Peking, Tag 21

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11.38: Es regnet in Peking. Und wie. Sehr schön, das bringt Abkühlung nach all den heißen Vorführungen. Pekings Busfahrer aber haben kein Erbarmen. Sie drehen die Heizung auf wie im tiefsten mandschurischen Winter. Komme also gut durchgegart ins MPC.

12.17: Nimmt denn das kein Ende? Natürlich nicht. Diesmal schimpft die Potsdamer Geherin Melanie Seeger über die olympischen Zustände. Laut Deutscher Presse-Agentur Im Fernsehinterview sagt sie nach ihrem 23. Platz über 20 Kilometer:

„Ich habe hier das unfairste Rennen meiner Karriere erlebt. Die Spitze kann Zeiten gehen, da können wir trainieren, so viel wir wollen. Ich kann es nicht fassen. Das ist einfach nur traurig. Ich hoffe, dass die große Bombe platzt und wir unsere Chance bekommen.“

Die Siegerin Olga Kaniskina aus Russland komme „aus einer Trainingsgruppe, wo die Hälfte gedopt ist“. Was wird wohl das jüngste deutsche IOC-Mitglied dazu sagen, der DOSB-Präsident, der diese Spiele doch quasi als größte kulturelle Errungenschaft seit Errichtung der Pyramiden preist.

12.41: Auf Wunsch eines einsamen Lesers: Ein Zahnspangenfoto. Ist zwar nur vom Monitor im Stadion abgeknipst, aber egal. Das ist Shelly-Ann Fraser. Trügerisch.

16.20: Ich muss mir was einfallen lassen. Kann denjenigen, der hier im Blog nur „jüngstes deutsches IOC-Mitglied“ genannt wird, nicht mehr so bezeichnen. Denn am Wochenende wird Claudia Bokel für acht Jahre vereidigt im IOC. Sie zieht als Athletensprecherin ein, bekam die drittmeisten Stimmen. Die IOC-Öffentlichkeitsarbeiter sind leider so lahm und unprofessionell, dass ich nicht auf eine Pressemeldung auf der IOC-Webseite verlinken kann. Nun ist also Claudia Bokel das jüngste deutsche IOC-Mitglied. Ich könnte sie künftig „die Fechterin“ nennen oder auch Claudia Bokel. Ihren Vorgänger könnte ich als „den Fechter“ bezeichnen. Mal sehen. Wir werden alle miteinander noch viel Spaß haben. Versprochen. Das hier ist Anita Defrantz (USA) mit dem Ergebnis der Athletenwahlen:

16.25: Wieder mal ein Link zu meinem Lieblingsprofessor Gunter Gebauer. Wer rechts oben die Suchfunktion benutzen sollte, kann zwei, drei Beiträge zu ihm finden, auch ein DLF-Gespräch, an dem ich kürzlich teilnehmen durfte. Heute äußert sich Gebauer im FAZ-Gespräch „Peking zeigt: traut euren Augen nicht“ u. a. zu Usain Bolt:

Was Bolt gemacht hat, ist kein Falschspiel. Das ist der Hinweis darauf, dass er in eine neue Sphäre entrückt ist, aufgestiegen in etwas Übermenschliches. Dann haben wir den perfekten Homunculus, der weit über das hinaus geht, was Phelps uns zeigt. Bei ihm kann man Anzüge und Wenden heranziehen. Und: Phelps hatte seine leibhafte Mutter dabei. Als Philosoph interpretiere ich das als seinen Beweis, dass er ein normaler Mensch ist. Er ist aus diesem Mutterbauch hervorgegangen, er hat eine füllige Mutter und zwei stämmige Schwestern, das ist seine wirkliche Herkunft, sein biologischer Stammbaum. Der ist bei Bolt nicht mehr zu erkennen.

16.40: Und noch ein Zitat. Nicht, dass ich ihn vergessen: Juan Antonio Samaranch, Architekt der Peking-Spiele. Er sagte dem chinesischen Staatsfernsehen, die Peking-Spiele seien „die erfolgreichsten aller Zeiten“ (das sagt er seit hundert Jahren eigentlich allen Ausrichtern, das haben IOC-Leute auch mal Hitler gesagt). „Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern die Meinung der der internationalen Presse und der Mehrheit der IOC-Funktionäre.“ Und Amen.

19.29: Heute etwa mal ohne Zahnspange? Gold für Jamaika, nichts Neues, diesmal Veronica Campbell-Brown über 200 Meter, wie schon 2004. 21,74 Sekunden – in der olympischen Geschichte war nur Flo-Jo schneller, 1988. Campbell-Brown ist jetzt so schnell wie: Griffith-Joyner, Jones, Ottey, Koch, Drechsler, Jackson, Torrence, Göhr, Gladisch – noch Fragen? Auch Bronze geht an Jamaika, an Kerron Stewart. Silber für meine Favoritin, für Allyson Felix, die bei Flo-Jo’s Coach Bob Kersee trainiert. Kann man mal sehen, die Jamaikaner machen diesmal sogar den Amis etwas vor. Sie kriegen das einfach besser hin. Und während Usain Bolt sich gerade die Goldmedaille abholt bei der Siegerehrung, mache ich eine kleine Werbepause. Chicken legs mit Allyson.

21.22: Was war das, bitte? Merritt hängt Wariner eine Sekunde ab. Eine Sekunde! Merritt mit einer Wariner-Zeit von 43,75. Wariner mit einer Zeit, die normale Menschen vielleicht laufen können: 44,74. Ich habe Wariner ja schon in Eugene verlieren sehen. Aber das hier, das war etwas Besonderes. Eine Demontage.

21.26: Schnell noch, bevor ich weiter arbeiten muss, etwas, das mir am Herzen liegt. Zwei Fotos zum Thema Arbeitsbedingungen für Schreiber bei Großereignissen. Komme gerade aus der Mixed Zone tief im Stadioninneren von Steffi Nerius und Christina Obergföll. Schätze, eine dreiviertel Stunden nach dem Wettkampf, nach vielen TV-Interviews, denn die Rechtezahler stehen in der ersten Reihe, durften sich etliche Dutzend deutsche Schreiber um Wortfetzen balgen. So sah das aus, so sieht das immer aus:

In Worten: Nur wer zufällig am Gitter zerquetscht wird, kann ein Wort verstehen. Was die Chinesen allerdings clever gemacht haben, sieht man oben rechts am Bildrand: Eine Helferin hält den Sportlern ein kleines Mikro vor den Mund, und mit einem Radio werden die Wortfetzen so verbreitet, dass doch einige Reporter mehr etwas davon haben. So sieht das von der anderen Seite aus:

21.34: Mit Dank an linksaussen: Das kleinste unpolitischste deutsche IOC-Mitglied überreicht Christina Obergföll gerade die Bronzemedaille.

22.52: Danke für die Tipps, die künftige Texte bereichern werden. Als Synonyme für das bislang noch jüngste deutsche IOC-Mitglied wurden bisher empfohlen:

  • unpolitischstes deutsches IOC-Mitglied
  • ältestes deutsches IOC-Mitglied (erst ab 2010)
  • profiliertestes deutsches IOC-Mitglied
  • bestvernetztes deutsches IOC-Mitglied
  • unanfechtbarstes deutsches IOC-Mitglied
  • mustergültigstes deutsches IOC-Mitglied
  • neutralstes deutsches IOC-Mitglied
  • freidemokratischstes deutsches IOC-Mitglied

00.23: Für den Linksaussen hier im Blog: Ich habe wieder einmal einen Fehler gemacht. Habe ein C unterschlagen. Es heißt CCCPC.

Thomas #1

Am frühen (MESZ)-Vormittag ist schon das Antwerpes-Zitat des Tages über den Sender gegangen ;-)
Zur Suspendierung des deutschen Springreiters wegen Dopingsalbe (Pferdedurchblutung):
„Unglücklich, daß es erneut das deutsche Team trifft.“
Wie Recht er damit doch haben könnte – wenn es denn so gemeint war.

Josch #2

Moin!

Da hat das Wetterveränderungsbüro aber geschlampt: http://www.heise.de/tr/Rueckkehr-der-Regenmacher–/artikel/109484

Beste Grüße,
Josch.

Dante #3

Damit man morgens noch kräftig zubeißen kann…

Melanie Walker mit Zahnspange:
http://en.beijing2008.cn/news/sports/headlines/athletics/n214568770.shtml

Linksaussen #4

…pferdedoping mit capsicain? wäre es nicht unauffälliger, dem pferd vor dem wettkampf ein ordentliches chili zu servieren?

Sebastian #5

Ich wollte mal fragen, was die Zahnspange eigentlich tut bei den Sportlern. Sie nehmen Wachstumshormone und das Körperwachstum geht weiter? Der Kiefer wächst weiter und was passiert dann mit den Zähnen? Verschieben diese sich einfach nur, fallen sie ggf. sogar aus, wachsen sei weiter raus oder was genau?

Wolfgang #6

Auffallend ist jedenfalls bei einigen Sprintern (mit und ohne Zahnspange), dass die Zahnstellung zunehmend in die Richtung geht, die Assoziationen an die Reiterwettbewerbe in Hongkong weckt (an die Pferde, nicht an die Reiter – um mal das zweite Thema das Morgens zu integrieren).

Christoph Wesemann #7

@ Wolfgang: Sie beleidigen die Pferde! Pfui!

qquestioner088 #8

wie geil ist das? ein deutscher dopingfall bei den springreitern.

herr weinrich, erinnern Sie sich noch an Ihren artikel „die chemie stimmt?“. ja, es stimmt bei den deutschen.

eine nation voller heuchler. angeblich alle vorzeige-athleten wie dieter baumann, letztendlich dopt man sich doch mit zahnpasta

zum kotzen!

B.Schuss #9

schon lustig, wie der Mannschaftsarzt der Reiter sich hinstellen kann, und behaupten, er wisse von nichts. Ahlmann sei gleichfalls „fassungslos“.

Da kriegen die Pferde mehr Aufmerksamkeit und Pflege als mancher Schwarzafrikaner, und trotzdem will keiner wissen, wie das Zeuch in das Tier hinein gekommen ist ?

Was für ein Saustall…

ha #10

@jw
Was ist mit:
demnächst ältestes deutsches IOC-Mitglied?
kontaktfreudigstes deutsches IOC-Mitglied?
möglichster deutscher IOC-Präsident?

qquestioner088 #11

wenn man austeilt, soll man auch was einstecken können. wieso trauen Sie sich nicht, meinen beitrag zu zeigen?

Roland #12

Ich empfehle die gestrige Sendung von „hr2 – Der Tag“ zum Thema „Die letzten Tage von Olympia – Seufzer aus dem Land des Hechelns“:
http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=14224

Jens Weinreich #13

@ qquestioner088: Immer langsam, kein Unterstellungen. Schon mal was von Moderationspflicht der Kommentare gehört? Ich sitze nicht fulltime hier und warte auf Zuschriften, die ich binnen eines Bolts (9,69 Sekunden) veröffentliche.
Zu Ihrem ersten Kommentar: Keine Ahnung, worauf Sie hinaus wollen. Schätze, dass unter dem Titel „Die Chemie stimmt“ in den vergangenen Jahren mehrere Dutzend Beiträge von mir erschienen sind.

Josch #14

Noch was nettes vom Choreografen der Olympia-Eröffnung in SPON: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,573181,00.html

>>Aber Zhang offenbart noch mehr in seinem Interview: einen tiefen Einblick in Denkweise und Befehlstrukturen in China. Die KP-Spitze habe jede Phase der Proben für die Eröffnungsveranstaltung kontrolliert, berichtet er. Die Zeremonie „erlebte den höchsten Grad politischer Beobachtung seit der Gründung der Volksrepublik“. Dies habe einen „kühlen Kopf“ erfordert. „Da hat man weder die Chance etwas zu erwidern oder zu erklären“, noch könne man die Einwände der Führung ignorieren. „Selbst wenn du denkst, diese Änderungen sind unnötig, so muss ich sie doch machen.“<<

don’t mix politics with games?!

Beste Grüße,
Josch.

ha #15

Aufschlussreicher Hintergrund fürs horse doping. Klingt nach nichts weniger als nach dem Chili-scharfen Zufall:
http://www.cbc.ca/olympics/equestrian/story/2008/08/21/olympics-equestrian-doping.html

Trebor #16

Ein Video-Tagebuch deutscher Fair-Play-Botschafter zeigt interessante Hintergründe der Spiele. Schwarzmarkt, Fans und im Film vom 20.08. auch ein Statement des nun jüngsten IOC-Mitglieds, Claudia Bokel
http://www.planet-schule.de/sf/spezial/videoblog_olympia_2008.php

dogfood #17

@ha: In der ARD hat der deutsche Mannschaftsarzt vorhin ein Interview gegeben und davon gesprochen, dass das Mittel nur dazudient die Muskeln „aufzuwärmen“ und vorallem die Pferde-Rückenmuskeln aufzulockern.

Diese Aussage bekommt vor dem Hintergrund der bewussten Steigerung der Schmerzempfindlichkeit der Pferde durch das Präparat, einen ganz üblen Beigeschmack.

ha #18

@dogfood
Also, was ich mich gefragt hab: Stehen sie uns noch bevor, die Pferde mit Zahnspangen, oder ist „Hypersensibilität“ schon die höhere Stufe?
;-)

James Tobin #19

Der Olympia-Stream (Radio) ist zu empfehlen:
http://peking.ard.de/peking2008/olympiaradio106.html

Stefan #20

Lustig, die Amis sind raus aus der Sprint-Staffel! Zusammen mit Nigeria etc…tja, man sollte auch Wechsel im Regen trainieren.

Ben #21

v.a. da ja nur 4 staffeln im ziel waren, hätten sie vielleicht nochmal umdrehen können und dann doch noch die quali schaffen. :-)

tiptop #22

Eine offenere Unterstuetzung durch die Konkurrenz als gerade fuer Spotakova (Speerwerfen, Damen) habe ich selten gesehen. Da waren wohl wenige Sympathien fuer Abakumowa vorhanden.

Hirngabel #23

Das war in der Tat eine ziemlich deutliche Demonstration.

Stefan #24

Jamaica könnte im Finale jetzt auf Nummer sicher gehen und stehende Starts praktizeren. Oder Bolt läuft gleich die gesamten 400.
Und die Deutschen haben den falschen Vorlauf erwischt.

david #25

Tobias Unger hat ja gerade einen veritablen Rückzieher bzgl. Bolt im Interview mit der ARD gemacht. Schade eigentlich.

Stefan #26

Und die Briten sind auch raus, Wechselfehler! Winkt da etwa eine Medaille?

Stefan #27

…und die US-Damen! Na so was…da fällt dekorativ der Stab auf den Boden! Ich hoffe, Schadenfreude ist hier nicht verboten?

Ben #28

Schön auch wieder mal zur ö.r.-(Re-)Live Diskussion: Die 200m der Frauen wurden glatte 70min später gesendet, (fast) ohne Kommentar, obwohl man die ganze Zeit bei der Leichtathletik war.

Ben #29

Kann mir mal einer erklären, wie es sein kann, dass Staffelläufer (Männer und Frauen) bei olympischen Spielen mit selbsgemalten Länderkennzeichnungen auf der Brust laufen? Ist mir v.a. bei den US-Staffeln aufgefallen. Während die Männer noch nen dicken Stift hatten, konnte man das dünne Gekritzel bei den Frauen fast nicht lesen.
War das vielleicht der Grund für die schlechten Wechsel? ;-)

Linksaussen #30

neuer vorschlag: „profiliertestes deutsches ioc-mitglied.“ oder auch: bestvernetztes? oder: unpolitischstes (don’t mix!)?

Jens Weinreich #31

für diesen vorschlag, mein lieber linksaußen, also für „unpolitischstes ioc-mitglied“, müsste ich dir eigentlich einen sticker der CCPC oder etwas anderes schönes mitbringen. sehr gut! fantastisch! weiter so!

James Tobin #32

@ Jens Weinreich

Bitte nicht „mädchenhaft“ regagieren. Ich frage mich gerade, ob es nötig ist Hitler und die Spiele 1936 zu erwähnen (nur um das IOC zu demonisieren).

“ Er sagte dem chinesischen Staatsfernsehen, die Peking-Spiele seien “die erfolgreichsten aller Zeiten? (das sagt er seit hundert Jahren eigentlich allen Ausrichtern, das haben IOC-Leute auch mal Hitler gesagt). “

Stefan #33

So geht der olympische Gedanke den Bach runter! Das war für den „Bolt“ von gestern.

Jens Weinreich #34

Ja, James Tobin, das war mal nötig. Niemand will jemanden dämonisieren. Es ist nun mal historische Wahrheit. Seien Sie/sei Du froh, dass ich die 36er Keule noch nicht rausgeholt habe. Auf die bin ich vorbereitet. Das ist mein Steckenpferd. Da gibt es viele Parallelen zwischen Berlin und Peking. Aber jetzt nicht. Später vielleicht mal.

ha #35

Ja, Sache mit dem „unolitischsten“ noch jüngsten IOCM klar gelaufen. Trotzdem noch ein Vorschlag, man könnte ja variieren: das unanfechtbarste deutsche IOC-Mitglied?

Ben #36

Sieg über 110m Hürden mit Fielmann-Kassenbrille. Hat das irgendwas mit der Zahnspangendiskussion zu tun?

Stefan #37

@Ben er hätte das Ding auch kubanische Zigarre rauchend gewonnen, wäre dann aber disqualifiziert worden. Rauchen im Stadion geht gar nicht!

Stefan #38

Was anderes: Hat noch jemand gestern morgen diese spannenden Bilder gesehen, moderner Fünfkampf, 1. Disziplin Pistolenschießen? Menschen sitzen/stehen rum, tragen Pappstreifen im Gesicht und schießen ab und zu auf Scheiben. Leider hat die Auswertung nicht on air funktioniert, ich hätte kaum mehr Schlaf gefunden. Danke ARD für diese tolle halbe Stunde!

dogfood #39

Das ZDF per Pressemitteilung:

> Drei deutsche Olympia-Trainer haben offenbar gegen
eine Ehrenerklärung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) verstoßen. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem ZDF vorliegen. Demnach haben Norbert Warnatzsch (Schwimmen), Klaus Schneider und Klaus Baarck (Leichtathletik) zu DDR-Zeiten junge Sportler mit Dopingmitteln versorgt.
[…]
Der Chef de Mission der Deutschen Olympiamannschaft und
DOSB-Generaldirektor, Michael Vesper, sagte dem ZDF, die Dokumente seien „der Auszug aus einer Akte eines IM, die die Sichtweise dieses IM darstellt. Mindestens würde unsere Kommission, die Steiner-Kommission, auch die Sichtweise von Herrn Warnatzsch dazu hören.“ Dies habe sie vor der Abreise aber nicht gemacht. Vesper sagte dem ZDF, die Kommission werde die neuerlichen Vorwürfe gegen alle drei Trainer prüfen

( http://www.presseportal.de/meldung/1250751 )

Warnatzsch = Trainer von Britta Steffen
Schneider = Trainer von Nadine Kleinert
Baarck = Trainer der Siebenkämpferinnen

ha #40

Da kann doch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft dem Herrn Steiner und dem immerzu überraschstesten DOSB-General helfen. Oder sieht das nach „Sichtweise eines IM“ aus?
http://members.lycos.co.uk:80/dopingopfer/spitzer_1998.htm

Jens Weinreich #41

dogfood: Ich verstehe viele dieser Exklusivmeldungen nicht. Ich weiß, dass viele dieser Meldungen keine Exklusivmeldungen sind. Bei Warnatzsch weiß man es doch seit langem, oder? Ich habe darüber schon geschrieben, zum Beispiel während der WM 2003. So weit ich jetzt weiß, hat er allerdings keinen Strafbefehl akzeptiert damals, als die ZERV ermittelte. Kann mich täuschen.
Und jetzt bin ich bestimmt fällig, weil ich ihn so pfeglich behandelt habe vor einigen Tagen.

ha #42

@jw
Finde, man kann sich darauf verständigen, dass man den DOSB nicht verstehen darf. Diese „Ehrenerklärungen“ und Kommissionen („Gauck“/ „Steiner“-Kommission) sind installiert, um das Verschwinden der Vergangenheit und aller bekannten Fakten im Morast aus sportpolitischen Interessen zu befördern … Habe allerdings auch etwas gegen diese angebliche Exklusivflut – sie verstellt, was da passiert.

ha #43

Korrektur
Es gibt eine Exklusivität: Jetzt lügen sie per Ehrenerklärung. Ist wohl doch eine Steigerung der Deutschen Olympischen Lügenkonstante …

Linksaussen #44

einen sticker des ccpc? Canadian Centre for Progressive Christianity? Christian Community Presbyterian Church? Child Care Providers Coalition? Commission to Combat Police Corruption?
(Die letzten beiden gefallen mir am besten.)

ich vermute mal, es ist eher irgendwas chinesisches, nehme den sticker aber gern.

ein artikel über die berlin-peking-parallelen würde mir aber noch besser gefallen. aber nicht, daß das jetzt wieder als anlaß genommen wird, eine weitere halbe stunde nachtruhe zu opfern. das hat zeit.

philipp #45

@ jw: also hzl dank für den link zu ihrem lieblingsprofessor – dem interview ist nichts hinzuzufügen! ausser meiner frage an dich/Sie: war der lauf von bolt digitales getrickse? waren irgendwo zeitlöcher, verzögerungen oder nebelkerzen im stadion? irgendwelche versteckten spiegel? bahn zu kurz?…

Blo #46

Suchmaschinen-Recherchen belegen Manipulationen chinesischer Sportbehörden
http://www.heise.de/newsticker/meldung/114629

bzw. im Original:
http://strydehax.blogspot.com/2008/08/olympic-hacking-part-ii-lets-go-for.html

Tine #47

Endlich! Endlich denkt auch mal einer daran, an den Omega-Uhren zu zweifeln!!! Sehr gut! :-)

Stefan #48

die taz nimmt sich heute mal des themas etwas genauer an und hat auch eine angenehme überschrift gefunden: Witz-Bolt verarscht alle
http://www.taz.de/1/sport/olympia-spiele/artikel/1/witz-bolt-verarscht-alle/
Außerdem sagt Herr Prokop, dass „Das IOC darf nicht Länder zu den Spielen zulassen, die über kein vernünftiges nationales Antidopingkontrollsystem verfügen. Es muss Druck auf diese Länder ausgeübt werden.“
Ist das jetzt der Sturm im Wasserglas….

DeJe #49

Ach, die Uhren gehen (auch) falsch? :D
Ich dachte es sind die (Schwimm)Anzüge, nicht vorhanden (Schwimm)Anzüge, tolle Laufschuhe, neue Schwimmtechnik, niegelnagelneue Trainingstechniken, weltbestes Schwimmbecken, weltbeste Laufbahn, perfekteste Körper für den speziellen Sport, …, kurz ALLES was man sich physiologisch, psychologisch, technisch denken kann.
Alles? Nein, nicht alles! Doping (jeglicher Art bis auf Musikhören kurz vor dem Start) kann natürlich ausgeschlossen werden. ;)

Erschreckend ist aber eigentlich nicht was man vorgesetzt bekommt, das ist auch bei Olympia nichts Neues. Es geht lediglich um eine neue Stufe der Ver…ung. Erschreckend ist, wie Viele diese „Hollywood“-Inszenierungen für bare Münze nehmen. :(

Hannnns #50

Hallo Herr Weinreich!

Sie haben in diversen Artikeln erwähnt, Michael Phelps weise einige Merkmale auf, die auf Doping schließen lassen (könnten). Konkret genannt haben sie nur seine erstaunliche Regenerationsfähigkeit – könnten Sie vielleicht auch hinsichtlich körperlicher Merkmale etwas konkreter werten?

Habe ich Netz zum Thema nur folgende Sachen gefunden:

http://www.zdf.de/ZDFsport/inhalt/29/0,5676,7287261,00.html

http://www.sportticker.net/?p=398

Wäre auch über weitere Links dankbar!

Danke sagt Hannnns

selanger #51

Was hat DOSB-Generaldirektor Vesper vor Olympia im Fall Goldmann gesagt? Man werde alles prüfen.

Nach den Olympischen Spielen.

(Und neu geht anders

Josch #52

Ich schon wieder: Chinesische Turnerinnen wohl doch jünger als 16 Jahre alt:

http://www.heise.de/newsticker/Suchmaschinen-Recherchen-belegen-Manipulationen-chinesischer-Sportbehoerden–/meldung/114629

Ich sollte eine Linksammlung der perversesten Olympia-Meldungen aufmachen….

Beste Grüße,
Josch.

Pedda #53

Nicht nur an den Omega-Uhren sollte man zweifeln: hat irgendwer mal das olympische Schwimmbecken nachgemessen? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Chinesen es nicht unbedingt immer so genau nehmen. Könntealso durchaus sein, dass da ein paar Zentimeterchen fehlen…

Josch #54

Sorry, nochmal – wenn’s nervt höre ich auf. Aber das scheint ein (verzweifelter?) Versuch zu sein, wissenschaftlich(??) zu klären, warum jamaikanische Sprinter so schnell sind: http://www.tagesschau.de/sport/olympia350.html

Ich weiß wirklich nicht was ich von dem Artikel halten soll – echt nicht.

Beste Grüße,
Josch.

radoteur #55

na damit ist doch eigentlich alles gesagt:

„Die auf Jamaika geborenen Ben Johnson oder Linford Christie machten es den Ghetto-Kids von Kingston vor.“

Arnulf #56

Von mir auch noch ein Linktipp. Das ohnehin sehr lesenswerte Weblog „The Science of Sport“, das bereits den 100-Meter-Weltrekord im Detail vermessen und analysiert hatte, hat sich nun auch der Frage angenommen, aus welchen Gründen Herr Bolt denn so schnell sein könnte:
http://www.sportsscientists.com/2008/08/beijing-2008-discovering-usain-bolt.html
(sehr interessant auch die Kommentare)

Martin Sommerfeld #57

@Josch: Nervt in keinster Weise, gern mehr.

Oddevold #58

“karrieregeilstes deutsches ioc-mitglied?
“profilierungssüchtigstes deutsches ioc-mitglied?

aber “unplolitischstes deutsches ioc-mitglied? ist fast unschlagbar

Steve #59

Logik für Anfänger aus dem Tagesschau-Artikel:

„Allerdings hat die Welt-Anti-Doping-Agentur vor Olympia 2008 nur einen Jamaikaner überführt, alle anderen waren sauber.“

Hmm..

Franz #60

So richtig Mitleid kommt bei mir bei den Arbeitsbedingungen für Reporter nicht auf.

Es mag ungeschriebenes Gesetz sein, dass sich Qualitätsjournalisten bei diversen Anlässen wie die letzte Paparazzi aufführen. Es wäre kleverer wenn die Meute ein anständiges Benehmen an den Tag legen würde.

Solche Szenen regen bei mir den Wunsch, dass eine disziplinierte Gruppe von fies aussehenden uniformierten Offiziellen mit Gummiknüppeln zwischen Meute und Opfern aufzieht und mit den Gummiknüppeln als Meinungsverstärker ein paar grundlegende Höflichkeitsregeln mit den Journalisten einübt. Wo ist der Unterdrückungsstaat wenn man in mal braucht?

Stefan W. #61

Ich bin halbwegs schockiert über das unfaire Pferd, welches sich medaillengeil gedopt hat.

Die sauberen deutschen Sportler sollte man besser vor solchen Tieren schützen – „ein Desaster für den dt. Springsport“ vermeldete Reinhard Wendt Desaster – das klingt so schön nach Schicksal – der Springsport ist das eigentliche Opfer.

gua #62

Ich finde eine Zahnspange nicht soo schlimm wie eine Milchzahnlücke. Ich mein für eine Zahnspange bedarf es nur die sporttreibende Person und deren Umfeld, während man für eine Milchzahnlücke schon noch Behörden usw. braucht, die einen einen echten falschen Pass ausstellen. Das regt mich fast noch mehr auf als das D-Thema, weil man das auch nicht wenn man wollte durch irgendwelche Tests nachweisen könnte.
Na ja, seis drum. Ich habe mich auf jedem Fall immer gefreut, wenn die chinesischen Turnbabys sich auf ihren Hosenboden gesetzt haben und deshalb nicht Gold geholt haben. ;-)

Martin Sommerfeld #63

Jau, ist auch schlimm. Nun sollte man allerdings aufpassen nicht die 14jährigen selber zu Tätern zu stilisieren und deshalb auf Stürze o.ä. zu hoffen. Vielleicht moralisiere ich da jetzt zu sehr, aber ich denke wir können uns kaum vorstellen, wie die von ihren Trainern zu ihren Höchstleistungen gedrillt werden…

mario #64

@seeger und unger – wenn man der meinung ist, sich über die doping-verseuchung seiner eigenen sportart aufregen zu müssen, hört man halt auf. wenn man diese bedenken nicht hat und als professioneller athlet keinerlei chance gegen seine gegner hat, hört man entweder auf oder greift zu ähnlichen mitteln. so oder so – das ganze angeblich moralische gerede im nachhinein, das doch nur loser-geheule in verkleidung ist, sollte man sich schenken. sie haben halt „pech“, dass deutschland in den letzten jahren wenigstens zu großen teilen mit traditionen in sachen doping gebrochen hat. wieso das so ist und wie lange es so bleiben wird, wird man sehen. wie sich die beiden genannten ahtleten wohl in systemen wie jamaika verhalten würden?

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