Rudolf Scharping sagt …

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Der BDR-Präsident hat heute offenbar eine Pressekonferenz gegeben, in der er sich wohl auch zur Diskussion des Bundestags-Sportausschusses geäußert hat, die hier im Blog umfassend wiedergegeben wird. Der BDR-Präsident wird nun u. a. so zitiert:

Mit welcher Leichtfertigkeit manche Menschen für eine Schlagzeile Existenzangst in das Leben anderer bringen, das halte ich für völlig unverantwortlichen Populismus. Ich habe ja schon einiges erlebt, aber auf dem Rücken von unbeteiligten Dritten Schlagzeilen und Propaganda zu machen, halte ich für nicht verantwortlich.

Ach Gottchen. Populismus? Propaganda? Wer verfolgte einst die Tour de France im Begleitfahrzeug des Team Telekom? Und wer schrieb einst in Bild

… am 28. Juli 1997 …

Wir haben das beste Team der Welt gesehen

Der größte Erfolg in der Geschichte des deutschen Radsports – jetzt ist er perfekt. Gratulation! Jan Ullrich gewinnt die Tour de France, Erik Zabel verteidigt als erster Deutscher das Grüne Trikot. Team Deutsche Telekom gewinnt erstmals die Mannschaftswertung. Gratulation! Rolf Aldag, Udo Bölts, Christian Henn, Jens Heppner, Giovanni Lombardi und Georg Totschnig haben geschuftet für den Erfolg. Sie wurden von Stürzen gebeutelt, waren zum Teil schwer verletzt, haben sich durchgebissen und nie aufgegeben. Das ist die Grundlage für die beste Mannschaft der Welt. Gratulation! Bjarne Riis, der Vorjahressieger, war schon während der 1. Etappe in einen Massensturz verwickelt, war verletzt und krank, wurde zusätzlich von technischen Defekten geplagt – Riis hat sich gequält wie die anderen, hat seine große Erfahrung und sein ganzes Können in den Dienst der Mannschaft gestellt. Ein wahrlich großer Sportler.

Gratulation! Walter Godefroot, Rudy Pevenage und Frans van Looy, früher selbst erfolgreiche Rennfahrer und heute die sportlichen Leiter des Team Telekom, haben die Mannschaft aufgebaut, ruhig und konsequent gearbeitet und das große Ziel erreicht. Gratulation! Erik Zabel hat erneut das Grüne Trikot des besten Sprinters gewonnen und – anders als seine Sprintkonkurrenten – für die Mannschaft auch Führungsarbeit geleistet. Er ist in den Bergen nicht abgesackt. Gratulation! Der Sieg von Jan Ullrich ist eine gewaltige Leistung. Über der Eleganz seines Fahrstils könnte man fast vergessen, wie außergewöhnlich die Leistungen des 23jährigen Weltklasse-Athleten sind. Ein Sieger, mit dem man sich leicht und gerne identifiziert, dem viele Jugendliche nacheifern.

Hoffentlich ist diese Begeisterung dauerhaft. Alle können dafür etwas tun. Radsport ist auf öffentliche Straßen angewiesen, also auf Verständnis und Rücksichtnahme. Und Sport bietet vielen Jugendlichen die Vorbilder, den fairen Wettkampf, Selbstvertrauen und soziale Integration. Am Sport sollten wir also nicht sparen, weder an Geld noch an Aufmerksamkeit. (…)

… am 23. Juli 2001 …

Ullrich hat auch gewonnen

Bravourös gekämpft, alles gegeben, Respekt und Sympathie gewonnen – die Tour aber hat Jan Ullrich fast sicher verloren. Ist das eine große Enttäuschung? Nein, denke ich, denn so ist Sport – mit seinen faszinierenden Kämpfen, den höchst spannenden und anstrengenden Etappen der Tour de France. Die wird von Lance Armstrong dominiert. Der Amerikaner ist der völlig aus trainierte, auf den Punkt fitte, mental und physisch komplette „Tourminator“.

Jan Ullrich wird, so hoffe ich, noch einige Jahre die großen Rundfahrten bestreiten. Er kann kämpfen, kann gewinnen, bringt absolute Weltklasse – und sollte mit deren Mobilisierung frühzeitiger vor der Tour beginnen. Und seine Leistung auch testen in der Härte einiger Rennen. Einer ist diesmal einen Tick besser; aber den kann er schlagen, wenn er das langfristiger anlegt.

Keiner wird vergessen, dass Ullrich bei fünf Tour-Teilnahmen einmal gewonnen und viermal auf dem Podium gestanden hat. Eine ungeheure Leistung dieses menschlich so angenehmen Weltklasse-Sportlers.

… am 10. Juli 2005 (in BamS) …

Jetzt weiß ich, Jan kann Armstrong schlagen

Seit gestern weiß ich: Diese Tour wird spannend wie lange nicht. Wir erleben ein ganz anderes T-Mobile- Team. Die Mannschaft um Jan Ullrich agiert, statt wie in der Vergangenheit nur zu reagieren. Schon am ersten ernstzunehmenden Anstieg in diesem Jahr forderten sie Lance Armstrong und sein Discovery-Channel-Team heraus. T-Mobile hat ein Zeichen gesetzt. (…)

Ich verbrachte die letzten Tage bei der Tour. Jan Ullrich machte einen sehr guten Eindruck auf mich. Er liegt zwar noch hinter den Erwartungen zurück. Man kann nicht beweisen, ob der Unfall am schwachen Einzel-Zeitfahren schuld war oder nicht. Mir erscheint es aber wahrscheinlich. Die Stimmung im Team ist seit dem starken Mannschaftszeitfahren prima. Sie hat sich gestern noch verbessert. Man hat gesehen, in welch guter Form Alexander Winokurow fährt. Für mich ist aber Jan Ullrich der einzige T-Mobile-Kapitän – mindestens bis Mittwoch nach den anstehenden schweren Alpen-Etappen. Er kann Armstrong noch schlagen und diese Tour gewinnen, wenn er sich nicht mit Alexander Winokurow gegenseitig Konkurrenz macht. (…)

Als BDR-Präsident stelle ich mit Freude fest, daß es mit Ausnahme des ersten schwarzen Samstages für die Deutschen sehr gut läuft.

Es läuft jetzt nicht mehr so gut für die Deutschen, für den BDR-Präsidenten und überhaupt. Aber soll man das alles etwa ernst nehmen?

Hannnns #1

Herr Weinreich, Sie sind wie ein Elefant – und das ist wunderbar. Köstlich, der Rudi!

Aber: Ich hatte Sie ja letztens nach eingefrorenen Dopingproben von großen Fußballturnieren gefragt … Ist Ihnen da bekannt, ob es die gibt und ob diese bsp. auf CERA getestet werden sollen? Die Ausdauerleistungen einiger EM-Teilnehmer wurden in diesem Jahr schließlich ausgiebig bestaunt.

Jens Weinreich #2

Ich wusste, dass Hannnns noch mal drauf zurückkommt. Die Antwort ist: Ich weiß es nicht.

Die Uefa behauptete am 2. Juli 2008:

UEFA has announced that the doping tests for UEFA EURO 2008™ were all negative. In the testing programme, a total of 286 urine and blood tests were conducted by UEFA doping control officers, and the fact that tests proved to be negative is, says UEFA, „good news for football“.

Systematic blood controls
UEFA took an important step in the fight against doping by introducing systematic blood controls, in addition to urine doping controls, during UEFA EURO 2008™. Before the start of the final tournament in Austria and Switzerland, and during the weeks of preparation, all 16 teams were tested – totally unannounced. Ten players per team were drawn, which meant that a total of 160 players were tested out-of-competition. The World Anti-Doping Agency [WADA]-accredited laboratory of Seibersdorf near Vienna then analysed all samples (both blood and urine) and all the results proved negative.

Final tournament
Then, during the finals, players were selected at all 31 matches and tested. Two players per team were randomly drawn to undergo the doping control and, in addition, some players were target tested. The WADA-accredited laboratory of Lausanne analysed all the samples (both blood and urine) and again all results were negative.

Detection methods
No sports federation has gone so far with detection methods such as those used at UEFA EURO 2008™. All the usual prohibited substances and methods were searched for in urine tests – stimulants, anabolic steroids, diuretics, corticosteroids and erythropoietin (EPO). In addition, IRMS (isotope ratio mass spectrometry) was conducted on all samples collected in competition, which is a method that allows testers to identify whether a substance found is endogenous (produced by the body naturally) or exogenous (not capable of being produced by the body naturally).

Prohibited substances and methods
Thanks also to the actual detection methods used for the blood testing, further prohibited substances and methods can be detected, such as blood transfusions, artificial haemoglobin (HBOC), and human grow hormone (hGH). The current method for detecting human growth hormone was accepted by WADA shortly before UEFA’s out-of-competition programme began, and was therefore something of a ‚world premiere‘ for UEFA. All results will be communicated to WADA in preparation for the Olympic Games of Beijing, where this method will also be used.

World-class work
Dr Michel D’Hooghe, chairman of the UEFA Medical Committee, said after his visit to the WADA-accredited laboratory in Lausanne: „I was impressed, not only by the high-class equipment the laboratory uses, but also by the impressive range of examinations they can do in a short period of time. Everything is done in 24 hours. The work done here is world-class.“

Meldung vom 22. September 2008:

The 2008/09 season will see UEFA continuing its drive to keep European football free of drug-taking, with doping controls taking place in all of its competitions – including out-of-competition controls at the 32 clubs participating in the UEFA Champions League.

Two test positive
In the 2007/08 campaign, 2,027 doping controls were conducted in all UEFA competitions, including youth and women’s events. EPO – the substance deployed to increase endurance and physical strength – was analysed in 1,380 samples. A total of 637 out-of-competition controls were conducted, representing around a third of the doping controls during the whole season. Two players tested positive – one for cannabis at Under-19 level, and one for anabolic steroids in the UEFA Cup. In the latter case, the player in question, defender Alban Dragusha of Albanian club KS Besa, was suspended for 24 months.

EURO tests
At this summer’s UEFA EURO 2008™ tournament, a total of 274 players were tested in-competition, including 126 at all of the 31 matches during the final round in Austria and Switzerland. In addition, 160 players were tested in the weeks prior to the event. All of these players, both before and during the tournament, were urine and blood-tested. The tests included systematic controls for EPO, human growth hormones, blood transfusions and synthetic hormones.

UEFA Champions League
A total of 793 UEFA Champions League players were tested last season, including 698 EPO tests. As in the previous season, out-of-competition controls were carried out on players from all 32 teams in the 2007/08 UEFA Champions League group phase. The UEFA doping control officers (DCOs) made a total of 48 visits, with ten players being tested on each visit. UEFA will intensify co-ordination with world football’s governing body FIFA and the national anti-doping organisations in order to conduct intelligent and effective testing.

Education sessions
One-hour educational sessions took place with each of the 28 teams who qualified in the four final tournaments at youth level (Under-19, Women’s U19, U17 and Women’s U17). An interpreter was present to translate simultaneously into each team’s mother tongue, as UEFA emphasised anti-doping messages such as the health risks of doping, possible traps and the risks to a player’s career.

E-learning module
An e-learning anti-doping module is featured as part of the Training Ground football education platform on UEFA’s website, uefa.com, and is now available in English, French and German. This module is addressed not only to amateur footballers, but also to professional players, coaches and/or doctors. The objective is to learn and/or teach in a fun and interactive way, while keeping the information simple and basic.

Stars‘ message
The anti-doping e-learning module contains videos with players such as Ronaldinho transmitting the anti-doping message to other players („Be clean – be part of my team“), while various scenarios can be watched and listened to. Five different sections were identified in order to adapt the information according to the visitor: players aged from ten to 12 years, players aged from 13 to 15 years, players aged 16 and above, professional players and coaches/players.

Please click on this link to see the Demo of this education platform: http://elearning.uefa.com/ADPresentation/
To access the Anti-Doping Education web-based platform on Training Ground, go to http://elearning.uefa.com/

Hannnns #3

Trotzdem danke. Ich habe mich übrigens gefragt, ob Sie an dem Beitrag in der aktuellen „Message“ über das langsame Sterben der „Berliner Zeitung“ auch in irgendeiner Form mitgewirkt haben. Und warum Matti Lieske nicht bloggt, aber das nur Rande …

Jens Weinreich #4

Fürs Protokoll eine Meldung von heute:

Das Radsport-Team Lübeck erhält am 12. November in Berlin das „Grüne Band für den Anti-Doping-Sonderpreis 2008“. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Dresdner Bank und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für besonderes Engagement in der Doping-Prävention bei Kindern und Jugendlichen verliehen.

Am 12. November tritt BDR-Präsident Scharping vor dem Sportausschuss auf. So ein Zufall aber auch.

Dazu auch FR: Grünes Band bald gelb?

Ralf #5

Um dies ebenfalls klarzustellen:

Das Radsport Team Lübeck erhält das Grüne Band für seine erfolgreiche Dopingprävention:
http://www.cycling4fans.de/index.php?id=4167

Vom BDR gab es für dieses Projekt leider nicht immer Unterstützung…

Lucynodop #6

Bei der WM vor meiner Haustür wird nicht gedopt und die Scherpe ist auch nicht dabei ;o) LG aus der Schweiz

Berlinerin #7

schön, wie Bjarne Riis darauf achtet, daß seine fahrer während der vuelta drogenfrei bleiben.

Ralf #8

Andreas Burkert in der SZ: BDR-Delegierte wählen Pfab ab – Gegen Scharpings Vize

Pfab, zwischen 1997 und 2007 im Verband als Schatzmeister für die Finanzen zuständig, hatte Scharping gegen Vorwürfe eines unzureichenden Anti-Dopingkampfes stets verteidigt.
[…]
Scharping deutete intern an, in zwei Jahren wieder kandidieren zu wollen.

Ralf #9
Ralf #10
Ralf #11

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