Dokumentation: Zielvereinbarungen olympischer Sportverbände

 •  • 9 Comments

Der Sportausschuss des Bundestages debattiert heute u. a. über die so genannten Zielvereinbarungen des olympischen Spitzensports. Diese Zielvereinbarungen zwischen DOSB und Fachverbänden sind Grundlage für die Förderung mit Steuermitteln durch das Bundesinnenministerium. Ein Skandal, ein Unding in einer demokratischen Gesellschaft, ist einmal mehr, dass diese Zielvereinbarungen nicht transparent sind. Ich habe das bereits in mehreren Beiträgen kritisiert. Diese Papiere werden als Top Secret behandelt, wobei die Währung, die hier verhandelt wird, doch Steuergeld des mündigen Bürgers ist. Ich sage schon immer, diese Zielvereinbarungen haben – wie vieles anderes mehr, was den Steuerzahlern in diesem Land vorenthalten wird (anders als in Ländern, die sich an einem Freedom of Information Act o. ä. erfreuen) – öffentlich zu sein. Nichts sonst. Es gibt natürlich keinen Grund, denjenigen diese Details vorzuenthalten, die den Zirkus bezahlen. Aber die Herrschaften, die ihre Spezialdemokratie betreiben – also der DOSB, das BMI, die Fachverbände – und die MdB’s im Sportausschuss sehen das anders. Mal sehen, wie lange noch.

Wer mag, kann wenigstens die Präsentation des DOSB (8 Seiten, pdf) studieren, die heute im Sportausschuss vorgetragen wird. Pssst, vorsichtig! Top Secret :)

Nachtrag, 14.55 Uhr: Live aus dem Sportausschuss: Hoppala, gerade trägt DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank exakt diese Folien vor, die hier schon begutachtet werden können. Zuvor gab es eine hübsche Diskussion mit DOSB-General Michael Vesper zur Frage, ob und warum die Zielvereinbarungen den Abgeordneten (und der Öffentlichkeit) vorenthalten werden dürfen. Dazu werde ich gesondert bloggen (Nachtrag, 20.03 Uhr: hier jetzt nachzulesen).

ha #1

Hübsch, dass hier der Begriff „unterstützende Maßnahmen“ auftaucht. Und „Olympiaprojekt 160“ klingt wie der China-Plan 134 – ob damit auch die Zahl der Medaiellen gemeint ist?

Stefan K. #2

Ich nehme mal an, daß schon versucht wurde, diese Zielvereinbarungen über das Informationsfreiheit zu erhalten. Wie wurde eine Ablehnung begründet?

Gua #3

… Trainingslager in Übersenn bei und mit internationalen Trainingspartnern, …

Auf nach Jamaika! :)

Jens Weinreich #4

@ Stefan K.: Psst. Nicht weiter sagen. Ich will das mal versuchen.

trebor #5

Interessante Lektüre!!!

Verfasser „Ludwig Fuchs“? Ein neues Gesicht in der DOSB-Geschäftsstelle ?

dogfood #6

(Off-Topic)
Spanischer Top-Radfahrer Valverde muss am 16.2. vor dem italinieschen NOK aussagen. Angeblich sollen dank DNA-Tests Blutbeutel aus der Operacion Puerto ihm zugeordnet werden können.
Bin auf die spanischen Medien gespannt.

Ralf #7

Handelsblatt: Die deutschen Segler leiten die Wende ein

„Wir wollen Deutschland zur erfolgreichsten Segelnation der Welt machen“ […] Als Vorbild für ihr Unterfangen hat die Initiative das Radsport-Sponsoring der Deutschen Telekom gewählt. […] „Es ist die sauberste Sportart überhaupt“ […] Wichtigste Aufgabe ist es, einen finanzkräftigen Top-Sponsor zu finden.

Ralf #8

SZ-Kommentar von Thomas Hahn: Medaillentaumel statt Nachhaltigkeit

Ralf #9

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier im FAS-Gespräch: „Wir fördern keine Gladiatorenkämpfe“

Der Deutsche Olympische Sportbund will die erfolgreichste olympische Wintersportnation stellen. […] In Vancouver 2010 hat man aber gesehen, dass die traditionellen Sportarten extrem umkämpft sind, während die Medaillen in den Trendsportarten noch relativ leicht zu gewinnen waren. Die Kanadier haben den Medaillenspiegel gewonnen, obwohl sie in den meisten traditionellen Sportarten leer ausgegangen sind, sie haben die entscheidenden Medaillen in den neuen Sportarten geholt. Und jetzt ist es eben die Absicht des Deutschen Olympischen Sportbundes, und das ist legitim und berechtigt, dass wir in diesen neuen Disziplinen wettbewerbsfähig sein sollen.

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