Was vom Tage übrig bleibt (88): wann räumt Blatter das Home of FIFA als Boss der Racketeer Influenced and Corrupt Organization?

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In spektakulären Unterlagen und Vernehmungsprotokollen, die von der US-Justiz bislang freigegeben wurden, wird die Fédération Internationale de Football Association als so genannte RICO geführt. Die Akronym RICO steht für: Racketeer Influenced and Corrupt Organization – eine von Gangstern dominierte korrupte Organisation. Als RICO wurde in den USA ursprünglich die Mafiagruppe Cosa Nostra bezeichnet. Die FIFA, deren Präsident sich selbst gern „Godfather“ nennt, also Pate, fällt in dieselbe Kategorie.

1) Zunächst das Video der Talkrunde im Schweizer Fernsehen SRF vom Dienstag, unmittelbar nach Blatters angekündigtem Rücktritt, der ja längst nicht vollzogen ist. Im Gegenteil: Sepp treibt weiter sein Unwesen in Home of FIFA. Einige offene Punkte und juristische Fragen werden in der Sendung behandelt, die über das täglich Verhandelte hinaus gehen. Gäste: Daniel Jositsch (Strafrechtler und SP-Nationalrat), Roland Büchel (SVP-Nationalrat), Guido Tognoni, ein gewisser JW – die Diskussion leitete Karin Frei.

2) Wenn ich es recht übersehe, dann war wohl diese Geschichte von Sky am Freitagabend die wichtigste des Tages – oder?

Die Story ist deshalb so wichtig, weil sie einen weiteren Beleg dafür liefert, dass Joseph Blatter nicht nur von einer ISL-Million an Havelange, sondern von vielen anderen Vorgängen wusste, diese Vorgänge zumindest geduldet hat, weil sie ihm ins Konzept passten. Er hat sich die Stimmen von den korrupten Ganoven liefern lassen, er hat sein Wissen politisch ausgeschlachtet etc pp. Again: Er ist einer der Architekten des globalen Korruptionssystems. Unerheblich, dass ihm noch nicht nachgewiesen wurde, illegal Millionen kassiert zu haben. Er ist der Kopf der Familie. Der Pate. Der Politisch Verantwortliche. Der Nutznießer. Hier die Abschrift der Diskussion in der so genannten FIFA-Ethikkommission 2011, das Sky bereitstellte:

3) Eine Katastrophe ist dieses „Interview“ gestern im ZDF mit DFB-Präsident, UEFA-Vorstand und FIFA-Exekutivmitglied Wolfgang Niersbach. Eine Katastrophe auf beiden Seiten des Mikrofons. Doch konzentrieren wir uns auf Niersbach. Wer nach solchem Unsinn, derartiger Feigheit, Opportunismus, filigraner Wahrheitsbeugung diesen Mann noch ernst nimmt, ist selbst Schuld. Niersbach ist Teil des Systems, der mafiosen FIFA-Familie, er ist nicht Teil der Lösung.

4) Das habe ich gestern Abend für die Sächsische Zeitung gedichtet und es ähnlich, passagenweise ausführlicher bereits in anderen Medien formuliert, ohne Kenntnis der Sky-Geschichte. Da fehlt gewiss einiges, aber ich denke, Details lassen sich lässig in diese Argumentation einarbeiten. (Habe das jetzt nicht mehr ergänzt und verbessert, sondern nur reinkopiert.)

Nur einige der wichtigsten Meldungen aus den vergangenen 240 Stunden: Joseph Blatter kündigt seinen Rücktritt an. Mehrere FIFA-Exekutivmitglieder werden festgenommen, darunter zwei Vizepräsidenten. Ihnen und vielen anderen, derzeit bis zu 40 Personen, drohen Prozesse in den USA und Haftstrafen von mehreren Jahrzehnten. Interpol setzt FIFA-Figuren auf die Fahndungsliste. Die US-amerikanische Bundespolizei FBI und die Steuerbehörde IRS ermitteln weiter. Die Schweizer Bundesanwaltschaft will die skandalumtoste Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar aufklären. Schwer korrupte langjährige FIFA-Bosse wie Jack Warner aus Trinidad wollen und müssen auspacken, um Gefängnisstrafen zu verhindern oder zu mildern. Sie versprechen andere FIFA-Größen, auch Blatter, mit in den Abgrund zu reißen. Zur Vergabe der Weltmeisterschaften 1998 und 2010 werden neue skandalöse Sachverhalte öffentlich. Die so genannte Fußballfamilie zerfleischt sich selbst. Kriminalisten ermitteln auch in Australien, Südafrika und demnächst in Großbritannien, wo bald die Betrugsbehörde Serious Fraud Office (SFO) einsteigen soll.

Ist der Fußball-Weltverband FIFA noch zu retten?

Eine Antwort auf diese Frage ist einfach und eindeutig: Im Grunde ist diese FIFA am Ende. Kann sich die Camorra reformieren? Können sich die Triaden zu einem volldemokratischen Unternehmen im Einklang mit den Gesetzen umgestalten? Die russische Mafia, die Yakuza, die ’Ndrangheta, die Cosa Nostra? Mit all diesen berüchtigten Familien und Institutionen des organisierten Verbrechens wird die FIFA seit langem verglichen. Auch US-Justizministerin Loretta Lynch – die bis vor wenigen Monaten, damals noch Bundesanwältin, die Fußball-Ermittlungen leitete – hat vor der Weltpresse derlei Vergleiche gewählt. In den spektakulären Unterlagen und Vernehmungsprotokollen, die von der US-Justiz bislang freigegeben wurden, wird die Fédération Internationale de Football Association als so genannte RICO geführt. Die Akronym RICO steht für: Racketeer Influenced and Corrupt Organization – eine von Gangstern dominierte korrupte Organisation. Als RICO wurde in den USA ursprünglich die Mafiagruppe Cosa Nostra bezeichnet. Die FIFA, deren Präsident sich selbst gern „Godfather“ nennt, also Pate, fällt in dieselbe Kategorie.

Niemand behauptet, sämtliche FIFA-Funktionäre und die Bediensteten in der Konzernzentrale in Zürich seien korrupt. Die übergroße Mehrheit wird ihrem Job und ihrer Berufung im Rahmen der Gesetze und höchst professionell nachgehen. Wahr aber ist zugleich: Die FIFA und ihre sechs Kontinentalverbände funktionieren nach Mechanismen, die auch in mafiosen Organisationen gelten. Das Selbstbedienungssystem trägt Züge organisierter Kriminalität – bestens belegt. Allein in den drei größten Fällen, die derzeit öffentlich verhandelt werden, geht es um Korruptionszahlungen und abgezweigte Gelder in Höhe von etwa 500 Millionen Dollar. Der Wahnsinn wird komplett, wenn man derlei Summen mit Erkenntnissen der Kriminalwissenschaft abgleicht. Demnach werden nur etwa zwei bis fünf Prozent aller Korruptionsfälle bekannt – maximal einer von zwanzig. Auf dieser Grundlage darf man hunderte Millionen Dollar, die führende Köpfe der FIFA-Familie kassiert haben, mit dem Faktor 20 multiplizieren, um eine Ahnung zu erhalten von der Größenordnung des bandenmäßigen Betruges. Es geht in die Milliarden.

Im Grunde müsse man die FIFA zerschlagen, meint nicht nur der Strafrechtler und sozialdemokratische Schweizer Nationalrat Daniel Jositsch. Derlei Schlussfolgerungen mögen beim Normalverbraucher, der am Sonnabend das Finale der Champions League am Fernseher verfolgt oder in der Kreisklasse irgendwo in Sachsen am Spielfeldrand steht, drastisch klingen. Kriminalisten, Mafiajäger und Korruptionsbekämpfer wissen aber, dass es nicht anders geht.

Allein: Zwar können FIFA-Betrüger dingfest gemacht werden, wie die Amerikaner vorgemacht haben, und vielleicht sogar verurteilt werden. Doch die FIFA als Organisation, die FIFA als Konstrukt entzieht sich einer strafrechtlichen Würdigung und dem Zugriff externer, vielleicht sogar unabhängiger Stellen. Noch immer regiert Joseph Blatter in seinem Monetenmausoleum auf dem Zürichberg, dem Home of FIFA. Noch immer bezeichnet er sich als Reformer und will den Verband mindestens bis Dezember führen. Er hält in unverbrüchlicher Solidarität zu Wladimir Putin und der WM in Russland sowie zum Emir Tamim Bin-Hamad Al-Thani und zur WM in Katar.

Was machen Blatter und seine Leute in der FIFA-Zentrale? Schreddern sie Akten, säubern sie Archive, vernichten sie Daten? Man weiß es nicht – und man kann es vorerst nicht ändern. Zwar heißt es, auch Blatter stehe mittlerweile im Fadenkreuz des FBI, doch die Zugriffsmöglichkeiten der Agenten sind gering. Blatter und sein Generalsekretär Jérôme Valcke, gemäß Gerichtsakten ein Serienlügner, verlassen die Schweiz vorerst nicht und bleiben der Eröffnung der Frauen-WM am Sonnabend fern. Denn in Kanada könnten die Amerikaner leichter zugreifen.

Es wäre schon viel erreicht, und es würde einer Erneuerung entscheidende Impulse geben, wenn der Schweizer Gesetzgeber dem Milliardenkonzern FIFA die Gemeinnützigkeit und sämtliche fiskalische Privilegien entzöge. Nach wie vor ist die FIFA in der Rechtsform eines Vereines organisiert. Eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft würde in Sachen Transparenz, Rechenschaft- und Offenlegungspflichten extrem viel verändern.

Dutzende ebenfalls wichtige Satzungsänderungen, die von der FIFA-Familie, wie Blatter stets zu sagen pflegt, auf vergangenen Kongressen stets abgeschmettert wurden, müssen in die Satzung implementiert werden. Dazu gehören Amtszeitbegrenzungen, ein Integritätscheck für alle Würdenträger und Mitarbeiter sowie eine Altersgrenze. Das System des Gebens und Nehmens, das Blatter seit 1975 maßgeblich und lange Zeit entscheidend mit prägte, funktionierte ja nur deshalb so perfekt, weil die Herrschaften viele Jahrzehnte unter sich waren, weil sie ihre Väter und Schwiegerväter in Funktionen beerbten, weil sie ihre Söhne und Neffen in Positionen brachten. Nepotismus ist ein Wesensmerkmal derartiger mafioser Verbindungen. Auch da müssen Riegel vorgeschoben werden.

Derzeit werden zwar viele Namen als potenzielle Blatter-Nachfolger gehandelt, doch eine Diskussion darüber erübrigt sich, solange nicht die aktuellen Führungskräfte zurückgetreten sind, solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen und Strafprozesse durchgeführt worden sind, solange die fundamentalen Satzungsänderungen nicht durchgebracht werden. Funktionäre wie UEFA-Chef Michel Platini und dessen Buddy Wolfgang Niersbach, als DFB-Präsident in Vorstand von UEFA und FIFA, haben mit ihrem opportunistischen Taktieren gerade bewiesen, dass sie keine Alternative und selbst Teil des Systems sind.

Der nächste, dringende Schritt, wären kollektive sofortige Rücktritte aller Exekutivmitglieder der FIFA und der sechs Kontinentalverbände sowie aller Direktoren. In der zweiten und dritten Reihe lassen sich problemlos kompetente und halbwegs unbelastete Personen finden, die übergangsweise agieren. Das Geschäft ist nicht kompliziert, da die FIFA ein Monopol verwaltet: Das auf den Weltpokal und die WM.

Von Sponsoren und TV-Anstalten, die der FIFA aktuell 5,7 Milliarden im WM-Zeitraum überweisen, sind keinerlei Impulse zur Aufklärung zu erwarten. Wenn die FIFA nicht zerschlagen werden und neu aufgebaut werden kann, dann müsste sie unverzüglich eine Übergangsführung von externen Personen her: Strafrechtler mit Erfahrung bei der Überführung korrupter Konzerne in die Legalität, Governance-Experten, Kriminalisten, Buchprüfer und investigative Journalisten wie der Brite Andrew Jennings, die sportpolitisch durchblicken und mit forensischer Akribie agieren.

Alles andere ist nicht viel wert.

5) Auf Krautreporter habe ich mich an einem Q & A zur FIFA versucht, das spätestens während des CL-Finals um ein Dutzend Q & A erweitert wird.

6) Nicht vergessen: Ab ins Wahllokal und über den nächsten FIFA-Präsidenten entscheiden.

Ich komme immer noch nicht dazu, die guten Veröffentlichungen zur FIFA aufzuarbeiten. Bin für jeden Hinweis und jeden Link dankbar, bevor ich mich morgen wieder in Richtung Schweiz in Bewegung setze.

Die Werbepause muss sein. Geht nicht anders. Wer sich Analyse erhofft und auch ein paar Kleinigkeiten, die noch nicht öffentlich verhandelt wurden, der hat es in der Hand:

* * *

Werbepause. Hier geht es zum Bookshop, wo auch Vorträge und Seminare gebucht werden können. Im aktuellen und künftigen Ebooks kann Werbung gebucht werden – gern als Titelsponsor. Ich muss Recherchen, die jüngste und die nächste FIFA-Reise, finanzieren und will demnächst zum IOC nach Lausanne und zur IOC-Session nach Kuala Lumpur. Wer dann ebenfalls ausführliche Berichterstattung im Blog verfolgen möchte, kann das organisieren.

In den nächsten Wochen wird das FIFA-Korruptionsebook „2022“ fertiggestellt und bis Ende des Jahres monatlich ergänzt, verbessert und erweitert. Ein anstrengendes, aufreibendes Projekt. Die Entwicklungen rund um die FIFA sind bester Beleg, dass es sich lohnt.

2022

* * *

Sven #1

Interessant wäre vielleicht noch eine Frage zu Reformen, die bereits stattgefunden haben. Welche gabs bis jetzt? Wie werden sie beurteilt? Und welche hatten keine Chance? Da gabs ja einige Meldungen in den letzten Monaten, Jahren, die belegen, dass da selbst auf DFB-Ebene geblockt wird, mit teils delikaten Infos, die (ich selbst) so nie bekommen hätte. So dass z.B. der Vize selbst ein führender Aufsichtsrat im Wettgewerbe ist (noch immer).

Ist mir auch gerade wieder eingefallen, als ich heute ein Interview mit dem Schatzmeister des DFB gelesen habe. Der spricht dort von Compliance und externen Kontrollorganismen, aber die von der Fifa verbindlich empfohlene Ethikkommission samt Reglement wurde ja abgelehnt (sie würde wohl auch bedeuten, dass solche potenziellen Interessenkonflikte wie oben nicht möglich wären).

http://www.spiegel.de/sport/fussball/streit-in-der-fifa-um-transparenz-a-824618.html
http://www.welt.de/sport/fussball/article126353118/Warum-der-DFB-wichtige-Fifa-Reformen-ablehnt.html

Interessant wäre bei der Beantwortung der Frage, wie der zur Rolle von Platini und Niersbach, auch ein paar Fakten. Warum sind sie Teil des Systems, bzw. was spricht dafür? Als Außenseiter (wie ich) hat man da nicht so den Überblick — im Kreiszeitung-Interview von heute bspw. antwortet der Schatzmeister des DFB auf die Frage, warum der DFB sich so zurückgehalten hätte, dass das so nicht stimmen würde. Die Kritik Niersbachs an Blatter letztes Jahr in Sachen Amtsewigfortführung ist ja mit Nachrichten begleitet worden. War da noch was Nennenswertes?

Sven #2

edit: Rothmund ist mittlerweile raus aus der Vizeposition, mein Fehler (Altersgrenze bei der letzten Wahl erreicht).

JW #4

Exakt. Grindel ist ein Fußball-Lobbyist im Bundestag.

Es gibt KEINE bahnbrechende Initiative (kenne überhaupt keine) in der Geschichte des organisierten Fußballs, mit der der DFB in irgendeiner Weise aufgeräumt hattehättenwollenkönnen in der UEFA und der FIFA und überhaupt.

Im Gegenteil: Adidas, Dassler, ISL, Radmann, DFB, Kirch, Netzer etc pp …

Alles eine Truppe, wichtiger Teil der blatterschen FIFA-Familie.

Konrad #5

„Ohne den Bin Hamam wüsste man in Katar heute noch nicht, wie man FIFA schreibt…“

Guido Tognoni schenkt seinem Nachfolger Walter De Gregorio ordentlich ein:
http://www.srf.ch/sendungen/arena/fifa-korruption-whistleblower-muss-die-politik-ausmisten

Sorry, if o/t

Konrad #6

Frauen-WM in Kanada oder: Die Reinheit des unbekannten Geschlechts

Blatter kommt nicht nach Kanada. De Gregorio sagt zur Begründung, sein Chef habe wichtigeres zu tun; der sei angesichts der aktuellen Ereignisse gerade jetzt in Zürich unabkömmlich, weil er dringend die FIFA reformieren müsse…

Victor Montagliani, Chef der Canadian Soccer Association (CSA) und somit Gastgeber der Frauen-WM, fand gegenüber der BBC rührende Worte:

„Women’s football is a pure form of football. It can shine light onto the dark clouds hanging over the game, which has lost some of its moral compass.“

Montagliani gilt nicht unbedingt als Freund Blatters, dennoch klingt sein Geblubber wie beste FIFA-PR.

Andreas #7

@Konrad: Blatter kommt nicht zur Frauen-WM nach Kanada! Da hat er bestimmt gute Gründe. Es ging ja durch die Medien, dass er jetzt nach seinem angekündigten Rücktritt ganz eifrig an Reformen arbeitet! Irgendwie musste ich lachen, als ich das Bild sah. Ich glaube, dass es ihm darum geht, in seiner noch verbleibenden Zeit alle möglichen Spuren zu verwischen! Und da hat er doch einiges zu tun! Und ausserdem ist es für ihn vielleicht ratsam, die Schweiz im Moment nicht zu verlassen (die Schweiz liefert nämlich keine Schweizer aus)! Da kann sich der Seppl sicher fühlen.

Die UEFA spielt in dem ganzen Skandal nur noch eine traurige Rolle. Sollte Platini tatsächlich als Nachfolger antreten, ändert sich gar nichts. Er hat Blatter jahrelang unterstützt und war sein „Schildknappe“!

cf #8

@Andreas
Der Witz ist ja, dass das offenbar tatsächlich so etwas wie die offizielle Argumentationslinie der FIFA zu sein scheint. Auch Herr de Gregorio sagt das in der verlinkten Sendung ja (nahezu) wörtlich — ohne in Gelächter auszubrechen.

Auch wenn er auf die Frage, ob Sepp die Schweiz aus Angst vor Verhaftung/Auslieferung nicht verlassen will, entgegnet, dass Sepp in den letzten Jahren die ganze Welt bereist habe, ist das ja irgendwie aufschlussreich…

cf #9

Der Vollständigkeit halber — und weil es so lustig ist:

Sepp Blatter soll Präsident der Fifa bleiben

Es ist schwer, jemanden zu finden, der ebenbürtig ist.

Und auch in Sachen de Gregorio wird ein wenig gemunkelt:

Kommt also der Rücktritt vom Rücktritt? Dass das nicht auszuschliessen ist, war gemäss Informationen der «Schweiz am Sonntag» auch ein Grund dafür, dass Fifa-Mediendirektor Walter de Gregorio sein Amt diese Woche per sofort niedergelegt hat. Er plädierte intern für einen Neuanfang in jeder Hinsicht und riet Blatter zum sofortigen Rücktritt.

sternburg #10

Das ist doch von vornherein der Plan. Schön zurücktreten und auf dem außerordentlichen Parteitag direkt wieder wählen lassen. Der maximale Mittelfinger in das Gesicht aller Aaasgeier und danach lässt es sich mit bloßgestellter Opposition so richtig schön durchregieren. Ein bewährter Schachzug von in Frage gestellten Despoten überall auf der Welt.

sternburg #11

Jens, kannst Du mir mal helfen? Wieso genau sind von den Sponsoren keine Impulse zur Aufklärung zu erwarten?

Das mag ja stimmen, solange diese ganze Unterhaltungs-Maschinerie letztlich doch immer – zumindest in der Wahrnehmung von Stefan Sesselglotzer – weitgehend reibungslos ablief. Ab einem gewissen Ausmaß an weltweiter Dauerempörung aber leidet doch irgendwann auch mal der Werbewert des Sponsorings, oder nicht? Für komplett negativen Imagetransfer will man dann vielleicht doch nicht so viel Geld bezahlt haben.

JW #12

@ sternburg: Zu große Frage, als dass ich die jetzt beantworten könnte. Habe Dir gerade einen Link zu MMM geschickt. Da steht ein bisschen dazu drin. Sehe nicht, dass das durch die aktuellen FIFA-Ereignisse überholt sein sollte. Wenn ich mir zum Beispiel anschaue, wie verzweifelt Jaimie Fuller (Skins) versucht hat, Sponsoren für New FIFA Now zu gewinnen …

Schätze mal, der Werbewert leidet noch nicht doll genug, die Moral bleibt also noch gut versteckt.

Stefan #13

Die Aktion „Sepp allein zu Haus“ geht unbeirrt weiter. Neueste Meldung:

Nobelpreiskomitee beendet Zusammenarbeit mit Fifa
…Sie gründeten die Initiative „Handschlag für den Frieden“, die die Kapitäne von Fußballmannschaften auffordert, sich vor und nach einem Spiel die Hand zu geben und auch das Schiedsrichterteam zu grüßen. Nach dem Ende der Kooperation mit der Fifa will das Nobelpreiskomitee nach eigener Angabe diese Initiative mit dem norwegischen Fußballverband fortsetzen.

http://www.zeit.de/sport/2015-06/fifa-korruption-nobelpreiskomitee
Gut, dass man schnell Ersatz gefunden hat, allein würden die das ja nicht hinkriegen.
Der neue Partner hat schon neue Konzepte eingebracht, zum Beispiel sollen die Trainer sich nun die Hände während des Spiels maniküren, damit der Handschlag dann noch besser aussieht.

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