The Times: Exklusive Qatar-Dream-Football-League-Geschichte war exklusiv erfunden

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The Times hat am Sonntagabend eingeräumt, dass die dreiseitige vermeintliche „Exklusivgeschichte“ über die Dream Football League in Katar exklusiver Nonsens gewesen ist.

When we are wrong, we will hold our hands up. It’s the right thing to do. (…) The Dream Football League (DFL) would turn into a journalistic nightmare. Tony Evans, Fußballchef The Times

Wie es dazu kommen konnte? So ziemlich alle Fragen bleiben in der Kolumne von Tony Evans unbeantwortet. [Der Text war zunächst hinter der Paywall, sollte aber am Montagsteht aber jetzt frei zur Verfügungstehen.] Evans fabuliert stattdessen munter weiter über Katars Pläne…


(c) Les cahiers du football

(c) Les cahiers du football


The Times hat am Sonntagabend eingeräumt, dass die dreiseitige vermeintliche „Exklusivgeschichte“ über die Dream Football League in Katar exklusiver Nonsens gewesen ist.
When we are wrong, we will hold our hands up. It’s the right thing to do. (…)
The Dream Football League (DFL) would turn into a journalistic nightmare.
Tony Evans, Fußballchef The Times

Wie es dazu kommen konnte?
So ziemlich alle Fragen bleiben in der Kolumne von Tony Evans unbeantwortet.
[Der Text war zunächst hinter der Paywall, sollte aber am Montagsteht aber jetzt frei zur Verfügungstehen.]
Evans fabuliert stattdessen munter weiter über Katars Pläne, die vermeintliche Klasse seines Geschichtenerzählers Oliver Kay, benutzt die Vokabel „Entschuldigung“ nur einmal auf Twitter, nicht aber in der Zeitung …

… und bezeichnet diejenigen, die in modernen Medien Aufklärung herbei geschrieben haben, später als Trolle:

Ein eher typischer Vorgang im real existierenden (Fußball)journalismus also. Die Arroganz bleibt ungebrochen.
Vier Tage hat es gedauert. Es brauchte einen kleinen Shitstorm auf Twitter und wenig…
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om #1

*Daumen hoch*

BonjourQatar #2
sternburg #3

Hahaha. Genau, besuchen sie uns! Wir haben zwar kein Wort in dieser seltsamen Sprache verstanden, aber wir werden hier erwähnt, das kann ja nicht schlecht sein.

P Hargitay #4

Und wann entschuldigen Sie sich bei mir, Weinreich? Ihr dreckiges Geschätz, ich sei möglicherweise die Quelle für den TIMES Käse gewesen, mag Ihnen wohl in das verdrehte Weltbild passen, ist aber erwiesenermassen genauso bescheuert, wie die Story selbst. Natürlich wird eine linke Type wie Sie sich hüten, je eine Entschuldigung für eine schmutzige und frei erfundene Lüge zu formulieren, was nicht überrascht. Ihre Art, Anschuldigungen frohgemut hochzurülpsen, und das Gerülpse denn auch noch als bare Münze an den Mann bringen zu wollen, hat nur eine Parallele: den Kranken aus Penrith. Frei erfunden, sich auf Ihren Dreck beziehend, hat Ihr Busenfreund Jennings wie üblich abgeschrieben (wie so häufig wieder von Ihnen), und den selben Dreck verbreitet. Empfehle, dass Ihr beide die abgesetzten Medikamente dringend wieder einnehmt, um Eure kollektive Paranoia zumindest etwas einzudämmen. Sie sind ein trauriger Schwätzer Weinreich.

JW #5

Wie meistens nimmt es Peter Hargitay, langjähriger Berater des FIFA-Präsidenten und Spin Doctor im Gewerbe (ehemals tätig für Union Carbide nach Bhopal), nicht so genau mit der Wahrheit.

Hargitay ist einer derjenigen, vor denen ich in vielen Texten warne, auch dort oben.

Er schreibt nun in #4:

Ihr dreckiges Geschätz, ich sei möglicherweise die Quelle für den TIMES Käse gewesen, mag Ihnen wohl in das verdrehte Weltbild passen, ist aber erwiesenermassen genauso bescheuert, wie die Story selbst. Natürlich wird eine linke Type wie Sie sich hüten, je eine Entschuldigung für eine schmutzige und frei erfundene Lüge zu formulieren, was nicht überrascht.

Was ich dagegen getan habe, wie bereits im vorherigen Beitrag erwähnt, ich habe Hargitay und seinen Sohn am 13. März via Twitter gefragt, ob sie aufklären können:

Eine Antwort habe ich persönlich nicht erhalten. Nur den Hinweis, auch den hatte ich bereits öffentlich gemacht, ich sei ein Idiot.

Ein Idiot, ein trauriger Schwätzer, eine linke Type, der Lügen erfindet und rülpst, um genau zu sein.

Voilà Peter Hargitay! Well done. So kennt man sie.

Dummerweise hat ihnen der „Kranke aus Penrith“, als den Sie Andrew Jennings bezeichnen, mit seinen wahren Geschichten über die Jahre einigen Ärger bereitet und sogar einige Jobs verbaut, wie etwa den bei der FA während der WM-Bewerbung.

Wer mehr über Peter Hargitay wissen möchte, lese direkt bei Andrew Jennings.

cf #6

aber, aber, herr hargitay!

das ging doch auch schon mal freundlicher. und die ganze fachmedizinisch-fundierte beratung nur wegen dieser einen (halb)ironischen frage?

https://twitter.com/jensweinreich/status/311859747232030722

P Hargitay #7

Odd but no surprise. Your modus operandi never changes: to reassure people of your bs, you refer to the severally convicted conman Jennings (as opposed to me, and no matter how he twists it, the only one convicted of ANYthing between the two of us is he). And he lovingly refers back to you. Lovely. Like that, you can perpetuate the loop of lies you created. Here’s another one: That conman in Penrith KNOWS that it was US who declined to work w the FA. But he perpetuates the lie. He ALSO knows that I worked in financial PR for Carbide TWO YEARS before the catastrophe. And that I quit OVER Bhopal: that too he twists and lies about. I could go on for ages but it is not worth it. You never asked me anything about the Times. Show me the email if you hv one. You are a liar Weinreich. But no worries : still a long way to go until you reach Jennings‘ level of truth perversion. Btw: how much money was he paid by the Bahraini to smear me? You don’t know? How odd. Some journalism that: smear people for money. Have you joined that club too?

Erbloggtes #8

Diese Art Fußballjournalismus scheint mir dem entsprechenden Politikjournalismus nur eine Nasenlänge voraus zu sein.

JW #9

@ Erbloggtes: Oh ja. Bin nicht mal sicher, ob die Football Writer da wirklich voran schreiten – oder nicht doch eher die Politikjournaille.

@ cf: Psst! Nicht reizen! Du siehst ja, jetzt schreibt er gar in Englisch und wird nicht etwa gelassener.

@ P Hargitay: Zwei einfache Fragen. Fragen, ok.

1) ECN ist doch neuerdings in Zypern registriert, oder?
2) Was ist da eigentlich jetzt mit ECN-Konten auf der so firmenfreundlichen Insel?

JJ Preston #10

Wie sagten meine Großeltern noch so schön? „Wer schreit, hat Unrecht.“
Man könnte auch sagen: „Wer schreit, hat’s nötig.“

sternburg #11

Apropos „nötig haben“: [Sorry, ich bekomme meine Fassungslosigkeit gerade nicht adäquat ausgedrückt]

ferenc_i #12

… ähm, #4 und #7 sind real? WTF? Ist das ungefiltertes Spin-doctor-ism? Da dreht sich ja so einiges um.

JW #13

No fake, ferenc_j. Wir sind hier nicht in der Dream Football League.

Das ist real existierend. Dazu gab es noch einige Email ähnlichen Inhalts.

Das sind so die kleinen Freuden des Tagesgeschäfts, wenn man sich in diesem Business versucht. Journalisten, die stören, sind elende kleine Würmer.

Aleks #14

Hmm, also ich finde der Text, so klasse aufgebaut und erhellend er ist, geht mir doch teils etwas selbstgefällig vor allem mit der „klassischen Presse“ ins Gericht und zielt auch etwas sehr darauf ab.
Ich jedenfalls finde, die Times hat sehr deutlich erklärt, wie die Story zustande kam:
Eine Quelle, zu der Evans sich über einen längeren Zeitraum hin Vertrauen aufgebaut hat, lieferte ihm den Anstoß, es kursiere eine Idee zur „Dream Football League“ (Über die Abkürzung „DFL“ könnt ich mich ja den ganzen Tag beömmeln) in Quatar. Daraufhin telefonierte er in Kleinarbeit namhafte Vereine ab. Und hier kommt ins Spiel, was sie selbst ja schon im ersten Artikel so richtig bemerkten: Quatar traut man viel zu. Im Ergebnis erhielt Evans dann eben nicht nur klare Dementis, sondern auch Aussagen von Vereinen, sie hielten das Projekt für realistisch, hätten aber kein Interesse an einer Mitwirkung.
Das Problem bei der Sache war eben, die „Quelleninformation“ war das abgucken bei einer unbekannten französischen Seite, die eine Satire nicht verstanden hatte und weiter verwertete, und zwar konnte natürlich kein Verein die erfundene Geschichte bestätigen, allerdings ließen sich einige, weil man Quatar eben so viel zutraut, ein ganz klares Dementi aus – im Zweifelsfall weil sie vermuteten, Evans als Journalist habe seinerseits bereits weiterführende Infos zu der Geschichte.

Ist das tatsächlich so schlimm, wie Sie es teilweise machen? Es ist peinlich für die Times, aber sie hats ja jetzt auf sich genommen. Und das müsste sie gar nicht tun, egal wie viele Shitstorm-Besserwisser, von denen es viele nun wirklich nicht besser wissen, auf den Zug aufspringen und sich als gefühlte Internet-Elite an den Beschuldigungen beteiligen. Muss man Evans den Vorwurf machen, er habe nicht über google erstmal überprüft, ob seine Primär-Quelle nicht eigentlich von einer obskuren französischen Seite im Internet abgeschrieben hat, die einen Witz nicht verstanden hat? Der Weg den die Story genommen hat, ist eher typisch für die obskuren Verwurstelungen die das Netz teilweise anbietet, als ein Fall von schlechtem Journalismus, finde ich. Und natürlich ein fußballpolitisches Lehrstück.

JW #15

@ Aleks: Dann ist es mir in der Nacht nicht richtig gelungen, meine Botschaft rüberzubringen. Ich habe versucht, fair mit Kay & Co umzugehen. Vor allem mit Kay.

Die Beeinflussung von Interessengruppen, um es völlig wertneutral zu sagen, ist ein riesiges Problem. Davon ist beispielsweise die komplette Politikberichterstattung infiziert, mehr noch als das Sportbusiness.

Damit müssen Journalisten klarkommen. Ich habe niemanden verdammt, habe die Schwierigkeiten nur ganz kurz umrissen und mich einbezogen mit meinen Irrungen und Wirrungen. Schauen Sie sich die Kommentare an, da äußert sich ein Vertreter dieser Interessengruppen. Er ist jetzt nicht mehr wichtig, aber dieser Mann hat weite Teile der UK Presse in Sachen FIFA/Sportpolitik lange Zeit beeinflusst und seinen Mist gestreut.

Zu Kay kurz, da liegst Du etwas falsch: Er kann nicht in mühevoller Kleinarbeit Leute abtelefoniert haben. Dagegen spricht der Zeitraum der beiden Veröffentlichungen (24 Stunden), Richard Whittall hat das am Beispiel von ManU (ich glaube, es war ManU) auch längst widerlegt, die von Kay erst am Nachmittag nach CdF-Hoax und also unmittelbar vor Fertigstellung der Times-Exklusivseiten kontaktiert worden sind.

Da lügt die Times (Evans) offensichtlich, wenn in seinem Text, der eine Entschuldigung sein soll, noch immer von Monaten (korrigiere mich bitte) die Rede ist. Nonsens.

Muss man Evans den Vorwurf machen, er habe nicht über google erstmal überprüft, ob seine Primär-Quelle nicht eigentlich von einer obskuren französischen Seite im Internet abgeschrieben hat, die einen Witz nicht verstanden hat?

Ja. Google ist nur ein Beispiel. Jede andere Suchmaschine auch :) Ja, man muss ihm den Vorwurf machen. Er hätte die Option einer Kolumne gehabt (oder welche Form auch immer, betrachtender, kleinerer Text / auch gern größerer Text, in dem er dann aber seine „Recherche“ und seine offenen Fragen mit den Lesern teilt), aber er hat sich für eine Sensationsstory „exklusiv“ entschieden. Das ging nach hinten los. Und das ist ja letztlich das Gute am Journalismus. Journalisten werden oft als Besserwisser/Klugscheißer/Mäkelheinis verdammt. Nur: Ihre Arbeit lässt sich (manchmal) eben doch messen: Meistens hinterher, beim Wahrheitscheck gewissermaßen. Hier ging es sehr schnell.

Der Weg den die Story genommen hat, ist eher typisch für die obskuren Verwurstelungen die das Netz teilweise anbietet, als ein Fall von schlechtem Journalismus, finde ich.

Ohne „eher“. Beides. Ich sage: Eher von journalistischen Grundfehlern.

Und natürlich ein fußballpolitisches Lehrstück.

Absolut. Und ein journalistisches Lehrstück. S.o. meine Eingangsbemerkungen.

ha #16

@#4/#5

Zu Kay kurz, da liegst Du etwas falsch: Er kann nicht in mühevoller Kleinarbeit Leute abtelefoniert haben. Dagegen spricht der Zeitraum der beiden Veröffentlichungen (24 Stunden), Richard Whittall hat das am Beispiel von ManU (ich glaube, es war ManU) auch längst widerlegt, die von Kay erst am Nachmittag nach CdF-Hoax und also unmittelbar vor Fertigstellung der Times-Exklusivseiten kontaktiert worden sind.

Mehr noch: ManU wurde erst für die absurde Folgestory kontaktiert, nachdem die vermeintliche Exklusiv-Geschichte erschienen war und um sie zu stärken – als der Club, der die „Opposition“ gegen die Dream League anführe. Whittall hat aufgedeckt, dass die Times für die erste Story weder bei PSG noch QSI angefragt hatte, angeblich die „main mover“ hinter der DFL. Es ist völlig offen, ob da überhaupt bei irgendeinem Club angefragt wurde, zitiert wird kein einziger, nur eine Reihe „private sources“ …

Kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen es ein No-Go war, (Exklusiv-)Geschichten ohne eine einzige zitable Quelle und /oder verfügbares Dokument zu veröffentlichen wie von der Times praktiziert. In diesen Zeiten (und so lange her ist das nun auch wieder nicht) galt dergleichen eindeutig als schlechter Journalismus ;)

mik #17

Gut, ein Dokument lag ja anscheinend durch den Informanten Beal (inzwischen foodpic-twitternd) nebst Aussage vor.
Ich bin allerdings so oldschool, dass ich denke, eine Recherche braucht auch noch eine zweite Quelle und die wäre wirklich mühelos einholbar gewesen.
De Times versuchte erfolglos nachzureichen, monatelange Investigation ist natürlich glatt gelogen.
Eine „Beeinflussung von Interessengruppen“ durch -wie schreibt man das, so? – katarrische Einflussnehmer behalte ich mal im Hinterkopf, finde es aber etwas überzogen.
Eher die Fortsetzung von Transfergerüchten auf anderer Ebene (zufälligerweise/ebendrum hat sich Mertesacker zu Transfers heute geäußert). Zeilenfüllender Journalismus eben.

Das Fehlen der Frage nach der Belastbarkeit der Spieler/der Praktikabilität eines solch erweiterten Modus ist für mich allerdings ein wirklich kollektives Versagen.

JW #18

@ mik: Ich hab nicht von katarischem Einfluss gesprochen, sondern grundsätzlich von Interessengruppen, die auf Journalisten einwirken.

Alexander Bäumer #19

Gerader der letzte Punkt, den mik anspricht, habe ich auch beim Lesen der Artikel gedacht. Angenommen alle „Fakten“ zur DFL würden stimmen, müsste es doch Times-Anspruch sein, sich kritisch mit dem Vorhaben auseinander zu setzen, oder?

@thelepathy #20

@JensWeinreich

Mensch, ein toller Beitrag!
Wie es scheint, ist es um die Recherchequalität bei King Rupert’s britischer Vorzeige-Gazette nicht zum Besten bestellt. Klar kann man einem Hoax auf den Leim gehen. Dann sollte man es aber auch schnell einräumen, und sich nicht so cocky geben, wie die TIMES-Kollegen nach dem Auffliegen der Geschichte mit ihrem lächerlich unprofessionellen Lügengebäude. Welcher Leser überspringt dafür gern eine Paywall?

Ralf #21

Aprilscherz oder nicht?

Handball Time: 5.000 Einladungen zur WM 2015

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