„Goldener Zehn-Punkte-Plan zum Schutz des Dopings“

Ich habe hier an verschiedenen Stellen immer mal erschrocken festgestellt, wie viele Jahre man nun schon dieselben Geschichten schreibt und dieselben Themen beackert. In diesem Sinne, ein kleiner Quiz zum besinnlichen Wochenausklang. Es folgt ein „Goldener Zehn-Punkte-Plan zum Schutz des diskreten Anabolismus“, wie er einst von den Verfassern genannt wurde. Wer sich die Mühe macht und die zehn Punkte – die ich minimal redigiert habe – aufmerksam studiert, muss unweigerlich glauben, es handele sich um eine Standortbestimmung des Olympiajahres 2008.

Meine Fragen: Wer hat das geschrieben? Und wann?

  1. Aussitzen.
  2. Ruhe, Gelassenheit, keine Emotionen. Es sei denn gegen Störenfriede, Selbstbezichtiger, Nestbeschmutzer, Wahrheitsfanatiker und Moralisten – also Dopinggegner.
  3. Gründung vertraulicher Kommissionen, die außer allgemeinen Feststellungen und Pressemeldungen schon nichts zustande bringen werden, das Staats- und Sportsräson gefährden könnte.
  4. Hearings vor dem Sportausschuss des Bundestages, möglichst als geschlossene Gesellschaft von Duldern und stillen Teilhabern des Dopings.
  5. Viele Anti-Doping-Grundsatzerklärungen (grundsätzlich unverbindlich), das bringt wieder Ruhe ins Volk.
  6. Tägliche Pressemeldungen über viele negative Dopingkontrollen.
  7. Bundesverdienstkreuze, silberne Lorbeerblätter und anderes staatliches Suppengewürz für verdiente Mitglieder der geheimen Dopingfamilie.
  8. Öffentliche Gruppenbilder. Bundespräsident/Bundeskanzler/Bundeskanzlerin stellen sich vor die gedopten Sportler.
  9. Verwirrspiele mit Sportgerichtsverfahren.
  10. Die Sportjournalisten. Kameraleute des Fernsehens werden bspw. instruiert, bei Nahaufnahmen von Spitzensportlerinnen verräterische Steroid-Akne zu vermeiden.
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42 Gedanken zu „„Goldener Zehn-Punkte-Plan zum Schutz des Dopings““

  1. Jens Weinreich

    No. Leider knapp daneben. Und der Autor? Ich habe das Sportgespräch noch gar nicht gehört, hole ich als Podcast nach. Wer hat denn über zehn Gebote gesprochen?

  2. oh… wenn ich das mal so spontan wüsste (patrick sinckewitz (oder so ähnlich) war jedenfalls auch da, der hats aber nicht gesagt) – da hätte ich wohl doch besser mit mehr als nur einem halben ohr zuhören sollen
    (von 1o geboten im (anti-)doping-kontext war jedenfalls sicher die rede)

  3. Jens Weinreich

    Bleibt nun doch klar daneben. Das knapp von vorhin ziehe ich zurück :)

  4. Jens Weinreich

    Sehr witzig. Sagen wir’s mal so: Ich krame zwar gern alte Texte raus. Aber so selbstverliebt, dass ich daraus dann ein Rätselchen mache, bin ich doch noch nicht.

  5. Eine unbekannt gebliebene intelligente Person aus dem DDR-Sport in einer Geheimanleitung zur Überlebensstrategie „unter neuen gesellschaftlichen Bedingungen“? VVS 11/89, Kapitel 4: „Statt Kreischa – öffentliche Sitten und Gebräuche bzgl. UM in der BRD“
    (Der Knigge wurde dann nicht gebraucht, klappte untereinander auch mit Klartext.)

  6. „Statt Kreischa“, weil der Verfasser, eventuell IME (Experten-IM) „Otto Fleck“, nur ungenügenden Zugang zur Schwarzwaldklinik Freiburg hatte …

  7. Ich tippe auf Leichtathletik-Funktionäre, nach irgendeinem Doping-Ding innerhalb des DLV (Baumann, Schumann, …).

  8. …handout für den umgang mit der öffentlichkeit respektive medien…

    …herausgegeben vom bund deutscher radfahrer … allerdings ostdeutscher bund der radler – aus dem jahre 1982 …

    na?

  9. Ich ziehe Gienger zurück, hatte philipps Kommentar zu spät auf dem Schirm. Täve Schur wird’s ja wohl nicht gewesen sein; diese Eloquenz und Schläue traue ich ihm nicht zu.

  10. Meine Ausgangsvermutung: Herr Weinreich hat einen „red hering“, also eine falsche Fährte gelegt (JW: „minimal redigiert“). Also mein Tipp: Herkunftsland: USA, Leichtathletik, Mitte bis Ende der 90er Jahre.

  11. Jens Weinreich

    Ich sorge mich um meine Leser. Kein kriminalistisches Gespür. Zwei Tipps: Neunziger Jahre. Es ist keine Übersetzung.

  12. Kurze Regelfragen, ehe ich das Rätsel löse: Steht schon fest, wer am Ende dieses Wettkampfs zur Dopingkontrolle muss? Wird gelost – oder muss nur der Sieger sein Pipi abgeben? Und falls ich merkwürdige Pipiwerte aufweisen sollte, lässt sich das im Nachhinein irgendwas verschleiern, äh, deixeln?

    Dass die Soko Doping/Weinreich so blöd aussieht, liegt vielleicht daran, dass der einzige Zeuge widersprüchliche Angaben macht.

  13. Jens Weinreich

    Widersprüchliche Angaben? Keinesfalls. Das müsste man mir erstmal nachweisen. Ich habe sehr korrekt abgeschrieben und, wie gesagt, minimal, also ganz normal redigiert. Die Hilflosigkeit meiner Kundschaft könnte natürlich auch am recht niedrigen Durchschnittsalter der Kundschaft liegen.

  14. In jedem Fall eindrücklich, wie lange der 10-Punkte-Plan funktioniert hat. Ich habe gerade „Doping in der BRD“ von Budzisch et al. (1999) gelesen. Im Endeffekt wurden bereits in den 1970er Jahren im Deutschen Bundestag dieselben Diskussionen geführt wie heute…

  15. 1991. Will aber nicht zur Dopingkontrolle, zu riskant. Gibt hier sowieso nüscht zu gewinnen. Hat auch damals keine Tantiemen gegeben von den Öffentlich-Rechtlichen. Dabei handelt es sich, ganz klar, um die gebündelte Formulierung von deren Vereinbarungen mit Verbänden zum Inszenierungsrahmen sportlichen Geschehens zwecks unermüdlicher Erfüllung des Bildungs- bzw. Unterhaltungsauftrags …

  16. Jens Weinreich

    Du bist im richtigen Jahrtausend, aber – noch ein Tipp – auf der falschen Seite der ehemaligen Sektorengrenze.

  17. Hat es was mit dem gestrigen Fernsehpreis zu tun, ich sag mal: Euro–ort? -iggi H-inri-h?

    Komm im Moment nicht weiter; meine Frau wurde gerade an der Grenze verhaftet – wegen der Medikamente für Omi Weiß jemand, wie man schnell an Amphetamine für sie kommt?

  18. Jens Weinreich

    Mmh, jetzt verstehe ich, warum ich widersprüchlicher Angaben bezichtigt wurde. Habe im Beitrag was durchgestrichen. Irrtümlich Plural verwendet, wo Singular angebracht gewesen wäre. Es ist, nun ja, eine Verfasserin.

  19. @Christoph Wesemann
    Also: Nicht über Teamchefs von Rennställen, die wissen nichts über Amphetamine. Kann nicht die andere Omi kurzfristig aushelfen?

  20. Dann bleibt ja fast nur Frau B.!? In ihrem Springer-Buch konnte ich allerdings nichts finden… ;-)

  21. Ungerecht, wettbewerbsverzerrung. Da haben sich einige Nutzer mehrfach mit Lösungsvorschlägen beteiligt. Gibts hier keine „10-Punkte-Blog-rätsel-Regeln“?!?! Unabhängige Kontrollen? chaperones? Wie lange wird dieses BLOG gespeichert? 8 Jahre?

  22. @cw
    Das freut mich, danke, auch weil ich daraus folgere, dass die andere Omi noch bei guter Gesundheit ist. Hatte nämlich ursprünglich dazu sagen wollen, dass, selbst wenn sie schon das Zeitliche gesegnet haben sollte, es dennoch aussichtsreicher wäre, dort nachzufragen als einem Teamchef.
    Und keine Sorge wegen der Verhaftung: Wenn Ihre Frau nur den halben Kofferraum beladen hatte, fällt das unter „geringe Mengen“. Dann ist sie bald wieder frei. Wenn der Zugriff über deutsche Grenzer erfolgte. Viel Glück!

  23. Jens Weinreich

    Okay, fast hätte ich’s verpasst.

    The Winner is: RALF.

    Herzlichen Glückwunsch!

    Tatsächlich war es Brigitte Berendonk, im Vorwort ihres Buches „Doping Dokumente – von der Forschung zum Betrug“ aus dem Jahr 1991 hat sie diesen Zehn-Punkte-Plan formuliert. (Seiten X und XI in der Hardcover-Ausgabe mit dem grünen Einband.)

    Eine Belohnung gibt es für Ralf auch gleich: Einen neuen Blogeintrag. Das ist doch was?!

    Und Trebor: Ich verspreche zum hundertsten Mal hoch und heilig, Deinen Preis für den ersten Wissenstest demnächst einzutüten. Es liegt alles hier im Regal links neben mir.

  24. Danke für die Blumen, Jens! Irgendwie ist mir die Liste bekannt vorgekommen. Daß ich gestern den Springer-Band extra in die Hand genommen und trotzdem nichts gefunden habe, spricht allerdings nicht gerade für mich! :-(
    Allerherzlichsten Dank aber natürlich für den neuen Doping-Blog-Eintrag! ;-)

  25. Ich bitte darum, irgendwelche Preise an den vermeintlichen Sieger Ralf noch nicht zu verteilen. Ich rufe das Bloggericht an. Nur so viel: Der Wettstreit wurde von offizieller Seite manipuliert. „Irrtümlich Plural verwendet, wo Singular angebracht gewesen wäre.“

    Trotzdem beglückwünsche ich natürlich erstmal Ralf und bereite mich intensiv auf die Neuansetzung vor.

  26. Außerdem war im Original-Plan von Frau Berendonk an keiner Stelle von einer Bundeskanzlerin die Rede! ;-))

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