Notizen vom Sportausschuss (4): „Mangel kann man nicht durch Mangel beseitigen.“

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Ich kann auch nichts dafür. Ich konnte es einfach nicht lassen. Hier also in der Tradition einiger anderer früherer Beiträge meine Notizen von der ersten Sitzung des Bundestags-Sportausschusses 2009.

Zuvor aber noch einige Verlinkungen. (Die Beiträge in der Süddeutschen und der Welt hat Ralf hier bereits angeboten.) Ein paar Aspekte zur Diskussion über die Trainerproblematik des deutschen Sports habe ich am Sonnabend im Deutschlandfunk behandelt:

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Dazu ein Interview von Jessica Sturmberg mit Brigitte Michel

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… und ein Gespräch mit Armin Baumert

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Die drei Beiträge sind als Package zu sehen bzw. zu hören.

Nun also die Notizen zur 65. Ausschuss-Sitzung und der Anhörung über den „Stellenwert der Trainer im deutschen Spitzensport“.

Um der Diskussion einordnen zu können, empfehle ich zwei Dokumente zur vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten Trainerstudie der Universität Tübingen:

  • Die Pressemappe mit einer Zusammenfassung (pdf)
  • Eine Präsentation auf dem Bundestrainer-Großseminar im Herbst 2008 (pdf)

Erster Redner im Sportausschuss war einer der Autoren der Studie:

Prof. Ansgar Thiel (Universität Tübingen)

AUSBILDUNG:

Erfolgreiche Trainer sind gut informierte Trainer.

Strukturen der Informationsversorgung im Spitzensport sind in vielen Bereichen mangelhaft. Trainer werden nicht unbedingt mit Informationen versorgt. Zwischen dem Trainerstudium (aus soziologischer Perspektive: eine Laienausbildung) und den Erfordernissen der Praxis klafft große Lücke. In anderen Ländern, etwa Australien, werden Trainer in die Forschung einbezogen.

REKRUTIERUNG: Im Prinzip nur eine Person für einen Trainerposten.

Man schaut nur in die Reihen der Bekannten, man sucht nicht gezielt nach Nachwuchs und schaut nicht in die Zukunft.

Keine Trainee-Programme. Oft nur ein Trainer für eine Disziplin. Anteil der Arbeit mit Athleten zunehmend geringer, weil man auf höchstem Niveau koordinierende Arbeiten machen muss.

BEZAHLUNG: Schlecht, wie ehrenamtliches Engagement, aber es wird von ihnen erwartet, dass sie Olympiasieger oder Weltmeister ausbilden.

Jürgen Mallow (Sportdirektor des DLV)

Wir sollen die eierlegende Wollmilchsau anbieten.

Man muss einen Trainermarkt überhaupt erst schaffen, und damit Karrierechancen und einen Wettbewerb ermöglichen. Trainer sind grundlegend abhängig beschäftigt: von Funktionären, von Geldgebern, von Athleten. Abhängigkeiten wirken sich als Disbalance aus, der Trainer entscheidet den Trainingsprozess nicht mehr, sondern gibt den Wünschen der Athleten nach. Es gibt nur einen Wettbewerb um Athleten, aber nicht um Trainer. Der Trainerberuf bringt problematische Anstellungsverhältnisse mit sich. Rekrutierung von Trainernachwuchs ist schwierig.

Claudia Bokel (IOC-Mitglied, Aktivenvertreterin)

Was wünschen wir von unseren Trainern? Hohen Grad an Spezialisierung, Kompetenzen aus psychologischer, medizinischer, pädagogischer und leistungsdiagnostischer Sicht — „Das scheint mir nicht so leicht zu sein.“

Der Trainer – Stichwort duale Karriere – soll die Sportler auch noch ins gesellschaftliche Umfeld einbinden. Problem Sportler – Trainer:

Für Sportler kann es auch beruhigend sein, wenn er eine Klausur geschrieben hat und die bestanden hat. Für den Trainer eher nicht.

Trainer ist für mich auch der Busfahrer gewesen, der zu den Wettkämpfen fährt, er hat das Hotel gebucht in Budapest und musste sich da auch sprachlich durchsetzen. Trainer haben geringe Karrierechancen, unattraktive Vergütung, hoher Erfolgsdruck, unregelmäßige Arbeitszeiten.

Lösungsansätze: Trainee-Programme, Sportler schon während der Karriere ausbilden.

Parallele und flexible Trainerausbildung bei Bundeswehr und Bundespolizei hätten wir als Ideen mit anzubieten.

Michael Vesper (DOSB-Generaldirektor, Bündnis 90/Grüne)

(Lobt sich zunächst wieder selbst, wie immer.)

Unmittelbar nach der DOSB-Gründung haben wir die Traineroffensive ausgerufen.

Wollen das Ansehen des Trainerberufs erhöhen, Arbeitsbedingungen verbessern, nicht nur materielle Bedingungen, auch die Qualität. Seit 1997 hat es keine Tarifanpassung der Trainerbezahlung gegeben. Dann 7-prozentige Erhöhung der Trainerbezüge für 2009. Haben für 2010 für Bundeshaushalt um weitere Mittel gebeten. Zusätzliche Trainerstellen mit Mitteln des Bundestages vergangenes Jahr geschaffen: 40 hauptamtliche Bundestrainer, 28 OSP-mischfinanzierte.

Leistungsanreize in Olympiajahren schaffen: erfolgsbezogene Prämienausstattung. Prämien (die Rede ist von 50.000 Euro für einen Olympiasieg/Sportler bekommen von der Sporthilfe 15.000 Euro) müssen auf die gesamte Trainerschaft aufgeteilt werden, die an einem Athleten arbeitet oder gearbeitet hat, bis hin zu dem, der das Talent entdeckt hat. In der Trainerausbildung sei „dringend darauf hinzuwirken, dass mit Abschluss an Trainerakademie die Vergabe des Bachelors verbunden sein muss“.

Kettenarbeitsverträge werfen juristische Probleme auf. Vierjährige olympische Verträge: es wäre sicherlich zielführend, wenn man dafür eine juristische Grundlage schaffen könnte. Wäre hilfreich, wenn man sich in den olympischen Zyklen vergewissern könnte, wo ist das Höchstmaß an Kompetenz vorhanden.

Lutz Nordmann (Direktor der Trainerakademie in Köln – TAK)

Instrument Trainerakademie muss geschärft werden. Viele Trainer haben uns gesagt: diese Ergebnisse (in der Studie) haben wir uns erwartet, in vielen Facetten war uns das klar. Mehr Dynamik und Vernetzung nötig. Kritik:

Mit Gründung des DOSB haben wir den Beirat der Bundestrainer abgeschafft, eine Interessenvertretung der Trainer gibt es kaum.

Joachim Mester (ehemaliger Rektor der Sporthochschule Köln – DSHS)

Dilemma, dass von einem leitenden Bundestrainer eine Kompetenz erwartet wird, die er eigentlich gar nicht leisten kann/gerecht werden kann.

Wenn wir das Problem nicht weiter denken, werden wir das Problem auch nicht lösen können.

Im Fußball (im Profifußball, der sich kaum mit den Bedingungen im sonstigen olympischen Sport vergleichen lässt) haben das viele Vereine gelernt, sie haben Trainerstäbe geschafft, um den Cheftrainer herum. „Wir brauchen junge Leute, Anforderung: Sie müssen sich in ihrer Sportart auskennen und mindestens ein wissenschaftliches Fach beherrschen, dann kommen sie in Traineeprogramme hinein.“ Wenn wir es nicht schaffen, von unten her, breitere Ausbildungsprogramme zu streuen, ist auch keine Besserung in Sicht.

Klaus Riegert (CDU)

Spricht darüber, Potenziale besser zu nutzen. Zur Erfolgsprämie:

Entdecker das Talents soll auch davon profitieren – da würde mich ihre Einschätzung interessieren.

Arbeitsplatzsicherheit? Erinnert an die Diskussion über „Beamtenmentalität“ Mitte der neunziger Jahre.

(als beispielsweise dieses Interview mit Armin Baumert erhebliche Diskussionen hervorgerufen hatte)

„Zwischen den beiden Extremen wird es für den Einzelnen doch sehr problematisch. Wie können wir diesen Zielkonflikt vernünftig lösen?“ Trainerteams? „Sind die olympischen Sportverbände darauf eingerichtet? Wir nehmen ja in der öffentlichen Wahrnehmung eher war, dass die Bundestrainer und die Heimtrainer miteinander streiten? Besteht da nicht teilweise in der Praxis zu viel Konkurrenz zueinander?“

Dagmar Freitag (SPD, DLV-Vizepräsidentin)

„Der Wissenstransfer weist doch wohl Defizite auf? Wie funktioniert der tatsächliche Wissenstransfer? Wie ist die Aufnahmebereitschaft unser heutigen Trainerinnen und Trainer? Es gibt eine Menge von modernen Kommunikationstechniken, und zwar nicht erst seit letzter Woche. Wie funktioniert das konkret und welche Verbesserungsvorschläge gibt es?“

Will Genaueres zum Thema Bachelor für Trainer wissen. Und zur Frage der Prämierung – auch an die Entdecker von Olympiasiegern: „Entdecker? Wen suchen wir? Den oder die Grundschullehrerin, der/die gesagt hat, Kind du bist talentiert. Oder wen?“

Detlef Parr (FDP)

Zitiert einige erschreckende Fakten aus der Trainerstudie:

Mehr als ein Viertel der Spitzentrainer zählt zu den Informationsabstinenten. Das hat mich fast vom Stuhl gehauen.

Gründe: zu hohe Belastung, die meisten sind Teilzeittrainer, haben noch einen Beruf. Will mehr über das Sabbatjahr wissen? Zu Vesper: Personalentwicklung in Verbänden, in der Trainerschaft – sind diese Themen Bestandteil der (geheim gehaltenen) Zielvereinbarungen zwischen BMI, Verbänden, DOSB? An den parlamentarischen Staatssekretär Christoph Bergner (CDU): Kettenarbeitsverträge, kommt man da raus?

(Interessant auch für den Fall Goldmann. Bergners Antwort habe ich leider verpasst. Vielleicht ist es in einem der verlinkten Berichte erwähnt.)

Katrin Kunert (Die Linke)

Was hat sich seit 1992 im deutschen Sport im Trainerbereich verändert? Angestellte Trainerinnen verdienen 1000 Euro weniger. Ist überhaupt nicht hinnehmbar? Gibt es Unterschiede zwischen den Sommersportarten und den Wintersportarten? Verhältnis von Heimtrainern und Bundestrainern? Es werden laut Mallow im DLV keine Arbeitszeiten für Trainer festgelegt:

Da frage ich mich: wo sind eigentlich die Gewerkschaften?

Winfried Hermann (Bündnis 90/Grüne)

Paradoxe und widersprüchliche Ausführungen hat er gehört. Von den Trainer wird verlangt: Hohe Spezialisierung – viel Allgemeines. Höchste Erwartungen – prekäres Beschäftigungsverhältnis. Sport wird immer professioneller, Trainer haben semiprofessionelle Bedingungen, im Grunde.

Eberhard Gienger (CDU, DOSB-Vizepräsident)

(Beweist sich einmal mehr als Lobbyist, der er ist, sorry, aber zunächst gibt er eine kleine Antwort in seiner Eigenschaft als DOSB-Vizepräsident für Leistungssport und nicht als MdB an die rechts von ihm sitzende Kollegin Freitag.)

Zuständige Gremien müssen Lösungen finden. (Ah. Ja.)

Ist es denn wünschenswert, Herr Mallow, dass man ein solches einheitliches Trainerbild kreiert? Also ein Berufsbild, wenn man Trainer ist, ist man so etwas wie Bäcker oder Metzger, also ein richtiges Berufsbild, was steckt dahinter?

Zu Mester:

Ist es wünschenswert, dass die Trainer von den Universitäten herunter kommen? Gewissermaßen der akademische Grad des Trainers eingeführt wird.

Bundeswehr/Bundespolizei: soll das noch ausgebaut werden? (Fragt er seine eigenen Leute)

Peter Danckert (SPD)

Die größte Baustelle des Spitzensports ist die Aus- und Weiterbildung der Trainer. Was mich ratlos lässt: keiner hat mir eine Antwort gegeben, wie das Gebilde, das um den Trainer herum aufgebaut werden soll, eigentlich aussieht? Wie muss das strukturiert sein? Brauchen wie ein mit staatlichen Mitteln finanziert und ausgestattetes Trainerinstitut? Ein großes Trainingszentrum? Ist damit nicht den Sportlern sehr viel mehr gedient, als wenn sie ihren Heimtrainer haben, der weiß, wie viel Übungen es zu machen gilt, aber der andere Fähigkeiten gar nicht haben kann?

Ermahnt den FDP-Kollegen Parr: „Kannst Du mal die Zwischenbemerkungen lassen?“ Parr, beleidigt, petzt: „Das war nicht ich, das war der Kollege Hermann.“

(Danckert stellt eine ganz erstaunliche, aber angesichts der vielen ungelösten Fragen, haarsträubenden Probleme und der wenigen Lösungsangebote naheliegende Frage, wenngleich es ein wenig nach Staatssport klingt)

Ist das richtig, dass das unter der Ägide des DOSB läuft? Ist das nicht eine gesamtstaatliche Aufgabe?

Joachim Mester (DSHS)

Verdeutlicht die Unterschiede in Mentalität, Tradition und Bereitschaft, Trainerjob mit Wissenschaft zu verbinden, an zwei Beispielen.

Das American College of Sports Medicine (ACSM) habe rund 50 Prozent Mitglieder aus der Trainerschaft. Das europäische Pendant ACSS (habe die Abkürzung möglicherweise falsch verstanden) European College of Sport Science (ECSS) dagegen nur drei Prozent. Wie weiter verfahren: Von oben nach unten zu läuft das nicht. „Ich würde empfehlen: einfach mal solche Expertenteams zu machen und mit den Verbänden arbeiten zu lassen.“ Bottom-up-Initiativen! Breit aufgestellt!

Auch wir sind an vielen Stellen ratlos. Es lassen sich wenig Lösungen finden, die das Problem strukturell lösen können. Ich kenne keine.

Das Wissen steht zur Verfügung, es kostet nichts. Ich muss es verarbeiten können, ich muss es verstehen, sonst führt es zu Verunsicherungen.

Lutz Nordmann (TAK)

Wissenstransfer, Defizit? „Möglicherweise. Man darf sich Trainerausbildung nicht als Bildungskino vorstellen! Der Trainer muss wissen, wie ein Knie aufgebaut ist. Aber er muss es nicht operieren können.“

Ansgar Thiel (Uni Tübingen)

Wir haben nur Spitzentrainer befragt, von C-Kader aufwärts, sozusagen erste Bundesliga. Wir wollen keine Verbände desavouieren. Man kann Verbände nicht miteinander vergleichen, monetäre, sachliche Ressourcen. Bsp. Nordischer Skiverband, die sind als Nationalmannschaft mit dem Trainer fast das ganze Jahr zusammen – vgl Leichtathletik, dezentral, ein Athlet hat dann vier unterschiedliche Ansprechpartner.

Zum Informationsschock von Parr: zu geringe Vernetzung von universitärer Forschung und Trainerpraxis. Manche Erkenntnisse, die in der Wissenschaft drei, vier Jahre existieren, kommen einfach nicht in der Praxis an. Es gibt da keine Info-Netzwerke, Strukturen sind einfach nicht geschaffen, Trainern allein überlassen, ob sie sich vernetzen oder nicht, ob sie sich weiterbilden oder nicht, kann es nicht sein. Arbeitgeber sind gefordert, Weiterbildungsrichtlinien zu erarbeiten.

Ein Drittel aller Befragten hat noch nie eine Hospitation gemacht.

Gibt nicht so viele vergleichbare Studien. In den USA ist der Anteil der hochschulausgebildeten Trainer deutlich höher. In Kanada und den USA ist die Weiterbildung besser. Kein Modell für Lösung dieses komplexen Problems, aber man kann lernen von anderen Ländern, Systemen, Sportverbände sollte voneinander lernen. Schwierigkeiten bei der Studie, für die 1812 Trainer (ab C-Kader aufwärts) und 616 Funktionäre befragt wurden:

Manche Heimtrainer mussten wir über sehr, sehr viele Umwege herausfinden, weil sie in der Zentrale gar nicht bekannt waren.

Jürgen Mallow (DLV)

Woran wir keinen Mangel haben: Wir haben in aller Regel hochidealistisch engagierte Trainer. Der Mangel ist trotzdem nicht zu beseitigen. Patchwork-Trainer. Arbeitszeitregelung sinnvoller Weise abgeschafft. Es ist nicht sonderlich motivierend, wenn ein Trainer Woche für Woche zehn bis zwanzig Überstunden schreibt und sowieso weiß, er wird nie Geld dafür sehen, er wird auch nie diese Stunden abbummeln können.

Wenn wir das mit einer auch nur annähernd akzeptablen Arbeitszeiten, dann brauchen wir erheblich mehr Stellen.

Zahlen des DLV seit 1992: Zunächst 50, dann runter auf 25, jetzt 32,5 hauptamtliche Trainerstellen. Vergleich Skiverband: Er sagt 250 hauptamtliche Trainer. 7,8 Prozent seiner Grundfördermittel gibt DLV aus für Weiterbildung – trotzdem bleibt am Ende der Mangel.

Das Wesentliche: Wir haben keinen Arbeitsmarkt!

Verschleißtatbestand nach zehn, fünfzehn, 20 Jahren – was soll denn einer machen, wenn er hauptamtlicher Hammerwurftrainer war? Wir haben keine hauptamtlichen Nachwuchstrainerstellen. Wenn man weg will von der derzeitigen Überforderung muss man einen Arbeitsmarkt schaffen. Mangelbeseitigung erfordert strukturierte Optimierung, da sehe ich auch bei uns noch Chancen.

Den Mangel kann man nicht durch Mangel beseitigen.

Dazu wirft Danckert ein:

Das wird morgen die Überschrift in den Zeitungen, das sehe ich schon.

(Hier im Blog habe ich ihm den Gefallen getan. Gern geschehen.)

Michael Vesper (DOSB, Grüne)

Ein Großteil der Probleme hängt an den vorhandenen Mitteln. Prämie nach unseren Vorstellungen 50.000 – aber nicht nur an aktuellen Trainer, Konzept erarbeitet, der jeweilige Verband schlägt sehr konkret vor, an welche Beteiligten diese Prämie ausgezahlt werden soll. Athleten von der Sporthilfe 15.000 Euro. Ist im internationalen Vergleich relativ wenig.

Zum Trainerbeirat: „Der ist abgeschafft worden, da war ich noch gar nicht im Amt, um die Gremienvielfalt verschlanken.“ Der Beirat Leistungssport, zu dem auch Mallow gehört: „Das ist jetzt eigentlich der Ort, um all diese Fragen zu diskutieren.“ Teil der Zielvereinbarungen sind auch die Personalkonzepte.

Konsequenzen aus dieser Studie konnten wir noch nicht einarbeiten.

Christoph Bergner (BMI)

(Musste kurz aus dem Saal, habe einiges nicht mitbekommen.)

Wenn es um die Flexibilität hinsichtlich Nachverwendung geht … Verschleißtatbestände müssen berücksichtigt werden. Finanzierung Trainerakademie: Aktuell 260.000 Euro Sockelfinanzierung. Bundesrechnungshof hat gefordert, Finanzierung der TA noch stärker bedarfsgerecht sicherzustellen. Von 2008 auf 2009 Mittel für Aus- und Weiterbildung: 280.000 auf 490.000 Euro gestiegen.

Peter Rauen (CDU)

Da wo wir dezentral arbeiten, sind wir weniger erfolgreich.

Erinnert an Japaner, nachdem die 2004 in Athen so erfolgreich waren, haben wir uns das angeguckt.

(Sportausschuss-Mitglieder waren in Japan. Die Ausführungen sind etwas verworren, wenn ich es recht verstanden habe, glaubt Rauen, man müsse nur zentraler arbeiten und ein bisschen rigoroser vorgehen, dann wird das schon. Oder so ähnlich. Jedenfalls führt er immer wieder den Vergleich Wintersport/Sommersport vor, vergisst da aber offenbar, dass es sich bei den erfolgreichen deutschen Wintersportlern fast nur um Sportsoldaten handelt, die in Disziplinen erfolgreich sind, in der es teilweise keinen wirklichen weltweiten Wettbewerb gibt.)

Peter Danckert (SPD)

Man darf nicht nur Steuermittel erwarten, sondern muss dafür auch ein schlüssiges Konzept bieten!

Wenn es dem Sport nicht gelingt, hier Abhilfe zu schaffen, dann weiß ich nicht, wie wir dem Parlament gegenüber diese Ausgaben rechtfertigen sollen. So wie sich diese Baustelle im Moment darstellt, kann sie nicht bleiben.

Zum Teilergebnis der Studie, dass fest angestellte Trainerinnen im Schnitt 1000 Euro weniger verdienen als Trainer, sagt er: „Ich finde es skandalös. Ich bitte, das Ministerium hier einen Ausgleich zu schaffen!“

Dagmar Freitag (SPD, DLV) bittet Vesper, ihnen das Konzept kurzfristig zuzuleiten. (Wie gemein: Gibt es eins?)

Winfried Hermann (Grüne)

Frage der Zentralisierung in einem föderalen System, leichter gesagt als getan. Sport ist das Zerrbild der Föderalisierung. Wir müssen neue Kompetenznetzwerke aufbauen.

Michael Vesper (DOSB, Grüne)

Konzentration: Wintersport ist auch deshalb erfolgreicher als der Sommersport, weil die Zentren konzentrierter sind. Das sei alles nicht so einfach. Nennt große Leistungszentren: Kienbaum, Warendorf, Wiesbaden (Schießen). „Aber unsere Athleten machen doch in aller Regel noch etwas anderes.“ Meint: Berufliche Ausbildung.

Ein entscheidendes Problem: was Bundestrainer und Sportdirektoren vorgeben an modernsten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen muss durch die Heimtrainer umgesetzt werden. Diese Verbindlichkeit versuchen wir hinzukriegen.

Nicht einen Trainer mit 50.000 Euro prämieren, sondern im Grunde genommen an den Verband die 50.000 Euro zu geben. Wir arbeiten seit Gründung des DOSB an einem stärkeren wissenschaftlichen Verbundsystem Leistungssport.

(Was einige Wissenschaftler im Raum mit Raunen und Grinsen quittieren. Haben sie etwa davon noch nichts gemerkt? Oder malt Vesper sich die Wirklichkeit schön?)

Im Prinzip war’s das, bis auf wenige Anmerkungen sollten die wichtigsten Passagen der Diskussion erwähnt sein. Frage jetzt nur niemand nach Schlussforderungen oder einem Ergebnis der Anhörung. Mal sehen.

Thomas Seeholzer #1

> Das europäische Pendant ACSS (habe die
> Abkürzung möglicherweise falsch verstanden)

sollte wohl ECSS heißen (European College of Sport Science)

J. Mester ist da Gründungsmitglied und war auch schon mal Präsident.
Sitz in Köln (wie auch Mesters Sporthochschule)

http://www.ecss.de

Jens Weinreich #2

Merci. Wusste doch, dass mir das schnell jemand erklärt :)

David #3

>Buttom-up-Initiativen

Wohl eher bottom-up, oder?

Jens Weinreich #4

Ja. Wohl eher :)

Ralf #5

Auch in Österreichs Sportausschuß gibt es Doping-Diskussionen…

ots: Doping-Chaos: BZÖ-Westenthaler beruft Sportausschuss ein

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