Notizen vom Sportausschuss (9) oder: “Berlino ist ein Klasse-Sympathieträger”

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Wie immer, live aus dem Sportausschuss des Bundestages, heute die 74. Sitzung. Auch diesmal gilt: Ich versuche, mich mit Kommentaren zurückzuhalten und derartige Anmerkungen bravkursiv zu kennzeichnen. Die Geplänkel zu Anträgen von Linken und FDP (Thema Prävention als Gesundheitsvorsorge) leiten das Meeting ein. Zu Beginn funktioniert die Technik nicht, aber glücklicherweise läuft das im Bundestag so: Jemand ruft einen Techniker an, der Mann kommt sofort und beseitigt das Problem – wie im richtigen Leben. Über einen Grünen-Antrag („Alle Formen von Diskriminierungen thematisieren – Bürgerrechte von Fußballfans stärken – Für einen friedlichen und integrativen Fußballsport“) wird ebenfalls debattiert. Martin Gerster (SPD/Präsiden…


Wie immer, live aus dem Sportausschuss des Bundestages, heute die 74. Sitzung. Auch diesmal gilt: Ich versuche, mich mit Kommentaren zurückzuhalten und derartige Anmerkungen bravkursiv zu kennzeichnen.
Die Geplänkel zu Anträgen von Linken und FDP (Thema Prävention als Gesundheitsvorsorge) leiten das Meeting ein. Zu Beginn funktioniert die Technik nicht, aber glücklicherweise läuft das im Bundestag so: Jemand ruft einen Techniker an, der Mann kommt sofort und beseitigt das Problem – wie im richtigen Leben. Über einen Grünen-Antrag („Alle Formen von Diskriminierungen thematisieren – Bürgerrechte von Fußballfans stärken – Für einen friedlichen und integrativen Fußballsport“) wird ebenfalls debattiert. Martin Gerster (SPD/Präsident des Sportakrobatik-Bundes) signalisiert Zustimmung „für die Zielrichtung“ des Antrages, lehnt den Antrag wegen wichtiger Details (u.a. wollen die Grünen die Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen auch den profitorientierten Profivereinen aufbürden) allerdings für seine Fraktion ab. Grünen-Sportsprecher Winfried Hermann möchte die zwölf Punkte des Antrages später noch einmal diskutieren, sagt aber auch:

„Wenn die Mehrheit weiß, dass sie es sowieso ablehnt, egal wie, dann kann man das heute vollstrecken.“

Peter Danckert (SPD) entgegnet leicht verärgert: „Also von Vollstreckung reden wir nicht, wir handeln nach der Geschäftsordnung.“ Klar, dass nun der Koalitionspartner dran ist: Also redet Klaus Riegert (CDU/Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes) „von einer ganzen Reihe von Selbstverständlichkeiten un…
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ha #1

Jedenfalls sieht man, dass der Sportausschuss genug schwiergste Probleme vor der WM zu bewältigen hat: die Marathonstrecke. Wo, bitte, soll da diese Trainergeschichte in die Tagesordnung passen?
Weiß auch nicht, was an dieser Debatte mich an Bad Banks erinnert …

kli #2

Sehr schön, das alles! Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn JW als Sportausschuss-Maskottchen umfassend unterwegs ist und einen entsprechend tiefen Planungsstand im Olympic Overlay realisiert. Also die good time in Berlin vollstreckt! Nur zu!

Jens Weinreich #3

„Umfangreich unterwegs“, kli: umfangreich!

Herr Holle #4

hmmmmsiemens? Die haben gerade einige Imageprobleme (auch in der Politik) und müssen was tun, sind ein altes Berliner Unternehmen, und sehr intensiv im Bereich Stadien- und Eventtechnik unterwegs. Nicht umsonst Sponsor des britischen Ruderverbands, wo traditionell viele Entscheidungsträger (Aufträge für London 2012!) und „Oxbridge-Absolventen“ herumkreuzen. Siemens-Engagement in Berlin könnte auch der Münchner Olympiabewerbung (jetziger Unternehmenssitz von Siemens!) helfen, wenn in Berlin „Entscheidungsträger“ aus dem IOC unterwegs sind.
Was dagegen spricht: Siemens ist gerade mit allem sehr vorsichtig, was irgendwie in der Nähe von Korruption liegen könnte, z.B. Hospitality. Und natürlich: Wirtschaftskrise und Sparprogramm.

cf #5

das UDIOCM hatte da im rahmen seiner vielfältigen lebenssachverhalte ja auch mal nicht die schlechtesten kontakte zu… andererseits kannst du ja nicht immer recht haben ;-)

Jens Weinreich #6

@ cf: Ich habe es gerade vergeblich gesucht. Hatte Herr Holle nicht auch Vattenfall vorher gesagt? Das meinst Du doch, oder?

Jens Weinreich #7

… sehe erst jetzt Deinen gefetteten Hinweis ganz oben an Herrn Holle, gefälligst den Partner vorherzusagen. Ich beginne zu begreifen.

cf #8

Innerhalb der nächsten zehn, vierzehn Tage soll der vierte Sponsoren-Partner (“ebenfalls ein Dax-Unternehmen”) vorgestellt werden. Gespräche mit dem fünften Partner laufen.

… … … herr holle?!

cf #9

der vattenfallprophet! genau der. :-)

Herr Holle #10

Stimmt, UDIOCM hatte ich ganz vergessen. Besser kann der kaum Wahlkampf machen als mit Siemens im Rücken. Manus manum lavat – eine Hand wäscht die andere, oder? Andererseits wurde hier ja auch darüber diskutiert, dass UDIOCM und München in mittelbarer Wahlkampfkonkurrenz zueinander stehen. Möglich auch als WM-Sponsor: Allianz/ Münchner Rück (Versicherer von Großveranstaltungen) und Beiersdorf, um die Marke Nivea weiter zu globalisieren. Bleibe aber bei Siemens als erster Tipp.

cf #11

@jens: hier ist alles dokumentiert: http://jensweinreich.de/?p=2699

man beachte dort insbesondere auch trebors orakel für die lufthansa als sponsor – da ist hier also noch jemand für einen tip qualifiziert! (auch wenn auf der offiziellen wm09-startseite noch immer nur die ersten beiden nationale sponsorenn zu sehen sind)

trebor #12

oh…danke für die blumen! :)

Jens Weinreich #13

Ist das jetzt schon Schwarm-Intelligenz?

cf #14

nur wenn’s wirklich siemens wird — sonst ist es nur schwarm

Jens Weinreich #15

Schade, weder Herr Holle noch trebor haben diesmal richtig getippt. Das BOC meldet:

Das WM-Organisationskomitee BOC gab am heutigen Dienstag, den 26. Mai 2009, sanofi-aventis als Nationalen Förderer der 12. IAAF Leichtathletik WM berlin 2009TM bekannt. Das internationale Pharmaunternehmen mit bedeutendem Produktions- und Forschungsschwerpunkt in Deutschland, wird sich im Rahmen der Leichtathletik-WM mit seinem Diabetes-Präventionsprogramm engagieren. (…)

Als einer der Partner des KulturStadion® wird sanofi-aventis die Besucher in der Berliner Innenstadt durch sein Programm ‚Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7‘ über Diabetes aufklären und für dieses Thema sensibilisieren. „Mit der bundesweiten Diabetes-Aktion ‚Wissen was bei Diabetes zählt:
Gesünder unter 7‘ wollen wir durch Aufklärung und Sensibilisierung dazu beitragen, das Risiko für
Diabetes-Neuerkrankungen zu verringern und die Versorgung der Diabetiker zu optimieren“, erklärte Dr. Christoph Heinemann, Leiter Marketing und Market Access von sanofi-aventis. (…)

Prof. Dr. Peter Schwarz, Diabetologe am Universitätsklinikum Dresden, beschreibt den
Zusammenhang zwischen der Leichtathletik-WM und Diabetes: „Bewegen Sie sich – das gilt für jeden!“, so sein Aufruf. „Bewegung und die damit verbundene Gewichtsreduktion ist zur Vorbeugung von Diabetes ideal. Ausreden gibt es nicht, selbst kleine Dinge, die man leicht in den Alltag einbauen kann, vermindern das Risiko, an Diabetes zu erkranken – und machen auch noch Spaß. Die WM steht für sportliche Leistung auf hohem Niveau, dies soll Anreiz für alle Bürger sein, sich mehr zu bewegen“, so Schwarz weiter.

Herr Holle #16

Mit dem Diabetes-Präventionsprogramm sollte sanofi besser mal beim DFB mit seinen Sponsoren McDonald’s, Coca-Cola und Ferrero vorstellig werden… Danke für den Hinweis!
Aber sehr mutig von dem Unternehmen, bei der Produktpalette (Dynepo, Furosemid, …) eine Leichtathletik-WM zu sponsorn- auf die zynischen Kolumnen freue ich mich jedenfalls schon.

JW #17

„Mutig“ kann man auch sagen. Da sieht man mal, wie nötig es das BOC hatte. Ist halt schwer, überhaupt jemanden zu bekommen. Und mit Verlaub: Das hat nichts mit der KRISE zu tun. Selbst die nationalen Förderer der Fußball-WM 2006 waren kaum zu bekommen, jedenfalls nicht allein durch das OK, nicht mal durch DIE Lichtgestalt – sondern nur auf Druck der Politik, die all die halbstaatlichen Firmen zur Subventionierung verdonnerte.

cf #18

da muss der prophetenstatus wohl vorerst zu den akten gelegt werden… ;-)
wobei: eine kleine hintertür ist ja womöglich noch einen spalt weit offen — es sollen am ende ja eine ganze hand voll nationale sponsoren werden, ein platz sollte theoretisch also noch frei sein. und die medizingerätesparte von siemens stellt doch bestimmt auch die begehrten blutzentrifugen her – das würde thematisch ja ganz hervorragend passen. vielleicht sehen das die verantwortlichen ja auch noch ein ;-)

Herr Holle #19

Es gibt angeblich einen Unterschied zwischen nationalem Partner und nationalem Förderer:

Unterdessen verkündete das WM-OK am Dienstag, den ersten von acht erhofften nationalen Förderern gefunden zu haben. Es ist der Pharma-Konzern Sanofi-Aventis. Als nationale Partner, die sich mit einer Summe im unteren siebenstelligen Bereich engagieren, wurden bereits die Deutsche Post, das Energieunternehmen Vattenfall und die Lufthansa vorgestellt. Zwei Partner fehlen noch.

Nicola #20

kleine Fußnote: zum Thema Diabetes und Sport passt auch folgende Meldung aus Jena
Diabetes: Warum Sport nur ohne Vitamine die Gesundheit fördert

cf #21

@herr holle
tatsache. aber da herrscht wohl generell ein bisschen unklarheit – und während der sid meint, sanofi sei der erste nationale förderer (von max. 8), wird beispielsweise hier von einem „weiteren“ förderer gesprochen. in übereinstimmung damit wird in diesen präsentations-folien (erstellt offenbar 275 tage vor wm-start) zumindest schonmal ströer als förderer gelistet…

cf #22

da fällt mir gerade auf… ausgangspunkt war ja die ankündigung, innerhalb der nächsten 10-14 tage (ausgehend vom 13.5.) einen „sponsoren-partner“ vorzustellen… ob damit nun ein „partner“ oder ein „förderer“ gemeint war… ;-)
aber interessant: es war ja ausdrücklich von einem dax-unternehmen die rede – sanofi ist da aber gar nicht drin. insofern – die frist läuft ja erst heute aus…

Ralf #23

Weiteres interessantes Thema bei sport inside: „Arm aber sexy“ – Wie sich Berlin mit der Austragung der Leichtathletik-WM in finanzielle Gefahr begibt

Das Organisationskomitee der WM ist eine GmbH mit einem Stammkapital von nur 26.000 Euro.

nocheinjurist #24

Wer die Athleten mal beim Training sehen will:

Im Rahmen des WM-Trainingscamps, bei dem sich ab dem 25./26. Juli 18 Sportler und Betreuer aus Tansania, Sambia, Armenien sowie Bosnien und Herzegowna in Löwenberg und auf dem Schloss und Gut Liebenberg auf die Weltmeisterschaft vorbereiten, besucht auch der 38-Jährige [Wilson] Kipketer das Waldstadion. Das teilte Ralph Mouchbahani vom Berliner Organisationskomitee (BOC) dem Löwenberger SV mit.

http://www.die-mark-online.de/oberhavelsportsolo/00_20090709193048_Loewenberg_Kipketer_kommt.html

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