#London2012 (XI): Von „Pleiten“ und „Blamagen“. Muss das so sein, Kollegen? @MichaelPhelps

LONDON. Habe gerade noch ein bisschen im Archiv gewühlt und daran erinnert, dass Olympia 2012 ja eigentlich in Sachsen stattfinden sollte, in der nahe der Heimat von, ja, Paul Biedermann, dem Schwimm-Weltrekordler und mehrfachen Weltmeister.

Und nun das.

Er schwimmt zu langsam. Die Freistilstaffel mit Britta Steffen auch. Stimmt es wieder nicht mir dem Timing? Das ist eine Frage, die natürlich erörtert wird. Nur: Warum müssen „Journalisten“ und Headline-Dichter immer gleich von „Pleite“, „Blamage“, „Debakel“ und „baden gehen“ schreiben. Das „Traumpaar“, natürlich, „fliegt raus“.

Oh Gott, wie ich meinen Berufsstand oft hasse.

Muss das so sein am Tag nach der wunderbar ironisch-entspannten Eröffnungsfeier?

[Hier stand kurzzeitig mal dieses wunderbare Video mit dem Bond Girl Queen Elizabeth II, was aber wegen der Rechtefrage wieder von Youtube entfernt werden musste.]

Es geht im Journalismus (nicht nur im Sportjournalismus) natürlich immer eine Nummer kleiner. Und natürlich nicht, weil viele meinen, man müsse so schlagzeilen.

Bevor es hier weiter geht, flink ein Storify mit der real existierenden journalistischen Wahrheit:

Michael Phelps nach 400 Lagen, Mixed Zone, London, 28072012

Sie haben die clevere Lösung gefunden, die ich öfter schon erwähnte. Bei Phelps (und anderen) steht ein Volunteers mit Mikrofon, so können auch zwanzig Meter entfernt Lauernde gut oder gar besser verstehen.

Mixed Zone, Michael Phelps, London, 28072012

Um den Schweißperlen der Kollegen auszuweichen, werde ich mich vielleicht öfter mit den Lautsprecherboxen unterhalten.

20.07: Und inzwischen haben wir den ersten chinesischen Schwimm-Olympiasieger, wenn ich das richtig sehe. Sun Yang hat mächtig gefeiert.

20.23: Sun Yang erhält Gesellschaft beim feiern. Ye Shiwen gewinnt die 400 Lagen in Weltrekord.

22.21: Habe Ye Shiwen (16) gerade auf der PK gefragt, warum sie schnellere letzte 50 Meter gekrault ist als, nun ja, Ryan Lochte.

Sie sagt:

It is because I got a very good trainings in recent times.“

Wenn ich es mit Brille richtig sehe: sie 28,93, er 29,10.

Zwischen 300-350 kraulte sie 29,75 – Phelps 29,88.

Phelps.

Gute Nacht.

26 Gedanken zu „#London2012 (XI): Von „Pleiten“ und „Blamagen“. Muss das so sein, Kollegen? @MichaelPhelps“

  1. Bekommt eigentlich auch ein Handball-Ticket, wer richtig errät, in welchem Bundesland Halle liegt? ;-D

    ( ) Sachsen
    ( ) Sachsen-Anhalt
    ( ) Elsass

  2. Da wird es bei Blöd und Gleichgesinnten bestimmt bald paartherapeutische Spekulationen geben. Freu‘ mich schon.

  3. „In Olympia verdichtet sich alles“, hatte Sigmund Gottlieb doch mal in den Tagesthemen kommentiert.

  4. #4 Ja, schon zieht die Kraft der zwei Herzen das deutsche Team runter.

    Um Gottes willen!

  5. @ha. Wird dann wohl in der seit Helmut-Schön-Zeiten (Malente!) ungelösten Gretchenfrage des Rummachens vor Wettbewerben kulminieren.

  6. Die ZDF-Sportsprecherin ist vorhin übrigens mittels vorlesetechnisch raffinierter Silbentrennung durch das mysteriöse Wort Stan-o-zo-lol gestolpert.

    Kein Wunder. Kennt man ja auch erst seit Big Ben 1988.

  7. Bekommt eigentlich auch ein Handball-Ticket, wer richtig errät, in welchem Bundesland Halle liegt? ;-D

    ( ) Sachsen
    ( ) Sachsen-Anhalt
    ( ) Elsass

    Welches Halle ? ;-) E gibt ja auch noch ein Halle in NRW…

  8. Dieses Video wurde vom Nutzer entfernt.
    Das tut uns leid.

    Geht ja schon mal gut los mit der Rechtebalgerei.

  9. Quasi deutscher Erfolg des, hm, Senioren-Sports mit Winokurow!

    Leider hat Telekom es verpasst, ihn damals einzubürgern.

  10. Übrigens nett, daß das ZDF qua Twitter verkündet, man könne in der Mediathek die Eröffnungsfeier ohne Kommentator sehen. Lol

  11. Quasi deutscher Erfolg des, hm, Senioren-Sports mit Winokurow!
    Leider hat Telekom es verpasst, ihn damals einzubürgern.

    Ach wissen Sie, Grit, lassen sie doch dem alten Mann Vino diesen schönen Erfolg. Bei den vielen inneren und äußeren Blessuren, die er sich über die Jahre, auch durch Selbstverschulden, geholt hat, gönne ich es ihm. Und da Ihrer Meinung nach ja sowieso alle im Radsport dooopen, hat einfach nur der Beste von heute gewonnen. ;-)
    Die Briten haben nach hartem Job mal kurz gepennt, Nibali und Valverde meinten es wahrscheinlich gar nicht ernst, die Amis mussten ihre Kronzeugen zu Hause lassen, Sagan als Einzelstarter hätte eh nur von einem anderen taktischen Missgeschick profitieren können und unsere Radsportnation gibt´s dank eines hervorragenden Verbandes nur noch in ausländischen Teams. :)
    Übrigens, gestern abend hat ja Bahnrad-Superstar Sir Chris Hoy den Union Jack getragen und Bradley Wiggins sein Maillot jaune gezeigt. Ich frage mich nur, weshalb das in Great Britain so einfach geht.

    Aber grämen tu ich mich noch nicht. Wir haben haben ja noch das EZF und „unsere“ Damen.

  12. Herbert: Ulle hätte sein Gelbes bei der Olympiaeröffnung in Leipzig bestimmt auch getragen. Ist aber vieles dazwischen gekommen.

    Wenn Sie in London sind, sagen Sie Bescheid, ich habe in der Tat noch Handballtickets fürs kommende Wochenende.

  13. @Herbert,
    Sie missverstehen mich – ich gönne „Vino“ olympisches Gold, und dem Radsport diesen Olympiasieger. Das rückt doch die Verhältnisse nach der TdF – wo ein ganzes Team die Anstiege in Wattzahlen beradelt, die früher nicht mal uns Ulle geschafft hat, natürlich nur wegen großartiger Trainingsmethodik – in eine schöne Proportion.

  14. @Jens

    Ich bin aber nur vom 5.- 9. in London, habe zurzeit jedoch nur Karten fürs Halbfinale in Fussball. Turnen war nicht mehr zu haben und Wasserspringen auch nicht.
    Wissen Sie, wo public viewing läuft ? Hyde Park sicherlich ?

  15. Slim fast, neue Kettenräder von Sky und nicht zuletzt die Enttäuschungen der Vergangenheit ( von Bradley) sind das Geheimnis des britischen Erfolges. So sagt man. Wiggins hatte die Wahl zwischen dem Weg in den Alkohol, den er kurzzeitig nach den OS-Sieg 2004 betrat, oder die Aufnahme in den Olymp, zumindest für kurze Zeit. Insofern darf man wieder einmal gespannt sein.

  16. Hach ja, das Poolgate am ersten Tag. Hauptsache die Queen (5m!!) und Michelle Obama (3m!!) halten sich in der Nähe der ZDF-Moderatoren auf, dann ist der Tag für die gerettet. KMH: „Was sagt man dazu?“ Schön wenn auch Medienschaffende noch diese Momente bei Olympia erleben dürfen.

  17. Welchen Turbo zünden die Chinesen bei den Schwimmern eigentlich ? Haben die Schwimmhäute an Füßen und Händen ? Unfassbar…

  18. Tja, eine 16-Jährige verbessert den 400-Meter-Lagen-Weltrekord der Pekinger Anzug-Spiele mal locker um eine Sekunde. Sauber (oder auch nicht).

  19. OK, ich gebe es zu, ich habe mich um 14:32 geirrt. Aber sie hatten so schnell es denn ging einen Teampsychologen auf der Matte und Steinbrecher war mit investigativen Wohlfühlfragen kischpreisverdächtig unterwegs. Da konnte man noch was lernen vom Journalismusdozentendarsteller.

  20. Ich bin der festen Überzeugung das die Nationale Antidoping Agentur von China die Schwimmerin gefühlte 100mal getestet hat und somit für eine saubere Leistung bürgen kann.

    *rolleyes*

  21. Kein Problem, kannst der Schwimmerin ja einen Blumenstrauß zukommen lassen. ;)

    Wobei ich mich dann aber nun ernsthaft frage, wie läuft das überhaupt mit Minderjährigen Sportlern und Dopingproben? Also nur gesetz dem Fall, das sie auch geprüft werden.

    Oder können die einfach reinpumpen bis der Arzt kommt und werden maximal dann bei den Wettkämpfen getestet?

  22. Pingback: #London2012 (XII): Gruß aus China @MichaelPhelps @RyanLochte : jens weinreich

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