„Marianne und die Kellerkinder“

Bevor es hier wieder lebhafter wird – Pionierehrenwort! – muss ich einen Lese-Befehl aussprechen. Unbedingt umblättern, und zwar hier hin, Ralf Wiegand in der SZ über die „EM-Moderatoren bei ARD und ZDF“:

„Vielleicht musste das noch einmal sein, dieses Sportstudio vom Bodensee, damit auch der Letzte erkennen konnte, was schief läuft im deutschen TV-Sportjournalismus. Denn das wollen sie doch angeblich liefern, die öffentlich-rechtlichen Sender: sauberen distanzierten Journalismus, ob von der Tour de France, von den Olympischen Spielen oder von der Fußball-Europameisterschaft. So versprechen sie es alle Nase lang.

Aber dann kommt am Samstagabend von links Katrin Müller-Hohenstein ins Bild und trug ein Dirndl. Ein Dirndl in schwarz, rot und gelb. Sie berichtet von einer Hiobsbotschaft „für uns Fans“ und sagt, wenn Michael Ballack nicht spielen könne, dann sei das eine „unglaubliche menschliche Tragödie“. Für uns Fans des Sportjournalismus ist es eine unglaubliche menschliche Tragödie mit ansehen zu müssen, dass der Sport im Fernsehen nun endgültig präsentiert wird wie das Frühstücksradio auf Antenne Bayern.“

Ach ja, das alte Thema, immer wieder schockierend unerfreulich. Aus der Ferne, ich bin derzeit in Eugene/Oregon, höre ich, die Show mit Onkel Jogis Elf vor dem Brandenburger Tor wurde heute von ARD, ZDF und Phoenix übertragen und von Kerner/Lierhaus moderiert. Da fehlen einem die Worte. Ich war froh, dass ich die letzten Spiel bei ESPN sehen konnte, das war weniger nervend als der öffentlich-rechtliche Wahnsinn im schwarz-rot-godenen Dirndl.

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Ein Gedanke zu „„Marianne und die Kellerkinder““

  1. war es thomas kistner, der die geflügelte umschreibung geprägt hatte von den sportreportern als fans, die es über die absperrung geschafft haben? jedenfalls, von einem richtigen fan wird man zwar keine objektivität, zumindest aber eine gewisse kompetenz erwarten können. im gegensatz zu den moderationsrobotern der neuesten generation — jürgen kaube fragt sich auf faz.net, wozu es eigentlich noch die „institution“ sportstudio braucht:

    Nein, sie wollen gar nicht berichten oder etwas verstehen, sie wollen nur die Zeit rumkriegen, dabei gut aussehen, nicht Schalke 05 gesagt haben und auch niemandem wehtun, nicht einmal dem eigenen Kopf, den sie sich darum auch niemals über etwas zerbrechen.

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