Geldstrafe für Joseph Blatter

Die Frontal-Kollision des Fifa-Präsidenten vom Oktober 2008 ist aufgeklärt, der Fall abgeschlossen. Joseph Blatter, der gemäß Polizeiangaben nicht alkoholisiert war, zahlt eine Geldbuße von 600 Schweizer Franken nebst einer Gebühr von 250 Franken. Das macht er lässig, ist es doch nur etwas mehr als ein Tagessatz, den hohe Fifa-Funktionäre im Dienst erhalten. „Sollte der 72-jährige Fifa-Präsident die Busse nicht bezahlen, muss er sechs Tage ins Gefängnis“, berichtet Jean François Tanda in der Zürcher Sonntagszeitung.

Im Beitrag heißt es:

Blatter und die Staatsanwaltschaft haben das Urteil akzeptiert, es ist inzwischen rechtskräftig und wird nicht im Strafregister eingetragen. Auf die Strafe angesprochen, sagt der Fussballboss: „Ich habe das Urteil zur Kenntnis genommen und werde diese Angelegenheit nicht weiter kommentieren.“ (…)

Der Verletzte hat gegen Blatter keine zivilrechtlichen Ansprüche geltend gemacht – in diesem Fall wäre ein Strafbefehlsverfahren nicht möglich gewesen. Blatter war nicht alkoholisiert. Wenige Minuten nach dem Unfall hatte ein Polizist die Nummernschilder an Blatters Mercedes abgeschraubt – aus Gründen des „Persönlichkeitsschutzes“, wie es hiess.

Der Fussballboss hat die Frontalkollision unbeschadet überstanden. Auch mit der Busse kommt er glimpflich davon. Das Strafmass entspricht den „Richtlinien für die Strafzumessung“ des Verbands Bernischer Richter. Der Strafbefehl gegen „Blatter Joseph, Direktor“ trägt die Aktennummer U08 16082 und ist in Juristendeutsch verfasst. Die SonntagsZeitung hat ihn eingesehen. Blatter wird bestraft wegen „Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtwahren eines ausreichenden Abstandes beim Überholen und dadurch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges und Verursachen eines Verkehrsunfalles“.

Womöglich hatte der Walliser am Steuer telefoniert. Jedenfalls ist im Strafbefehl die Gesetzesbestimmung angeführt, wonach der Autofahrer dafür sorgen muss, dass „seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations-und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird“.

14 Gedanken zu „Geldstrafe für Joseph Blatter“

  1. Da hätte Herr Blatter wohl jemanden fahrlässig töten müssen, damit es schlimmer wird, oder wie?

    Geldstrafe, keine Punkte, obwohl jemand verletzt wurde. Verstehe wer will.

  2. Jens Weinreich

    Der Blick legt nach:

    Blatter-Unfall: „Dieses Urteil ist unmöglich“

    Sepp Blatter (74) baut einen Frontalcrash – und findet einen erstaunlich milden Richter. Warum muss der Fifa-Boss nur 600 Franken Busse zahlen? Experte Marco Unternährer kann das nicht verstehen. (…)

    Bloss 600 Franken Busse wegen Verletzung der Verkehrsregeln, zuzüglich einer bescheidenen Schreibgebühr von 250 Franken. Lächerlich wenig für einen Mann, der pro Jahr 1 Million Franken Aufwandsentschädigung kassiert.

    Da ist etwas faul, glauben Experten. «Das Urteil ist fragwürdig, gar unmöglich», sagt Strassenverkehrsgesetz-Experte und Opferanwalt Marco Unternährer. «Eine Busse ist immer abhängig vom Einkommen. Sie muss weh tun.»

    Bei Sepp Blatters Verdienst hätte sie mehrere Tausend Franken betragen müssen. «600 Franken Busse wären vielleicht angemessen für einen Unfallverursacher mit einem Jahresgehalt von 80´000 Franken. Nicht aber für Blatter.» Unternährer: «Ich kann mir nicht vorstellen, wie der Richter das Urteil begründet. Ein anderer Lenker hätte eine bedingte Freiheitsstrafe riskiert.»

    Der Weltfussballverband Fifa hüllt sich in Schweigen. Das milde Urteil, das die «SonntagsZeitung» gestern publik machte, will Medienchef Nicolas Maingot nicht kommentieren. «Ich kenne den Fall nicht.»

    Da hat er nicht gut aufgepasst …

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  5. Jacques Zürcher

    Interessant, Interessant
    Im Jahr 2003 geschehen im 2004 Richterspruch erhalten. Wohlgemerkt von einer privaten Person
    „Muttersöhnchen im Auto von Papi“ ganz mies angeschwärzt und zusätzlich Freund von einem
    erfolgsgierigen jungen Polizisten der heute wahrscheinlich unwürdig einen hohen Posten besetzt.
    Mein Delikt:
    Angeblich Abstand nicht eingehalten/nicht nach-
    weisbar.- Ausage gegen Ausage
    Der arme Bursche fühlte sich angeblich bedroht.
    Ich denke eher überfordert mit der Leistung von
    Papamobil.
    Problem 1. Richter schenkte ihm mehr glauben.
    Problem 2. Ich habe Abstand eingehalten. Eine
    Aussage der Beifahrerin meines Anzeigers. Sie habe im Kosmetikspiegel meine Abblendlichter nicht mehr gesehen. Unfall konnte keiner geschehen.
    Meine Kosten
    1000 Schweizerfranken.
    1 Monat Führerausweis weg.

    Vorschlag betreffs Herr J. Blatter
    Nicht beherrschen des Fahrzeugs mit Unfallfolgen.
    1000 Schweizerfranken.
    Das von Herr Blatter abgeschossenen Fahrzeug „Golf“ befand sich im Gegenverkehr von Frutigen her kommend. Dort hat es Doppelte Sicherheitlinie.
    Zum Glück keine Schwerverletzten.
    1000 Schweizerfranken
    Beschleunigung zum Überholen vom Spiezwilertunnel Richtung Reichenbach mit Strassenrennwagen von Herrn Blatter 140Km/h ohne weiteres möglich.
    Grobfahrlässig bei geschriebenen 80km/h.
    2500 Schweizerfranken.
    Die Dicke der Geldbörse des Unfallverursacher.
    2500 Schweizerfranken.
    Dann noch 3 Monate Führerausweisentzug.
    Summe der Busse 6000 Schweizerfranken.

    Alles andere ist eine reine Sauerei/Schweinerei

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  8. War das nun eine Ente? Außer der APA scheint das niemand zu melden. Vielleicht war ja gar nicht der FIFA-Präsident, sondern ein anderer Herr Platter betroffen…

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