Der Deutsche Sportbund sagt im Jahr 1991 …

 •  • 11 Comments

Hier ein Dokument, das in der heftig tobenden Biathlon-Debatte durchaus von Belang ist. (Hoffentlich ist es lesbar.) Mit mehr als diesem Brief aus real existierender deutscher Sportgeschichte kann und will ich mich derzeit aus der Ferne leider nicht an der Diskussion beteiligen. Wobei ich finde, dass wir in der Goldmann-Debatte schon ein bisschen weiter waren. Aber, nichts für ungut, man kann natürlich gern weiter jeden Einzelfall aus dem Archiv kramen.

DSB-Justitiar Jochen Kühl an Herrn MinRat Rüdiger Piro

Brief des DSB vom 19. Juni 1991 an den Bundestags-Sportausschuss — „In die Mitteilung einbezogen ist die Empfehlung des Präsidenten des DSB an den Deutschen Skiverband , mit den Trainern Hinze, Bock und Ullrich kein festes Anstellungsverhältnis entstehen zu lassen …“

Ralf #1

ZDF/dpa: Danckert: Ullrich nichts mehr vorhalten

„Wer 20 Jahre im gesamtdeutschen Sport als Trainer tätig war, dem sollte man, was da auch immer im Einzelnen gewesen ist, diese Dinge nicht mehr vorhalten dürfen.“

Wenn in diesen 20 Jahren alles mit sauberen Dingen zugegangen wäre, könnte ich diese Haltung ja verstehen, allein mir fehlt der Glaube!

Herbert #2

@Ralf

Da der fehlende Glaube nicht als Beweis für einen Doping-Verstoß reicht ;), bedarf es eines Weges, der die WADA-Ergebnisse nachträglich in Frage stellt und den der Verband sich selbst auferlegen müsste. Das wurde aber nach dem Wiener-Blut-Verdacht gerade mal „erfolgreich“ abgewehrt. Wie soll es denn dann gehen ? Und eine weitere Sportart, in der die Deutschen mit Tabularassa beginnen und die „Märtyrer“ stellen,, kann ich mir nach dem Radsport nicht vorstellen.

ha #3

@Ralf
Vor allem: Wer entscheidet, wer was vorhalten „dürfen“ darf?

Finde Teil 2 der Meldung allmählich bemerkenswerter, denn hier hätte er etwas zu mitzuentscheiden, beispielsweise mit einem Antrag der SPD-Fraktion. Ein wirkliches Phänomen, dass jemand penetrant sich selbst auffordert – und Medien das penetrant als etwas anderes verkaufen:

Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert (SPD), fordert ein Anti-Doping-Gesetz in Deutschland … Von einem Anti-Doping-Gesetz verspreche er sich bessere Ermittlungsansätze, um hinter diese kriminelle Szene zu kommen. «Wenn wir einen doping- und manipulationsfreien Sport haben wollen, dann müssen wir viel stärker durchgreifen», sagte Danckert.

Walter #4

Herbert,
es soll immer so weitergehen,alle Artikel sind weitehend frei von eigenen analytischen Gedanken und mit vielen kleinen „unbedeutenden“ Fehlern voneinander abgeschrieben.Bei den meisten Artikeln kann man nicht mal unterscheiden,was alte oder aktuelle Interviews sind.

Wo bleibt denn die Erklärung der verbliebenen DDR Trainer? Wurden sie ruhiggestellt?Abgeschreckt?

Politiker wollen immer in der Zukunft durchgreifen,möglichst ohne die Vergangenheit offenzulegen.

Ralf #6
Walter #7

Ralf,
ist ja lustig,es geht immer weiter.
Von JW weiß ich ,dass Herr Winterfeld zu den Experten gehört.
Der Vorwurf,dass Ullrich Dopingmittel angeordnet und verabreicht hat kann doch gar nicht stimmen.
Ullrich ist kein Arzt,war zu diesem Zeitpunkt Assistenztrainer.Was glaubt er denn.wie es in der DDR ablief?
Erstes Argument ist die Thüringer Provinz,ist schonmal höchst verdächtig.
Zweites Argument ist die Steinigenaussage,Ullrich muß von Doping gewußt haben.

Also ich habe auch von Doping gewußt und trotzdem nichts weitergegeben und verabreicht;-)

Ralf #8
Walter #9

Na klar, er hat nichts verabreicht aber alles andere stimmt.Hätte ich schon vorher sagen können.

Ralf #10
Herbert #11

Wir scheuen weder Mühe – wenn auch manchmal vergeblich – noch finanziellem Aufwand, jeden Verdacht bis zur Unkenntlichkeit des Problems zu verfolgen. Meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse sind ausreichend, um feststellen zu können, dass die dabei verlorenen Mittel ausreichen würden, um die vorhandenen Präventionskonzepte mit der Mehrheit der jungen Sportler umsetzen zu können. Mir scheint jedoch, dass die Genugtuung, einen Ex-Sportler und Trainer nach 20 Jahren des Dopingmissbrauchs trotz schwieriger Indizienlage zu überführen, eine stärkere Wirkung auf die Beteiligten als eine evtl. Engagement an einer zukunftsweisenden Behandlung des Problems ausübt.
Ich traf unlängst einen dänischen Kollegen, der drückte mir mit einem Augenzwinkern seine Bewunderung über die Beharrlichkeit der Deutschen bei der Beschäftigung mit ihren gefallenen Helden aus. Er meinte, Bjarne Riis war ein Volksheld. Für einige ist er es jetzt nicht mehr. Und das wars.

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