gesagt ist gesagt: zur WM 2010 in Südafrika

Hans Klaus, originaler PR-Schweizer des Fußball-Weltkonzerns Fifa, ist in Sachen WM 2010 unterwegs. Alles paletti da unten in Südafrika, behauptete er am Dienstag auf einer Werbeveranstaltung der südafrikanischen Botschaft in Berlin:

„Es ist ganz klar, dass wir grünes Licht aufflackern lassen können. Es steht wirklich gut.“

Ich sage: „Grüezi Herr Klaus“, dann lassen Sie es mal schön flackern!

Der Boss vom Herrn Klaus, der Blatter Sepp aus Visp, erklärte übrigens kürzlich dem Sonntags-Blick, die Schweiz werde sich ganz gewiss für die WM qualifizieren:

„Ich würde die Schweizer Hotelzimmer für die WM in Südafrika schon heute buchen.“

19 Gedanken zu „gesagt ist gesagt: zur WM 2010 in Südafrika“

  1. Vor der WM: Südafrikas Jugendbanden werden mit Schweizer Offiziersmessern ausgestattet.

  2. Jens Weinreich

    Kleiner Nachtrag zum Schweizer Militär, das Sepp ja im Range eines Obersten führt. Im Juni 2007 erzählte der Oberst Roger Köppel von der Weltwoche:

    „Das Militär hat mich begeistert. Ich wollte weitermachen, wurde Offizier, spielte mit der Idee, Heerführer zu werden.“

    Aber:

    „Genauso gerne wäre ich Pianospieler geworden.“

    Wenn ich schon mal dabei bin, gleich noch ein paar Köstlichkeiten vom Sepp im Banne der Dämonen aus jenem Gespräch:

    „Der kleinste entscheidende Nenner ist der Ball. Das ist die Faszination. Der Ball hält alles zusammen. Wer den Ball hat, ist der Chef.“

    „Der Ball ist das Objekt der Begierde, eine Art Erdball. Tief verwurzelt im Menschen ist der Drang zu kicken. (…) Ich gehe so weit zu sagen: Im Spiel mit dem Ball werden selbst religiöse Unterschiede und Spannungen überwunden. Der Ball ist ursprünglicher. Wir haben es mit tiefen menschlichen Regungen zu tun.“

    „Es gibt Leute, die hetzen gegen mich. Das ist mehr als Eifersucht und Neid. Bei einigen ist das Hass. Aber es hält mich nicht auf, obwohl Hass stärker ist als Liebe. Hass ist kalt, ist Wasser, und Wasser tötet Feuer. Wo Hass züngelt, muss man den Glauben an sich selbst bewahren. Ich bin ein gläubiger Mensch. Ich glaube, dass es gut kommt.“

    „Die Fifa pflegt, wie die Kirche, ein kulturelles Gut. Ball und Spiel. Es ist keine aristokratische Sache. Wir sind aber auch keine Demokratie. Wir suchen nicht den totalen Konsens. Alles basiert auf der Ideologie des Balls.“

    „Der Unterschied zwischen Uno und Fifa besteht darin, dass die Uno Resolutionen abfasst, während wir konkrete Projekte starten. Wir bauen etwas, wir bewegen etwas. Das geht direkt.“

    „Jeder Mann hat eine Aufgabe zu erfüllen, anhand seiner Ethik und Moral. Er muss die Auf­gabe, die er sich selber stellt oder die ihm das Leben stellt, richtig erfüllen, und er muss wis­sen, dass die Aufgabe richtig ist.“

  3. „Im Spiel mit dem Ball werden selbst religiöse Unterschiede und Spannungen überwunden. Der Ball ist ursprünglicher.“

    Da hat der gute Sepp aber noch nie ein Spiel der F-Jugend gesehen. Dabei gehen sich ja selbst Fußballmütter an die Gurgel, die aus einem Dorf kommen und mit demselben Pfarrer beten.

    Kurze Frage, vielleicht habe ich das auch verpasst in diesem Blog: Hat sich Blatter denn mal parteipolitisch engagiert? Oder ist bekannt, wen er wählt?

  4. Nur ein Freud’scher Verleser, aber als ich gerade diesen Eintrag sah las ich zunächst:

    Hans Klaus, originaler PR-Schwätzer des Fußball-Weltkonzerns Fifa …

  5. Sehr, sehr schade, dass ein Schweizer bei uns mutmaßlich kein Bundespräsident werden kann. Dann ließe sich das mit dem parteipolitischen Engagement nachholen. UDIOCMs Partei FDP hat noch keinen Kandidaten …

  6. ha, ich muss doch sehr bitten. Bringen Sie den Mann nicht auf solche Ideen. Er liest doch mit oder lässt mitlesen (Grüezi, Herr Klaus!). Ein solch raffinierter, äh, kluger Mann wie Herr Blatter kann auch Bundespräsident werden.

    Aber dann gäbe es jeden zweiten Tag Volkstänze, weil sich doch alle so lieb haben. Sie wissen schon, ha: Alle eine große Familie. Igitt.

  7. Okay, war nicht so gemeint: Ehrlicher ist besser. Das „menschliche Antlitz des Sozialismus“ (FAZ). So was wie das Eckige am „kleinsten entscheidenden Nenner“, dem Ball …

  8. ha, das haben Sie gut formuliert. Eigentlich verdribbeln wir mit der Politdiskussion gerade irgendwo in Höhe der Auswechselbank, fernab vom eigentlich Spielgeschehen. Aber nach diesem gekonnten Schlenker („So was wie das Eckige am “kleinsten entscheidenden Nenner?, dem Ball …“) kann sich Herr Weinreich auf den Kopf stellen.

    Wenn er mich vom Platz nimmt, mach ich den Kuranyi.

  9. Und ich den Ballack: verletzt, aber nur an der Wade, jederzeit wieder bereit zur „Zusammenkunft“, wie Klaus Gruetzi sagen würde. Macht er aber nicht, der Herr Weinreich. Hat ja das Motto von Herrn Hu da oben stehen … Und es ist noch etwas Zeit, den „totalen Konsens“ zu diskutieren, vor dem Hintergrund der noblen Migrationsbemühungen nach Südafrika.

  10. überraschende wende im fall „hotelbuchungen“ für die schweizer nationalmannschaft. griechenland grandios auswärts den sepp gezeigt. allerdings ist noch unklar, welche zimmer in welchem hotel, aber vor allem: in welchem land.

  11. Jens Weinreich

    Habe es auch mitbekommen und mir die Tore sogar angeschaut. Zunächst mit Grausen, wegen dieses Blogeintrags, dann aber entschied ich mich, die Sache positiv zu betrachten: Lieber die Schweiz bei der WM und Sepp im Glück als einmal mehr Rehakles bei einem großen Turnier zu erleben. Geht das so in Ordnung?

  12. Also der Fernsehreporter im Schweizer Fernsehen meinte gestern: „König Hitzfeld gegen General Rehagel“. So schnell wandern Adelstitel von einem Trainer zum andern. Was die WM-Quali betrifft: Mein Fussball-Sachverstand sagt ja, mein Gefühl tendiert eher auf Barrage. Ich und Sepp, wir werden noch eine Menge zittern ;-)

  13. Jens Weinreich

    Barrage? Ist es, wie ich vermute, Relegation?
    Ich sage nur: Istanbul!
    Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich in derselben Sitzung der – Achtung, Witz! – Fifa-Ethikkommission zur persona non grata erklärt wurde, in der Fatih Terims Entgleisungen beim Barrage-Spiel gegen die Schweiz auch verhandelt wurden? Darauf bilde ich mir was ein :))

  14. ich finde, „persona non grata bei der fifa“ ist ein so schöner titel, den solltest du dir in deine ordensvitrine hängen. da kann blatter noch so hecheln, die auszeichnung hast du ihm voraus!

    wie kam es denn dazu?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.