Die Putzkolonne

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Ich mache mir gar keine Sorgen. Die Chinesen schaffen das. Beijing wird erstrahlen im August. Man wird all den Dreck nicht mehr sehen, nirgends. Zehntausende Wanderarbeiter pflanzen meterhohe Bäume und verlegen dutzende Quadratkilometer Rasen in die Steppe. Die Propagandisten von Regierung und IOC geben sich auch alle Mühe, ihr Joint Venture erstrahlen zu lassen. Und auf die TV-Schaffenden um Manolo Romero, die diese sechzehn Tage währende Unterhaltungsshow mit Super-Zeitlupen und schmalzigen Melodien als Feier des Edlen und Guten darbieten, ist ohnehin Verlass.

Ich bin noch nicht ganz schlüssig, welche dieser Putzkolonnen ich für ihre zirsensischen Künste mehr bewundere. Aber es ist ja auch noch etwas Zeit. 118 Tage. Momentan setze ich die Jungs, die ich heute beobachtet habe, wie sie sich aus gut 100 Metern Höhe abgeseilt und ihren Job verrichtet haben, auf Rang eins: Pekings Fensterputzer.

Ich denke, man muss keine Angst haben: Die Putzis sind gut angeschnallt. Immerhin hängen sie jeder an einer Schnur. Und der Holzscheit, auf dem Sie sitzen, ist auch ziemlich dick.

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Okay,  das mag nicht unbedingt mit deutschen Arbeitsschutzbestimmungen korrespondieren. Aber mein Gott, wir sind in China, da ist alles ein bisschen anders. Kein Grund, bei diesen Bilder gleich ans Schlimmste zu denken. Man kann auch Glück haben.

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Jedenfalls, die schaffen das, die Chinesen, die KP, das IOC und überhaupt alle, die an der Seifenoper mitmirken. Es wird blitzen und blanken.

2 Gedanken zu „Die Putzkolonne“

  1. warum eigentlich „Beijing“ und nicht Peking? So heißt diese Sztadt nun mal in unserer Muttersprache. Du würdest auch niemals von Roma oder Milano schreiben, sodernn von Rom und Mailand.

  2. ach gottchen, habe mir gar nichts groß dabei gedacht. ich war noch in beijing, als ich das schrieb, wahrscheinlich deshalb schrieb ich beijing und nicht peking. ist ja kein verbrechen. beim letzten eintrag habe ich es hoffentlich wieder richtig gemacht.

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