Russia’s propaganda TV: medical Xenon as performance-enhancing gas #Sochi2014

Screenshot Russia Today

Screenshot Russia Today

Ich sagte es bereits: ein Geheimnis war die Verwendung von Xenon (als Medxenon) im russischen Spitzensport nicht.

Es hat nur keiner hingesehen.

Zum Beispiel hat offenbar kaum jemand diesen Beitrag des Kreml-Propagandasenders „Russia Today“ vom 23. Februar 2013 gesehen.

(ab TC 17:10)

via Piti, der dazu kommentiert:

Möglicherweise gehen einige Leute gerade der Absatzförderungskampagne eines russischen Produzenten für medizinisches Xenon auf den Leim. Es ist ziemlich offensichtlich, warum Xenon u.a. mit von pseudowissenschaftlichen Leistungssteigerungsprodukten sattsam bekannten Argumenten nun Sportlern untergejubelt werden soll: für die medizinische Anwendung als Narkosegas ist es schlicht zu teuer.“

Interessant finde ich auch die Frage, die gerade auf Facebook diskutiert wird, warum das den Dopingfahndern/der WADA nicht früher aufgefallen ist, warum die nicht genauer hinschauten?

Meine erste flinke Antwort dazu:

Wenn es um olympisches Ambush-Marketing gegangen wäre, dann hätte die IOC-Sittenpolizei, die mit tausenden Aufpassern und Anwälten das Internet durchsucht, sofort zugeschlagen.

Im RT-Beitrag sagt der Manager eines russischen Xenon-Produzenten, medizinisches Xenon könne derzeit nur in Russland, in der Ukraine, Frankreich, den USA und in Deutschland produziert werden.

18 Gedanken zu „Russia’s propaganda TV: medical Xenon as performance-enhancing gas #Sochi2014“

  1. Perikles Simon in den StN: „Xenon-Einnahme ist Doping“

    Ich zweifle zwar an der Leistungssteigerung, aber zwei andere Doping-Kriterien sind ganz klar erfüllt: Zum einen liegt ein Risiko für die Gesundheit vor, zum anderen ist es ein Verstoß gegen die guten Sitten im Sport

  2. Aha, Londoner Patent. Londoner Forschung seit 2003
    Wir erinnern uns mal an London 2012: Team GB mit 65 Medaillen (29 Gold), davon 29 (17 Gold) in Rad, Ruden, Leichtathletik, Triathlon. Sorry, ich schweife ab, denn….

    Wichtiger als die Frage ob es Doping ist (schlechte Luft gibts überall) wäre doch mal: Was wusste das BMI davon? Wofür haben wir einen Nachrichtendienste, die Zeitungsartikel sammeln, Forenpostings archivieren, Handydaten loggen – aber kein (englischsprachiges!) Staatsfernsehen verfolgt? Was machen die Leute dort in der Botschaft in ihrer Freizeit wenn sie nicht betrunken Autofahren und Passanten umspitzen?

  3. Ja, blafasel. Man merkt die Absicht und ist verstimmt. Ein bisschen mehr Ehrlichkeit in der Debatte hat noch nie geschadet. Aber man will ja gar keine erhrliche Debatte. Das ist der Punkt.

  4. Ich habe hier einige Kommentare (die nicht von mir stammen und mich nicht direkt betreffen) in den Papierkorb verschoben, weil die harte inhaltliche Auseinandersetzung zwischen den Kombattanten inzwischen mit Verletzungen und persönlichen Attacken garniert wurde. Das kann nicht ausbleiben. Ich denke aber, es ist besser, für etwas Abkühlung zu sorgen. Die Argumente sind auch an anderer Stelle ausgetauscht, eine Annäherung scheint nicht möglich und nötig – weitere Verletzungen aber scheinen mir unnötig, deshalb ab in den Papierkorb mit den Kommentaren.

  5. Ok. Stimme der Großverschwörungstheorie zu. Eindeutig ein Racheakt des Westens, dass diese laaaange und allseits bekannte („Ich habe es bereits gesagt…“) Xenon-Geschichte gerade jetzt öffentlich gemacht worden ist, um die Erfolge von Putins Athleten nachträglich zu diskreditieren.

    Patent in London! Entdeckung der Epo-Booster-Wirkung in Südafrika! MI6 und südafrikanischer Geheimdienst streuen die Story mit Hilfe deutscher Staatsmedien, nachdem sie ein Jahrzehnt darauf verwendet haben, russische Athleten, mutmaßlich mit Hilfe eines James Bond im Moskauer Atom Med Zentrum, von Xenon abhängig zu machen.

    Klappt aber nicht, denn Blogkommentatoren hier klären rasend schnell auf, Opfer welcher bösartigen Intrige der russische Sport da werden sollte.

    Wird nochmal gelöscht? Oder passt’s so besser?

  6. Hui, soo weit wollte ich doch gar nicht ausholen.
    1) Ist das Vorgehen zumindest in der Medizinischen Forschung offensichtlich nicht unbekannt
    2) Ist schwer vorstellbar, dass das – wenn leistungsfördernd – exklusiv in Russland praktiziert wird

  7. @blafasel

    Missverständnis, das ich am Ende gern noch aufkläre: Sie waren nicht gemeint.
    Vielmehr das „Scharfmachen“ Ihres Kommentars durch „Man-merkt-die-Absicht-und-ist-verstimmt-man-will-ja-gar-keine-ehrliche-Debatte“-XY.

  8. Hallo jw,

    Mangels twitter mal hier die Nachfrage zum Buch: Wurde das weiter nach hinten angekündigt und ich habe es nicht mitbekommen?

    Bald kann man vlt. doch aukrkrch drchkrchrkchm brchkrch ekrkchr rchkr lrkchrkndrkchrkn, chkrm krkch prkcherkchrsönlich abzuholen ;-)

  9. @SteK
    ich glaube, nebenan wird das angepeilte Fertigstellungsdatum durchaus dynamisch aktualisiert…

    (ganz fiese Tonstörung aber auch…)

  10. Dieses Internet, dass die das Rauschen nicht in den Griff bekommen ;-)

    Danke für die Info, das wusste ich nicht, dass es sich dort dynamisch aktualisiert – dann weiß ich ja jetzt, wo ich schauen muss….

  11. Aus der WADA-Mitteilung nach dem Board-Meeting in Montreal:

    … Amendment to the 2014 Prohibited List

    Having been alerted to the substance of Xenon and its potential performance enhancing characteristics in February, the WADA List Committee discussed the matter during its April meeting.

    Following its consideration, the Executive Committee approved the option to modify Section S.2.1 of the 2014 Prohibited List, which will be effective following the required three-month notice period:

    S2. PEPTIDE HORMONES, GROWTH FACTORS AND RELATED SUBSTANCES

    The following substances, and other substances with similar chemical structure or similar biological effect(s), are prohibited:

    1. Erythropoiesis-Stimulating Agents [e.g. erythropoietin (EPO), darbepoetin (dEPO), hypoxia-inducible factor (HIF) stabilizers and activators (e.g. xenon, argon), methoxy polyethylene glycol-epoetin beta (CERA), peginesatide (Hematide)];

    The process means that the amendment to the 2014 Prohibited List will not come into effect until three months after UNESCO has appropriately communicated the amendment to all States Parties.

  12. Ist doch nett, wie sich alles so ruhig aufklärt. Das gefällt sogar „Scharfmachern“. Na gut, jetzt sind die Botschaften unabhängig und widerspruchslos kanalisiert. Das schont Nerven und Gesundheit.

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