Präsident Bach: der Tag danach

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BUENOS AIRES. Es ist wieder spät geworden gestern Nacht. Dem Gesprächsmarathon folgte die erste Pressekonferenz des neuen IOC-Präsidenten Thomas Bach, dann habe ich es erst zu seinem Empfang im Yacht Club geschafft, um anschließend zwei Kilometer zum Faena Hotel zu wandern, wo der Scheich im Gartenrestaurant Flamenco tanzen ließ und keine Kosten scheute. Was dort passierte, steht in Kürze auf Spiegel Online, wo ich gestern eine erste Reaktion dichtete und morgen einen analytischen Text folgen lassen werde. Jetzt aber zum Ausklang wieder ins Hilton, wo noch ein bisschen passiert, einige Sitzungen anstehen, etwa die des WADA-Boards. Bach verlässt wie die meisten aus dem olympischen Tross, heute Nachmittag (am späten Abend MESZ) Argentinien.

Nachzutragen wäre dies:

Election of the IOC President: Box given, Participants, Valid Ballots: 93 | Abstentions, Nul: 0 | Majority: 47 | Thomas Bach: 49 *elected* | Richard Carrión: 29 | Ser Miang Ng: 6 | Denis Oswald: 5 | Sergey Bubka: 4

Mr. Bach elected President

9.57 Uhr: Übrigens: Wenn man meine Liste der Bach-Unterstützer anschaut und von den Swing Votes einfach mal die Hälfte hinzu rechnet, kommt man, Surprise, Surprise, ziemlich genau auf diese 49 Stimmen, die da im Wahlprotokoll stehen.

Tut mir leid, dass es in den vergangenen Tagen kaum Links und Lesebefehle gab. Dafür blieb schlicht keine Zeit. Dafür wird das IOC-Buch noch etwas fundierter, da bin ich sicher.

15.59 Uhr: Tut mir leid. Gibt einige Komplikationen, die das Erscheinen eines bestimmten Textes bislang verhindern. Ich werde mich jetzt erstmal besaufen und gehe dann wieder an die Arbeit.

farewell

Das UDIOCM oder wie irgendwo schon richtig angemerkt wurde, der UDIOCP hat die Stätte seiner Krönung längst verlassen und sitzt mittlerweile im Flieger. Motorrad-Eskorte, weitere Blaulichtwagen der Polizei und drei Q 7 des neuen IOC-Ausstatters Audi.

UDIOCP = Unpolitischster Deutscher IOC Präsident.

Alles klar?

TBC

Dagobert Druck #1

Ich frage mich, und vielleicht wissen die Strageten und Psychologen darauf eine Antwort:

Was hat Ching-Kuo Wu, Ser Miang Ng, Denis Oswald und Sergej Bubka geritten, zu kandidieren? Die waren ja vollkommen chancenlos. Also: War das bloß Selbstüberschätzung/Dummheit, oder steckt eine Strategie hinter? Selbstvermarktung, was weiß ich, so wie wenn Jens Voigt bei der Königsetappe der Tour de France schon nach zwei Kilometern ausbüxt. Man zeigt sich mal?

JW #2

Gute Frage. Stellen sie sich selbst. Meine das keineswegs gehässig. Wu hat sich gerade verabschiedet, ich soll auf mich aufpassen, sagt er, warum, das erkläre ich hoffentlich morgen. Ser Miang ist noch da. Bubka fliegt später.

cf #3

Hieß es nicht irgendwann mal aus informierten Mündern, dass Käptn Jacques höchstselbst zu manch einer Kandidatur animiert hat? Um einen Bachdurchmarsch zu verhindern? Um eine inhaltliche Diskussion zu… öh… katalysieren? Wobei letztere Idee ja schon daran scheitern muss, dass das IOC-Reglement jedweden Wahlkampf effektiv unterbindet.

Bei Denis Oswald, der ja tatsächlich so etwas wie einen Angriff auf Bach gewagt hat, könnte ich mir vorstellen, dass er vor allem demonstrieren wollte, dass der olympische Sport auch in eine andere Richtung gehen könnte als die von Bach verkörperte. Also quasi damit hinterher niemand behaupten kann, es hätte keine Alternativ gegeben.

Bei Bubka könnte ich mir am ehesten das mit dem Präsenz zeigen vorstellen — um das Image vom ewigen Stabhochsprung-Weltrekordler etwas abzuschwächen und zu demonstrieren, dass er es mit der Sportfunktionärskarriere ernst meint. Außerdem dürfte er ja noch jung genug sein, damit ihm die „Niederlage“ nicht schadet…

Das wären so meine — von lästiger Sachkenntnis befreiten — Gedanken dazu.

Aber, Jens, ich muss protestieren! Ich fühle mich unzureichend informiert — hier solche nebulösen Cliffhanger anzudeuten… Frechheit!

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