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“Qualitätsjournalisten” vs. Idiotae des Web

Hier meine Leseempfehlung für das Wochenende: Stefan Niggemeier in der taz über die “Arroganz der Papierverfechter” und die unsäglichen, wiederholten Attacken seitens Süddeutscher Zeitung (“Web 0.0″) und FAZ (“Immer schön sachlich bleiben”) gegen all das, was man als Mitmach-Web bezeichnen könnte. Brrr, ist ja auch blöd, wenn jeder seine Meinung sagen kann.

niggemeier-taz-papierverfechter22122007.jpg

Treffend vor allem dies:

“Die Süddeutsche Zeitung verbindet Ahnungslosigkeit, Lernresistenz und Penetranz, um sich zum Sprachrohr der Internetphobie zu machen, die genau diese Unarten beklagt. Bernd Graff, der Kulturchef des Online-Ablegers der Zeitung, leiht sich das höchstverfügbare Ross, und klettert aus dem Sumpf, in dem er täglich anklickbaren Müll produziert, kurz hinauf, um von ganz oben einen inhärenten Qualitätsgegensatz zwischen Tageszeitung und Internet zu behaupten. Warum der zwingend sein soll, erklärt er nicht, außer durch den Satz: ‘Die etablierten Medien verfügen über rigide Aufnahmeverfahren und praktizieren bei journalistischem Fehlverhalten im besten Fall Sanktionierungen.’ Jeder Idiot darf Journalist werden, das garantiert das Grundgesetz, und viele werden es auch tatsächlich, das kann man Tag für Tag in den ‘etablierten’ Medien nachlesen, angucken, anhören. Und, richtig: Im besten Fall wird Fehlverhalten sanktioniert. Im Regelfall bleiben Lügen, Fehler, Verdrehungen, Versäumnisse und Manipulationen – selbstverständlich – unkorrigiert und ungesühnt.”

Überraschend sind die beiden oben verlinkten Beiträge der so genannten Qualitätsmedien frei verfügbar, wo sonst doch meist für Artikel bezahlt werden muss. Vorsicht aber beim Aufrufen der SZ-Brandschrift. Denn Sie generieren eine Menge PI’s, wollen Sie den Artikel tatsächlich bis zum Ende lesen. Vielleicht aber steigen Sie gleich nach der Dachzeile wieder aus, denn die heißt: “Die neuen Idiotae” – des Web, versteht sich.

Das Thema ist anderswo schon besprochen worden, zum Beispiel hier:

Indiskretion Ehrensache: Die Marie Antoinettes von FAZ und SZ
Wissenswerkstatt: Getrennt marschieren, vereint schlagen
Medienlese: Die Angst des Torwächters vor dem Abpfiff
Telepolis: Der Süddeutschen wird das Internet zuviel
Rebell.tv: Jürgen Kaube über die Internetelite und Mandatsträger der Zukunft

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  1. [...] so alles findet… eieiei… Kategorie: > culturalstudies | | von sms um 18:50 erfrischend, wenn in einem blog die nationalstaatliche unterscheide keinen unterschied zu machen sc… danke. auch wenn dies wohl nicht gerade der wildeste eintrag in unserem zettelkasten zum thema [...]

5 kommentare zu “Qualitätsjournalisten” vs. Idiotae des Web

  1. Ralf am 12. Mai 2009 um 12:44 (#)

    grimme-institut.de: Nominierte des Grimme Online Award 2009

    “don’t mix politics with games” lautet der Untertitel des Weblogs von Jens Weinreich. Und doch macht der profilierte Sportjournalist genau das: Hier werden keine Fußballergebnisse kommentiert oder sportliche Helden gefeiert. Jens Weinreich – der als freier Journalist sonst für Hörfunk und Print arbeitet – nutzt die Nische Internet, um über die Schnittstelle von Politik und Sport zu berichten. Und so kann der Nutzer in seinem Blog einen detaillierten Bericht aus dem Sportausschuss des Bundestags nachlesen oder sich über die Verwicklungen im Fifa-Exekutivkomitee informieren. Auch die vielen Kommentare belegen, dass der humorvoll-ironische Ton und die kenntnisreiche Themenwahl eine Lücke schließen, die der traditionelle Sportjournalismus hinterlässt.

    fudder.de: Grimme Online Award 2009: Diese Websites sind nominiert

    Der Sportjournalist schafft sich durch sein Blog die Unabhängigkeit, die es ihm ermöglicht, über brisante Themen wie Doping zu berichten.

    Herzlichen Glückwunsch!

  2. indykiste am 12. Mai 2009 um 13:41 (#)

    Mist, zu spät.
    Auch von mir herzliche Glückwünsche.

  3. indykiste am 12. Mai 2009 um 13:49 (#)

    ZEIT ONLINE: Welche Internetseite ist ihrer Meinung nach ein gutes Beispiel für eine “mit Herzblut” gemachte?

    Buchheim: Die Seite des Sportjournalisten Jens Weinreich zum Beispiel. Obwohl er auch in anderen Medien veröffentlicht, schafft er sich auf seinem Blog den Freiraum für Hintergründe und investigative Recherche. Er verbindet dabei Herzblut mit Fachkenntnis. Das macht ihn zu einem guten Journalisten. Die Gestaltung der Internetseite rückt hierbei jedoch in den Hintergrund. Weinreichs Blog ist schließlich recht herkömmlich gestaltet.

    http://www.zeit.de/online/2009/20/grimme-online-award-internet-auszeichnungen

    Auf den Punkt gebracht.

  4. B.Schuss am 12. Mai 2009 um 14:54 (#)

    Glückwunsch. Und voll verdient noch dazu. :)

  5. TobiasL am 12. Mai 2009 um 19:13 (#)

    Das ist eine hochverdiente Nominierung und eine preiswürdige Sache: Deine Arbeit!
    Danke Jens und weiterhin Mut, Tatendrang und das andere hast Du sowieso!

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