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The Ben Richardson Case. Mysterious Hack Attacks from Queensland.

Over the past week a number of individuals connected with Bonita Mersiades’s fight for justice against a spurious defamation action that is intended to destroy her (remember, the plaintiffs Benjamin Richardson and Robert Cavallucci are seeking $800,000 PLUS interest) have encountered the sharp end of these twenty-first century crimes.

Hacking. Fake email accounts. Denial-of-service attacks.

Cybercrime.

We published our first investigation on the Ben Richardson case last Friday. It has caused a stir in Australia, far beyond the football community.

Only a few hours later, last weekend, and again on the early hours of Wednesday, right after the publication of our third article, this website encountered at least two separate denial of service attempts and was for a short period not accessible.

Investigators have told us these crude attacks were linked to a single computer in Queensland, Australia.

Mysterious.

The Ben Richardson Case: Queensland Spin Cycle

This is part 3 of our series on alarming problems of Good Governance in Australian football federations, on the suppression of free journalism, threats to whistleblowers and, in particular, on the curious case of Benjamin Richardson, president of Football Queensland (FQ).

According to whistleblower testimony Football Queensland hired an expensive crisis management consultancy following publication of articles in the Brisbane Courier-Mail (‘Let’s tackle junior sport’s absurd fees’/paywall) and Football Today (‘Cost of paying increases in Queensland’) about its chairman Ben Richardson paying himself $44,000.

The regional football association may have paid as much as $15,000 for these ‘crisis management’ services to Rowland, which was once Australia’s largest independent PR agency and is now a part of the Fleishmanhillard network. FQ is currently engaged in an expensive and spurious defamation case against Australian whistleblower and writer, Bonita Mersiades over one of the articles.

Benjamin Richardson and Robert Cavallucci, CEO of Football Queensland, instigated by their lawyer Ashley Tiplady (Mills Oakley), want to destroy Mersiades for her factually correct report. They are chasing a grand total of $800,000 reparations from Mersiades –  plus interest – in the Queensland courts.

Not only do they use football’s money for their dubious legal attempt to destroy Mersiades; they waste even more of FQ’s money – which belongs to mums and dads and their kids who pay their fees in good faith – for the services of an expensive PR and crisis management company.

We have written about this dubious case here, and we provided the most important documents that will, perhaps, lead to investigations of relevant authorities.

The curious case of Benjamin Richardson

Football Queensland, 2017 Annual Report, page 7

We need to talk about Benjamin Richardson, the president of Football Queensland (FQ), who is seeking to destroy whistleblower and author Bonita Mersiades via a spurious defamation case.

Richardson and Robert Cavallucci, CEO of Football Queensland, complain of an alleged defamation that is in fact nothing more than a factually correct report by Bonita Mersiades.

Together with their lawyer Ashley Tiplady (Mills Oakley), who claims to have reported us to Queensland police for daring to ask questions (although we still await a crime reference number, despite our repeated requests for one, so that we may perform our civic duty and share information with them), the gentlemen are chasing a grand total of $800,000 reparations from Mersiades –  plus interest – in the Queensland courts.

We explained the case last Friday (‚How an out of touch federation is trying to destroy Australian sporting hero and whistleblower, Bonita Mersiades‘), on the basis of documents, not on the basis of absurd medieval defamation documents, through which the lawyer Tiplady –  whose business we will also take a closer look at – has let down his clients with poorly worded legal briefs.

Richardson and Cavallucci will fail. Tiplady too.

Personenkult im IOC: Ministrant Bach in der Tradition des Supernumerariers Samaranch

Es ist keine Überraschung, dass Thomas Bach seine Präsidentschaft im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vier Jahre verlängert. Überraschend ist allein, dass Bach nicht bereits am Freitag, auf der virtuellen 136. IOC-Vollversammlung, per Akklamation bis 2025 im Amt bestätigt wurde. Dieser formale Akt, die Krönungsmesse, soll stattdessen im Frühjahr 2021 in Athen erfolgen, so es das Coronavirus erlaubt.

Virtuelle IOC-Session, 17. Juli 2020. (Screenshot Youtube, IOC Media Channel)

Wahlkongress sollte man diese 137. IOC-Session in Griechenland nicht nennen. Denn die nunmehr 104 Mitglieder haben ihre Entscheidung längst getroffen. Ein Drittel aller Olympier feierten den Großen Vorsitzenden auf der von technischen Pannen geprägten Video-Session unterwürfig. Die wichtigsten Zitate finden sich hier im gestrigen Beitrag.

Führer war das am meisten benutzte Wort. Gepriesen wurden Bachs Weisheit, seine Visionen, seine durchweg fantastischen Reden und Qualitäten, seine Integrität, Transparenz und Menschlichkeit. Er sei der einzige Kapitän, der das IOC durch schwere Wasser führen könne. Etliche Mitglieder lasen ihre Jubelarien von Papieren oder Bildschirmen ab – was verwunderte, denn Bachs Regie hatte doch den Eindruck erwecken wollen, es sei alles so wahnsinnig spontan geschehen.

Personenkult im IOC: The one and only Great Leader Dr. Thomas Bach

Das ist alles, was man zur virtuellen IOC-Session wissen muss, die gerade noch läuft. Nicht etwa Tokio 2020/2021 stand im Mittelpunkt dieser olympisch-kommunistischen Propagandasession, sondern der Große Führer Thomas Bach.

„If you, the IOC Members want, I am ready to run for a second term as IOC President and to continue to serve you and this Olympic Movement, which we all love so much for another four years.“

Im Amt ist der Große IOC-Führer seit September 2013. Im Frühjahr 2021, so Corona es erlaubt, erhält er auf der in Athen geplanten Session die maximalen vier Jahre Nachschlag.

Es folgte heute Mittag eine Parade der Clacqueure. Ich glaube nicht, dass ich jemanden vergessen habe. Viele lasen die vorbereiteten Statements vom Blatt ab. Womöglich hatte Lausanne manchen Wortlaut vorgegeben.

live aus PyeongChang (24): … und es sprach Schamil Tarpischtschew

Der aktuelle Stand zur möglichen Aufhebung der elfeinhalb-Wochen-Suspendierung des russischen NOK, live aus dem IOC-Hotel in Alpensia, wo Putins Vertrauter Igor Levitin, der gestern Thomas Bach traf, gerade mit Schamil Tarpischtschew speist und ihn einweist. Mit Stimmen von OARIG-Chefin Nicole Hoevertsz, Baron Pierre-Olivier Beckers-Vieujant, Gian Franco Kasper, Schamil Tarpischtschew, John Coates und Ausflüchten von Levitin – ach, und Dick Pound natürlich.

Der alte Herr ist gestrandet. Gian Franco Kasper saß zu lange in einem Meeting mit den Organisatoren der kommenden Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Nun schafft er es nicht mehr rechtzeitig zur Entscheidung im Männer-Slalom im Yongpyong Alpine Centre. Also studiert Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes FIS und Exekutivmitglied des IOC, in der Lobby des Hotels Intercontinental seine nächsten Termine und sondiert die Meldungen des Tages. Die Russen. Natürlich, die Russen.

„Bei uns haben sind sie gut aufgetreten, viele junge Leute“, sagt Kasper, „das muss nun endlich ein Ende haben.“

Soll das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROK), erst seit 5. Dezember 2017 von der IOC-Führung wegen des Staatsdopingsystems suspendiert, zur Schlussfeier am Sonntag schon wieder zugelassen werden?

Kaper sagt: „Das ist Sache dieser Kommission von, wie heißt sie nochmal: Nicole Hoevertsz? Ein Dopingfall allein sollte das nicht verhindern.“

Es sei ja nur Curling. Doping im Curling, irgendwie komisch.

So hört man es dieser Tage von vielen im IOC-Umfeld. Und es klang stets danach, als sollte nichts, aber auch gar nichts die Vorgabe des IOC-Präsidenten Thomas Bach verhindern, der im Dezember in Lausanne von einem Schlussstrich unter die Russland-Diskussion gesprochen hatte.

Der Dopingfall ist nun amtlich.

live aus PyeongChang (7): das IOC droht, mir die Akkreditierung zu entziehen

ALPENSIA. Das geht gut los bei diesen Olympischen Spielen. Läuft. Schon vor der Eröffnungsfeier am Freitag. Gerade schreibt mir ein IOC-Aufpasser (Christian Klaue), ich würde verwarnt und laufe Gefahr, meine Akkreditierung zu verlieren. Die Email ging cc an Rebecca Lowell Edwards, Strategic Communications Director, Mark Adams, Director of Communications, und das Press Office.

Wow.

Das ging ja schnell.

Angeblich hätte ich im Olympic Family Hotel „gefilmt“. Sagen IOC-Quellen.

Ich habe nicht im Olympic Family Hotel „gefilmt“. Habe kein Video aufgenommen. Habe keine Audio-Aufnahmen gemacht. Habe keine „Filmkamera“ dabei.

Die Attacken häufen sich. Ich bin mehrfach schon körperlich und verbal bedroht und an meiner Arbeit gehindert worden, meist von den Prätorianern des IOC-Scheichs und Bach-Vertrauten Ahmad, der mir mal höchst eigenhändig, flink wie ein Taschendieb, eine Kamera aus der Hosentasche stibitzte.

Die Email:

live aus PyeongChang (6): Der Fall Pound – wer kritisiert wird attackiert

[caption id="attachment_30737" align="aligncenter" width="1024"] Wohltäter, Friedensstifter: Inszenierung mit IOC-Präsident Thomas Bach und Südkoreas Staatschef Moon Jae-In (Foto: Greg Martin/IOC)[/caption]

ALPENSIA. Im gestrigen Live-Blog von der IOC-Session habe ich die mehrstündige Diskussion zu den Auswirkungen des russischen Dopingsystems ausführlich skizziert. Zur Ergänzung empfehle ich die Berichterstattung im Live-Blog auf Insidethegames und einige andere Texte dort. Für SPIEGEL ONLINE habe ich, nach einigen Gesprächen im IOC-Hotel, eine Summary gedichtet. Hier eine überarbeitete und erweiterte Version dieses Textes, weil es mir wichtig ist und weil die Geschichte die Usancen im IOC unter Thomas Bach imho recht überzeugend beschreibt.

* * *
Im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) legt man Wert auf Etikette. So hat das dienstälteste Mitglied, Doyen genannt, auf Vollversammlungen stets das letzte Wort. Wenn der Doyen spricht, sich auch nur räuspert, wird ihm Respekt entgegengebracht. Dann lauscht das Völkchen der Weisheit des Alters. Normalerweise.

Beim korrupten brasilianischen IOC-Doyen João Havelange, der im vergangenen Jahr im biblischen Alter von 100 Jahren verstarb, war das so.

Auch bei Witali Smirnow: Der Russe, ehemals KGB-Agent und Architekt des sowjetischen Sportsystems, genoss diese Sonderstellung bis Vollendung seines 80. Lebensjahres. Seither gehört Smirnow, treuer Gefolgsmann des IOC-Präsidenten Thomas Bach, zu den Ehrenmitgliedern. Staatspräsident Wladimir Putin hat ihn mit der Führung einer Kommission beauftragt, die herausbekommen sollte, dass es in Russland doch kein Staatsdopingsystem gab. Derzeit schreitet er entspannt durch die Lobby des IOC-Hotels im Alpensia-Resort und schaut, was das Leben noch zu bieten hat für einen wie ihn.

Sieg der Ewiggestrigen: FINA-Wahlkongress in Budapest

BUDAPEST. Das war etwas Besonderes heute im Hotel Intercontinental. Einerseits brauche ich solche Erlebnisse nicht mehr. Vor allem kann ich auf Drohgebärden, nonverbale und teils auch verbale, aus dem arabisch-kuwaitischen Raum gut verzichten.

Anyway, es gibt auch ein andererseits: Derlei fragwürdige Erlebnisse wecken den Ehrgeiz, den Job besser zu machen. Manchmal fehlen einem die Worte, aber vielleicht bin ich nach all den Jahren in diesem Business, nach mehr als 25 IOC-Sessionen und vielen Dutzend Weltkongressen von FIFA, IAAF, FINA und anderen … einfach nur dämlich, es nicht besser zu wissen und mitunter von positiven Entwicklungen zu halluzinieren. Das sollte man eher nicht in dieser olympischen Parallelgesellschaft.

Die Restauration hat gesiegt. Hätte nur noch gefehlt, der leibhaftige Samaranch wäre in den Saal marschiert.

Habe für Spiegel Online eine Summary gedichtet, auf dem Weg zum Flughafen, nachdem mich meine heutigen Quasi-Leibwächter (vielen Dank auch dafür) aus dem Hotel eskortiert hatten. Hier vorerst nur der FINA-Kongress in Tweets – ist auch mal ganz nett. Viel mehr Fotos und Videos konnte und durfte ich gar nicht machen, sonst wären mir Al-Musallams Knechte und andere Security-Leute ins Gesicht gesprungen und hätten mich abgeführt.

Stay tuned, es geht weiter in diesem FINA-Theater.

Textkritik zur IOC-Propaganda #ThomasBach #Ferrostaal

tb vertragAm Anfang steht die Offenlegung: Ich schreibe diese Zeilen ehrenamtlich. So richtig ehrenamtlich, gar nicht tricky, also ohne verborgene Beraterverträge, ohne Tagessätze und Aufwandsentschädigungen in meinem Ehrenamt als bloggender Journalist. Keine Redaktion bezahlt mich für diesen Aufwand. Es ist natürlich sehr dumm von mir, trotzdem zu schreiben, Nerven, Zeit und bestenfalls ein bisschen Wissen und Erfahrung zu investieren – und mich erneut lauernden Anwälten auszusetzen.

Aber es ist halt ein Ehrenamt, es geht ja um die Sache, nicht wahr?

Also, ans Werk:

Ich finde es echt niedlich, wie sich Christian Klaue, Chefpropagandist des IOC-Präsidenten Thomas Bach für die deutschsprachigen Länder und zuvor von Bach verpflichteter DOSB-Pressesprecher, auf Twitter immer wieder müht, Unerklärliches zu erklären.

Klar ist es löblich, sich einer Diskussion zu stellen. Dumm nur, wenn man keine Argumente hat und einem nichts übrig bleibt, als die Wahrheit zu beugen und Medienvertretern, die recherchieren und vom IOC in diesen Recherchen behindert werden, regelmäßig auch mit anwaltlichen Drohungen, „Lückenjournalismus“ vorzuwerfen.

Das ist nicht nur heute so, das ist Geschäftsprinzip der ständig wachsenden IOC-Propagandaabteilung, die gerade wieder einen prominenten Neueinkauf verpflichtet hat und oft genug, beinahe ununterbrochen, von gerissenen, sauteuren PR-Weißwäschern aus aller Welt unterstützt wird. Ich möchte nur kurz an Hill & Knowlton erinnern, heute wohl H + K.

Jedenfalls:

Vom Lückenjournalismus sind es nur zwei Buchstaben bis zum Lügenjournalismus. Fake News.

Wandelt Christian Klaue, wandeln Thomas Bach und seine Anwälte, da irgendwie auf den Spuren der AfD und von Donald Trump?

Dieses Spiel mit dem Feuer ist gewollt.

Thomas Bachs vielfältige Lebenssachverhalte (XIV): sein Vertrag mit MAN Ferrostaal

Lektüre, liebe Freunde, Lektüre.

Den gesamten Text gibt es drüben bei den Kollegen von Correctiv:

Hier der nächste sogenannte Beratervertrag des deutschen FDP-Mannes an der IOC-Spitze. Anschließend, am Freitagvormittag, einige nicht ganz unwichtige Ergänzungen zu unserem Stück, zur Propaganda des IOC und juristischen Merkwürdigkeiten.

(Vorsicht beim Kommentieren bitte, The Usual Suspects aus Lausanne und Charlottenburg gebärden sich gewohnt bissig.)

Ich habe dort oben hinter das geflügelte Wort vielfältige Lebenssachverhalte™ eine römische XIV in Klammern gesetzt, weil es, wenn ich richtig gezählt haben sollte, in der Tat schon der mindestens vierzehnte Text in diesem Theater ist, der sich in der Überschrift mit derlei Ausprägungen der olympischen Parallelgesellschaft beschäftigt.

Wer sich mal so richtig einlesen möchte, über die Suchfunktion rechts oben finden sich weitere Dutzend Texte zu den vielfältigen Lebenssachverhalten. Zum Beispiel:

Fussball-WM mit 48 Teams: Was nun, Reinhard Grindel (CDU/DFB)?

Natürlich ist es genau so gekommen, wie vernunftbegabte Wesen leicht vorhersagen konnten: Der FIFA World CupTM (bei der FIFA benutzen sie dieses TM sogar in Dateinamen) wird ab 2026 so ausgetragen, wie es der Präsident Gianni Infantino will. 48 Teams. 16 lustige Dreiergruppen zu Beginn, womit Manipulationen kolossal erleichtert werden. Dann mit 32 Teams eine K.o.-Runde.

Nur 48 Teams?

Da geht noch was.

Die FIFA führt momentan 211 Nationalverbände als Mitglieder. Wenn ich richtig gezählt habe, gibt es aber schon 13 weitere Nationalverbände, die von den jeweiligen Konföderationen anerkannt sind – und 52 Fußballverbände (Grönland, Tschetschenien, Tibet, Kurdistan, Monaco und einige echte Absurditäten), die sich im sogenannten NF Board formiert haben und gern richtig dabei sein würden.

211 + 13 + 52 = 276.

Aber ich kann mich verzählt haben.

So oder so, selbst wenn wir von den 276 zwei Dutzend streichen müssten: Für die Wiederwahl von Infantino 2019 und für seine Wiederwahlen 2023 und 2027 ist einiges drin.

Ich habe mich gestern relativ ausführlich dazu geäußert (Fussball-WM mit 48 Teams: Sieg für João Sepp Infantino) und möchte auch heute einen Funktionär nicht aus der Pflicht nehmen, den nicht nur deutsche Medien seit einer Woche fälschlicher Weise als Widerständler gegen die WM-Erweiterung verkaufen: Den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel (CDU), der in Kürze in die Vorstände von FIFA und UEFA einziehen will.

Warum eigentlich?

[caption id="attachment_29453" align="aligncenter" width="1024"]DFB-Präsident Reinhard Grindel (links), Zuchtbulle Elton (Mitte), Gregor Baum (rechts, Präsident des Hannoverschen Rennvereins und Vorstandsmitglied von Hannover 96). Foto: Kassandro DFB-Präsident Reinhard Grindel (links), Zuchtbulle Elton (Mitte), Gregor Baum (rechts, Präsident des Hannoverschen Rennvereins und Vorstandsmitglied von Hannover 96). Foto: Kassandro[/caption]

Vor einer Woche hat er in diesem „Interview„, also einer Propaganda-Aussendung, auf DFB.de doch noch gesagt (oder besser: sagen lassen), er hoffe auf eine längere Beratung der WM-Pläne mit und in den 211 Nationalverbänden und darauf, dass am Dienstag (also heute) noch keine Entscheidung fällt.

Entweder war das ahnungslos oder unwahr.

Wen außer die meisten Medienhäuser, die das alles mit Schlagzeilen bringen wie „Widerstand“, „Opposition“, „Gegner“ etc pp kann Grindel damit täuschen?

Oder ist er so naiv?

Letzteres fällt aus, hoffe ich.

Schauen wir uns einige der publizierten Aussagen an:

DFB.de: Herr Grindel, rechnen Sie damit, dass bei der Sitzung des FIFA-Councils in der kommenden Woche bereits eine Entscheidung über den künftigen WM-Modus fällt?

Reinhard Grindel: Das will ich nicht hoffen. Das FIFA-Faktenpapier zu den vier Alternativformaten, die aktuell zur Diskussion stehen, hat die Mitgliedsverbände erst kurz vor Weihnachten erreicht. Was wir deshalb jetzt zunächst brauchen, ist eine breit angelegte Debatte innerhalb der Verbände und Konföderationen. Eine Entscheidung darf auf keinen Fall übereilt mit der Brechstange getroffen werden.

Blöd gelaufen. Hätte man wissen müssen. Denn die „Debatte“ lief doch längst auf FIFA-Art in der Tradition von João Sepp Infantino. Ich wette: Er hat es auch gewusst.

Man ahnt: Dieser Mann wird deutsche Interessen im UEFA-Exekutivkomitee und im FIFA-Council künftig unmissverständlich, rigoros, aufopferungsvoll, sachgerecht, weitsichtig und hartnäckig vertreten.