jean-marie weber

live aus PyeongChang (25): RIP, Jean-Marie Weber, größter Schmiergeldzahler der olympischen Geschichte

[caption id="attachment_31459" align="aligncenter" width="500"] When they were young: João Havelange †, Jean-Marie Weber †, Joseph Blatter.[/caption]

ALPENSIA. Vor ein paar Stunden trafen wir im Intercontinental Hotel das IOC-Ehrenmitglied Issa Hayatou, den langjährigen FIFA-Vizepräsidenten und zwischenzeitlichen FIFA-Boss, bis Gianni Sepp Infantino die Macht übernahm. Hayatou war mit Gemahlin unterwegs und sah besser aus als irgendwann in den vergangenen zwanzig Jahren, von denen er wer weiß nicht wie viele als Dialyse-Patient verbrachte, und in denen es sehr Ernst stand um ihn.

Die Krankheit sei besiegt, erzählte Hayatou. Er war lustig drauf, will es sich gut gehen lassen in den letzten Jahren, über so komische Themen wie das Russen-Doping, die FIFA oder die Confédération Africaine de Football (CAF), wo er drei Jahrzehnte den Ton angab, möchte er nicht mehr reden. Issa Hayatou will seinen Lebensabend genießen, herrje, er ist ja gerade einmal 71 Jahre jung.

Warum ich damit einsteige? Das Leben schreibt doch ständig seltsame Geschichten. Es ist ein Auf und Ab, wie in der Achterbahn.

In der Achterbahn der Gefühle.

Hayatou geht es also blendend. Schmiergeld hat er einst kassiert von der ISL und Jean-Marie Weber. Das IOC und seine Ethikkommission fanden das nicht so schlimm. Und Hayatou hat Weber bis zuletzt, bis es nicht mehr ging, einige kleine Jobs in der CAF gegeben. Da hatte Jean-Marie Weber eine Aufgabe. Die einstige Sekretärin der Ethikkommission, die jetzt die Funktion eines Chief Ethics and Compliance Officers bekleidet, traf ich heute ebenfalls im Intercontinental. Pâquerette Girard Zappelli hat sogar gelacht, als sie mich sah, denn sie fand mein Selbstporträt mit der ausgeliehenen, aus fünf olympischen Ringen bestehenden Brille (mal mein Twitter-Profil ansehen) lustig.

Und auch diese Begegnung war irgendwie komisch. Erst Issa Hayatou, dann Pâquerette Girard Zappelli … und drei Stunden später las ich einen traurigen Tweet von Patrick Nally, der dies alles verbindet.

Wer Nally nicht kennt: Er war mal der Partner von Horst Dassler und ist einer der Architekten des auf Top-Sponsoren fokussierten olympischen Vermarktungssystems, das in seiner Verfeinerung bis heute für die Olympischen Spiele, die Fußball-Weltmeisterschaften und die Champions League gilt. Verfeinert von Dassler, Weber, den ehemaligen ISL-Managern Hempel und Lenz, von Michael Payne, mit dem ich mich gestern in der Alibaba-Lounge unterhielt, von Richard Pound und einigen anderen.

Patrick Nally schrieb also:

Jean-Marie Weber ist gestorben.

Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Söhnen und Enkelkindern. Seine Frau starb vor einigen Jahren. Die letzten Jahre, die Jean-Marie nach einem schweren Schlaganfall verbrachte, wünscht man so niemandem.

Manch einen werden diese Zeilen überraschen. Wer aber aufmerksam dieses Blog verfolgt und meine langjährige Berichterstattung über Jean-Marie Weber, Horst Dassler, das Adidas- und ISL-Schmiergeldsystem, wer wirklich aufmerksam gelesen hat, wird wissen, dass ich Jean-Marie Weber mochte.

Trotz allem.

Der Elsässer war ein sympathischer Schmiergeldzahler, kein großer Ganove.

ISL-Korruption, Havelange, Teixeira, FIFA: Spielverzögerung durch das Schweizer Bundesgericht

Die juristische Aufarbeitung des ISL-Korruptionssystems, in das vorrangig hohe FIFA-Funktionäre verstrickt waren, erfährt eine weitere bizarre Wendung. Heute hat das Schweizer Bundesgericht in Lausanne der Entscheidung des Obergerichts Zug vom 22. Dezember 2011, die Einstellungsverfügung vom Juni 2010 zu veröffentlichen, eine aufschiebende Wirkung zugesprochen, wie Jean François Tanda in der Handelszeitung berichtet.

Was bedeutet das?

Als-Nichtjuristen dröhnen mir die Ohren. Mein Freund Jean François Tanda, selbst Jurist, hat eine Weile versucht, mir das zu erklären. Ich habe ihn gebeten, mit mir wie mit einem Kinde zu reden, damit ich es verstehe.

Er schreibt:

Es geht um die frage, ob ich das dokument einsehen darf oder nicht.

Die sind dagegen.

Das obergericht in zug war dafür.

Weil die dagegen sind, sind sie ans bundesgericht gelangt.

Normalerweise, wenn man an das bundesgericht gelangt, hat dies keine aufschiebene wirkung. Das heisst der letzte entscheid wird umgesetzt, das bundesgericht sagt dann später ob zu recht oder nicht.

Der letzte entscheid war, dass ich das dokument sehen darf.

Ohne aufschiebende wirkung hätte ich das dokument jetzt sehen gehen können.

Dann hätte ich alles gewusst, bevor das bundesgericht über die beschwerde der anderen entschieden hätte.

Dann wären ihre beschwerden hinfällig.

Dann hätte es ihnen nichts gebracht, falls das bundesericht ihnen – wider erwarten – recht gegeben hätte.

Darum hat das bundesgericht aufschiebende wirkung gewährt.

Nun muss ich warten, bis das bundesgericht die beschwerden abgelehnt hat, um das dokument zu sehen.

Alles klar?

Es geht um das Dokument, dessen Veröffentlichung FIFA-Präsident Joseph Blatter mehrfach versprochen hatte – aber sein Versprechen nicht hält. Nicht nur ich bin der Meinung, Blatter könnte das Papier problemlos veröffentlichen und betreibt bloß eine Verzögerungstaktik.

In der Berichterstattung zum Fall werden übrigens eine Menge Fehler fabriziert. Ständig muss ich irgendwo lesen, Havelange und Teixeirasollen“ Millionen Schmiergeld kassiert haben. Oft steht dann da meist noch: Sie würden das bestreiten.

Diese Berichterstattung ist falsch.

Richtig ist, der FIFA-Ehrenpräsident Havelange, derzeit im Krankenhaus, und sein ehemaliger Schwiegersohn Teixeira, derzeit im Exil in Miami, haben kassiert. Für Havelange stehen 1,5 Mio CHF in den Akten, dazu wohl ein Anteil über die Tarnfirma Renford Investments, die er gemeinsam mit Teixeira unterhielt (wir reden hier nicht von Havelanges sonstigen dreckigen Geschäften). Für Teixeira stehen zwölf Millionen in den Akten [wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, ich rechne gleich nochmal nach], über Renford und Sanud (wir reden hier nicht von Teixeiras sonstigen dreckigen Geschäften).

Sie bestreiten allein eine strafrechtliche Verantwortung.

Sie sind, ich habe das hundertmal versucht zu erklären – in Beiträgen hier im Blog und in zahlreichen Medien -, hochkorrupt. Sie sind moralisch korrupt. Sie haben ewig lange Schmiergeld kassiert und machen bis heute dreckige Geschäfte. Aber sie sind in der ISL-Causa eben nicht im strafrechtlichen Sinne korrupt. Nur nicht im strafrechtlichen Sinne. Denn es gab und gibt für derlei Korruption in Sportkonzernen keine strafrechtliche Handhabe. Gemäß Gerichtsaussage des ehemaligen ISL/ISMM-Chefs Christoph Malms war das System der Bestechungszahlungen („Provisionen“) von der eidgenössischen Steuerbehörde, der KPMG und renommierten Zürcher Kanzleien (Niederer Kraft & Frey, Prager Dreifuss) „abgesegnet und gut geheißen“ worden.

ISL Schmiergeldbilanz

ISL-Schmiergeldbilanz. Diese Summen an Funktionäre in FIFA, IOC, IAAF, FIBA, FINA etc pp sind gerichtsfest dokumentiert. Die Dunkelziffer ist gewiss ungleich höher.

Erinnern wir uns an den ISL-Strafprozess im Frühjahr 2008 in Zug:Der Richter:

Das hat etwas Verschwörerisches an sich!“

Ein ehemaliger ISL-Manager:

Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind die Sportfunktionäre/d. A.) sich dran halten.“

Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen ist:

Als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Zahlungen sind betriebswirtschaftlich notwendig, sind echte Aufwandspositionen. Nur die andere Seite möchte nicht genannt werden, das ist das Sensitive.“

Ein anderer ISL-Manager:

Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.“

So lief’s Business:

Chart ISMM bribery system, basierend auf Gerichtsakten und Zeugenaussagen

Unfassbar herrlich ist natürlich die Argumentation von FIFA-Anwälten, bei diesen Vorgängen (strukturelle Korruption im FIFA-Exekutivkomitee = Millionen kassieren) handele es sich um …

  • vereinsinterne Sachverhalte, die dem Geschäftsgeheimnis unterstünden.

Hier mit etwas Verspätung noch das Urteil des Obergerichts Zug vom Dezember 2011, das die Offenlegung anordnet. Wie im Herbst bereits dargelegt, handelt es sich bei B 2 um Ricardo Teixeira, damals vertreten von Schweiger Advokatur, und bei B 3 um Joao Havelange, damals vertreten von RA Niedermann.

Es lohnt sich, das Dokument zu studieren.

Kanton Zug, Obergericht, I. Beschwerdeabteilung

Urteil vom 22. Dezember 2011

In Sachen

  • B1, Federation Internationale de Football Association (FIFA), FIFA-Strasse 20, 8030 Zürich, vertreten durch RA Dr. Dieter Gessler, Nobel & Hug Rechtsanwälte, Dufourstrasse 29 / Postfach 1372, 8032 Zürich
  • B2, [Ricardo Teixeira, JW] vertreten durch RA lic.jur. Hans-Rudolf Wild, Schweiger Advokatur / Notariat, Dammstrasse 19, 6300 Zug
  • B3, [Joao Havelange, JW] vertreten durch RA Dr. Marco Niedermann, Niedermann Rechtsanwälte, Utoquai 37, 8008 Türich,

Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach 6301 Zug, vertreten durch OSTA lic.jur. Christian Aebi, Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,

und Jean Francois Tanda, Redaktion Handelszeitung, Förrlibuckstrasse 70, 8021 Zürich,

Beschwerdegegner,

betreffend Akteneinsicht.

Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich führte eine Strafuntersuchung gegen B1 (FIFA), B2 und B3 wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung, ev. Veruntreuung. Mit Verfügung vom 11. Mai 2010 wurde die Strafuntersuchung gestützt auf Art. 53 StGB (Wiedergutmachung) eingestellt. Die Einstellungsverfügung ist rechtskräftig (Verfahren 2 A 2005 31601).

2.1 Mit Eingabe vom 30. Juni 2010 stellte der Journalist Jean Francois Tanda bei der Staatsanwaltschaft des Kantons ein Gesuch um Akteneinsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA. Nachdem die Gesuchsgegner B1, B2 und B3 ihre Stellungnahmen eingereicht hatten, bewilligte die Staatsanwaltschaft dem Gesuchsteller mit Verfügung vom 17. Januar 2011 Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010, und zwar wie folgt:

*1.1 Der Name des Gesuchsgegners B1 (FIFA) wird offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.

1.2 Der Name und das Geburtsdatum des Gesuchsgegners B2, der Name seines Rechtsvertreters, seine Funktion innerhalb der FIFA sowie seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse (nicht jedoch seine Wohnadresse) werden offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.

1.3 Der Name und das Geburtsdatum des Gesuchsgegners B3, der Name seines Rechtsvertreters, seine Funktion innerhalb der FIFA sowie seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse (nicht jedoch seine Wohnadresse) werden offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.

1.4 Der Name sämtlicher nicht beschuldigter Dritter, natürliche und juristische Personen, werden nicht offengelegt und in der Einstellungsverfügung anonymisiert, Davon ausgenommen sind die Namen ISMM/ISL.*

Dagegen erhoben B1, B2 und B3 mit Eingaben vom 28. Januar 2011 bzw. 4. Februar 2011 Einsprache. Mit Entscheid vom 3. Mai 2011 wies die Staatsanwaltschaft die Einsprachen ab (Verfahren VAR 2010 53).

3.1 Gegen diesen Enscheid liessen B1, B2 und B3 (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingaben vom 23. bzw. 24. Mai 2011 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts des Kantons Zug einreichen.

3.1.1 B1 liess in ihrer Beschwerde folgende Anträge stellen (Verfahren BS 2011 43):

*Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens- Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2A 2005 31601) sei zu verweigern; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners.

B2 lies in seiner Beschwerde folgende Anträge stellen /Verfahren BS 2011 44):

„Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA /Verfahren 2A 2005 31601) sei zu verweigern;

Eventualiter:

Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben;

Die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31606) sei nur unter vollständiger Anonymisierung bezüglich B2 zu gewähren. Dazu seien der Name der von B2, seine Vermögensverhältnisse sowie sämtliche Informationen, die die Identifikation von B2 ermöglichen, insbesondere auch Hinweise auf dessen Stellung bei der FIFA, Personalangaben und Wohnort abzudecken. Ausserdem seien die folgenden Passagen der Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 vollständig abzudecken:

Rubrum S. 1: Personalien von B2

Sachverhalt Ziffer 2 S. 6: letzter Absatz

Sachverhalt Ziffer 3.2 S. 7: 2. Satz

Sachverhalt Ziffer 3.4 Seite 8: 1. Satz

Sachverhalt Ziffer 3.4 Seite 8: 2. Absatz

Sachverhalt Ziffer 3.6 S. 10: Namen der Auftraggeber der Überweisungen in der Tabelle, der gesamte 2. Abschnitt sowie Namen der Kontoinhaber in der Tabelle

Erwägung Ziffer 1 S. 14: 3. und 5. Satz

Erwägung Ziffer 4.1 Seite 17: Hinweise auf Gesellschaft 1 und Gesellschaft 2

Erwägung Ziffer 6.3.^S. 24: letzte 8 Zeilen

Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 25: 7. und 8. Satz

Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 27: 3. Absatz

Erwägung Ziffer 6.4 Seite 32: 2., 6. und 7. Satz

Erwägung Ziffer 8.1 Seite 34 f.: Hinweise auf Gesellschaft 1 und Gesellschaft 2

Dem Unterzeichneten sei vor deren Weitergabe an den Gesuchsteller ein Exemplar der anonymisierten Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 zuzustellen und Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen.

Subeventualiter:

Der Einspruchsentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen; Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse.“

B3 liess in seiner Beschwerde folgende Anträge stellen (Verfahren BS 2011 42):

„Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31601) sei zu verweigern:

Eventualiter:

Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben;

Die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31601) sei nur unter vollständiger Anonymisierung bezüglich B3 zu gewähren. Dazu seien der Name von B3, seine Vermögensverhältnisse sowie sämtliche Informationen, welche die Identifikation von B3 ermöglichen, insbesondere auch Hinweise auf dessen Stellung bei der FIFA, sein genaues Alter und Y. abzudecken. Außerdem seien die folgenden Passagen der Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 vollständig abzudecken:

Rubrum S. 1: Personalien von B3

Sachverhalt Ziffer 3.2 S. 7: 1. Satz

Sachverhalt Ziffer 3.6 S. 10: Namen der Auftraggeber der Überweisungen in der Tabelle, der gesamte 2. Abschnitt sowie Namen der Kontoinhaber in der Tabelle

Erwägung Ziffer 1 S. 14: 3. und 5. Satz

Erwägung Ziffer 6.3.1 S. 24: 1. und 2. Satz

Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 25: 7. und 8. Satz

Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 27: 3. Absatz

Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 29: 3. Absatz

Dem Unterzeichneten sei vor deren Weitergabe an den Gesuchsteller ein Exemplar der anonymisierten Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 zuzustellen und Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen.

Subeventualiter:

Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners.“

Während die Staatsanwaltschaft auf eine Vernehmlassung verzichtete, beantragte Jean Francois Tanda (nachfolgend: Beschwerdegegner) in seiner Vernehmlassung vom 7. Juni 2011, es seien alle drei Beschwerden vollumfänglich abzuweisen und die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 17. Januar 2011 sowie deren Einspracheentscheid vom 3. Mai 2011 zu bestätigen und ihm somit vollumfänglich und ohne weitere Verzögerung Einsicht zu gewähren in die Einstellungsverfügung 2 A 2005 31601 vom 11. Mai 2010, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführer.

In den (unaufgefordert eingereichten) Stellungnahmen vom 15. bzw. 17. Juni 2011 hielten die Beschwerdeführer an ihren Anträgen fest.

Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit von Belang, im Rahmen der nachstehenden Erwägungen Bezug genommen.

Erwägungen

Gemäß § 79 Abs. 1 lit. BGOG entscheidet die Beschwerdeabteilung des Obergerichts über Beschwerden gegen Justizverwaltungsakte, insbesondere über Verfügungen betreffend die Akteneinsicht bei abgeschlossenen Verfahren. Für dieses Verfahren gelten die Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (§ 79 Abs. 2 GOG). Zur Erhebung der Beschwerde ist (u.a.) berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat (vgl. § 41 Abs. 1 lit. A VRG). Die Beschwerdeführer haben als Partei am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und sind damit ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert. Mithin ist auf die Beschwerden einzutreten.

Mit der Beschwerde können alle Mängel des Verfahrens und des angefochtenen Entscheides gerügt werden (§ 42 Abs. 1 VRG). Neue Begehren, neue tatsächliche Behauptungen und die Bezeichnung neuer Beweismittel sind zulässig (§ 42 Abs. 2 VRG).

2.1.1 Die Beschwerdeführer bringen im Wesentlichen vor, es bestehe kein pauschaler und unbeschränkter Anspruch von nicht verfahrensbeteiligten Dritten, in Straferkenntnisse bzw. Einstellungs- und Nichtanhandnahmeverfügungen Einsicht zu nehmen. Ein allfälliges Informationsinteresse des Gesuchstellers sei im Einzelfall nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gegen die öffentlichen und privaten Geheimhaltungsinteressen abzuwägen.

2.1.2 Die Behauptung des Beschwerdegegners, dass er als Journalist „das öffentliche Interesse vertrete“, weshalb im Akteineinsicht zu gewähren sei, könne so nicht akzeptiert werden. Die Presse und die einzelnen Journalisten hätten zwar durchaus einen bestimmten Stellenwert im demokratischen Staatsgefüge, nämlich den eines Bindegliedes zwischen Behörden und Bevölkerung. Sie hätten aber auch ein ganz konkretes kommerzielles Eigeninteresse, nämlich den Absatz ihres Produkts und die Erhöhung ihres eigen Marktwertes. Die Tatsache, dass die Einstellung der Untersuchung im Ermessen der Staatsanwaltschaft liege, vermöge ein Akteneinsichtsrecht keinesfalls zu rechtfertigen. Die Fälle, in denen die Rechtsordnung die Ausübung der staatlichen Tätigkeit in das Ermessen der Behörden stellen, seien nämlich unabsehbar. Zu Recht verlange daher das Bundesgericht zusätzliche Umstände, die darauf hindeuten, dass ein irreguläres Verhalten vorliegen könnte, wie „systematische bzw. häufige Verfahrenserledigungen dieser Art“, die ein Informationsbedürfnis im konkreten Fall geradezu aufdrängten. Komme hinzu, dass sich die vorgefasste Meinung des Beschwerdegegners in dieser Angelegenheit aus seiner bisherigen tendenziösen Berichterstattung mehr als deutlich ergebe. Die Offenlegung der Einstellungsverfügung gegenüber dem Beschwerdegegner sei deshalb kaum geeignet, der angeblichen „besondere(n) Gefahr, dass der Einstellungsentscheid in der Öffentlichkeit nicht transparent und nachvollziehbar erschein(e)“. zu begegnen. Die in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft enthaltenen Angaben reichten vollauf aus. Vollends unbehelflich sei das Argument, dass Einstellungsverfügungen nach Art. 53 StGB „der Geruch einer gewissen Geheimjustiz“ anhafte. Dies sei in keiner Weise dargetan. Die Staatsanwaltschaft habe schliesslich in einem Entwurf der Medienmitteilung „zur Verfahrenseinstellung FIFA“ ausgeführt, sie erachte mit dieser Medienmitteilung jene Fragen als beantwortet, die unter Berücksichtigung des Amtsgeheimnisses aber auch der Persönlichkeitssphäre der durch das Verfahren Betroffenen beantwortet werden könnten. In der tatsächlich herausgegebenen und im Übrigen textlich übereinstimmenden Medienmitteilung vom 24. Juni 2010 fehle dann dieser Passus. Es könne deshalb nicht angehen, dass die Staatsanwaltschaft als Reaktion auf in den Medien erhobene reisserische Vorwürfe klein beigebe und ihren Standpunkt ändere. Von einer Veröffentlichung sein im Rahmen der Vergleichsverhandlungen über eine Verfahrenseinstellung nach Art. 53 StGB nie die Rede gewesen. Die Beteiligten hätten darauf vertrauen drüfen, dass mit der vorgesehenen und realisierten ausführlichen Medienmitteilung das Bedürfnis der Öffentlichkeit auf Information voll abgedeckt sei.

2.1.3 Der Beschwerdegegner begründe das behauptete schutzwürdige Interesse mit demjenigen „der Steuerzahler“ an Wiedergutmachungsleistungen einer angeblich weitgehend steuerbefreiten Organisation sowie mit dem Interesse der „indirekten (Zwangs-)Mitglieder der FIFA“ an der Verwendung angeblich von ihr bezahlter „Lizenzgebühren“. Ganz abgesehen davon, dass beide Gründe nicht zu überzeugen vermöchten, hätten sie nicht das Geringste mit dem vorliegend von der Staatsanwaltschaft und auch der FIFA zu beachtende Schutz der Privatsphäre der Beschwerdeführer B1, B2 und B3 zu tun. Die FIFA sei nicht vom Staat subventioniert und auch nicht steuerbefreit. Sie zahle regelmäßig Ertragssteuern. Auch die Fussballer dieser Welt hätten keinen Anspruch auf Information über die FIFA. Die FIFA lege vereinsintern jeweils Rechenschaft über ihre Einnahmen und Ausgaben nach den anerkannten Standards der IFRS ab und veröffentliche jeweils ihre Zahlen. Auch bei den Fragen, ob, wann und was die Organe der FIFA über die von der Staatsanwaltschaft untersuchten Sachverhalte gewusst hätten, handle es sich um vereinsinterne Sachverhalte, die dem Geschäftsgeheimnis unterstünden. Vollends an der Sache vorbei gingen die Ausführungen der Staatsanwaltschaft, wonach die Presse ihrer „aus verfassungsrechtlicher Sicht wichtigen Aufgabe der kritischen Durchleuchtung der Arbeit der Justiz“ nachzukommen habe. Das Bundesgericht anerkenne ein schützenswertes Interesse nur „in begründeten Fällen“. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdegegner im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren reisserische Berichte ins Netz gestellt habe, vermöge da von ihm zu begründende öffentliche Interesse nicht begründen. Ansonsten hätte es jeder Journalist in der Hand, das Verfahren über die Freigabe geschützter Daten selber zu steuern. Das Gleich gelte auch für die von der Staatsanwaltschaft aufgereihten Schlagwörter wie „Abzocker“, „Korruption“, „Sepp Blatter“ und „Vergabe der Weltmeisterschaft 2018/2022 an Russland und Qatar“. Die Geschichten zu den „Schmiergeldern“ würden Jahre zurückliegen, weshalb die Staatsanwaltschaft sie bei der Einstellung der Strafuntersuchung zu Recht als von geringem öffentlichen Interesse qualifiziert habe.

2.1.4 Die privaten Interessen von B1, B2 und B3 seien nicht etwa bloss „nicht von der Hand zu weisen“, vielmehr stünden sie als „besonders schützenswert“ im Vordergrund. Ebenso sei die Gefahr, dass „die entsprechenden Ergebnisse in den Medien in falschem Licht dargestellt wurden“, nicht „grundsätzlich nicht auszuschließen“, sondern unmittelbar absehbar. Diese unverhältnismässige Prangerwirkung zum Nachteil der Beschwerdeführer werde von der Vorinstanz schlicht in Kauf genommen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass in der Strafuntersuchung nicht abschließend geklärt worden sei, ob eine strafbare Handlung überhaupt vorliege. Die Staatsanwaltschaft habe in ihrer Verfügung ausdrücklich festgehalten, dass die Einstellung nach Art. 53 StGB keine Schuldfeststellung vorraussetze und dass auch keiner der Beschuldigten irgendeine Schuld eingestanden habe. Die Veröffentlichung der Einstellungsverfügung würde aber zu einer Bekanntgabe von zahlreichen nicht näher abgeklärten Verdächtigungen über Vorgänge führen, die größtenteils schon mehr als zehn Jahre zurücklägen. Mit der Veröffentlichung eines ungerechtfertigten Artikels sei der Schaden bereits angerichtet und das Ergreifen von Rechtsbehelfen wirke sich oft kontraproduktiv aus. Die Beschwerdeführer B2 und B3 seien in unserem Land keine Personen, der aktuellen Zeitgeschichte, die eine besondere Medienpräsenz und damit einhergehende Eingriffe in Kauf zu nehmen bräuchten. Sodann seien die der Vorinstanz bekannten Umstände des Beschwerdeführers B3 dergestalt, dass die psychische Belastung negativer medialer Berichterstattung besonders schwer ins Gewicht falle. Mehr als unangebracht sei es schliesslich, wenn die Staatsanwaltschaft ihnen rate, eine „aktive Pressepolitik“ zu betreiben. Damit löse sich die Staatsanwaltschaft vollständig vom Boden des Datenschutzgesetzes. Dieses verbiete die Weitergabe von Daten, wenn nicht zwingende Gründe es erfordern würden.

Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen

ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen Lügen Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports.

Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar:

  • Die ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), Cart (Motorsport), ATP (Tennis), ITF (Tennis) und vielen mehr.
  • Die ISL-Gruppe ist an diese Verträge nur deshalb gekommen, weil sie über Jahrzehnte die Top-Funktionäre in den Exekutivkomitees mit exorbitanten Summen geschmiert hat, gekauft und bestochen.
  • Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld sind gerichtsfest dokumentiert.
ISL Schmiergeldbilanz
  • Die Dunkelziffer liegt ungleich höher, setzt man diesen Maßstab an, den die Kriminalwissenschaft belegen kann: nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle werden entdeckt, mehr als 95 Prozent werden nie öffentlich.
  • Das vom ISL-Gründer und damaligen Adidas-Chef Horst Dassler installierte weltweite Korruptionssystem dominierte den gesamten olympischen Sport. Etliche der Begünstigten sind noch in Amt und Würden. Viele sind noch in Amt und Würden, deren Namen nicht auf den bisher ermittelten Listen stehen. Viele Einige der einstigen Mitarbeiter Dasslers (ob nun im ISL-Konglomerat oder bei Adidas) sind noch in Amt und Würden – manch einer strebt sogar allerhöchste olympische Weihen an.
  • Die Causa ISL hat also den Sport über Jahrzehnte geprägt, zehn Jahre nach dem ISL-Konkurs ist das Thema weiter brandaktuell – und das Thema wird es auch noch einige Jahre bleiben.
Wer behauptet, das ISL-Korruptionssystem sei ein Thema für den History Channel, der lügt oder hat keine Ahnung – beide Optionen sind auch möglich.

Als Basisinformation soll das ausreichen, wer die Geschichten hier und anderswo auch nur ansatzweise verfolgt, weiß, dass zu jenem einzelnen Punkt Ausführungen in Romanlänge geschrieben werden könnten.

Nun die Frage:

  • Was unternimmt der olympische Sport?

Bisher so gut wie nichts.

Ach doch, sorry.

IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will

von Jens Weinreich und Andrew Jennings

Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange.

Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es seit einigen Tagen beschrieben, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der seit 1963 IOC-Mitglied ist.

Nein, natürlich nicht. Sie haben Havelange eine Goldene Brücke gebaut. Rücktritt statt Rausschmiss.

Der Fall ist spektakulär und wird Weiterungen haben.

Heute Nachmittag habe ich dazu einen Beitrag für den Deutschlandfunk produziert – noch unter Vorbehalt.

Kaum war der Beitrag zum Sender verschickt, kamen die Meldungen. Als erster war mein Freund Jamil Chade, Schweiz-Korrespondent der Estado de São Paulo, damit auf dem Markt:

Kurz darauf folgte AP:

Die Kurzfassung der Geschichte, über die ich seit Jahren berichte (die Links am Ende des Beitrages liefern alle Informationen, bieten Dokumente und hunderte weitere Links), lief wie gesagt im Deutschlandfunk und ist von der Realität in einem Punkt nun schon überholt. Sehr schön, eigentlich.

„Bribes as salaries for sports leaders“

Mein Freund und Kollege Jens Sejer Andersen hat vergangene Woche an der Universität Antwerpen einen Vortrag zu einem ewig aktuellen (und derzeit wieder brandaktuellen) Thema gehalten, den ich gern veröffentliche. Es tauchen viele der üblichen Verdächtigen und alten Bekannten auf, ob nun der Handball-Pharao, Ruben Acosta oder Jean-Marie Weber. (Aus Zeitgründen muss ich leider weitgehend auf Verlinkungen verzichten, zu allen gibt es im Blog etliche Geschichten.)

Voilà:

The Magicians of Sport: How the Greatest Corruption Scandal in World Sport Vanished Before We Knew It Existed

By Jens Sejer Andersen

International Director and founder, Play the Game

Usually, I am a great admirer of magicians. People who can make elephants appear out of nowhere or escape from underwater cages hand-cuffed and wrapped in chains, really deserve respect.

There are, however, some magicians that we should beware of, and quite a few of them do their tricks in sport. I am not referring to artists like Lionel Messi or Justine Henin who can make unimaginable things with a ball. No, the magicians I would like to talk about are exercising their witchcraft more discreetly.

They do not seek our admiration over their skills. On the contrary: They shun the public eye so much that they have become experts in one aspect of magic: They know how to make us look in one direction while they do their work in the other direction, and more than that, when we look back we do not even notice something mysterious has happened.

Thanks to these magic abilities, a number of corruption scandals in the highest ranks of sports leadership continue to vanish, even before we realise that they actually exist.

Where were for instance your eyes looking in late June this year? I suppose that they, like mine, were directed at a flat screen TV to follow the last matches in the group stage of the FIFA world cup in South Africa.

Abracadabra! While we were staring on one of the greatest shows on earth, the biggest corruption scandal ever documented in sport disappeared out in the blue.

Did you notice?

If not, don’t feel ashamed. It was not meant for you to see.

While events in South Africa spellbound the world, a dry and formal sheet of paper was produced more than 8,000 kilometres away, by the public prosecutor in Zug, the Swiss canton in which FIFA resides.

On the 24 June, the prosecutor ended eight years of legal proceedings with a statement that put an end to the so-called ISL-affair.

Simultaneously, FIFA noted in a very brief media release “FIFA is pleased that the prosecutor of Zug has finalised his investigations?.

FIFA had reasons to be satisfied indeed. For although the Swiss prosecutor that day confirmed that FIFA officials had received millions of Swiss francs from the ISL company and kept them in their pockets, and that FIFA should pay a compensation of 5,5 million Swiss francss – around 4 million euros – things could have turned out much worse for football’s governing body.

The collapse of a marketing giant

For the ISL was no street vendor of services to FIFA. ISL stands for International Sport and Leisure and was from the early 1980’ies and until its collapse in 2001 by far the biggest sport marketing company in the world. It was founded by the Horst Dassler, whose family owned Adidas.

ISL bought TV and marketing rights from the international sports federations and the International Olympic Committee and re-sold them to media companies and private sponsors. Thanks to its close personal relations to FIFA and other big federations it became a driving force in the explosive commercialisation of elite sport.

However, even a booming company in a booming sector can make mistakes, and in 2001 the ISL collapsed because it had seriously overestimated the value of its products.

When the Swiss administrators took over the bankrupt ISL and started looking at the internal papers, they soon discovered some strange payments. In the first place, the liquidator of the company, Thomas Baur, found that at least 3,5 million Swiss francs (at the time 2,2 million euros) had been paid out in personal commissions and they started writing leading sports officials in order to get the money back.

And in 2004, Mr Bauer did get most of that money back. Not in many small portions, but on one big check of 2,5 million Swiss francs. It would of course be interesting where this sum came from and on behalf of which sports leaders it was paid back, but after hard work from a splendid Swiss lawyer, Peter Nobel – the Federal Court, the highest court in Switzerland, ruled that no names should be named.

Peter Nobel is not only an excellent player in the court room – a magician in his field you may say – he was also the man who issued the big check. And, coincidentally perhaps, he has for many years been the personal lawyer of Joseph S. Blatter, President of FIFA.

But this was only the beginning. Other parts of the Swiss justice had an interest in the ISL, and one investigative judge, Thomas Hildbrand, was particularly active, launching firstly one investigation into how six ISL-directors managed their affairs, and secondly another one into the relation between FIFA and the ISL.

138 million Swiss francs in kickbacks

In 2008, the court in the Swiss city of Zug concluded the first of these two cases, the proceedings against six former ISL directors for embezzling large portions of money belonging to FIFA. The legal case itself ended up with acquittals and mild sentences since the defendants could convince the judges that FIFA in reality had accepted the way ISL handled FIFA’s money.

But in the indictment a stunning revelation was brought forward and confirmed by the defendants in the court room:

Over 12 years, from 1989 to its bankruptcy in 2001, ISL handed out no less than 138 million Swiss francs – then 87 million euros – in personal commissions to sports leaders in order to get lucrative TV and marketing contracts.

The payments were channelled to the private pockets or bank accounts of high ranking sports leaders through an advanced system of secret funds in Liechtenstein and the British Virgin Islands. Some of the kickbacks were handed over personally by the top executive of the ISL, Jean-Marie Weber, who travelled around the world with a suitcase filled with cash.

Bribes as salaries for sports leaders

According to the defendant ISL directors, these payments were a normal and integral part of the daily sports business and a precondition if ISL wanted to sign contracts with their customers.

“I was told the company would not have existed if it had not made such payments,?

said former chief executive of the ISL Christoph Malms, and was backed the former director of finances, Hans-Jürg Schmid.

“It was like paying salaries. Otherwise they would have stopped working immediately?,

he said about the sports officials.

How come that the six directors admitted these secret personal commissions so freely? The answer is simple. In Switzerland this kind of kickbacks or bribes were not criminal until new anti-corruption legislation was passed in 2006.

And although the directors were quite open-mouthed, they did not risk their future career by dropping names in the court.

We only know that when ISL flourished, some of its most important customers besides FIFA were the ATP in tennis, IAAF in athletics, FINA in swimming, FIBA in basketball and for some years also the IOC.

You would perhaps expect that these organisations did react to the revelations in Zug by tracing corrupt sports leaders in their own ranks or at least distancing themselves publically from such malicious practices.

But no: From the international sports community there has only been one reaction to what is beyond comparison the biggest known corruption scandal in sport: Unanimous and complete silence.

After the verdicts in Zug 2008, there was still a hope: Perhaps the third and last criminal investigation could help us answer the simple question: Who took the bribes?

How much did they get each? – after all, 87 million euros is a lot of money, and not that many persons were in charge of TV and marketing contracts. Do these persons still hold important positions in sport?

Unfortunately, the end of the ISL affair this summer did not answer any of these questions.

The settlement does confirm what FIFA has long denied: That FIFA officials have taken millions of Swiss francs from the ISL in return for contracts. And it does oblige FIFA to pay back some of the money stolen from sport.

But even if we assume that all cheques have been paid by FIFA: 2,5 million Swiss francs to the liquidators, 5,5 million Swiss francs in the recent decision plus the costs of the legal procedure – we are still far from the impressing 138 million Swiss francs that went with the corruption. The financial balance is clearly in favour of those who cheated.

Before I go deeper into analysing the mechanisms that allow such a huge scandal to run almost unnoticed by the world public, one more important question arises from the ISL case:

Is the magic over?

Did corruption in sports organisations die with the ISL in 2001, and is the buying and selling of TV and marketing rights now a clean business?

No answers given at Olympic congress

I raised this question during a session about “Good governance and ethichs? at the Olympic Congress in Copenhagen last year where over 1,200 high ranking sports officials gathered to discuss the challenges to sport. The answer from the moderator, Youssoupha Ndiaye from the IOC Ethics Commission, was easy to understand:

“The panel does not answer questions?.

To be fair, the audience was quite amused by that response. Well, perhaps not all – probably not the man sitting a few rows from me, Jean-Marie Weber, the man who once travelled the world with a suitcase full of money.

I do not know which tasks the elegant Weber had at the Olympic Congress, but it cost the IOC President Rogge some sweat explaining Weber’s presence. It was apparently not the IOC itself that had invited him, but to get an accreditation through the strict security measures of that meeting you had to have very good connections in the so-called Olympic family of sport.