München vs. Pyeongchang: Spin Doctors und andere Berater

 •  • 21 Comments

VANCOUVER. Jon Tibbs braucht vor allem Stehvermögen. Die Nächte sind kurz, die Aufgaben delikat. Er pendelt zwischen dem Westin Bayshore Hotel, wo das IOC residiert, dem Deutschen Haus im Harbour Centre und dem Russky Dom, der überreichlich dimensonierten Heimstätte der Russen im Science Centre. In Vancouver betreut er drei wichtige Klienten:

Tibbs verkauft ein rares Gut im olympischen Zirkus, das er mi…


VANCOUVER. Jon Tibbs braucht vor allem Stehvermögen. Die Nächte sind kurz, die Aufgaben delikat. Er pendelt zwischen dem Westin Bayshore Hotel, wo das IOC residiert, dem Deutschen Haus im Harbour Centre und dem Russky Dom, der überreichlich dimensonierten Heimstätte der Russen im Science Centre. In Vancouver betreut er drei wichtige Klienten:

Tibbs verkauft ein rares Gut im olympischen Zirkus, das er mit zwei Worten beschreibt: „Gewinnbringende Kommunikationskampagnen“.
Die Verpflichtung von Jon Tibbs wurde nicht aktiv kommuniziert. Auf die Personalie angesprochen, reagieren die Münchner recht einsilbig. Oberbürgermeister Christian Ude formuliert kryptisch, er habe „keine einzelnen Bekanntschaften mit Personen, deren Dienstleistung man in Anspruch nimmt“. Co-Geschäftsführer Bernhard Schwank erklärt: „Tibbs ist für internationale Kommunikation zuständig und spielt seine erstklassigen Kontakte aus. Wir haben aber keine Lobbyisten unter Vertrag genommen.“
Lobbyisten gelten im olympischen Bereich spätestens seit dem IOC-Bestechungsskandal als Männer mit den Geldkoffern. Das ist so falsch wie richtig. Die Tätigkeit von Auskennern wie Tibbs hat nichts mit der Tätigkeit von Geldkofferträgern wie Jean-Marie Weber zu tun.
„Ich bin kein Lobbyist“, sagt Jo…
Danke, dass Sie diesen Auszug aus dem kostenpflichtigen Beitrag gelesen haben. Sie können den vollständigen Beitrag lesen, nachdem Sie ihn gekauft haben.

Jetzt lesen, später zahlen

  • Jetzt kaufen

    Stimmen Sie einfach zu, später zu zahlen.
    Keine Vorabregistrierung. Keine Vorauszahlung.

  • Sofort lesen

    Greifen Sie sofort auf Ihren Kauf zu.
    Sie kaufen nur diesen Beitrag, kein Abo.

  • Später zahlen

    Kaufen Sie mit LaterPay, bis Sie 5 Euro erreicht haben.
    Erst dann müssen Sie sich registrieren und bezahlen.

powered bybeta

1-Wochen-Pass

1 Woche alle Inhalte des Blogs – inklusive 1.150 Archivbeiträge


Zurück

Gültigkeit 1 Woche
Zugriff auf Alle Inhalte dieser Website
Verlängerung Keine automatische Verlängerung
Preis 3,00 EUR

1-Monats-Pass

1 Monat alle Inhalte des Blogs – inklusive 1.150 Archivbeiträge


Zurück

Gültigkeit 1 Tag
Zugriff auf Alle Inhalte dieser Website
Verlängerung Keine automatische Verlängerung
Preis 6,00 EUR

3-Monats-Pass

3 Monate alle Inhalte des Blogs – inklusive 1.150 Archivbeiträge


Zurück

Gültigkeit 3 Monate
Zugriff auf Alle Inhalte dieser Website
Verlängerung Keine automatische Verlängerung
Preis 15,00 EUR

1-Jahres-Pass

1 Jahr lang alle Inhalte des Blogs – inklusive 1.150 Archivbeiträge


Zurück

Gültigkeit 1 Jahr
Zugriff auf Alle Inhalte dieser Website
Verlängerung Keine automatische Verlängerung
Preis 48,00 EUR

Code

Einlösen

Gutschein einlösen >

Ralf #1

taz: Münchner OB über Olympia 2018 – „Widerstände sind ein Medienprodukt“

Ja, selbstverständlich suchen wir den Dialog, dennoch muss ich darauf hinweisen, dass so manche Organisation, die hier im Namen der Menschheit auftritt, nur sehr wenige Mitglieder hat.
[…]
Es gibt häufig bei Großprojekten Kostenüberschreitungen, das ist richtig. Deswegen legen wir allergrößtes Augenmerk auf die Finanzen. Das können Sie mir glauben.

Berthold Neff in der SZ: Mittendrin – Schneemann in Kanada

Horst #2

taz-Interview mit Ude zu Münchens Bewerbung

Christian Ude: Also, ich halte die Widerstände für ein Medienprodukt. Tatsache ist doch, dass die Bundesregierung die Bewerbung zur nationalen Aufgabe erklärt hat. Auch 80 Prozent des Bundestages sind dafür. Im bayerischen Landtag ist die Unterstützung noch größer, und im Münchner Stadtrat beträgt sie sogar 95 Prozent. Da sind sämtliche Stimmen der Grünen-Fraktion mit dabei. Ich sehe nur breite Unterstützung.

nocheinjurist #3

@ Horst: Mal sehen, wann die Olympiabewerbung itself nur noch als Medienprodukt wahrgenommen wird.

@ jw: Wenn es dreimal in der Woche Texte dieser Art in einer Tageszeitung und dafür nicht mehr als eine Sportseite täglich (Ausnahme Montag) geben würde, würde ich glatt über ein Abo nachdenken.

Andreas #4

„Every year six million people visit our famous Oktoberfest, which will celebrate its 200th year this year and has never had a major security incident.“

Sehr vergesslich der Herr Ude…
http://de.wikipedia.org/wiki/Oktoberfestattentat

Ralf K.X.Q. #5

Und wieder ein bisschen tiefer in den Dschungel der Sportpolitik, -diplomatie und -vernetzung eingedrungen.

Danke jw!

Ich glaube übrigens nicht, dass bei den Herren Tibbs und Lee so etwas wie Interessenkonflikte entstehen bzw. gesehen werden, nur weil man einmal für und einmal gegen südkoreanische Kandidaturen arbeitet.
Sehe ich übrigens auch nicht, da die Kandidturen für die Olympischen Winterspiele 2018 und die Fußball-WM 2022, zwar in Südkorea sicherlich auch „Nationale Aufgaben“ sind, geschäftlich und realistisch gesehen es sich aber einfach um zwei lukrative Projekte handelt.

Viele Grüße!

Marco #6

Aber hallo“!

Wir haben die „liebreizende“ Kati!
Was soll da noch schiefgehen.

http://www.stern.de/sport/olympia/olympia-2010/olympia-2018-kati-witt-auf-stimmenfang-fuer-muenchens-bewerbung-1543977.html

B.Schuss #7

Jens, Respekt. Wie nocheinjurist schon so treffend formulierte: du machst einem den Paid Content noch mal schmackhaft. Warum sehe ich sowas eigentlich nicht bei den ÖR’s wenn die schon 540 Mann mit nach Vancouver nehmen?
Oder hatte von denen keiner Zeit für etwas echte Hintergrund-Recherche ? ^^

http://www.allesaussersport.de/archiv/2010/02/15/screensport-am-montag-146/

Jens Weinreich #8

@ B.Schuss: Weiß ich nicht. Bin nur ein Blogger.

esox #9

@b.schuss: jw haette auch auf dlf verlinken koennen. da war ein grosser teil die quintessenz des artikels schon laetzten sonntag kurz vor 0 uhr zu hoeren.

wenn ich nur fuer den dlf die gez bezahlen koennte, haette ich auch weniger bauchschmerzen.
wer nur ör´s sieht verpasst das allerbeste. auch auf die gefahr hin, das ich mich da wiederhole.
wenn jw „nur blogger“ waehre koennte er die reise nach cannada wohl kaum refinanzieren. aber als rhetorisches element, um nach komplimenten zu fischen, lass ich das mal gelten :) .
die hintergrundrecherchen den freien journalisten zu ueberlassen hat den vorteil, das diese nicht von den rundfunkraeten rausgekantet werden koennen. aber das ist ein anderer eisberg.

Ralf #10

HNA: Abgeordnete Viola von Cramon (Grüne) im Interview über ihren Besuch in Vancouver

Sportliche Großereignisse haben immer negative Auswirkungen auf die Ökologie und die Umwelt. Selbst mit einem „Grünen Konzept“ ist das nicht zu verhindern, sondern es ist maximal möglich, Schadensbegrenzung zu betreiben.
[…]
Wichtig scheint mir zu sein, für eine gute und seriöse Planung Transparenz auf der Kostenseite herzustellen. Ich empfehle, mit den Menschen vor Ort frühzeitig ins Gespräch zu kommen und die wirklichen Kosten für die Spiele auf den Tisch zu legen, damit der Kater nach dem Abschluss der Veranstaltung nicht zu groß ist.

Linksaussen #11

Christian Ude: Also, ich halte die Widerstände für ein Medienprodukt. Tatsache ist doch, dass die Bundesregierung die Bewerbung zur nationalen Aufgabe erklärt hat. Auch 80 Prozent des Bundestages sind dafür. Im bayerischen Landtag ist die Unterstützung noch größer, und im Münchner Stadtrat beträgt sie sogar 95 Prozent. Da sind sämtliche Stimmen der Grünen-Fraktion mit dabei. Ich sehe nur breite Unterstützung.

eine interessante demokratie-auffassung, die herr ude da an den tag legt: bundestag, landtag, stadtrat = öffentlichkeit. oder was hab ich da falsch verstanden?

Ralf #12

JW in der Berliner Zeitung: Olympisches Oktoberfest

Ralf #13
Ralf #14

Jan Bielicki in der SZ: Ude auf Werbetour – Speisen mit Prinz Feisal

Im Sommer werden junge Leute aus zahlreichen Konfliktzonen der Welt ein Sportlager namens „Generations for Peace“ im Münchner Olympiapark aufschlagen.
[…]
Dass weitere neun IOC-Mitglieder, die über die Vergabe der Spiele zu entscheiden haben, im Beirat von „Generations for Peace“ sitzen, ist ein weiterer Grund, sich mit dessen Macher gut zu stellen – zumal zu unterstellen ist, dass der Hauptsponsor der Initiative die 2018er-Spiele eher nicht in München sehen will: Der koreanische Elektronik-Konzern Samsung hätte sie wohl lieber im heimischen Pyeongchang.

Ralf #15

dpa: Südkorea im Olympia-Fieber

Ganz nebenbei erhält durch die überraschenden Erfolge auch die Bewerbung des Wintersportorts Pyeongchang um die Olympischen Spiele 2018 zusätzlich Rückenwind.

Henry M. #17

Offiziell verkündet das IOC heute um 13.30h, wer als Candidate City zugelassen wird. Inoffiziell scheint es aber schon soweit durch, dass Pyeongchang schon vorher mal die Webseite mit offiziellen Candidate-City-Logo verziert. Die IOC-Regularien mal wieder weich wie Butter. Wobei ja schon vorher klar war, dass man alle drei im Rennen lassen muss.

http://www.pyeongchang2018.org/

Jens Weinreich #18

Sehr aufmerksam, Henry M! Habe gleich mal ein Screenshot gemacht.

Die Veranstaltung in Lausanne ist ein Witz. Geringstes Olympia-Interesse seit drei Jahrzehnten, und dann machen sie so einen Aufwand. Besonders albern-lächerlich sind die PR-Aktionen der Münchner rund um diese Geschichte.

Ralf #19

Leider muß ich mal wieder gegen ein Gebot des Hausherrn verstoßen…

krone: Astronomische Honorare für diverse Berater

# George Hirthler bekam mit seiner Agentur Hirthler & Partners 133.917,15 Euro Beraterhonorar. Er gilt als Spezialist für Bewerbungsbücher, arbeitete davor für die geglückten Bewerbungen von Atlanta 1996, Peking 2008 und Vancouver 2010 – und für die Flops von Istanbul 2000, Stockholm 2004 und Klagenfurt 2006. Jetzt betreut er München, das 2018 die Spiele will, und zog sich für einen missglückten Auftritt in Vancouver den Zorn von Oberbürgermeister Ude zu.
# 48.000 Euro kassierte der deutsche Ex-Sportjournalist Dieter Kühnle, der als Freund des deutschen Olympia-Machers Thomas Bach gilt und nun für München werkt.

Jens Weinreich #20

Gegen welches Gebot verstößt Du, Ralf?

Boulevard-Heinis zu zitieren, vermute ich?

Ralf #21

Ralf, bitte!

Die „Boulevard-Heinis“ scheinen diese Zahlen aber „exklusiv“ zu haben, oder? Mich hat u.a. der Name Dieter Kühnle überrascht…

Leave a Reply

By clicking the following examples the respective HTML code will be appended to your comment. Use the comment preview to make sure everything looks and works as intended.

  • , ,