubende Fehlinformationen über den Modernen Fünfkampf verbreitet werden. Ein “Highlight” waren beispielsweise die Glückwünsche einer überregional bekannten Tageszeitung an Lena Schöneborn zum vermeintlichen Gewinn ihrer Bronzemedaille bei der Leichtathletik-WM in Berlin 2009.

Drängende Aufgabe des Deutschen- wie auch des Weltverbandes muss es demnach sein, die Sportart attraktiv zu verkaufen. Meine kritischen Fragen wären deshalb gewesen:

Warum wurde die Weltmeisterschaft in Rom am nördlichsten Stadtrand gleichsam unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen? Nirgendwo in der Stadt waren Flyer, Plakate oder sonstige Werbemaßnahmen zu sehen, obwohl der Eintritt doch sogar kostenlos war. Selbst “Fünfkampf-Experten” konnten die Wettkampfstätten nur mit Mühe finden und wurden morgens beim Fechten als einzige Fans von den Athletinnen und Athleten begrüßt.

Warum greift man nicht die Ideen aus anderen Sportarten auf und verlegt Teildisziplinen – wie das attraktive Combined – an publikumswirksame Orte? Der Aufbau einer Schießanlage und eines Laufparcours in einer gut besuchten Innenstadt ist nur bedingt aufwändiger als auf einer verlassenen Pferdewiese in der italienischen Hauptstadt. Was wäre mit dem Olympiapark in München? Eine sportbegeisterte Stadt, ein (sport-)historisch reizvoller Ort, vielseitig nutzbare Sportstätten und viel Publikumsverkehr. Nur mal so als Idee eines Fans, der sich eine erfolgreiche Zukunft des Modernen Fünfkampfes wünschen würde…

Alexander Eichener #35

Darksider: “Die Einführung der Combined-Disziplin und die Umstellung auf Laserwaffen waren sinnvolle, wenn auch dringend notwendige Modifikationen, damit der Moderne Fünfkampf seinen Status als olympische Sportart behält.”
Ja, diese Behauptung hatte ich auch schon einmal woanders angetroffen. Sie wurde damals aber nicht begründet. Wieso sollte beides denn “dringend” notwendig gewesen, nd wieso sollte der olympische Status, also die Gesamtabstimmung des IOC (das Programmkommittee entscheidet ja nicht selbst) daran gehangen haben?

daggi #36

Schön! Ich interessiere mich nicht wirklich für “Sport”, aber durchaus für die Politik des Sports – und hoffe, dass die “Sendungen” viele ZuhörerInnen finden. Wie wär’s damit, eine Extraseite (eigene Domain) dafür zu machen, wo man die Sendungen einfacher finden und anhören kann?

Darksider #37

@Alexander Eichener:

Zweimal, 1994 und 2002, stand der Modernen Fünfkampf vor der Streichung aus dem Olympischen Programm. 2002 hatte dies sogar IOC-Präsident Jacques Rogge persönlich auf der Session in Salt Lake City angestoßen. Begründung: Der Moderne Fünfkampf sei nicht mehr zeitgemäß, nicht attraktiv genug und vor allem zu komplex für den Zuschauer.
Erst nach verschiedenen Initiativen, neben den intensiven Bemühungen Dr. Schormanns beispielsweise in Form eines Sonderbands des Sport Journal (5/2002 Special Edition: Refuting IOC’s Plan to End Modern Pentathlon Competition), hat sich das IOC im Herbst 2002 für einen Verbleib ausgesprochen – damals allerdings nur für die Spiele von Peking.
Geknüpft war dieses Votum und ein längerfristiger Verbleib allerdings an eine “Modernisierung” des Modernen Fünfkampfes, mit der in Form des Combined (Steigerung der Attraktivität) und dem Einsatz von Laserpistolen (Faktor Umwelt + Nachhaltigkeit) Rechnung getragen wurde.

Alexander Eichener #38

Das ist jetzt nur eine Wiederholung der Behauptung, aber kein Beleg. Dass der Verbleib des Modernen Fünfkampf in der Vergangenheit gefährdet gewesen war, ist sicher zutreffend, lässt sich ja auch nachweisen. Die genannten beiden Änderungen betrafen jedoch keine vorangehend geäußerten Kritikpunkte am MFK, diese waren ja viel allgemeiner formuliert gewesen.

Tatsächlich dürfte es sich (was allerdings auch eine Spekulation meinerseits ist, indessen nicht schlechter belegt als die Deinige) eher um folgenden Prozess handeln:

– Die Zusammenlegung vo zwei früheren Disziplinen in eine neue Kombination dient der Zeitersparnis und nimmt die Kritik am früher typischen Austragungsmodus über vier bis fünf Tage auf.
*DASS* man allerdings gerade Laufen und Schießen miteinander kombinierte, hat andere Gründe; Schormann hatte und hat, wie er auch im Interview eingeräumt hat, eine besondere Liebe und fortbestehende Anhänglichkeit an den Biathlon, der ja früher einmal seinem Verband unterstand.
Daher lag es für ihn nahe, innerhalb des MFK eine Parallele zu schaffen, die für die Sommerspiele dem Biathlon der Winterspiele entspricht; verwendet werden ja dieselben Klappscheiben wie im Biathlon (bei mechanischer Anzeige) bzw. elektronische Scheiben (wie im sportlichen Pistolenschießen), bzw. nun auch Laseranzeigen.
Er ging dabei von der nachgewiesenen Attraktivität des Winterbiathlons aus. Übrigens bieten ja auch die Schießsportverbände (schon vor Schormann und dem MFK) einen Sommerbiathlon an, teils mit Radfahren, teils mit Laufen, aber immer mit Gewehr und nicht mit Pistole.

– Die Erprobung des Laserzielleuchtens als Alternative zum Sportschießen ist vorrangig eine Marotte Klaus Kremers; da er bei den Schießsportverbänden DSB und ISSF damit nicht landen konnte und mit ihnen inzwischen ohnehin vollkommen zerstritten ist (übrigens auch vor Gericht), hat er versucht, zumindest im Kleinen beim MFK damit landen zu können. Sachliche Gründe dafür gibt es jedoch nicht, weder Umwelt noch Nachhaltigkeit (grandioser Quatsch), auch nicht Sicherheitsgesichtspunkte, letzteres nicht nach der ja schon früher vorangegangenen Umstellung von Kleinkaliberpistolen auf Luftpistolen,

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