Doping, Kies und Politik in Freiburg: Einzelfälle mit System

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Grit Hartmann hat sich dem eng vernetzten Freiburger Doping- und Politiksystem genähert – und befasst sich auch mit Freiburger Kies. Ein feines Stück Journalismus, wie ich finde, mit etlichen Hintergründen, die es weiter zu beleuchten lohnt.

Mein Hörbefehl, ganz rigoros:

Diese Recherche des Deutschlandfunks vom Sonntag, 1. Mai, gibt es hier mit Genehmigung der Autorin zum Nachlesen.

Lesebefehl!

Eine Bemerkung noch vorab: Im Vergleich zu Freiburg und das west- bzw bundesdeutsche Dopingsystem ist das ostdeutsche Dopingsystem längst ein offenes Buch, das vergleichsweise wenig Geheimnisse birgt. Ergänzend zur folgenden Lektüre das auf Cycling4fans zusammengetragene Archiv.

(Mir fehlt momentan die Zeit für die vielen, vielen Links, die dieser großartige Text verdient hätte. Wer mag, bitte her mit den Links, ich trage demnächst alles nach.)

von Grit Hartmann

Im Mai 2007 räumten Ärzte des Freiburger Universitätsklinikums Doping im Radsport ein. Die Affäre, die als Telekom-Skandal bekannt wurde, ist bis heute nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter; für die Universität soll eine Kommission die Breisgauer Dopinghistorie der letzten Jahrzehnte aufklären. Kann das gelingen? Wie steht es in Freiburg – vier Jahre danach?

Der Baggersee ist sehr beliebt. Erst mal wegen seiner schönen Wasserqualität, und zweitens ist er auch ein sozialer Treffpunkt, und zwar ein sozialer Treffpunkt, wie kein Verein ihn bieten kann. Da treffen sich Leute aus verschiedenen Schichten, verschiedene Altersgruppen, vom Baby bis zum Rentner, von der Hartz-IV-Empfängerin bis zur großen Unternehmerin mit’m Sechszylinder. Die liegen dann nebeneinander auf der Wiese und reden miteinander, und wenn’s nur ums Wasser oder um die Sonne geht. Und so Leute würden sich im richtigen Leben niemals begegnen und nie ein Wort miteinander reden. Und das find ich so schön an unserm Baggersee.

Niederrimsingen, wenige Kilometer entfernt von Freiburg. Gleich hinter den Weinbergen liegt Merdingen, einst Heimat von Jan Ullrich. Die Gegend wirkt idyllisch. Bis Bauingenieur Gustav Rosa zeigt, was einmal eine Liegewiese am Baggersee war und nun, Ende März, aussieht wie eine Reihe Schützengräben. So ähnlich verhält es sich mit der Stadt Freiburg, von der manche sagen, sie sei wegen ihrer beschaulichen Abgelegenheit ausgewählt worden als sportmedizinische Zentrale der Bundesrepublik. Andere sagen: wegen ihrer Tradition.


Grit Hartmann hat sich dem eng vernetzten Freiburger Doping- und Politiksystem genähert – und befasst sich auch mit Freiburger Kies. Ein feines Stück Journalismus, wie ich finde, mit etlichen Hintergründen, die es weiter zu beleuchten lohnt.

Mein…
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gun #1

Herrn Fleischers Rechtfertigungen sind völlig unglaubwürdig. Wenn er vom Doping in der Freiburger Universitätsklinik nichts mitbekam, dann ist und war er als Sportfunktionär eine krasse Fehlbesetzung.

Herbert #2

Mit Fontane würde man sagen, „ein weites Feld“. Bemerkens- und begrüßungswert, dass sich Grit Hartmann da herangewagt hat. Das bislang zurückhaltende Echo hier verwundert schon. Was ist das Problem ? Zu viele Namen, zu viele dopinghistorische Bezüge, zu große Zweifel an der Einzelfallthese und oder gar der abschließende Verweis auf das System des Dopings ?
Da werden auch die Hindernisse klarer, mit denen sich die Paoli-Kommission konfrontiert sieht. Obwohl es wundert, dass bei ihrer hochkarätigen Zusammensetzung diese Kommission keinen Ausweg aus dem
scheinbaren Dilemma weiß. Die Hände werden ihr doch wohl per Auftrag nicht gebunden sein ?

Die Ergebnisberichte des Telekom-Arbeitskreises wären nützlich für die Große Kommission mit der Kriminologie-Professorin Letizia Paoli an der Spitze. Sie prüft die wissenschaftliche Arbeit der Sportmediziner auf Dopingrelevanz. Die Papiere seien unauffindbar,</b teilt die Uni mit.

Wenn das Verfahren abgeschlossen wird, wird sich die Abschlussverfügung der Staatsanwaltschaft natürlich auch mit der Beschreibung des Systems der Behandlungen am Universitätsklinikum Freiburg befassen, um auch deutlich zu machen, welche geringen Möglichkeiten das Strafrecht hat, um Dopingpraktiken im Nachhinein zu bewerten und strafrechtlich einzuordnen</b.?

Wenn man dann noch Vokabeln u.a. wie „Unverhältnismäßigkeit“ und „Rufschaden abzuwenden“ liest, ist man unmittelbar daran erinnert, wie die betroffenen Radsportler 2007 in der, vor allem medialen Öffentlichkeit behandelt worden. Man weiß noch gut, wie auch heutige Mitglieder der Großen Dopingkommission gleich die Sache persönlich in die Hand nahmen und Klagen gegen Sportler auf den Rechtsweg brachten. Da war man nicht zimperlich im Kampf gegen Doping. Heute sind die Unterlagen weg. Da kann die Kommission ja cool bleiben. ;) Ich habe dafür schon öfters verbale Schelte bekommen, deshalb fällt es mir auch leicht zu schreiben : So geht Antidopingkampf nicht, selektiv, unverhältnismäßig, unangemessen und lediglich auf den Einzelfall lbezogen. Na gut, ich geb´s zu. Wir sind inzwischen schon ein wenig weiter.
Da freut man sich schon, dass jemand wie Grit Hartman – deren Auffassung schon oft nicht die meine war – den Mut hat, sich in den Verschleierungs- und Verhinderungsdschungel zu wagen.

Wenn u.a. im Fall von Prof. Klümper politische Einflussnahme und medienwirksamer Beistand offensichtlich waren, da fragt man sich nach den Gründen der Ungleichbehandlung anderer in scheinbar ähnliche Vergehen verwickelter. Etwa sportpolitische ? Oder die Suche nach der unteilbaren Wahrheit ?
In diesem Kontext auch gleich die Frage, ob der Deutschlandfunk wohl gerade mal kein Foto von Schmid , Heinreich& Co, zur Hand hatte, als es Grit Hartmanns´s Beitrag ins Internet stelle ? Naja, das Thema macht sich auch mit dem Konterfeit von Jan Ullrich ganz gut und bedient nebenbei gleich die Voruteile mit. Weiß man halt Bescheid. Ja, ich verstehe, das ist ein rein technisches Problem ohne jeglichen Hintergedanken. Ullrich ist ja auch die Zentralfigur diese Beitrages. Für wie bl** muss man denn die des Betrachtens und Lesens mächtige Öffentlichkeit wohl noch immer halten ?

Sicher gibt es noch viel mehr zu sagen. Ich hoffe, dass sich eine angemessene Diskussion entwickelt, die sachlich bleibt und nicht persönlich wird.

Harriet Binham #3

Waere Freiburg in Spanien, es ginge um Contador, Valvere und Fuentes, die Presse und alle einschlaegigen Foren waeren voller Beitraege. Bei Kloeden, Kessler, Aldag, Zabel, Weseman Und Co. ist das aber natuerlich was ganz anderes. Da gehts ja um Steuergeld und der Skandal wurde nicht durch die Polizei aufgedeckt, sondern durch das Buch eines belgischen Betreuers.

Bei uns ist ja alles ganz anders. In Deutschland bezahlte der Steuerzahler ueber die staatliche Telekom die Athleten und ihre Betreuer, die Verbaende, die Fahnder der NADA, die gutachtenden Wissenschaftler an den Unis, die Richter welche mit ihren Urteilen die Durchsuchung der Praxisraeume der Freiburger Aerzte verhindern, den zustaendigen Staatsanwalt, und ARD/ZDF berichtet drueber.

Und so kommt es denn, dass 1996 Radprofi Joerg Paffrath vom Team Telekom positiv getestet wird, in der Folge zugibt, in seinem Team werde systematisch gedopt und daraufhin lebenslaenglich gesperrt wird. Sonst passiert nix.

2001 wird Telekom Teamarzt Lothar Heinrich von der Uni-Klinik Freiburg in Italien bei einer Dopingrazzia festgenommen und es werden bei ihm verbotene Mittel gefunden. In Deutschland passiert wieder nichts, war ja alles fuer seinen persoehnlichen Gebrauch.

Auch fuer den persoehnlichen Gebrauch war wohl das Testosteron, welches im selben Jahr in einer Dopingprobe von Bobfahrer Thomas Platzer gefunden wird. Netterweise wird er aber sogleich als Coach von seinem Verband weiterbeschaeftigt, auf Kosten des Steuerzahlers natuerlich.

Es laesst sich zwar auch nicht verheimlichen, dass einer der Freiburger Aerzte auch fuer den FC taetig war, aber aber das macht ja nix, denn der ganze FC ist ja unterdessen aus dem Ermittlungsbericht einfach verschwunden worden.

Und ein halbes Jahr nach dem Auffliegen der Freiburger Dopingpraktiken, wird bei der Rad-WM in Stuttgart zwar Paolo Bettini zwar wegen Nichtunterschreibens einer rechtlich voellig wertlosen Ehrenerklaerung vor Gericht gezerrt, unnuetz natuerlich, der bereits einmal positiv erwischte und zusaetzlich noch gestaendige Zabel fahrt aber fuer Deutschland froehlich mit. Und keinen stoerts.

So laeuft das bei uns. Und keiner redet darueber. Vielleicht weil jeder ueber seine Steuern daran beteiligt ist?

Ralf #4
Ralf #5

evaluierungskommission.uni-freiburg.de: Aufruf Zeitzeugensuche

Ralf #6
Ralf #7

DER SPIEGEL (29.01.): Doping-Arzt schlug Ehrung für Ex-Sportchef Willi Daume vor

Im Jahr 1988 verlieh Ministerpräsident Lothar Späth (CDU) dem damaligen Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees, Willi Daume, eine Ehrenprofessur. Wie erst durch eine aktuelle Anfrage bekannt wurde, folgte die Landesregierung damals trotz formaler Bedenken einem Vorschlag des Sportmediziners Joseph Keul

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