Was vom Tage übrig bleibt (29): Staumauern in Berglandschaften

Protest am 30. März 2009 in Vancouver

Ein erster Eindruck aus Vancouver, der Olympiastadt 2010, wo derzeit die IOC-Koordinierungskommission die Vorbereitungen inspiziert und die gemeinsam von IOC und UNEP ausgerichtete 8th World Conference for Sport and Environment tagt (Programm).

Ein Beitrag im DLF, mit Stimmen von Josef Fendt, Präsident des Rodel-Weltverbandes FIL, der die olympische Rodelbahn von Albertville als Staumauer in einer Berglandschaft bezeichnet, und Boris Schwartz, Leiter Umweltgelegenheiten der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH:

:

Dass das Thema vielschichtiger ist, als es sich in einigen Überblicksminuten darstellen lässt, versteht sich von selbst. Hier einige aktuelle Leseempfehlungen:

Und schließlich ein Geheimtipp, den ich schon immer mal los werden wollte, ein Lesebefehl!, nicht wirklich eine Umweltwebseite, sondern zwischen Themen wie Nachhaltigkeit, Menschenrechten und Umwelt changierend:

  • Das Centre in Housing Rights and Evictions (COHRE) befasst sich seit Jahren mit den Auswirkungen von Mega-Events (Olympia, WM in Fußball, Rugby, Leichtathletik) auf, sagen wir: Unterprivilegierte. Es bietet zahlreiche Studien zu vergangenen und künftigen Großereignissen

Nachtrag: Wie das so ist im Leben, kleine Sünden werden sofort bestraft. Kaum hatte ich das Tagungshotel, das Grand Pacific Vancouver verlassen, erinnerte mich eine Demo daran, dass ich eine Webseite vergessen hatte:

  • www.no2010.com: No 2010 Olympic on stolen native land. Resist the 2010 corporate circus

Wenigstens zwei Hochkaräter aus dem Umfeld des IOC haben die Proteste mitbekommen, ließen sich aber nicht sonderlich beeindrucken. Umweltkommissionsmitglied Masato Mizuno, Chef des gleichnamigen Sportartikelkonzerns, der das IOC ausrüstet, flitzte mit seiner Entourage an dem Grüppchen der Demonstranten vorbei zu den Limousinen. René Fasel, IOC-Mitglied, Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF und Chef der Koordinierungskommission für Vancouver, stahl sich ebenfalls an den paar Dutzend Menschen vorbei durch den Regen, ohne dass er erkannt und angesprochen wurde. Fasel positionierte sich auf der anderen Straßenseite mit einem Begleiter. Er wollte in Ruhe ein Zigarillo rauchen:

Links: René Fasel, IOC-Mitglied & Chef der Vancouver-Kommission

19 Gedanken zu „Was vom Tage übrig bleibt (29): Staumauern in Berglandschaften“

  1. SZ: Grüne zu Olympia – „Unser Alpenraum wird versaut“

    Statt dessen legten sich die Grünen darauf fest, die nordischen Wettbewerbe auf bestehende Anlagen in Ruhpolding und in Oberstdorf zu verlegen. Mit einer knappen Mehrheit von 50 gegen 40 Stimmen forderten die Parteimitglieder auf einer Stadtversammlung im Hofbräuhaus ihre Rathausfraktion auf, die Bewerbung „zu überdenken und einen glaubwürdigen Kurswechsel einzuleiten“.

  2. Jens Weinreich

    Oberstdorf? Huch, das war doch bisher gar nicht vorgesehen für Olympische Spiele in „München“. Das wird noch lustig, man beachte bitte auch, wo die Versammlung stattfand – im Hofbräuhaus. Und: Heute ist 1. April. Wer weiß.

  3. Auch Ruhpolding ist bislang nicht vorgesehen. Teile der Grünen fordern schon lange, alle bestehenden Anlagen zu nutzen!

  4. Also,wenn die Grünen dafür sind,dass 2018 kein Schnee mehr in Garmisch liegt,wähl ich die nicht;-)

  5. Huch, ihr Lieben im Nord-Osten, denkt nicht immer das Schlimmste von unserem Hofbräuhaus: Münchens Grüne trinken dort nämlich nur Waldmeisterbrause. Im Übrigen, wenn der Grünen-Nachwuchs das Ja seiner Stadtratsfraktion zu Olympia 2018 zum Kippen bringt, platzt der Koalitionsvertrag mit der SPD. So weit wird es aber nicht kommen, weil unser Ude Chrissie vorher in bester Kabarettistenmanier mit Strafversetzung ins Kloster Andechs droht. Dort gibt`s nur Bier, ohne Ausnahme für grüne Jungs.

  6. Münchens OB Christian Ude im SZ-Interview:

    Ude: Die Münchner Olympia Bewerbung ist in der Koalitionsvereinbarung fest verankert, die die Grünen unterschrieben und gebilligt haben. Daran ist nicht zu rütteln.

    SZ: Was passiert, wenn die Grünen Olympia nicht mittragen im Stadtrat?

    Ude: Da die grünen Stadträte die Verbindlichkeit der Koalitionsvereinbarung genauso sehen wie ich, ist das eine hypothetische Frage. Ich bin sicher, dass das nicht geschehen wird.

  7. Heiner Effern in der SZ: Auch Oberammergau am Start – Planer für die Olympischen Winterspiele 2018 erwägen, dort Langlauf- und Biathlonwettbewerbe auszurichten

    Indessen kündigte der Bund Naturschutz seine Mitarbeit in der Fachkommission Umwelt der Bewerbungsgesellschaft auf. „Wir haben uns sehr intensiv mit dem Für und Wider auseinandergesetzt und nun einstimmig in den Gremien beschlossen, Olympische Winterspiele in München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee aus ökologischen Gründen abzulehnen“ […] „Das Konzept München plus 2 ist ökologisch gescheitert“, sagte der Landesvorsitzende Dieter Janecek.

  8. DAV: DAV unterstützt Olympiabewerbung München 2018

    So würden erweiterte Strecken nach Berchtesgaden und nach Garmisch-Partenkirchen nicht nur ökologisch orientierten Winterspielen dienen, sondern wären Teil eines nachhaltigen Verkehrskonzeptes für die Bayerischen Alpen. […] „Aus naturschutzfachlicher Sicht ist dieser Standort der Wettkampfstätten die beste der möglichen Lösungen,“ meint Thomas Urban mit Blick auf die bisherigen Alternativen in den ökologisch viel sensibleren Gebieten bei Kaltenbrunn oder Krün.

  9. SZ: Rot-Grün ist sich nicht mehr grün

    In immer mehr wichtigen Fragen geht ein Riss durch die rot-grüne Partnerschaft. Am lautesten kracht es in Sachen Olympia-Bewerbung 2018.
    […]
    Teile der Münchner Grünen lehnen die Winterspiele ab und versuchen, die gesamte Grünen-Fraktion auf ein Nein festzulegen.
    […]
    Während das Grünen-Störfeuer gegen die SPD bei Olympia aus dem Stadtverband, der Grünen-Jugend sowie vom Grünen-Landeschef Dieter Janecek kommt […]

  10. Berthold Neff in der SZ: „Wir haben jetzt alle Chancen“

    Kurz davor wollen die Münchner Grünen ihre Haltung zu Olympia debattieren und möglicherweise sogar festlegen. Am Montag kommender Woche werden sie im Grünen-Stadtbüro das Umweltkonzept diskutieren, das die Bewerbungsgesellschaft am Freitag dieser Woche vorstellt. Das Thema Olympia-Bewerbung beschäftigt auch die Grünen-Stadtversammlung am 14. Oktober.

  11. Heiner Effern in der SZ: Grüne Spiele

    Ein bunter Blumenstrauß von 18 Einzelprojekten ist kein Umweltkonzept, sondern ein einfaches Greenwashing einer ökologisch und ökonomisch höchst zweifelhaften Bewerbung“, sagte der klimapolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann.

  12. Pingback: Olympia 2018: Au revoir, Annecy! : sport and politics

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.