live aus Tokio: Florian Wellbrock

TOKYO AQUATIC CENTER. Caeleb Dressel gerade mit seinem sechsundneunzigsten Olympiasieg hier. Oder doch erst vier? Ich warte aber, ganz ehrlich, auf die 1.500m Freistil mit Florian Wellbrock, die in acht Minuten beginnen.

Platz vier über 800m war ja zum Kopfschütteln:

Florian Wellbrock. (Foto: IMAGO/Laci Perenyi)

Wobei das Foto nach dem 1.500m-Vorlauf entstand, passt aber als Symbolbild.

Sein Coach und Bundestrainer Bernd Berkhahn schaut übrigens gelegentlich hier vorbei, wie so viele Funktionäre, die es meist nicht zugeben.

Emma McKeon aus Australien gewinnt die 50m. Jetzt aber. Der erste deutsche Schwimm-Olympiasieg seit 1992? Seit Dagmar Hase, ebenfalls aus Magdeburg? Quatsch: Natürlich seit Britta Steffen 2008 in Peking. Einmal Hase 1992, zweimal Steffen 2008 – beide trainiert von zwei Freunden, mit typischer DDR-Trainervergangenheit: Bernd Henneberg und Norbert Warnatzsch.

Schaut’s Euch selbst an:

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Will jetzt nicht den Kenner rauskehren, der ich im Schwimmen nicht mehr bin. Lang ist’s her. Geblieben sind weniger als Basics. Von den 800m ist mir in Erinnerung, dass er an der letzten Wende vorn lag, was die Kollegen vom SPIEGEL zur Überschrift verleitete „Olympiasieger über 750 Meter“, dann brach er ein – Platz vier.

Die ersten drei der 800er Entscheidung sind natürlich wieder dabei: Robert Finke (USA), Gregorio Paltrinieri aus Italien, der Mann, der angeblich schwer an Pfeifferschen Drüsenfieber litt und ewig nicht trainieren konnte (ich verkneife mir einen Smiley, überfliegt mal meinen Newsletter 13, schafft Ihr alle noch bis zu den letzten zwei Bahnen) und Mykhailo Romanchuk, der ewige Kontrahent aus der Ukraine.

Reihenfolge bei 1.000m: Wellbrock, Romanchuk, Finke, Paltrinieri. So geht das – ganz knapp alles – fast seit dem Start.

Über 800m hatte ihm Finke auf den letzten 50 Metern beinahe zweieinhalb Sekunden abgenommen.

130m noch. Wellbrock bleibt knapp vorn.

Jetzt kommt Finke.

Letzte Bahn.

Wellbrock 0,72 Sekunden vorn.

Und wieder Finke. Gold für ihn, Silber Romanchuk, Bronze Wellbrock.

Glückwunsch, auch wenn es ihn nicht wirklich erfreuen wird.

Bleibt ihm die letzte Chance, im Freiwasser über 10 Kilometer.

Das war ein kurzer Besuch hier. Werde ein paar Reaktionen nachtragen. Gern nochmal reinschauen. Ansonsten widme ich mich gleich anderen Themen und muss einige Kilometer in Tokyo zurücklegen – mindestens von A nach B und dann nach C und dann nach D und nach E sowie zurück nach B. Volles Programm. Ich verspreche, sehr interessante Auflösungen in der kommenden Woche und danach.

Wait and see, enjoy.

Das Resultat:

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TBC

Ein Gedanke zu „live aus Tokio: Florian Wellbrock“

  1. Der Chinese Su steigert seine ein Jahr alte persönliche Bestzeit mal eben um ein Zehntel. 9,83 sec. Muss an der TCM liegen 😂

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