Die Blutkontrollen von Claudia Pechstein

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Hier die von der ISU zwischen Februar 2000 und Februar 2009 gesammelten Blutwerte von Claudia Pechstein (in den ISU-Materialien wird die Übersicht „Exhibit 2“ genannt). Die Retikulozytenwerte stimmen nicht immer mit jenen überein, die im Beschluss der ISU-Disziplinarkommission und der dazugehörigen Pressemitteilung genannt werden. Über die Differenzen wurde monatelang verhandelt – die Argumente beider Seiten sind nachzulesen in den Punkten 26-29 des Beschlusses.

Claudia Pechsteins Management hat mir die Excel-Datei der ISU auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

Insgesamt ergibt sich folgendes Bild (der zulässige Grenzwert ist 2,4 %):

Ich bin kein Grafiker, das lässt sich bestimmt besser machen. Schon hat mir jemand eine andere Variante geschickt, Danke:

Hier noch einmal diese Grafik, versehen mit Angaben (Prozentzahl, Ort, Datum) zu den 14 erhöhten Werten. OOC heißt „Out of Competition“, also im Optimalfall: unangekündigte, überraschende Trainingskontrolle.

Nachfolgend sämtliche Reti-Werte aller 95 von der ISU gesammelten Test in einer tabellarischen Übersicht. Die Kontrollen, die den Grenzwert ergaben, habe ich zusätzlich gefettet:

# Datum Ort % Reti
1 04.02.2000 Milwaukee, Wis, USA 2,30
2 05.02.2000 Milwaukee, Wis, USA 1,70
3 06.02.2000 Milwaukee, Wis, USA 1,75
4 03.03.2000 Nagano, Japan 2,17
5 04.03.2000 Nagano, Japan 2,20
6 06.03.2000 Nagano, Japan 2,20
7 01.02.2001 Heerenveen, Netherlands 1,50
8 02.02.2001 Heerenveen, Netherlands 1,60
9 08.03.2001 Salt Lake City, Utah, USA 1,60
10 09.11.2001 Berlin, Germany 2,40
11 10.11.2001 Berlin, Germany 2,45
12 22.11.2001 Salt Lake City, Utah, USA 2,30
13 06.02.2002 Salt Lake City, Utah, USA 2,10
14 10.02.2002 Salt Lake City, Utah, USA 2,00
15 19.02.2002 Salt Lake City, Utah, USA 2,00
16 22.02.2002 Salt Lake City, Utah, USA 2,10
17 07.03.2002 Inzell, Germany 1,90
18 09.03.2002 Inzell, Germany 2,00
19 10.03.2002 Inzell, Germany 2,05
20 08.11.2002 Hamar, Norway 1,60
21 09.11.2002 Hamar, Norway 1,55
22 10.11.2002 Hamar, Norway 1,60
23 22.11.2002 Heerenveen, Netherlands 1,50
24 23.11.2002 Heerenveen, Netherlands 1,65
25 02.01.2003 Heerenveen, Netherlands 1,65
26 05.01.2003 Heerenveen, Netherlands 1,30
27 02.02.2003 (OOC) 1,60
28 07.02.2003 Gothenburg, Sweden 1,80
29 08.02.2003 Gothenburg, Sweden 2,00
30 09.02.2003 Gothenburg, Sweden 2,10
31 06.03.2003 Heerenveen, Netherlands 1,30
32 07.03.2003 Heerenveen, Netherlands 1,85
33 12.03.2003 (OOC) 2,57
34 24.09.2003 (OOC) 2,10
35 05.11.2003 (OOC) 2,17
36 07.11.2003 Hamar, Norway 1,60
37 20.11.2003 Heerenveen, Netherlands 2,40
38 22.11.2003 Heerenveen, Netherlands 2,55
39 06.01.2004 (OOC) 1,57
40 06.02.2004 Hamar, Norway 1,00
41 09.02.2004 Hamar, Norway 1,15
42 26.02.2004 Heerenveen, Netherlands 2,25
43 29.02.2004 Heerenveen, Netherlands 2,25
44 09.09.2004 (OOC) 1,74
45 20.09.2004 (OOC) 1,93
46 13.10.2004 (OOC) 1,70
47 05.11.2004 (OOC) 2,27
48 12.11.2004 Hamar, Norway 1,12
49 26.11.2004 Heerenveen, Netherlands 2,69
50 06.01.2005 Heerenveen, Netherlands 1,45
51 09.01.2005 Heerenveen, Netherlands 1,88
52 02.03.2005 Inzell, Germany 1,90
53 06.07.2005 (OOC) 1,40
54 24.08.2005 (OOC) 2,53
55 18.11.2005 Salt Lake City, Utah, USA 1,97
56 26.11.2005 (OOC) 2,80
57 08.12.2005 Torino, Italy 2,35
58 13.01.2006 Hamar, Norway 1,70
59 15.01.2006 Hamar, Norway 1,77
60 11.02.2006 Torino, Italy 2,21
61 23.02.2006 Torino, Italy 1,89
62 04.03.2006 Heerenveen, Netherlands 1,03
63 17.03.2006 Calgary, Alberta, Canada 1,85
64 19.03.2006 Calgary, Alberta, Canada 2,25
65 09.11.2006 Heerenveen, Netherlands 1,09
66 14.12.2006 (OOC) 2,10
67 11.01.2007 Collalbo, Italy 2,01
68 02.02.2007 Torino, Italy 1,35
69 04.02.2007 Torino, Italy 1,27
70 01.03.2007 Calgary, Alberta, Canada 2,25
71 19.07.2007 (OOC) 1,33
72 20.10.2007 (OOC) 1,90
73 15.11.2007 Calgary, Alberta, Canada 2,95
74 17.11.2007 Calgary, Alberta, Canada 3,75
75 24.11.2007 (OOC) 2,20
76 06.12.2007 Heerenveen, Netherlands 1,27
77 07.12.2007 Heerenveen, Netherlands 1,33
78 24.01.2008 Hamar, Norway 2,84
79 08.02.2008 Berlin, Germany 2,33
80 21.02.2008 Heerenveen, Netherlands 2,05
81 23.02.2008 Heerenveen, Netherlands 1,64
82 05.03.2008 Nagano, Japan 2,72
83 17.09.2008 (OOC) 2,07
84 21.10.2008 (OOC) 2,43
85 13.11.2008 Heerenveen, Netherlands 2,11
86 18.12.2008 (OOC) 2,23
87 08.01.2009 Heerenveen, Netherlands 1,74
88 10.01.2009 Heerenveen, Netherlands 2,20
89 11.01.2009 Heerenveen, Netherlands 1,96
90 30.01.2009 Erfurt, Germany 2,40
91 31.01.2009 Erfurt, Germany 2,20
92 06.02.2009 Hamar, Norway 3,49
93 07.02.2009 Hamar, Norway 3,54
94 07.02.2009 Hamar, Norway 3,38
95 18.02.2009 (OOC) 1,37

Für alle Analytiker und solche, die es werden wollen, zum Abschluss auch die komplette Übersicht der ISU mit sämtlichen anderen Werten:

andreas #1

kann man eigentlich – mal abgesehen von den OOC-tests – das Resultat des Wettkampfs und die Laufzeiten mit in die Tabelle einbinden?

ha #2

Pechstein interpretiert ihre Werte doch recht zuverlässig, jedenfalls was die Aussichten der medizinischen Forschung bei der Suche nach ihrer Krankheit betrifft. Sie ist auch einen Schritt weiter gekommen. Es handelt sich nicht einfach um eine Blutanomalie. Sondern vielleicht sogar um eine Mutation der Blutanomalie:

Angeblich kann es zehntausende von Mutationen der Blutanomalien geben. Das würde bedeuten, nach der berühmten Nadel im Heuhaufen zu suchen. Von daher gibt es auch einige Experten, die es für möglich halten, dass das Rätsel nie gelöst wird.

http://www.claudia-pechstein.de/do3.htm

Mir reicht diese Auskunft vollkommen.

Horst #3

@andreas: Gib mir einen Link kit allen Zeiten (oder such sie mir zusammen) und ich mal dir neue Diagramme.
(Email wäre Horst.Bastian@gmail.com)

Horst #4

Hab mal mit den Zahlen ein wenig gespielt. Was gibt der Wert „OFF“ an? Der hat mit dem „Abs Retic“-Wert eine sehr starke negative Korrelation.
Ohne Fachkenntnis, was hinter den einzelnen Werten steckt möchte ich da aber nichts reininterpretieren.

JW #5

Horst: ich weiß es auch nicht, habe gestern vergeblich versucht, Leute zu erreichen, die es mir erklären können. Und fand dann: das geht zu weit. Ich meine, da haben sich im Laufe des vier Monate währenden Verfahrens schon fünf Experten mit auseinander gesetzt. Täglich hören wir neue Meinungen. Ich will nicht anfangen, neben den Reti-Werten noch Hämoglobin und andere Werte zu diskutieren, ohne eine fundierte Ausbildung auf diesem Gebiet zu haben. Ich kann nur Abläufe in Dopingverfahren diskutieren und deren sportpolitische Hintergründe – das traue ich mir schon zu, auch im Fall Pechstein.

David #6

Der OFF muss stark negativ mit dem Reti-Wert korrelieren, den er berechnet sich durch

OFF = Hb [g/l] – 60*sqrt(Ret) [%]

Siehe z.B.

http://www.dshs-koeln.de/biochemie/rubriken/07_info/UCI_Studie.pdf

S. 256

Google mal nach „stimulation index“, da findet man mehr als genug. Obige HbgTotal-Werte muss man natuerlich mal 10 nehmen da in g/dl angegeben.

andreas #7

@Horst: Hier sind einige Zeiten aufgelistet. Ich weiß nicht, ob es die vollständigen sind, aber die Liste ist in meinen Augen ziemlich umfangreich:

http://www.desg.de/?page_id=814&anzeige=skater&skater=797

Ralf #8

ksta: Ein Fall für die Analytiker

„Aus Wien haben wir Hinweise darauf, dass im Ausdauersport mit Blutexpandern gearbeitet wird. Der Expander Albumin, mit dem die Hämoglobin- und Hämatokrit-Werte manipuliert werden können, ist bisher nicht nachweisbar.“ […] Wenn ein Mensch Epo nimmt, eine Substanz, die die Produktion der roten Blutkörperchen anregt, steigt zunächst der Retikulozyten-Wert, und danach normalerweise auch Hämoglobin- und Hämatokrit-Wert. Während sich die beiden letzteren durch Expander verändern lassen, ist ersterer kaum manipulierbar

Horst #9

@David: Ah, danke.
@Andreas: Uh, von Hand abtippen, wenn das meine Chefin mitbekommt. ><

Thomas #10
Thomas #11

[Jens, was blockt mich hier immer? Mal ne andere Mailardesse probieren…]

@Horst: da sind die Rohdaten, die für die Flash-Diagramme verwendet werden. Nix mit abtippen, sollten sich recht bequem nutzen lassen :-)

http://www.desg.de/packages/open-flash-chart/chart-data.php?chart=500-797 Rohdaten 500m

http://www.desg.de/packages/open-flash-chart/chart-data.php?chart=1000-797 Rohdaten 1000m

http://www.desg.de/packages/open-flash-chart/chart-data.php?chart=1500-797 Rohdaten 1500m

http://www.desg.de/packages/open-flash-chart/chart-data.php?chart=3000-797 Rohdaten 3000m

http://www.desg.de/packages/open-flash-chart/chart-data.php?chart=5000-797 Rohdaten 500m

http://www.desg.de/packages/open-flash-chart/chart-data.php?chart=2400-797 Rohdaten „Team“

Jens Weinreich #12

@ Thomas: Bei mehr als zwei Links landest Du automatisch im Spam-Ordner. Da habe ich Dich rausgefischt.

Thomas #13

Nö, der obere Kommentar mit dem einen Link war auch versunken.
Aber halt so wild, konnte ich die Zeit wenigstens kreativ nutzen und hab den Kram gleich als CVS gen Horst gemailt…

Stephan Kling #14

Hallo Jens,

gilt nicht in Deutschland die Unschuldsvermutung? Oder lebst du in einem anderen Deutschland?
Aber, egal was ist, eins hat Claudia: BISS!!!!

http://www.claudia-pechstein.de/do4.htm

Gruss
Stephan

TobiasL #15

@Stephan Kling
Ich bin zwar nicht Jens, aber lebe auch in Deutschland. Frau Pechstein ist nicht schuldig oder unschuldig, sondern von dem internationalen Verband ihrer Sportart, gesperrt.
Bis auf weiteres sollte dies‘ Grundlage der Diskussion sein.

Stephan Kling #16

@TobiasL
wollte nur darauf hinweisen, immer hübsch fair zu bleiben.

Walter #17

«Wenn es nur nach erhöhten Blutwerten ginge, wäre ich meine gesamte Karriere über gedopt gewesen», erklärte Ottke dem «Berliner Kurier». «Ich hatte fast immer bei Kontrollen erhöhte Hämoglobin- und Hämatokritwerte», erläuterte der Berliner Ex-Champion. Beide Werte betreffen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Pechstein war vom Eislauf-Weltverband ISU wegen auffälliger Erythrozyten-Blutwerte für zwei Jahre gesperrt worden.

http://www.fnp.de/fnp/sport/ueberregional/rmn01.c.6209399.de.htm

Christoph #18

Äußerst schade, dass sich Claudia Pechstein einen „Informationsstopp“ auferlegt hat. Dann wird sie diesen Beitrag von Thomas Kistner wohl nicht mit (leider, leider nicht nachprüfbaren) Argumenten auf Ihrer Homepage entkräften:

http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&amp;

Beitrag von 22.55 Uhr. Den direkten Link finde ich gerade nicht …

Ralf #19

Hier die entsprechende mp3-Datei:

Dopingfall Pechstein irritiert Wissenschaftler
Sendezeit: 09.07.2009 22:55
Autor: Kistner, Thomas
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Sport
Länge: 03:07 Minuten

Thomas #20

Ich bin weder Eislauf- noch Pechstein-Fan oder -Hasser noch Blut- oder Dopingexperte. Aber ein Satz im ZDF-Sportstudio-Interview mit Frau Pechstein hat mich aufhorchen lassen. Sie sagte wörtlich: „(es geht um) Retikolozyten, um diesen Wert, wusste ich gar nicht, dass ich darauf kontrolliert werde und dass der Wert überhaupt eine Rolle spielt“.

http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/boulevard_gesellschaft/pechstein108.html

Diese Sätze sollte man sich mal genau durchlesen – verräterisch?!

Jens Weinreich #21

Thomas, ich fand das auch sehr interessant. Andere Werte kannte man. Also zum Beispiel auch Werte, die sich beeinflussen lassen.

Ralf #22

Noch entlarvender finde ich, daß sie so tut, als hätte sie den Begriff „Retikulozyten“ nie zuvor gehört, obwohl das Verfahren bereits seit Monaten läuft. Diese Feststellung bezieht sich jedoch eher auf das BR-Interview…

Christoph #23

Wenn man sich die Blutwerte anschaut, die Patrik Sinkewitz und Ivan Basso veröffentlichen, dann fällt auf: Der Retikulozyten-Wert wird ebenfalls angegeben (und ist jeweils ausgesprochen niedrig, verglichen mit Pechstein).

Der Wert ist ja offenbar auch wichtig, um den Stimulations-Index zu errechnen, der wiederum ein Indiz für Doping sein kann.

Das sagt natürlich noch nichts darüber aus, welche Werte die ISU tatsächlich an die Athleten weitergibt.

@ Ralf: Ich meine, im ZDF kam ihr der Begriff noch stockend über die Lippen – weil Sie ihn ja erst seit Februar kennt. In den Folge-Interviews, auch beim BR, kann Sie ihn dann schon äußerst flüssig aussprechen – und kokettiert anderswo zum Teil sogar damit.

Hat eigentlich jemand eine Erklärung dafür, warum es ausgerechnet beim Weltcup in Moskau keine Wettkampfkontrolle gibt? Oder habe ich die übersehen?

nocheinjurist #24

@ Thomas: Klar, es klingt verraeterisch. Bleibt die Frage: Welche Antwort wuerden Sie Claudia P. derzeit abnehmen. Wenn Sie sagt, sie habe (vor Verfahrensbeginn) noch nie etwas von diesem Parameter gehoert, wuerden sie ihr glauben? Wenn sie argumentationssicherer waere, koennte das auch verraeterisch sein — Warum sollte sich ein Sportler, der sich angeblich nur ueber Doping unterhaelt, bei Blutparametern auskennen. Es ist im Moment schwer, ihr etwas zu glauben, denn (ausserdem) geht es fuer sie jetzt um alles. Und da sind alle Menschen zu aussergewoehnlichen Dingen faehig.

Walter #25

Wenn ich es will, klingt es immer verräterisch.;-)

Die ISU macht nur Wettkampfkontrollen?Prof. Franke sagt,wer sich da erwischen läßt kommt aus Hinternepal.Hat er aber falsch gelegen,siehe Nachkontrollen OS.

Claudia müßte EPO genommen haben.Wer macht das kurz vor dem Wettkampf,wo doch jeder weiß,es gibt seit einem Jahr,dank der AFLD einen Test,der funktioniert?Thomas Dekker wurde jetzt erst durch Nachtest einer Probe aus dem Jahr 2007 überführt.
Stefan Schumacher wurde CERA gleich zweimal nachgewiesen,TdF und OS.Auch die B-Probe war positiv.Interessiert keine Sau mehr,weil er nicht bekannt genug ist.

Wenn Journalisten keine Ahnung davon haben,sollten sie über was anderes berichten als Urteile auszusprechen.

Ich selbst glaube keinem Verband ,der höhere Grenzwerte hat als der Radsport.In der Leichtathletik spielen Grenzwerte überhaupt keine Rolle,zur letzten WM in Osaka war der Spitzenreiter mit über 60 Hämatokrit unterwegs,das hat selbst Riis nie gehabt.

Claudia hat doch angeboten alle ihre Proben nachzutesten.Warum muss es ein Indiz sein?Möchte die ISU mit dem ersten Urteil glänzen.

ha #26

walter,
es gibt genug epo-ähnliche substanzen (wie viele weiß kein mensch) und womöglich auch schon gendoping-varianten (aber das weiß auch keiner so genau) mit demselben effekt, die direkt nicht nachweisbar sind, nur über indizien.

Walter #27

ha ,
da ihre Retiwerte seit 2000 regelmäßig außerhalb waren,hat sie wohl schon immer Zugang zu Hitec Medikamenten?
Mich würde aber interessieren,ob es jetzt neue EPOvarianten gibt,die nicht getestet werden,dann würde uns ja auch das IOC mit ihren Nachtests nur beruhugen?

JW #28

@ Walter:

Wenn Journalisten keine Ahnung davon haben,sollten sie über was anderes berichten als Urteile auszusprechen.

Dann lassen Sie uns doch bitte an Ihrem Herrschaftswissen teilhaben.

Ich selbst glaube keinem Verband ,der höhere Grenzwerte hat als der Radsport.

Da bin ich fast Ihrer Meinung. Ich glaube grundsätzlich keinem Verband. Ich stelle im Fall Pechstein nur fest, dass die ISU einen Beschluss nach viermonatiger Beratung und fünfmonatiger Falldauer vorlegt. Etwas anderes liegt nicht auf dem Tisch. Die Blutwerte, die ich veröffentlicht habe, stammen ja ebenfalls von der ISU. Claudia Pechstein bzw. ihr Manager/ihr Anwalt haben die Daten weiter geleitet. Sie haben aber bislang, nach meiner Kenntnis, keine weitere Dokumentation veröffentlicht. Nichts, was sie selbst erstellt hätten und über die Daten/Angaben der ISU hinausgeht. Korrigieren Sie mich bitte, wenn nötig.

Claudia hat doch angeboten alle ihre Proben nachzutesten.Warum muss es ein Indiz sein?Möchte die ISU mit dem ersten Urteil glänzen.

Siehe meine ersten beiden Antworten: Wissen Sie mehr? Gibt es mehr außer „Angeboten“ von „Claudia“? Ich lasse mich gern aufklären. Sehe aber seit einer Woche (resp. seit Anfang Februar, wie wir seit einer Woche wissen) nichts anderes.

nocheinjurist #29

@JW: Die fuenfmonatige Falldauer hatmich auch ueberrascht. Vor allem, dass es so lange still blieb. Seit wann machte der Name Pechstein eigentlich die Runde unter den Journalisten?

Jens Weinreich #30

Das ist eine sehr schöne Frage. Nur, mein lieber nocheinjurist, damit locken Sie mich nicht aufs Glatteis :)

Ich weiß nicht, ob der Fall „unter den Journalisten die Runde“ machte. Wir reden über Eisschnelllaufen, da befassen sich in Deutschland regelmäßig – also inklusive Berichterstattung bei den in diesem Winter relevanten Höhepunkten – vielleicht ein Dutzend Journalisten damit. Wir könnten versuchen, sie gemeinsam aufzuzählen: dpa, SID, Fernsehen. Meine Erfahrung aus derartigen Sportarten ist: Je monopolisierter die Berichterstattung, desto intransparenter, desto verschlossener ist die Branche. Diese Beobachtung deckt sich mit Untersuchungen, die Weischenberg, Digel und andere schon 1983 im damaligen Standardwerk „Sport und Berichterstattung“ (rororo-Reihe) gemacht haben.

Der Fall muss ja unter Journalisten die Runde gemacht haben, sonst hätte Ria Visser darüber nicht plaudern können. Ich denke, sie hat u.a. deshalb nicht mehr gesagt, weil ESL, wie wir wissen, in Holland ein Big Business ist. Und: Lief Pechstein nicht auch mal für eines der holländischen Profiteams? (Das ist übrigens eine Frage, keine Feststellung.)

Hat also einer der deutschen Dauerberichterstatter im ESL etwas von dem Fall gehört, aber nicht recherchiert und nichts veröfentlicht? Ich weiß es nicht. Es interessiert mich auch.

nocheinjurist #31

Naja, einen Versuch war es ja wert ;-). Die Investigativen recherchieren ja mal laenger, und dann kommt ihnen so ein Beschluss zuvor. Beispielsweise. Und manche Geschichten manchen ja die Runde, stehen dann aber nie in einer Zeitung (Sie wissen, der Bundes…..). Mich hat die dpa-Meldung einen Tag vorher stutzig gemacht. Aber auch das grosse WELT-Interview mit drei Redakteuren relativ frueh danach.

Und hier zaehlt doch der Name, nicht die Sportart. Da muessten sich doch alle mal in den letzten Monaten gefragt haben, wo sie eigentlich ist, „unsere Claudia“.

ha #32

walter,
die antworten, die du zu neuen epo-varainten möchtest, kann man ergoogeln, ganz bestimmt. über epo-mimetika und ihre nachweisbarkeit findet man widersprüchliche angaben. Zu Gendoping-Varianten, Blutdoping mittels HIF-Stabilisatoren, steht u.a. hier etwas:

http://www.dshs-koeln.de/biochemie/rubriken/00_home/SARMs03.pdf

Und warum sollte Pechstein nicht seit längerem über etwas verfügen, das wir nicht kennen? Klingt nicht so viel unwahrscheinlicher als die Mutation der Mutation der unbekannten Blutkrankheit.

Jens Weinreich #33

Das versuchte ich ja gerade zu sagen: Es ist kaum jemand ständig am Thema dran. Und: Es ist ESL, nicht mehr.

Die dpa-Meldung harrt noch der Aufklärung, da haben Sie völlig recht.

Zum Welt-Interview: Das war doch teil der Imagekampgane, so viele große Interviews wie nie ein Sportler zuvor in kürzester Zeit zu geben. Finde ich ganz normal. Es wurden ja auch ziemlich gute Fragen gestellt, einige davon habe ich zitiert. Und: Auch Jörg Winterfeldt gehörte zu den Interviewern, und den kann die Gesperrte wegen seiner Berichterstattung nun überhaupt nicht leiden. Auch den nicht, muss ich sagen.

Ralf Kohler #34

Also ARD und ZDF könnten wir schon mal vergessen. „Poschi“, würde der seinen Eisschnellauf beschädigen?

Und erst das Erste? Der Sender bei dem Antwerpes und Co. so schnell kalte Füße kriegen, dass sie die eigenen Kollegen kalt duschen …

Ria Visser, wie ich schon gesagt hatte, ist weniger eine Journalistin, als eine ehemalige Läuferin. Wenn sie etwas gehört hat, muss das nicht heißen, dass das unter Journalisten die Runde machte. Ihre Aussage war ja offenbar auch sehr allgemein: Oder hätte man wegen Pechsteins Fehlen darauf kommen müssen, dass sie unter Verdacht steht?

TobiasL #35

Nun mal eine Frage an die Fachleute der Statistik.
Der Arzt meines Vertrauens, ein Prof. an der Charite, erklärte mir das Verhalten der Retikulozyten. Die Burschen müssen immer erstmal in den Keller gebracht werden um dann einen steigernden Einfluss auf die tatsächlich wichtigen roten Blutkörperchen zu entwickeln. Er nannte es „provozieren“ um zu handeln.
Ist das irgendwie mit den Werten und den tatsächlichen Leistungen nachvollziehbar?
Also Retikulozyten niedrig und Leistung hoch?
Vielleicht eine blöde Frage…

Andreas #36

@TobiasL: Wäre das nicht etwas gegen die Logik, dass es einen Maximalwert gibt?

Um wirkliche statistische Aussagen zu machen sind die Ergebnisse zu wenig. Von der Anzahl her und auch nur allein genommen helfen sie noch nicht.

Beispielsweise tauchen Werte auf, wie die 5.000 Meter in 6:56 bei einem Wert von 2,84 im Januar 2008 in Hamar, aber auch eine 7:09 bei der gleichen Strecke bei einem Wert von 2,23 und eine 7:02 bei 1,74. Die 3.000 Meter schlagen noch weiter aus: 4.00 Min (Wert von 3,75) in Calgary; 3:57 (Wert von 1,85) eben da, sowie 4:12 (2,33) in Berlin.

Was man in meinen Augen mit hineinnehmen müsste: Was für ein Wettbewerb fand statt (Welcup Anfang/Finale) oder Welt/Europameisterschaften im Einzel oder Team. Was für eine Umgebung hat geherrscht (Höhenmeter, wie lange war sie schon da), unterscheiden sich nicht auch die Eisbedingungen von Stadion zu Stadion? Wieviel Extraprogram hat sie gemacht (nur eine Strecke, mehrkampf), etc.

Was ich beispielsweise erhofft hätte, wären gleichmäßige Werte bei den gleichen Wettkampfstätten. Aber auch hier wieder: Es ist kaum möglich, da nur Heerenveen und Hamar häufig auftauchen. Interessant dennoch: An beiden Orten hatte sie nicht immer ähnliche Werte. Aber das gehört aus meiner unprofessionellen Sicht ins Reich der Spekulation.

Auch hatte ich flugs die Vermutung, dass es ausschließlich mit den Höhenmetern zu tun hätte. Schließlich trainieren viele Sportler in der Höhe und eventuell hätte es Einfluss. Aber auch hier gibt es alle Werte. Berlin hat vergleichsmäßig hohe bei einer Höhenlage von 80m (siehe pdf), Calgary beinahe alle durch die Reihe weg.

Interessant auch – aber wieder: Nur reine zahlenanguckerei: Wenn Daten eng aufeinander fallen und der erste Wert erhöht ist, ist der darauffolgende meist signifikant niedriger Sprünge, von Tag zu Tag, von 0,3 oder 0,4 sind keine Seltenheit. Sind die Werte nicht erhöht tut sich in meinen Augen seltener etwas nach unten, eher ein klein wenig oder etwas mehr nach oben.

Wie gesagt, ich an meiner Stelle möchte auf Grund der Zahlen an sich nicht werten. Für mich persönlich ist aber Die Partei Pechstein in der Bringschuld zu erklären, wie es zu solchen Werten so hoch über der Grenze kommen kann.

Andreas #37

ach ja, eines noch: Was mir aufgefallen ist: Anfang 2009 schien sie schon im Fokus zu stehen. dort fanden – für einen januar – ungewöhnlich viele Kontrollen statt. Außerdem interessant, der große Sprung nach unten nach den Wettkämpfen in Hamar.

nocheinjurist #38

@JW: Drei Redakteure fragen — das erblickt mein Laienblick bei Kanzler-Interviews, wichtigen Wirtschaftsmenschen usf. Also bei Sachen, wo die Termine meist laenger vorher feststehen. Ist, glaube ich, auch ne Frage der Personalplanung. Und so habe ich da gestaunt, dass Welt/Morgenpost da soviel „Spiel“ hatte. Und ich hatte gehofft, nach einer Woche haette sich schon was bis zu Ihnen rumgesprochen.

Ist mein Eindruck so falsch, dass bei nationalen Ikonen niemand zuerst loslegen will? Ob beim Bundes….., oder bei Franz Beckenbauer, dessen letzter Sohn im Mannheimer Morgen zuerst angedeutet wurde, ehe auch die zahlreiche Muenchner Sport- und Peoplepresse davon erfuhr *totlach* — da scheint schon ne Hemmschwelle. Und es kann ja, siehe Schweinsteiger, auch nach hinten losgehen…

Jens Weinreich #39

@ nocheinjurist: Warum drei Redakteure zum Interview? Kein Witz: Bitte bei Welt/WamS nachfragen. Warum eigentlich nicht. Der Ressortleiter und sein Stellvertreter haben das Interview ja mit geführt. Für mich macht es Sinn, dass Jörg Winterfeldt als Experte auch mit dabei war.

@ Ralf Kohler: Zu Visser – Journalistin oder nicht? Hast eigentlich recht. Dennoch würde ich sagen, wir treffen uns in der Mitte. Sie ist seit vielen Jahren Expertin/Moderatorin, so weit ich weiß auch Mitglied des holländischen Sportjournalistenverbandes. Aber hier bewege ich mich auf wirklich dünnem Eis, denn Jean-Marie Weber ist ja auch Mitglied der Olympic Journalists Association, ohne Journalist zu sein. Ich bleibe dennoch dabei: Unter jenen, die so nah dran sind wie Visser, sollten noch einige davon gewispert hören haben.

@ Andreas: Das mag ich ja auch an solchen Listen. Man kann einiges draus lesen. Der Abfall, den Du beschreibst, scheint mir sinnig zu sein, wenn …

Und Du sagst völlig zurecht: CP hätte das mal erklären sollen, wäre etwas Handfestes gewesen. Aber sie will ja eher nicht hart an den Daten bleiben.

Gipsel #40

Also, Blutdoping im Sinne von (Eigen-)bluttransfusionen kann es schon mal nicht sein. Um für genau das einen Hinweis zu haben, gibt es ja den OFF-Wert, der Grenzwert liegt wohl bei 123 für Frauen. Pechstein hatte aber immer normale bis sehr niedrige Werte (korrelliert ja mit hohen Reti-Werten), was Eigenblutdoping praktisch ausschließt.
Bleibt also EPO (bzw. Mimetika). Das Problem daran ist, daß es auch da (nach dem Absetzen, was bei den heute deutlich effektiveren Tests wohl vor Wettkämpfen notwendig ist) zum Ansteigen des OFF-Index kommt, also zu einem Absacken der Retis (auf Werte unter 0,5%) bei gleichzeitig hohem Hämatokrit/Hämoglobin. Weder das eine noch das andere wurden in den Tests gefunden. Sondern nur unregelmäßig abnorm erhöhte Retis von einem sowieso schon eher überdurchschnittlichem Level.

Also wenn Pechstein nicht seit dem Jahr 2000 immer gleich und dazu immer und ohne Unterlaß dopt (sprich, nie auch nur ein paar Tage Pause, da würden die Retis nämlich richtig tief gehen) und dazu noch ein unbekanntes EPO-Mimetikum mitsamt Plasma-Expandern benutzt (ziemlich unwahrscheinlich, wenn man sich anschaut, wie sich z.B. im Radsport die Methoden und damit die Blutprofile über die Jahre geändert haben), dann spricht aus medizinischer Sicht wohl Einiges für eine leichte Form irgendeiner hämolytischen Anämie. Bei schweren Ausprägungen davon (da würde man aber keine schnellen Runden mehr drehen und hätte ernsthafte Gesundheitsprobleme) können die Reti-Werte auch schon mal an die 10% kommen. Insofern ist das Gerede von „Rekordwerten“ bei 3,x% ehrlich gesagt Blödsinn.

Herbert #41

Deutlich verkompliziert wird die ganze Sache dadurch, dass die niedrigen Hämoglobin- und Hämatokrit-Werte bei Claudia Pechstein vordergründig nicht zu einem EPO-Doping passen wollen. „Es ist schon auffällig, dass gerade zu dem Zeitpunkt des maximalen Retikulozytenwerts einer der niedrigsten Hb-Werte gemessen wurde“, so Sörgel.

Gänzlich inkompatibel mit einem Doping-Verdacht wäre das zwar nicht: Durch exzessives Trinken oder durch Aderlässe mit anschließender Infusion von Plasmaexpandern lassen sich Hb und Hk künstlich senken. Das aber ist aufwändig, zumal das entnommene Blut nach dem Test wieder reinfundiert werden müsste, um den Dopingeffekt nicht zu gefährden. Nach Auffassung von Sörgel sind die Hb-Werte bei Claudia Pechstein teilweise so niedrig, dass ein „Heruntertrinken“ des Hämoglobins praktisch ausscheidet. Mit anderen Worten: Die Sportlerin müsste schon sehr intensiv mit Spritzen und Ampullen hantiert haben, um in Sachen Hb so konsequent unauffällig zu bleiben.

http://www.aerztezeitung.de/suchen/default.aspx?query=Doping&sid=557141

Ralf Kohler #42

Jens Weinreich, ja treffen wir uns in der Mitte.

Ich wollte nur darauf hinaus, dass gerade Eisschnellauf eben doch ein Insider-Geschäft ist und einem ehemaligen Läufer evtl. mehr Quellen „zur Verfügung stehen“ als einem Journalisten.

Nicht falsch verstehen: Ich bin kein Freund dieses überbordenden Expertentums und der Meinung, dass sich der Journalist in so gut wie alles einarbeiten kann, und er auch viele Quellen auftun kann. Trotzdem: Bei Eisschnellauf und anderen Spezialthemen dürfte ein Insider gegenüber dem Durchschnitts-Journalisten (und davon gibt es eher zu viele) im Vorteil sein.

Tja, die Beißhemmung gibt es wohl. Braucht aber nicht am Journalisten zu liegen. Kann auch an der Ressort-Leitung, Chefredaktion, Verlagsleitung …

Weiß jetzt die Beispiele nicht mehr, aber ich hatte mich sogar schon gefragt, ob womöglich Bild München schn mal dem TZ Sport Tipps gegeben hatte (in „Personalien). Ist das Thema raus, mischen sowieso alle mit – unter Berufung auf die, die es an die Öffentlichkeit gebracht haben.

Ich bin ein Freund personalisierter auch boulevardesker Berichterstattung. Trotzdem: Man muss da ziemlich aufpassen. Nicht zuletzt deswegen, weil die Sachen kippen können und es zuweilen keinen verlässlichen, unabhängigen Dritten gibt, sondern Sichtweise gegen Sichtweise steht. Wie schwierig das ist, zeigt ja der Fall Pechstein. Auch wenn sich da zeigen lassen können sollte, was wahr ist … Zumindest aber nicht soooo einfach und nicht sooo klar …

David #43

Also, Blutdoping im Sinne von (Eigen-)bluttransfusionen kann es schon mal nicht sein. Um für genau das einen Hinweis zu haben, gibt es ja den OFF-Wert

Negativer OFF-Test als Ausschluss-Kriterium für Eigenblut-Doping? Da hätte ich gerne mal ein Zitat für. Der OFF ist ürsprünglich überhaupt nicht für Eigenblut entwickelt worden (Stichwort: rHuEPO, aber das weißt du ja sicherlich).

TobiasL #44

“Es ist schon auffällig, dass gerade zu dem Zeitpunkt des maximalen Retikulozytenwerts einer der niedrigsten Hb-Werte gemessen wurde?, so Sörgel.

Tja, da lag der von mir befragte Arzt nicht ganz daneben. Halt nur andersrum=niedrige Retkulozyten hohe HB-Werte.

Walter #47

Ralf,
lesen Kistner und Hahn auch ihre Quellen?

Pöttgen: Die 33 Blutabnahmen zeigen extreme Schwankungen bei den Retikoluzyten, das ist sicher auffällig. Außerdem sind die extrem hohen Werte in Phasen von Weltcups und vor der WM ungewöhnlich. Hohe Werte erwarten wir eigentlich in einer Stimulationsphase durch Epo, also deutlich vor einem großen Wettkampf, während bei den Wettkämpfen eher hohe Hämoglobinwerte gewollt sind.
Sörgel:…Der Fall Pechstein hingegen ist komplizierter. Zumal die drei Messwerte bei der Weltmeisterschaft im Februar in Hamar für die Retikulozyten, Hämoglobin und Hämatokrit einfach keine eindeutige Interpretation zulassen.

Warum wird Damsgaard so diffamiert? Er sagt doch nichts anderes als Pöttgen und Sörgel?

Herbert #48

Aber @ Walter, sie vereinfachen es halt für ihre Leser ein wenig. Zu viel Widerspruch schadet der eigenen Behauptung. Kann man doch machen ?

McP #49

Kistner und Hahn können es jedenfalls. Wobei sie in diesem Fall natürlich erst einmal überproportional viele Argumente haben, im Gegensatz zu anderen Geschichten, die sie bisher auf die Schiene gesetzt haben.

andreas #50

@Gipsel:

Bei schweren Ausprägungen davon (da würde man aber keine schnellen Runden mehr drehen und hätte ernsthafte Gesundheitsprobleme) können die Reti-Werte auch schon mal an die 10% kommen. Insofern ist das Gerede von “Rekordwerten? bei 3,x% ehrlich gesagt Blödsinn.

Ich stimme dir zu, aber überspitzt gesagt, sind auch drei Promille Alkohol im Blut möglich. Dennoch ist es durchaus berechtigterweise verboten, mit einem Drittel davon Auto zu fahren, oder? Natürlich spricht man bei einem Promille Blutalkohol nicht von Rekordwerten. Aber wenn eine berühmte Figur im Showbiz damit erwischt wird und es wird Publik, würde eine gewisse Zeitung mit vier Buchstaben auch nicht davor zurückschrecken von einem Skandal mit einem völlig besoffenem Promi zu berichten.

Was ich mehr und mehr interessanter finde ist, was diese Retikulozyten eigentlich für einen Hintergrund haben, und was sie normalerweise bedeuten. Sie sind die Vorstufe von roten Blutkörperchen, von denen in der Regel etwa 200 Milliarden (0,8%) jeden Tag neu enstehen. Je nach Quelle liegt der Normalwert dieser Vorstufenkörper wohl zwischen etwa 0,5% und 1,5%. Sicherlich können 10% möglich sein. Aber die Vorstellung, dass mein Körper von Zeit zu Zeit mehr als dreimal so viele Blutkörper herstellt wie „normal“, fände ich beängstigend. Vor allem aber: Müsste man so eine Anomalie nicht merken, müsste man dann nicht so richtig viele Probleme mit Bluthochdruck (beziehungsweise dem Gegenteil, bei plötzlichem Abfall auf Normalwerte) haben? Schon als nicht-sportler muss einem doch bewusst sein, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und wenn ich dann noch Hochleistungssportlerin bin und seit geraumer Zeit nicht mehr 20, müsste ich dann nicht wirklich auf meine Gesundheit achten und jede einzelne Kleinigkeit so schnell wie möglich untersuchen lassen? Ich bin kein Mediziner, von daher lasse ich mich gern eines besseren beraten, aber wie auch schon vorher hier geschrieben: In meinen Augen ist hier zu allererst Claudia Pechstein oder ihr Betreuerstab in der Bringschuld.

Auch interessant sind die möglichen Hintergründe, für einen erhöhten Wert. Es ist, wie Gipsel schrieb, durchaus legitim, wenn die Werte über dem zehnfachen des Normalen liegen (Ich frage mich nur, wie lange?). Wege es zu erreichen sind der beschriebene Weg der Blutungen, aber auch die Höhenlage zu verbessern. Nimmt man Hamar als Beispiel, scheidet dieses in meinen Augen allerdings aus. Außerdem sieht man an den Testwerten bis 2006, dass die Werte durchaus im normalen Bereich liegen können. Wenn auch erhöht. Wobei das durch den Leistungssport in meinen Augen begründbar ist, da sich die roten Blutkörperchen schneller „verbrauchen“ und so mehr nachgeliefert werden muss.

Eine Frage an die Experten: Kann ich eigentlich – rein theoretisch – einen Teil meines Blutes abnehmen lassen und dieses, nicht aufbereitet sondern auf eine Art konserviert, wieder einführen lassen? Ist das einerseits möglich und würde mir das im Sport helfen? Und kann man das nachweisen?

Noch ein Gedanke zum Schluss, weil hier aufkam, dass Pechstein die ganze Zeit über die gleiche Methode genutzt haben müsse. Daran glaube ich eher weniger. Was ich mir auch vorstellen kann ist, dass man durchaus seine Aufbaustrategie ändern kann, wenn man ahnt, dass die aktuelle nachweisbar ist. In anderen Artikeln von Jens haben wir ja mehrfach erfahren, dass es viele Forscher auf diesem Gebiet gegeben hat und immer noch gibt. Ich könnte mir vorstellen, dass es möglich ist, die früheren Ausreißer nach oben, durch damals noch – aber inzwischen nicht mehr – legale Wege erklärbar zu machen.

Walter #51

JW,
ich habe kein Herrschaftswissen,ich bin nur in der Lage Buchstaben zu vergleichen und 1+1,oder wie Kohl sagte, 1+2 zusammenzuzählen(nicht mal das wurde richtig wiedergegeben).

McP,
warum können sie das? Selbst Sörgel ist nach Kenntnisnahme der Blutwerte von Claudia zurückgerudert,nachdem er sie im Sportstudio als verurteilt ansah, und Pöttgen kann sich das nicht erklären.Bleiben nur die sg.Experten der ISU,die haben aber in ihren Urteil diesen Widerspruch nicht erklärt.

Warum erklären Kistner und Hahn Damsgaard kurzum zum Hofkontrolleur von Armstrong?
Weil sie ihre ausgeschüttete Häme über Claudia noch eine Woche begründen müssen,bis dann,Helmut Digel kennt die Abläufe, alles wieder vergessen ist und alles wieder von vorne beginnen kann.

Von Damsgaard halte ich sehr viel,er sagt,ich bin den Dopern voraus,ich weiß,wer was genommen hat.
Das hören natürlich Laborexperten nicht gerne,weil sie immer mehr Geld für ihre Betriebe fordern und dann nicht mehr,wie Helmut Digel sagte,zu den beliebtesten Interviewpartnern zählen.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/542174

McP #52

Ich meinte, das machen die Verdachtsjournalisten wie Kistner, Hahn usw. immer so. Denen reicht aus, dass ein Sportler seine Unschuld nicht beweisen kann, um ihn quasi zu verurteilen; abgewogen wird da nicht, da werden dann eher die Gegenargumente ins Lächerliche gezogen. Wenn das Eis auf dem sie stehen zu brechen anfängt, wird die Geschichte einfach fallen gelassen, als ob nichts gewesen wäre. Aber trotzdem, hier haben wir zunächst einmal ein Urteil und daher haben die Dopingjournalisten mehr Argumente als in vielen anderen Fällen. Und es ist ja auch nicht so, dass sie immer Unrecht hätten. Der Stil ist halt nicht jedermanns Geschmacksache.

Walter #53

Hier versucht sich noch einer:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,635847,00.html

Im Fall Claudia Pechstein steht entweder die Glaubwürdigkeit des Anti-Doping-Kampfes auf dem Spiel – oder die berufliche Existenz von Deutschlands erfolgreichster Wintersportlerin. Die Läuferin selbst sagt, sie leide an einer Blutkrankheit. Das allerdings wäre eine medizinische Sensation.

In Australien gab es zum ersten Mal einen Test auf Doping mit Epo, die Sportler mussten Blut abgeben für die A-Probe und Urin für die B-Probe.

Da hat er wohl was verwechselt oder ich habe was verpasst.

Eine Begründung gibt es auch:

Alle drei(Ullrich,Krabbe,Pechstein) sind Kinder des DDR-Sportsystems, in dem der Staat seine Athleten nicht nur förderte, sondern auch mit Dopingmitteln versorgte.

Gipsel #54

@andreas

Aber die Vorstellung, dass mein Körper von Zeit zu Zeit mehr als dreimal so viele Blutkörper herstellt wie “normal?, fände ich beängstigend. Vor allem aber: Müsste man so eine Anomalie nicht merken, müsste man dann nicht so richtig viele Probleme mit Bluthochdruck (beziehungsweise dem Gegenteil, bei plötzlichem Abfall auf Normalwerte) haben? Schon als nicht-sportler muss einem doch bewusst sein, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und wenn ich dann noch Hochleistungssportlerin bin und seit geraumer Zeit nicht mehr 20, müsste ich dann nicht wirklich auf meine Gesundheit achten und jede einzelne Kleinigkeit so schnell wie möglich untersuchen lassen?

Genau von dieser Angst hat Pechstein sogar gesprochen. Sie hat sich ja beklagt, daß ihr die möglicherweise krankhaft erhöhten Werte (die der ISU immerhin schon einige Jahre bekannt waren) nicht mitgeteilt wurden. Bei den normalen Untersuchungen vom DESG wurden die Reti-Werte scheinbar nicht gemessen.
Und zum Rest, nun, der menschliche Körper ist recht anpassungsfähig. Falls wirklich (durch welchen Grund auch immer) die roten Blutkörperchen bei Pechstein eine verkürzte Lebensdauer besitzen, so gleicht der Körper das erstmal durch eine erhöhte Produktion aus, sprich, die Reti-Werte steigen. Solange das noch nicht zu stark ist, fällt der Hämatokrit/Hämoglobin-Wert auch nur wenig. Man fühlt sich vielleicht etwas schlapper und wird etwas schneller müde, aber ehrlich gesagt tut einem Leistungssportler immer irgend etwas weh, ansonsten trainiert er nicht hart genug. Insofern fällt das vielleicht ert mal gar nicht weiter auf.

Eine Frage an die Experten: Kann ich eigentlich – rein theoretisch – einen Teil meines Blutes abnehmen lassen und dieses, nicht aufbereitet sondern auf eine Art konserviert, wieder einführen lassen? Ist das einerseits möglich und würde mir das im Sport helfen? Und kann man das nachweisen?

Ja na klar geht das. Das ist gerade das Eigenblutdoping. Das kann man entweder mit Vollblutkonserven (also normalem Blut) machen, was sich aber nur maximal 6 Wochen hält. Wagemutige können auch die roten Blutkörperchen abzentrifugieren und dann einfrieren. Das hält sich sich länger. Hat man die notwendige Infrastruktur ist das ein sehr probates Mittel und war/ist nach Einführung von EPO-Tests wieder aufgekommen. Vor der EPO-Zeit war das auch schon eine gängige Methode.
Der Effekt beruht darauf, daß nach der Abnahme der Körper die Blutkörperchen nachbildet und man nach einer Reinfusion ein paar Wochen später einfach mehr davon hat. Üblicherweise wird lange vor der Saison mal Blut abgenommen und dann jeden Monat zwei neue Blutkonserven abgenommen und die alten reinfundiert (wegen der begrenzten Haltbarkeit). So hat man immer zwei (oder gar drei) Blutkonserven für den Saisonhöhepunkt (z.B. eine große Rundfahrt).

Ein indirekter Nachweis wäre zum einen das Antigerinnungsmittel, was den Blutkonserven zugesetzt wird. Am auffälligsten ist aber der starke Abfall der Retikulozyten-Werte nach der Reinfusion bei diesem Verfahren. Deswegen schrieb ich ja auch, daß man diese Art des Blutdopings (Fremdblutdoping übrigens auch) praktisch ausschließen kann, auch wenn David das nicht glauben will.

@David:
Schau Dir mal die Blutprofile von eigenblutdopenden Radprofis an! Dann weißt Du, das die OFF-Scores deutlich hochgehen, was aber auch kein Wunder bei dann üblichen Reti-Werten zwischen 0,2 und 0,4% ist ;)
Wie willst Du das denn vermeiden? Gleichzeitige EPO-Gabe? Dann kann man das mit dem Eigenblut aber auch gleich ganz sein lassen.

Ralf #55
Walter #56

@Gipsel,

Ist denn die 2jährige Sperre nur aufgrund der Reti-Werte ausgesprochen worden oder gab es noch andere Anhaltspunkte?

Sottas arbeitet schon lange am Blutscreening

Hier wurde es schon angekündigt

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/die_blutspur_des_radsports_1.536876.html

Ihre Erklärung zum Eigenblutdoping ist sehr interessant und stimmt mit den Aussagen von Jörg Jaksche überein.Da in den letzten Tagen in diversen Artikeln wieder die 4,5Liter Blut von Jan Ullrich auftauchten,fiel mir Fragen wieder ein,die mir noch niemand beantworten konnte.

-War es Blut?
-War es Plasma?
-Warum so viel? Er trainierte etwa 50000km im Jahr.
-Wieviel Jahre braucht man ,um 4,5Liter abzunehmen,ohne vom Rad zu fallen?

Walter #57

Doping und Medien-Meinungsmache statt objektiver Berichterstattung?

http://www.claudia-pechstein.de/do9.htm

Diese Aussagen stehen für sich. Könnte man meinen! Tun sie aber leider nicht. Denn die Zitate lauteten in vollem Umfang wie folgt:

1. Klaus Pöttgen: „Die 33 Blutabnahmen zeigen extreme Schwankungen bei den Retikulozyten, das ist sicher auffällig. Außerdem sind die extrem hohen Werte in Phasen von Weltcups und vor der WM ungewöhnlich. Hohe Werte erwarten wir eigentlich in einer Stimulationsphase durch Epo, also deutlich vor einem großen Wettkampf, während bei den Wettkämpfen eher hohe Hämoglobinwerte gewollt sind. Festzuhalten ist, dass sich alle Hämoglobin werte zwischen 13,7 und 15,3 (erklärende Anmerkung von mir: „also im Normalbereich“) bewegen. Die Retikulozyten sind sehr auffällig. Ob das reicht, müssen die mathematischen Modelle darstellen und Juristen entscheiden.“

2. Fritz Sörgel: „Die vom Pechstein-Team zur Verfügung gestellte Excel-Datei ihrer Blutwerte – ein guter und wichtiger Schritt – eröffnet alle Möglichkeiten des Kaffesatzlesens. Ich würde dabei auf Hämoglobinabfälle von fast drei Einheiten innerhalb von drei Tagen (vom 6. auf den 9. Februar 2004) hinweisen. Nachdem am 6. Februar 2004 ein hoher Wert von 16,5 gefunden wurde. Da von einem physiologischen Abfall zu sprechen, bei sonst konstanten Hämoglobin-Werten, fällt schwer. Zum gleichen Zeitpunkt gemessene Retikulozyten geben aber keinen Hinweis auf Eigenblutdoping. Und auf Epo-Doping schon gar nicht. Sind die Hämoglobinwerte also manipuliert worden, per Aderlass, Plasmaexpander oder Flüssigkeitszufuhr? Insgesamt müssen die von Frau Pechsteins Schuld Überzeugten zugestehen, dass die Daten dieser Excel-Datei nur durch ein perfektes System der Verschleierung zu erklären wären. Ein System, wie wir das bisher nicht gesehen haben.“

Wer genau hinschaut, dem fällt nicht nur auf, dass die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen sind, sondern im Fall von Sörgel nicht einmal korrekt wiedergegeben wurden. Wie dem auch sei: In der Gänze lesen sich die Zitate nicht nur anders, sie vermitteln auch ein anderes Ergebnis. Mit dieser Art des Journalismus tut die SZ weder mir – das ist sicherlich auch nicht gewollt :-) – noch sich selbst einen Gefallen.

Ist doch nicht schlimm,waren sicherlich Abschreibe- oder Kopierfehler;-)

Jens Weinreich #58

Mensch, Walter. Ach Gott, der Herr Grengel. Ach Gott, die Claudia. Sie behaupten ja auch:

Seit Bekanntwerden der von der ISU gegen mich ausgesprochenen 2-Jahres-Sperre wegen angeblichen Dopings am vergangenen Freitag habe ich mich eine Woche lang so gut wieder jeder Interviewanfrage gestellt, bin keiner Frage ausgewichen.

Ich habe allerdings einige Fragen übermittelt, die der Beantwortung harren. Dazu später mal mehr.

Gipsel #59

Ist denn die 2jährige Sperre nur aufgrund der Reti-Werte ausgesprochen worden oder gab es noch andere Anhaltspunkte?

Laut Urteilsbegründung nur aufgrund der Schwankungen der Reti-Werte und weil Pechstein keinen Grund dafür anführen konnte (was aber juristisch gesehen auch nicht ihre Aufgabe ist). Deswegen glaube ich persönlich auch, daß sie vor dem CAS keine schlechten Chancen haben wird.

Da in den letzten Tagen in diversen Artikeln wieder die 4,5Liter Blut von Jan Ullrich auftauchten,fiel mir Fragen wieder ein,die mir noch niemand beantworten konnte.

-War es Blut?
-War es Plasma?
-Warum so viel? Er trainierte etwa 50000km im Jahr.
-Wieviel Jahre braucht man ,um 4,5Liter abzunehmen,ohne vom Rad zu fallen?

Das hat schon damals nicht gepaßt und ich habe mich gewundert, warum da niemand mal wirklich nachgebohrt hat. Laut den spanischen Unterlagen zur Operation Puerto waren es wirklich 9 Vollblutkonserven. Ein Ding der Unmöglichkeit, daß die alle noch haltbar waren. Also entweder hat er sich Blut abnehmen lassen, das aber nicht wieder infundiert bekommen (und Fuentes hat es nach 6 Wochen nicht weggeschmissen) oder da war irgendwas anderes am Laufen (glaubt irgendwer an einen kompletten Blutaustausch?). Aber an solcher Detailaufklärung ist selten jemand interessiert :(

Walter #60

Danke Gipsel, müssen wir uns eben weiter wundern.Aber es ist ein schönes Gefühl zu wissen,dass sich schon zwei wundern.

Der Junge vom Spiegel weiter oben ist noch nicht so weit,der weiß immerhin,dass für die A-Probe Blut und für die B-Probe Urin abgenommen wird;-)

JW,
ich weiß auch nicht ob sie gedopt hat,mich macht nur jede hektische,betriebsame Vorverurteilungswelle misstrauisch.Besonders als Herr Baumert sich äußerte.

Nur müssen Zitate unbedingt halb wiedergegeben werden,um die unausweichliche Schuld vorab exklusiv zu vermelden?

Anstatt sich zu entschuldigen,wird Trainer Franke als Beweis herausgeholt.

Walter #62

Liebe Fans, liebe Eisschnelllauffreunde, liebe Dopinggegner, liebe Journalisten…
Haben die Möchtegern-Dopingjäger unter den Journalisten, die angeblich aus der ISU stammenden Informationen eigentlich hinterfragt?…
Aufwachen, Jungs! Niemand sollte sich so vereinnahmen lassen :-)

Denn es gibt immer eine zweite Seite der Medaille. Und die werde ich ausführlich auf meiner Pressekonferenz vorstellen. Diese wird zurzeit noch vorbereitet, die endgültige Terminfindung ist kurz vor dem Abschluss.
Sobald es soweit ist, werde ich den Termin bekannt geben.
Bis dahin bitte ich noch um ein wenig Geduld. Und um objektive Berichterstattung.

http://www.claudia-pechstein.de/index2.shtml

Ralf Kohler #63

Wenn Claudia Pechstein gedopt hat UND davon ausgeht 2010 in Vacouver zu starten und etwas gewinnen zu wollen, dann müsste sie jetzt nicht nur im Kopf stark sein, sondern sie „müsste“ wohl weiter dopen oder jedenfalls genauso weitermachen wie vorher…

In der Tabelle oben finde ich keine „Sommer-Werte“, insofern weiß ich nicht, welche Werte in dieser Phase (un)normal wären.

nocheinjurist #64

jw schrieb

Ich habe allerdings einige Fragen übermittelt, die der Beantwortung harren. Dazu später mal mehr.

Gibt es denn schon mehr?

claudia pechstein schrieb, die PK werde vorbereitet. Gibt es schon einen termin, und tickert jemand live?

palosalto #65

schöner artikel auf sueddeutsche.de, herr weinreich. auf spon ist gerade ein artikel erschienen, der nahelegt, dass pechstein unrecht widerfährt. wie beurteilen sie die (neue?) lage?

Jens Weinreich #66

Bin noch bei der Arbeit. Werde mich vor der PK sicher nochmal äußern, vielleicht auch im Laufe dieses Abends.

nocheinjurist #67

Mal halb off-topic, oder auch nicht — wieviel weiss man jetzt (hier, heute) ueber den menschlichen Organismus?

Falls mal bei rothaarigen Sprintern zu hohe, verbotene Schermzmitteldosen gefunden werden, es liegt vielleicht hieran.

http://abcnews.go.com/Health/wireStory?id=8322603

Knapp gesagt: Sie reagieren einfach nicht so gut auf die normale Dosis wie Nicht-Rothaarige. Also, beim naechsten Mal nicht wundern ueber dieses Argument ;-)

Ralf #68

sid: WADA verlangt von ISU Erklärung

Vor einigen Wochen hatte der ehemalige Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI und IOC-Ehrenmitglied Hein Verbruggen erklärt, dass zahlreiche Radprofis über abweichende Werte bei Bluttests informiert worden waren. Verbruggen wollte ähnliches Verhalten auch bei anderen Verbänden, darunter der ISU, bemerkt haben.
[…]
Auch nach der Dopingkontrolle bei Claudia Pechstein im Februar 2009, die zur zweijährigen Sperre der fünfmaligen Olympiasiegerin geführt hatte, soll es zu fragwürdigen Handlungen durch ISU-Offizielle gekommen sein.

nu.nl: ‚ISU lichtte schaatsers ook in over verdachte waarden‘

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