Belthazar

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Nachdem ich jüngst der Großmäuligkeit verdächtigt wurde, habe ich echt überlegt, ob ich lieber schweige, rang lange mit mir und kam schließlich darauf, dass ich es mir nie verzeihen könnte, nicht endlich wieder einen Gourmet-Tipp loszuwerden. (Jep, so verschachtelt sollten Leadsätze nie sein.) Ich meine, wer erinnert sich schon noch an das wunderbare Da Dong, an Meister Dong’s Spicy Fried Prawns und Juan Antonio? Was für ein feiner Abend! Also, mal hurtig Off-Topic, denn hier soll doch nicht immer nur hart gearbeitet werden, deshalb eben noch dies: Südafrika ist ein kulinarisches Paradies. Ich bin begeistert, werde jetzt aber kein Ganzkörperfoto veröffentlichen.

Johannesburg war nicht ganz so erfreulich, Durban mit seinen Indern und dem fantastischen Daruma (Sushi und Sashimi vom Feinsten) allerdings schon. Viel Zeit hatte ich ja leider nicht, den Kochtöpfen auf den Grund zu gehen. Meine Empfehlung: Das Belthazar an der Waterfront in Kapstadt. Seafood und Steaks. Weine! Ähnlich umfangreich wie die Weinliste – angeblich the largest wine bar in the world – ist nur die Liste der Auszeichnungen für das Belthazar. Und der Blick auf den Tafelberg ist auch nicht zu verachten.

Ich entschied mich, weil mittags schon in der Nähe Prawns und Sashimi getestet werden mussten, für eine Steakplatte, die unter dem schnöden Titel „Meat Kebab“ auf der Karte steht. Daran müssen sie noch arbeiten.

Kebab? Quatsch, nicht wirklich: „Tender cuts of rump, sirloin and filled grilled with peppers and onions on a skewer“. Der Spieß war einen guten halben Meter lang. Um „medium well“ war gebeten worden. Geliefert wurde, das ist ja selbst in besten Häusern nicht selbstverständlich: „medium well“. Das Steakmesser glich einer Machete und wäre mir womöglich im Nahkampf in unsicheren Gegenden Kapstadts eine Hilfe gewesen; aber ich weiß, derlei dämliche Scherze verbieten sich.

Die Pepper Sauce habe ich nur kurz angeschleckt, sie war nicht so toll und zudem überflüssig, weil das Fleisch für meinen Geschmack perfekt saftig serviert wurde. Zum Giant Kebab hat Jacques, der Ober, einen wunderbar vollen, aromatischen Meerlust Cabernet Sauvignon 2004 empfohlen. Zwei Gläschen. Perfekt. Ein Espresso. Störte eigentlich nur das San Pellegrino, sollte man nicht tun, ich weiß. Aber plötzlich stand’s auf dem Tisch. Die kleine Sünde wird hoffentlich nicht bestraft.

Fazit: Traumhaft. Gern mal wieder. Ab jetzt wird ernsthaft überlegt, ob der Confederations Cup 2009 und die WM 2010 nicht doch Optionen für die Arbeitsplanung darstellen.

Dominik #1

Oh, das klingt gut… Wir armen (Curry-)Würstchen müssen leider bei Fritten bleiben, während der feine Herr Hausherr fürstlich diniert ;-)

Knapp 40 Euro, nicht schlecht.

PS: Ich bekomme Hunger :-D

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