Post vom Anwalt: „private and confidential“

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AJ beim Vortrag

Andrew Jennings bekam gerade Post vom Anwalt Peter Hargitays, eines langjährigen Beraters von Joseph Blatter und Mohammed Bin Hammam.

In diesem Brief (9 Seiten pdf), als „private and confidential“ deklariert, geht es scharf zur Sache. Wer die weltumspannende Fifa-Branche und die Arbeit von Journalisten, die sich um Aufdeckung gewisser Vorgänge bemühen, besser verstehen will, sollte sich die Mühe machen, die Unterlagen zu studieren.

Also: Lesebefehl!

Andrew Jennings, der hier im Blog schon zum Kandidaten für den vakanten Posten des Fifa-Ethikchefs gewählt wurde, entscheidet sich für die offensive Verteidigung und veröffentlicht den kompletten Vorgang („Who poisoned AFC voting?“) auf seiner Webseite Transparency in Sport.

Darunter sind auch hoch interessante Dokumente, die er bislang noch nicht veröffentlicht hatte. Noch existiert die Website, mal sehen wie lange, denn die Auseinandersetzung zwischen AJ und Peter Hargitay geht wohl vor Gericht – was nicht unbedingt überraschend ist, wenn sich Fußballoffizielle mit Journalisten streiten, doch in dieser Schärfe ist der Vorgang schon besonders.

Wenn ich das anwaltschaftliche Schreiben richtig verstehe, rechnet Peter Hargitay den „Schaden“ hoch, der ihm durch die Berichterstattung von Andrew Jennings entstanden sein soll. Zentraler Punkt dabei dürfte jener Auftrag sein, den sich Hargitay einst gemeinsam mit dem ehemaligen Fifa-Kommunikationsdirektor Markus Siegler erhofft hatte: Die Begleitung der englischen Bewerbung um die Fußball-WM 2018.

B.Schuss #1

na, dann wollen wir mal hoffen, dass Jennings genug auf der hohen Kante hat. So ein Prozess kann teuer werden.

Andererseits: wenn an den diversen Vorwürfen, die Jennings gegenüber Hargitay erhebt, was dran sein sollte, wäre es töricht von Hargitay, eine Bloßstellung vor Gericht zu riskieren.

Mal schauen, ob es bei heisser Luft und Anwaltsschreiben bleibt. ^^

Tsetse #2

Is nur noch geil: Mafia, Mafia, Mafia!

kli #3

Die Anwaltsfirma ist nicht ganz unbekannt in der Branche.

Guardian: Legal costs threaten journalism, editors tell MPs

Jens Weinreich #4

kli: Sehr interessanter Artikel, den Du da verlinkt hast. Für Private Eye hat ja auch AJ über PH geschrieben. Dieses Zitat hier …

„It’s just my journalist asking questions and – bang! – in comes a letter. That’s a chill wind.“

… erinnert mich übrigens an das UDIOCM.

Thomas Seeholzer #5

Abgesehen von der wohl ernsten juristischen und existenziellen Bedrohung ist das Schreiben ein „best of“ der AJ Artikel zu Hargitay. Kein Wunder, dass das nicht veröffentlicht werden soll.

(nebenbei habe ich selten so viele englische „Fachausdrücke“ gelernt wie hier: conman, spin doctor, former jailbird and contemporary fraudster and debts dodger etc, …)

Ralf #6

arretsurimages.net (29.05.09): L’Equipe condamnée pour diffamation

L’Equipe annonce que la cour d’appel de Paris a confirmé sa condamnation à 2 000 euros d’amende pour avoir publié en juillet 2007 une interview accusant de dopage l’athlète français Bob Tahri, spécialiste du 3 000 m steeple.

sternburg #7

Pfft.. wer seine Website „Transparency in Sport“ nennt, der ist doch sowieso von vornherein unseriös.
;)

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