Theo Zwanziger droht (wieder einmal) mit Rücktritt

Nicht gerade Breaking News, aber als Schmankerl für zwischendurch dennoch meldenswert. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), droht wieder einmal mit Rücktritt für den Fall, dass Richter im Fall Amerell nicht so entscheiden wie er will.

Gemäß kicker.de sagte er:

„Wenn wir diesen Prozess verlieren, muss ich selbstverständlich sofort von meinem Amt als DFB-Präsident zurücktreten.“

Da kann ich mir ein Lächeln natürlich nicht verkneifen. Jetzt, mit sicherem Abstand.

Im Unterschied zu anderen juristischen Auseinandersetzungen scheinen 20er und der DFB allerdings diesmal bessere Karten zu haben. Die Amtsführung des Zickzack-Dottore im Gute-Laune-Verband ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Weshalb ich glaube, auch wenn das Wolfgang Niersbach anders sehen mag, dass der deutsche Fußball nur dann eine Zukunft hat, wenn 20er sofort den Rücktritt von der Rücktrittsdrohung einreicht.

27 Gedanken zu „Theo Zwanziger droht (wieder einmal) mit Rücktritt“

  1. ts, gerade hab ich’s über agentur gelesen und wollte es hier her tun … aber du warst wie immer schneller. amüsant jedenfalls, das.

  2. Ach Theo…

    … Glauben Sie der Treitt zurück, wenn er der festen Überzeugung ist, dass überhaupt nichts passiert ist, was man ihm anlasten könnte? …

    Quelle

    Wobei, das ist ja nur eine Rücktrittsdrohung.

  3. Ich freue mich, dass Du das mit so viel Humor erträgst. Ich frage mich immer, wenn ich schon kurz vorm Kotzen bin, der ich weder Fußballinteressiert noch wirklich involviert bin, wie das für Dich sein muss. Hattest Du neulich (sicherlich hattest Du) die Aufmacherfrage im FAS-Interview gelesen?

  4. matthäus wurde 1997 als kapitän bei den bayern abgesägt, weil er zu viele internas verraten hat.

  5. Wir wissen ja alle, dass der Fussball etwas religöses, sakrales hat. Fussballtempel, Fussballkathedrale, Mein Verein meine Religion, usw. Wir bewegen uns also schon fast in einer Art Kirche, die „ihre Probleme auch innerhalb der Familie lösen“ will. Weitergesponnen wird mir immer mehr auch dieses Verhältnis innerhalb dieser Männergesellschaft bewusst, wie in einem Klosterinterant oder halt auch im Pristerseminar (=Schiedrichterlehrgang?)

    Also ich sehe genügend Parallelen. In der katholischen Kirche wissen wir mittlerweile was abgeht.

  6. Jens, du hast doch diesen Monat sicher ein paar Belegexemplare der „11Freunde“ zum Nachschlagen?
    Die Auflösung der Günter-Hetzer-Kolumne scheint mir jedenfalls Zeichen genug zu sein, dass Zwanzigers Reputation in den letzten 12 Monaten tatsächlich fast Matthäus-Niveau erreicht hat.

    (Auch wenn, hüstel, „Interna“ schon Plural ist, hajo.)

  7. Wie jetzt? Es wird schon vor der ersten Instanz eine verkündet sich außergerichtlich einigen zu wollen (N24-Laufband)? Das liegt doch wohl nicht nur daran, dass man nicht schon einen Tag später von seinem Rüchtritt zurücktreten kann.

  8. amerell kommt nicht gerade gut weg bei der sache. ist das sinn einer außergerichtlichen einigung, dass hinterher die dfb-familie samt angeschlossener medienhäuser lustig weiter das behaupten darf, was amerell zu verhindern suchte?

  9. Pingback: Spiels noch einmal Sam « Ruedigerhajo's Blog

  10. Ich halte von Rücktrittsdrohungen garnichts. Zurücktreten sollte man, wenn man die Zugehörigkeit mit dem eigenen Gewissen nicht mehr vereinbaren kann. Damit kann man nicht drohen – zumindest niemandem außer sich selbst.

    Wenn ich von einem Posten zurücktreten möchte, dann tue ich das nach sorgfältiger Überlegung, aber dann auch konsequent und ohne langes androhen.

    Es kann natürlich auch sein, dass Herr Zwanziger nur zurück treten möchte. Dann empfehle ich Holzschuhe.

  11. Linksaussen (#10): Amerell hat jetzt aber die Namen, die ihm der DFB verweigert hat. Damit kann er nun direkt klagen. Insofern verhält er sich einfach nur nicht wie der DFB-Elefant im Porzellanladen.

  12. ja, das hatte ich in der schnelle übersehen. das heißt, das uns das schmierentheater also noch etwas erhalten bleibt.

  13. Pingback: Theo Zwanziger bleibt doch (noch) im Amt : jens weinreich

  14. nocheinjurist

    Oder will er Uli Hoeneß locken, damit der nicht den Rauball attackiert? Oder will er den Rauball drängen, für den Uli Platz zu machen? Und wer ist alles in welcher Partei? Who knows?

  15. Kommt mir alles wie „Reise nach Jerusalem“ vor, nur andersrum: Wer zuletzt aufspringt und seinen Platz verlässt, hat verloren.

  16. Tja, allgemein dürfte 20er heute nur Spott in den Zeitungen erfahren haben. Doch freuen darf er sich trotzdem: Löw macht weiter, schreibt die Süddeutsche

  17. Pressekonferenz des DFB zur Vertragsverlängerung: Fröhlicher Schulterschluss sieht anders aus… man hört förmlich, wie es im Hintergrund brodelt, trotz aller Absichtserklärungen… die U21-Kompetenzen sind weiterhin nicht geregelt, die Personalie Stenger schwebt frei im Raum. Zwanziger sitzt dort ziemlich einsam.

  18. Da brodelt doch nix! Nierbach hat gesagt, das Vertrauen war immer da. Und Löw hat gesagt, Zwanziger und Niersbach „haben uns immer vorbehaltlich unterstützt“.

    Aber eine Frage an den Hausherren: Hast Du zum ominösen, angeblich von mehr als 80 deutschen WM-Berichterstattern unterzeichneten Solidaritäts-Brief für Harald Stenger noch ein paar Infos? Vielleicht sogar den Brief mit allen Unterschriften? ;-)

    Hab die Würdigung dieser vorbildlichen VDS-Initiative („Herzensangelegenheit“ für die Kollegen) hier bislang vermisst – oder überlesen.

  19. Pingback: Was vom Tage übrig bleibt (58): Currywurst, Pechstein, München 2018, Zwanziger : jens weinreich

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