IOC-Direktor Mark Adams sagt: „They want to have a quiet meeting to discuss their issues“

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Die Fortsetzung der Geschichte, die mich heute arbeitsmäßig etwas eingeschränkt hat. Sperrt das IOC Journalisten aus? Ich meine noch immer: Ja. Komme gerade von einem Press Briefing mit IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams. Er sagt, frei wiedergegeben:

  • Im Kongressbereich selbst werden auch morgen wohl nur 20 bis 30 ausgewählte Journalisten zugelassen. „They want to have a quiet meeting.“ Jeder Journalist könne sich nicht jederzeit überall bewegen. Also, mit meinen Worten: seiner Arbeit nachgehen.
  • Adams sprach von „sensitive access“. Es werde „at least“ der Lobbybereich für alle Journalisten zugänglich sein. Etwa 200 sind noch in Kopenhagen. Eigentlich rechnen alle damit, dass es täglich weniger werden. Man soll sich aber bitte „diskret“ verhalten und nicht so oft fotografieren.
  • Auf die Bemerkung, dass das quasi historische Beschränkungen auf IOC-Kongressen seien (nicht auf Sessionen, da darf man auch heute nicht rein, nur seit 1999 kann man sie live am TV verfolgen), sagte Adams: „Unfortunately, I can’t give you a historical view.“
  • Er hat das System umgesetzt, das ihm aufgetragen wurde. „The system I was asked to do.“ Sein Boss heißt Jacques Rogge.
  • 200 Journalisten können also nie und nimmer in den Kongressbereich, sagt er. Als hätte Adams (zuvor beim World Ecenomic Forum), als hätten die meisten Kollegen und erst recht die Delegierten, nicht schon jeder mindestens 100, viele wohl tausend Konferenzen erlebt. Wenn eine Session überfüllt ist, versucht man einen Stehplatz zu finden, wenn das auch nicht gelingt, ärgert und trollt man sich und versucht, die Session an einem Bildschirm oder hier eben im Internet-Livestream. Eigentlich recht simpel und nicht der Erwähnung wert. Doch leider ist das im IOC nicht selbstverständlich. Noch einmal: Selbst der letzte Olympische Kongress 1994 in Paris unter Samaranch Senior war öffentlicher und besser vorbereitet, Journalisten konnten sich mit Ausnahme von Andrew Jennings, den das IOC damals mit einem Bann und Akkreditierungsverbot belegt hatte, relativ frei bewegen. Wir brachten Jennings damals die gedruckten Reden raus in das Café am Eingang des Kongresszentrums in La Fayette.
  • Ob Mikrofone erlaubt sind und also Interviews mit den hohen Herrschaften, weiß ich jetzt nicht genau. Als jemand, der auch fürs Radio arbeitet und gern Interviews im Blog veröffentlicht, wäre das sehr hilfreich. Oder anders: Es ist völlig normal, dass ich meine Gespräche und Interviews in Rundfunkqualität aufnehme. Das kann mir eigentlich niemand verbieten. Wir werden sehen.
  • Achso: Ab morgen, dem zweiten Kongresstag und dem vierten Tagungstag in Kopenhagen, soll es für alle Journalisten einen Zeitplan mit den Themen und Reden und Referenten geben.
  • Achso: Ab morgen, dem zweiten Kongresstag und dem vierten Tagungstag in Kopenhagen, soll es für alle Journalisten einen Zeitplan des zweiten Teils der IOC-Session (7.-9. Oktober) geben, die ja unter anderem über die Wiederwahl von Rogge und die Aufnahme von Rugby und Golf ins Olympische Programm befindet. Ein detaillierter Zeitplan? „Ja, das können wir tun“, sagt Adams. „Warum eigentlich nicht?“
  • Ein Journalist, der zehn Jahre in China gelebt hat, berichtet über den Volkskongress, der mehr Bewegungmöglichkeiten, wenngleich keine Diskussionsmöglichkeiten (hier auch nicht) für Journalisten biete – und mehr Informationen. Wenn die Chinesen das schon können, sei das wohl auch dem IOC zuzutrauen. Gelächter. Offensichtlich ist es anders. China und das IOC und die Internetfrage – hier entlang.
  • Lars Werge aus Dänemark fragt nach der öffentlichen Debatte bei diesem Kongress, der ja ein besonderer sein sollte, es war so eine Debatte versprochen worden im Februar 2006, als der Kongress an Kopenhagen vergeben wurde. Adams berichtet von 1300 Vorschlägen im „virtuell Kongress“ (ich habe übrigens vor Ewigkeiten versucht, mich dort einzuloggen und Vorschläge zur Korruptionsbekämpfung zu machen. Ich habe es nicht geschafft – oder das System hat mich nicht gewollt) und rund 20.000 Zugriffen bei Youtube. Lars Werge ätzt: „Oh, soviel seit dreieinhalb Jahren, das ist beeindruckend.“ Finde ich auch :)

Mal sehen, ob sich die IOC Pressekommission mit dem Thema befasst. Ich habe da wenig Hoffnung, die von Kevan Gosper geleitete  Pressekommission oder die Olympic Journalists Association stehen doch eher für etwas anderes. Adams sagt: Nachdem, was heute abging, wird das diskutiert werden.

Schlusswort Mark Adams heute Abend:

„Thanks, this was the most enjoyable press briefing.“

Gern geschehen.

Was übrigens wieder typisch war: Die meisten derjenigen, die eine der komischen grünen Armbinden erhalten haben, kümmerten sich nicht mehr um das Meeting mit Adams. Sie waren ja bedient worden. So sind sie, die Journalisten.

4. Oktober, 8.50 Uhr: Die ersten Kollegen berichten, heute dürften sich Journalisten frei bewegen – ob mit oder ohne giftgrünes Armband. Na bitte, geht doch.

Horst #1

Passt sicher auch unter einen der anderen IOC-Artikel:
intransit.blogs.nytimes:
Chicago’s Loss: Is Passport Control to Blame?
Did Chicago lose the chance to host the 2016 Olympics because of airport security issues?

Among the toughest questions posed to the Chicago bid team this week in Copenhagen was one that raised the issue of what kind of welcome foreigners would get from airport officials when they arrived in this country to attend the Games. Syed Shahid Ali, an I.O.C. member from Pakistan, in the question-and-answer session following Chicago’s official presentation, pointed out that entering the United States can be “a rather harrowing experience.? …

Scheint mir ein plausibler Grund.

Grün #2

War das dann auch der Ausschlussgrund für Tokyo? Bei der Einreise nach Japan werden, zusätzlich zur Passkontrolle, von jedem Ausländer die Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht.

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