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#Pep-Pause: Die Cartolas im FIFA-Reich oder wie die WM 2014 nach Brasilien kam

| 24.06.2013 | 5 Comments

Wir sind nicht dafür verantwortlich, was passiert ist. Verzeihen Sie mir, aber ich denke nicht, dass die FIFA das Gefühl haben sollte, etwas falsch gemacht zu haben.”

FIFA-Serienlügner und Generalsekretär Jérôme Valcke
in der Zeitung “O Globo” (via faz.net)

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Investigativ

von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

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    08.07.2013

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Bevor der #Pep Hype in wenigen Minuten jegliche Gedanken und wichtige Themen absorbiert, will ich flink noch einen Text über die brasilianisch geprägte FIFA-Mafia zur Diskussion stellen. Habe gestern für die Berliner Zeitung kurz zusammen gefasst, wie sehr brasilianische Cartolas das FIFA-Geschäft prägen und wie die WM eigentlich nach Brasilien gekommen ist.

Das ist nur ein Anreißer, eine Mini-Summary von Geschichten, die hier und anderswo extensiv beschrieben worden sind.

Als Notiz scheinen mir derlei Basics in der aktuellen Diskussion dennoch wichtig. Bestimmte Zusammenhänge sollte man nicht aus den Augen verlieren.

* * *

Man nennt sie die Cartolas. Eine Kaste korrupter brasilianischer Sport- und Fußballfunktionäre, die seit Jahrzehnten ihr Unwesen treiben – und die bis heute aufs engste mit den Bossen des Fußball-Weltverbandes FIFA verbandelt sind. Die Cartolas, die in den Jahren Milliarden abgezweigt haben dürften, und FIFA-Präsident Joseph Blatter (77) sowie sein Generalsekretär Jérôme Valcke (52) gehören derselben Familie an.

Eine kleine Einführung in die FIFA-Unterwelt, mehr nicht.

Der Pate dieser Cartolas heißt Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange, kurz João Havelange, Sohn eines belgischen Waffenhändlers. Er ist inzwischen 97 Jahre alt. Er hat in Brasilien alle wichtigen Sportfunktionen ausgeübt, er beherrschte den Fußball-Weltverband FIFA von 1974 bis 1998 als Präsident. Havelange holte Blatter einst zur FIFA und setzte ihn erst als Direktor, 1981 nach einem schmutzigen Putsch gegen Blatters Schwiegervater Helmut Käser dann als Generalsekretär ein.

Havelange zu Ehren sollten die Olympischen Sommerspiele 2016 zu seinem 100. Geburtstag im João-Havelange-Stadion eröffnet werden.

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“Wir sind das Volk!” Brasilien, die FIFA, das IOC und steuerfinanzierte Mega-Events

| 23.06.2013 | 8 Comments

In my opinion FIFA is one of the most corrupt enterprises, one of the most corrupt institutions on this planet.”

Romário de Souza Faria, Weltmeister 1994, Kongress-Abgeordneter der Partido Socialista Brasileiro 

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Investigativ

von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

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Es ist klar, dass die Entwicklungen in Brasilien, in der Türkei und anderswo (in Sotschi, in Graubünden) zentraler Bestandteil meines Buches werden, das ich per Crowdfunding via Krautreporter finanzieren möchte, und das ich vielleicht etwas verkürzt IOC-Buch genannt habe – um es auf den September und die Wahl des IOC-Präsidenten zu fokussieren.

Aber, das habe ich ebenfalls beschrieben, es geht mir um eine umfassende Betrachtung der Parallelgesellschaft Sportbusiness. Um die Konzerne des Weltsports, um die Strippenzieher aus Politik und Wirtschaft, Milliardenkassierer und Topfunktionäre, die jetzt atemlos nach Brasilien schauen.

Einige Gedanken dazu, anschließend an diese Notizen und etwas erweitert als gestern auf Spiegel Online veröffentlicht.

* * *

Joseph Blatter ist eigentlich hart im Nehmen. Teflon-Sepp nennen manche den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes FIFA. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird Blatter in den Stadien der Welt nun schon ausgepfiffen. Sein Verband gilt vielen Menschen als Synonym für Vetternwirtschaft und Korruption, für skrupellose Geschäftemacherei. Teflon-Sepp hat über die Jahre nach Gutdünken die protokollarischen Regularien geändert, wie er im Fokus der Fernsehkameras und in den Blitzlichtern der Fotografen bei Events ins Bild gesetzt wird. Das half, ein bisschen, den größten Schmerz zu lindern. Blatter hat darüber hinaus immer darauf gesetzt, dass sich die Empörung der Leute legen würde, wenn der Ball erst mal rolle, ob nun bei einer Weltmeisterschaft oder einem WM-Test wie gerade beim Konföderationenpokal in Brasilien.

Brot und Spiele. Fußball als Opium fürs Volk.

Irgendwie hat das immer funktioniert.

Was der Fußballfürst Joseph Blatter nun in Brasilien erleben musste, nicht nur beim Eröffnungsspiel, als die Stadionbesucher sich minutenlang nicht mehr beruhigten und das Protokoll sprengten, das schockiert ihn zutiefst. Er kann damit nicht umgehen. Und seine fürstlich bezahlten Propagandisten, allen voran Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio sowie Blatters persönlicher PR-Berater Bernd Fisa, sind ebenso hilflos. Sie agieren gern aus dem Hinterhalt und verbreiten ihre Propaganda in etlichen Medien, wie gerade wieder in Roger Köppels Weltwoche (“Essay” von Blatter: “Fußball verbessert die Welt”), doch stehen sie auf verlorenem Posten:

Der denkende Teil der Menschheit glaubt den Lügen nicht. Der denkende Teil der Menschheit hat die FIFA längst durchschaut. Das lässt sich auch nicht mit 1,4 Milliarden auf dem Festgeldkonto und weiteren Propagandafeuerwerken korrigieren.

Und das ist auch gut so.

Im fußballverrücktesten Land des Planeten demonstrieren Millionen Menschen nicht nur für bessere Lebensbedingungen, für Bildung, Gesundheitsfürsorge und eine faire Chance an der gesellschaftlichen Teilhabe. Sie demonstrieren  gegen Geschäftemacherei, grassierende Korruption, gegen Gigantismus und die Verschleuderung von Steuermitteln für den Bau überdimensionierter Arenen, die nach der Sause – ob nun nach der Fußball-WM 2014 oder den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro – kaum vernünftig genutzt werden können. Die Menschen demonstrieren gegen diese White Elephants, so nennt man sportive Investruinen, und damit direkt gegen die FIFA und deren Pflichtenhefte, gegen Sepp Blatters engste Freunde und Geschäftspartner: die kriminellen Cartolas, Brasiliens Fußballfunktionärsclique, zu denen Blatters FIFA-Vorgänger Joao Havelange zählt, die seit Jahrzehnten den Lauf der Dinge bestimmt.

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Elefantes brancos oder: Was erlauben das Volk? Die FIFA und die Proteste in Brasilien

| 20.06.2013 | 5 Comments

Eine Frage, die mich seit einiger Zeit interessiert, musste ich gestern kurz an den FIFA-Generalsekretär und Serienlügner Jerôme Valcke los werden:

Valcke, ein enger Kumpel des vollkorrupten brasilianischen Fußball-Mafiosi Ricardo Teixeira, war derjenige Sportfürst, der den Brasilianern, die nicht Teixeira und Havelange heißen und mit den FIFA-Granden Geschäfte machen, unlängst in den Arsch treten wollte – und sich dann doch wieder missverstanden fühlte, wie so oft.

Beim Spiel im Confederations Cup zwischen Brasilien und Mexiko erschien am Mittwochabend im Stadion von Fortaleza ständig ein FIFA-Werbespruch auf den Werbebanden.

“Football for hope”, hieß es da.

“For the Game – for the World”, lautet sogar der offizielle FIFA-Slogan.

Sepp Blatter verkauft seine korrupte Organisation, die rund 1,4 Milliarden Dollar auf den Konten hortet und damit allerlei Propaganda finanzieren kann, ja durchweg als Weltverbesserungsanstalt.

Frieden und Bildung soll sein Fußball bringen. Zum Beispiel.

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Investigativ

von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

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Doch wenn das Volk sich vom Opium Fußball nicht mehr berauschen lassen will und Millionen auf die Straße gehen (auch gegen die FIFA, auch gegen grassierende Korruption, woran die Cartolas, die Fußballmafia des Landes, die untrennbar mit der FIFA-Mafia verbunden ist, großen Anteil haben), dann reagiert Blatters Truppe beleidigt.

Denn sie können es nicht verstehen.

Wie kann das Volk, zumal das fußballverrückteste der Welt, sich anmaßen, Hoffnungen und Bedürfnisse zu artikulieren, ohne zuvor bei den gestrengen, mit Knebelverträgen agierenden FIFA-Sittenwächtern und knallharten Vermarktungsmonopolexperten schriftlich um Erlaubnis gefragt zu haben?

Was erlauben das Volk?

Missbraucht den Fußball nicht!

Greinte also Sepp Blatter, der Mann, der den Fußball seit Jahrzehnten für seine Interessen missbraucht – gemeinsam, vor allem, mit seinen brasilianischen Kumpanen wie Havelange, Teixeira und Marin. Dann verabschiedete sich Blatter für ein paar Tage in die Türkei zur u20-WM.

Witzig. Wunderbar.

Denn in der Türkei demonstrieren die Menschen auch gerade. Nicht zuvorderst gegen Pläne der Sportkonzerne. Aber es gibt einige Parallelen zwischen dem WM- und Olympiagastgeberland Brasilien und der Türkei bzw Istanbul, das sich um die Olympischen Spiele 2020 bewirbt.

Hochspannende Entwicklungen sind das.

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Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (III): Im langen Schatten der fünf Ringe

| 20.05.2013 | 2 Comments

16.31 Uhr: JW stellt mal die traurige, aber leider erwartbare News des Tages nachträglich voran:

Und weiter geht es mit Teil 3 der Recherche von Grit Hartmann:

* * *

Es kommt tatsächlich vor, dass der scheidende IOC-Präsident Jacques Rogge auch nach zwölfjähriger Amtszeit noch als „Visionär“ oder „Erneuerer“ gepriesen wird. Hierzulande geschieht das derzeit sogar häufig. Sportpolitische Berichterstatter, denen der Oberolympier einmal im Jahr ein Interview gewährt, integrieren solche Bewertungen in eine Erzähltaktik, die besagen soll: Hier Rogge, der Reformer des Ringezirkels nach Samaranch, dort Thomas Bach, der Kronprinz und Samaranch-Zögling.

IWF-Serie

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Eigentlich dürfte, dass man mit dem deutschen IOC-Vize nicht auf Reformen spekulieren sollte, auch ohne solche Manöver klar sein, die der schrägen Vorstellung frönen, auf dem IOC-Thron wirke derzeit ein Erneuerer. Dafür müsste man schon Rogges Baby, die Olympischen Jugendspiele (2014 veranstaltet das IOC die Sause in Allianz mit den chinesischen Machthabern in Nanjing, das Versagen beim Pekinger Härtetest 2008 lässt grüßen), für einen genialen Coup halten und die Aufnahme von ein paar neuen Sportarten ins bzw. den vorläufigen Rausschmiss der Ringer aus dem olympischen Programm für originär bei der notwendigen Modernisierung der Spiele.

Längst hat Rogge, der einstige Olympia-Segler, sein Schiff in den Wind gedreht, der schon unter Samaranch wehte. Das erschließt sich spätestens, sobald ungelöste Dauerfragen aus der olympischen Unterhaltungsindustrie, etwa zu bezahlbaren Spielen oder zur WADA-Finanzierung, an Rogges Start gemessen werden. Das Programm nach seiner Wahl im Sommer 2001: „Für die Glaubwürdigkeit des Sports. Gegen Doping. Gegen Korruption. Gegen Gewalt.“ Damals meinte Rogge auch, der Sport habe nur dann eine Zukunft, wenn er „seine ethischen Werte wiederentdeckt“.

Wie hält es also die olympische Familie, wenn einer der Ihren in den Ethik-Fokus rückt?

Die detaillierte Beschwerde der Gewichtheber-Offiziellen zu den unter ihrem Präsidenten, dem IOC-Ehrenmitglied Tamás Aján mysteriös verschwundenen olympischen Millionen böte im Wirtschaftsleben reichlich Indizien, um den Staatsanwalt auf den Plan zu rufen.

Im IOC, das sich seinen Rechtsrahmen selber geben darf, dreht sich die Waschanlage drei Monate. Dann antwortet nicht Rogge. Seine Rechtsabteilung teilt mit, warum der Präsident gegen Ermittlungen der Ethik-Kommission entschieden hat:

IOC letter IWF

Für das formale Daumen-runter-Zeichen und die Feststellung, der Fall sei auf „Anwendung der IWF-Statuten“ bezogen, brauchte es wohl kaum die behauptete „seriöse Analyse“ diverser Unterlagen. Die tiefgekühlten sieben Zeilen sind eher ein Paradebeispiel dafür, was man im IOC unter Transparenz versteht: Sie lassen die Beschwerdeführer rätseln, welche Entlastungsbeweise die IWF vorgelegt haben könnte und warum Aján die dem eigenen Verband vorenthielt.

Und hatten die Kläger nicht angeboten, dem IOC-Präsidenten zur Verfügung zu stehen bei weiterem Klärungsbedarf?

Die IOC-Spitze ist gar nicht interessiert an dem, was die Heber vorzutragen haben. Dem erlauchten Kreis geht es nicht um Aufklärung, das ist das eine Problem. Zum anderen Problem sagt einer der Kläger:

Diese Absage war für uns ein echter Schock.

Zuerst deshalb, weil man sich auf einen Passus in der IOC-Anstandsfibel, im Ethik-Code berufen hat. „Die Olympischen Mittel der Olympischen Parteien“, heißt es scheinbar eindeutig in Abschnitt C, „sollen nur für Olympische Zwecke genutzt werden.“ Die Verwendung der Gelder sei außerdem „klar in der Buchführung“ auszuweisen. Auch tun sich gewisse Abgründe auf zwischen dem abschlägigen IOC-Bescheid und jener „Lebensart“ namens Olympismus, die ja, so lautet das erste der „fundamentalen Prinzipien“ der Olympischen Charta, „auf dem erzieherischen Wert des guten Beispiels“ aufbaut.

Antonio Urso, der Präsident des Europäischen Gewichtheber-Verbandes, und Marino Casadei, einer der IWF-Prüfer, wollen sich so einfach nicht abwimmeln lassen. Sie finden, Rogges Absage stehe im Widerspruch zu „den ethischen Werten des Olympismus“. So steht es in der Klage, die sie als Privatleute dem Internationalen Sportgerichtshof CAS vorlegen. Beklagter: das IOC und sein Präsident.

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Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (II): Das Rätsel um die verschwundenen Millionen

Tamás Ajan, IOC-Session Singapur, 2005

Es folgt die ergänzte, etwas anders gefasste und mit Dokumenten versehene Version eines Artikels, der in Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau unter dem Titel “In der Waschanlage” erschienen ist. Play the Game hat die Überschrift “IWF president under suspicion of financial mismanagement” gewählt.

„Finanzielle Misswirtschaft“ – das ist die juristisch korrekte Bezeichnung für den Vorgang, den einige Gewichtheber-Funktionäre bisher vergeblich versucht haben, vollständig aufzuklären. Er illustriert, welcher Geist noch immer weht in den olympischen Weltverbänden und warum es – angesichts oft jahrzehntelang gewachsener Abhängigkeiten – so schwer ist, dem etwas entgegen zu setzen.

* * *

Die Geschichte beginnt vor vier Jahren, beim letzten IWF-Wahlkongress in Madrid Ende März 2009.

Oberflächlich betrachtet, ist alles wie immer: Aján, der es liebt, sich mit den Mächtigen zu zeigen, gibt den galanten Gastgeber. Er begrüßt als Ehrengäste die spanische Infantin, den Sportminister, den Vize-Bürgermeister von Madrid. Er herzt den IOC-Kollegen Samaranch Junior und einen, gegen den gerade eine Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet hat, den Handball-Pharao Hasan Moustafa.

Es hagelt Grußadressen und Auszeichnungen.

MUST READ!

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Alles könnte so sein wie immer, wären da nicht die vielen lästigen Fragen zum Geld.

Wie immer hat Aján auf dünnen drei Seiten Einnahmen und Ausgaben der IWF aufgelistet. Wie immer haben die hauseigenen Prüfer keine Auffälligkeiten entdeckt, im Gegenteil: Sie haben sogar „gratuliert“ zum kleinen Überschuss, den die IWF erwirtschaftet hat.

Auch dass Aján ein wenig jammert bei der Vorstellung des Finanzberichts – mit dem er angeblich seiner Pflicht nachkommt, die Nationalverbände über die „tatsächliche Finanzlage“ zu informieren – ist nicht ungewöhnlich.

„Es war nie leicht“, behauptet er diesmal, „einen angemessenen finanziellen Hintergrund für unsere Aktivitäten zu sichern.“

Die Dokumente dazu:

In den Jahren zuvor klangen die Klagen des IWF-Bosses ähnlich: „Geld ist schwierig aufzutreiben“ (2000), „extrem schwierige internationale Umgebung“ (2002), „IWF ist nicht ausgenommen von globalen Krisen“ (2006) …

Inzwischen aber hören ein paar Funktionäre solche Sätze nicht mehr gern: Zwar wissen die wenigsten, dass Aján sich mit 300.000 Dollar im Jahr fürs Ehrenamt entschädigen lässt – aber kaum einem entgeht, dass die Kosten fürs Budapester Präsidenten-Büro, wo auch der Schwiegersohn als Wettkampfdirektor wirkt, ständig steigen.

  • Und nun fragt ein Delegierter, an wen denn die Hanteln gegangen sind, die als Ausgaben unter „IWF-Entwicklungsprogramm“ verbucht sind.
  • Ein afrikanischer Delegierter möchte Details zu den Zuschüssen für die fünf Kontinentalverbände, Posten Nr. 15 unter „Ausgaben“, mehr als 300.000 Dollar.
  • Und der Italiener Antonio Urso will wissen, warum die aktuelle Bilanz ohne Vermögen eröffnet, wo doch die vorherige mit 1,6 Millionen Dollar im Plus schloss.

Es gibt weitere Fragen.

So viele, dass dem IWF-Boss ein verräterischer Satz entschlüpft:

Den Überblick „über das gesamte Vermögen“ erhalte nur die Exekutive und das IWF-Prüfkomitee.

Das gesamte Vermögen?

Viele Funktionäre hören davon zum ersten Mal.

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142 Mio CHF Schmiergeld: full list of ISL bribery payments to senior sport officials 1989-2001

| 28.04.2013

Der Worte sind genug gewechselt. Ich habe mit den Kollegen von Spiegel Online erstmals die komplette Liste zum von der ISL/ISMM-Gruppe geprägten größten Schmiergeldsystem der olympischen Sportgeschichte veröffentlicht.

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Mal sehen, ob sich via Crowdsourcing noch das eine ander andere Detail zu den zahlreichen Tarnfirmen und Stiftungen in Europa, Amerika und Asien finden lässt. Es bleibt noch viel zu tun, denn es ist so:

  • Die 142 Millionen CHF Schmiergeld für Sportfunktionäre sind nur ein Teil dessen, was die ISL-Gruppe gezahlt hat. Die tatsächliche Schmiergeldsumme dürfte ungleich höher sein. Unterlagen für die Zeit von 1982 bis 1989 existieren nicht mehr.
  • Von diesem 142 Millionen sind die Empfänger von mehr als 110 Millionen unbekannt. Nur der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber, Freund von Havelange, Blatter und vielen anderen Top-Funktionären, kennt alle Empfänger. Er nimmt sein Geheimnis mit ins Grab. Er hat übrigens mehrfach in kleinem Kreis erklärt, um sein Leben zu fürchten.

Ich biete die Liste in Gänze an und auf die Jahre 1989 bis 2001 aufgeschlüsselt. Zu allen Tabellen werde ich im Laufe des Tages weitere Anmerkungen/Links liefern und weitere Dokumente veröffentlichen. Work in progress – immer mal wieder vorbei schauen.

Einige Dokumente, die ich heute zur Verfügung stelle, waren bislang ebenfalls unveröffentlicht. Wer tiefer eintauchen will in das ISL-Geflecht und die Geschichte, findet über den Button “related posts” am Ende des Artikels und im Archiv Dutzende originäre Blogbeiträge mit vielen hundert externen Links und Dokumenten.

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FIFA’s Jack the Ripper and the Holy Bible: “with your love, your support and your understanding, I shall be your MP again”

My dear constituents, for the past two decades, I have been the target of various kinds of attacks. I have been targeted. My family has been targeted. My friends have been targeted. My detractors have said every dirty thing under the sun about Jack Warner. But in all of that you have kept the faith in me. And for that I thank you. I thank you for trusting me and for the confidence you have shown by your very presence here tonight. Mark my words when I tell you that Jack Warner has never betrayed you and I will never betray your trust.

The Holy Bible says there is a time for everything under the sun; a timeto sow and a time to reap; a time to be silent and a time to speak. The world of international sports politics is not a simple one. It is an arena of extremely high stakes. The remuneration packages and the perks of those jobs can be very attractive. And therefore at times the rivalry can become very intense among those lured by the trappings of officeand the craving for power.

It is against this background that I have found myself a keenly pursued target. And just as in any all-fours game, how smartly you play the few pieces of trump in your hand can determine whether you win or lose.

The Honorable Jack Austin Warner, former T&T minister, former vice president of FIFA, former CONCACAF godfather

Let’s go for Jack Warner’s propaganda. Funny stuff. Must read! (And read comments at Trinidad Express)

Jack is not out of business yet.

On Friday May 24th 2013, a new weekly newspaper shall be launched – Sunshine Newspaper – designed to bring a new hope into your lives.

And come July 24th 2013 who knows, with your love, your support and your understanding, I shall be your MP again.

Wow.

I am still studying but already found many sensational quotes.

Jack Austin Warner MP for Chaguanas West

Speaking Notes, Straight Talk Pubic Meeting

Thursday, April 25, 2013

No joke, seriously, some interesting remarks:

1) Warner claims he was personally given the money to build the Havelange centre of excellence in Trinidad in return for helping Sepp Blatter’s election as FIFA president in 1998. He provided letters confirming the 6 mio US dollar FIFA loan for the centre, built on land owned by Warner, had been converted into a grant:

Blatter was Havelange’s candidate to succeed him for the FIFA Presidency. Blatter had been at this time the most hated FIFA official by both the European and African Confederations and without my CONCACAF support at the FIFA elections, Blatter would never have seen the light of day as President of FIFA.

I told Havelange that, through him, Blatter will get CONCACAF’s total support and Bin Hammam also said the same day thing though at the time he did not have Asia’s 100% support as I had with the CONCACAF. “Votamos como un bloque”, I told my Central American colleagues.

(…) So the Centre of Excellence was built, first by a loan that was given to Jack Warner that was converted into a grant and by further assistance from Dr Havelange after whom I named the Centre.

2) A strange detail at the 1998 FIFA congress in Paris, we already know, but nice to have it confirmed again:

An interesting development at that Congress was that Haiti was absent and with Blatter’s permission, I got Captain Horace Burrell’s (of Jamaica) girlfriend to vote as the Haitian delegate by saying, “Oui!” when Haiti’s name was called. 

3) He loves to play the racism card, we already know:

One must ask the question how did little Jack Warner manage to stay in his corner under the radar and enjoyed so much success for so long?

Or is it just that what we are seeing today is the vindictiveness of an oligarchy against one who attempted to challenge the power of a Eurocentric and White regime and thus balance the playing field so that leaders of every colour, race and ethnicity could have a fair chance to become a President of FIFA?

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Nicolás Leoz tritt aus dem FIFA-Exekutivkomitee zurück: 1.075.625 (CHF) “gesundheitliche und persönliche Gründe”

Das Urteil des Münchner Richters Hans-Joachim Eckert zur ISL-Causa rückt näher. Und siehe: Schon verlässt wieder ein Ganove das FIFA-Exekutivkomitee. (Sepp, wann verschwindest Du endlich?)

Diesmal ist es der 84 Jahre alte Ewig-Präsident  der Confederación Sudamericana de Fútbol (CONMEBOL) Nicolás Leoz.

Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger Angel María Villar Llona (Spanien)

von links: ISL-Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger Angel María Villar Llona (Spanien)

Die putzige Propagandameldung der FIFA:

FIFA has taken note of the formal resignation of Nicolás Leoz as a member of the FIFA Executive Committee and as President of CONMEBOL (Confederación Sudamericana de Fútbol) for health and personal reasons. Nicolás Leoz informed FIFA of his decision to resign today by letter.

In accordance with the FIFA Statutes (art. 30 par. 9), CONMEBOL will now have to decide immediately on the replacement of Nicolás Leoz as one of its representatives on the FIFA Executive Committee for the remaining period of office.

Der wahre Grund bzw die 1.075.625 Gründe:

Leoz hat von der ISL-Gruppe insgesamt 1.075.625 Schweizer Franken Schmiergeld erhalten.

  • am 12.11.1997: 282.000 CHF
  • am 13.05.1998: 300.000 CHF
  • am 04.12.1998: 282.000 CHF
  • am 20.01.2000: 159.950 CHF
  • am 04.05.2000: 51.675 CHF

Habe ich korrekt addiert?

Das ist die Summe, die wir kennen.

Ich rechne in derlei Fällen ja gern mal hoch, wohl wissend, dass nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle je öffentlich werden. Weshalb ich sicher bin, dass die ISL-Gruppe ein Mehrfaches jener 142 Millionen Franken an Sportfunktionäre gezahlt hat, die für die Jahre 1989 bis 2001 gerichtsfest dokumentiert werden können.

Die anderen Schmiergeld-Empfänger aus dem FIFA-Exekutivkomitee (ehemals und aktuell):

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Twitter-Wahrheitsdroge für @SeppBlatter, doch Rücktritte nur von Jack the Ripper und Alexandra Wrage

It was decided that the president Sepp Blatter is to step down due to corruption charges …

… meldete die FIFA?

Kurze Aufregung am Montagabend. Gegen 18.30 Uhr MESZ (habe die genaue Zeit leider nicht notiert) wurde über einen FIFA-Account auf Twitter der Rücktritt des ewigen Präsidenten Joseph Blatter mitgeteilt. @SeppBlatter hat seinen Rücktritt gleich mal retweetet und weitere lustige Tweets abgesetzt, die den Eindruck erwecken konnten, er sei auf Wahrheitsdroge gesetzt worden.

So what if I took money from Qatari prince? I am the family’s bread earner …

Die Nachfolger-Frage wurde geklärt …

I have recommended his excellency prince Ali Bin Al Hussein of Jordan as my successor …

… und die WM 2030 nach Jordanien vergeben …

The royal family has done much for FIFA, I am sure Jordan will make an excellent host for 2030

So sah das aus:

Screenshot Twitter @SeppBlatter, 22. April 2013, 20.09 Uhr MESZ

Screenshot Twitter @SeppBlatter, 22. April 2013, 20.09 Uhr MESZ

Etwas detaillierter:

Screenshot Twitter @SeppBlatter, 22. April 2013, 20.09 Uhr MESZ

Screenshot Twitter @SeppBlatter, 22. April 2013, 20.11 Uhr MESZ

Die Tweets wurden binnen weniger Minuten tausende Male verbreitet. Die MedienPropagandaabteilung der FIFA teilte dazu mit:

Dear media representatives,

We can confirm that some of FIFA’s twitter accounts, including the account of the FIFA President and @fifaworldcup, have been hacked today. We are looking at this issue at the moment. In the meantime, to avoid any doubt, we kindly ask you to verify and check any statements that you see on a FIFA twitter account with the FIFA Media department (media@fifa.org).

Many thanks and best regards,

FIFA Media department

22 April 2013

Die Hacker-Attacke kam von der so genannten Syrian Electronic Army (@Official_SEA6), gemäß SPON eine Gruppe von Assad-Anhängern, die schon etliche andere Accounts geknackt hat, u.a. CBS, Al Jazeera, Qatar Foundation.

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Der CONCACAF-Bericht zu den Millionengaunern und FIFA-Ehrenmännern Chuck Blazer und Jack Warner

| 20.04.2013 | 7 Comments


Das Integrity Committee der nordamerikanischen und karibischen Fußballkonföderation CONCACAF hat seinen Bericht zu einigen Verfehlungen der Ganoven Jack Warner (Präsident von 1990-2011) und Chuck Blazer (Generalsekretär von 1990-2011) vorgelegt.

Lesebefehl!

Wenn ich richtig informiert bin, dann gelten die Millionenbetrüger noch als FIFA-Ehrenmänner und erhalten eine fürstliche Pension aus Zürich.

Wer sich nur die Zusammenfassung antun möchte. Auch die ist lesenswert, natürlich:

The Confederation of North, Central American and Caribbean Association Football (“CONCACAF”)

INTEGRITY COMMITTEE

REPORT OF INVESTIGATION
EXECTUIVE SUMMARY

Presented to the Executive Committee of CONCACAF, April 18, 2013

EXECUTIVE SUMMARY

This investigation was conducted by the Integrity Committee (the “Committee”) of the Confederation of North, Central American and Caribbean Association Football (“CONCACAF”) at the request of the Executive Committee of CONCACAF. The Executive Committee requested the investigation because public allegations and other information raised serious questions about the integrity of the former leadership of CONCACAF and threatened to undermine public confidence in CONCACAF.

The CONCACAF Executive Committee established the Integrity Committee by resolution, dated June 26, 2012, to investigate and report to the Executive Committee “on the facts surrounding several allegations in relation to specific issues involving CONCACAF.”

The allegations concerned the following issues:

  • (i) ownership of the Centre of Excellence (the “COE”);
  • (ii) an apartment at Trump Tower and the application of CONCACAF’s funds in relation to the apartment;
  • (iii) the whereabouts of funds generated by a contract between CONCACAF and Umbro International;
  • (vi) the circumstances surrounding the purchase of two apartments in Miami and a Hummer vehicle;
  • (v) the employment contract of the former General Secretary of CONCACAF, and in particular, the provisions of the contract relating to the payment of commissions and its expiration;
  • (vi) CONCACAF’s failure to pay taxes and to file tax returns;
  • (vii) the application or otherwise of CONCACAF’s funds over the past five years; and
  • (viii) the completeness and accuracy of CONCACAF’s financial statements and audits for the past five years.

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Die FIFA unter @SeppBlatter: Personenkult, Korruptionsmaschinen, Ethiksimulation und Propaganda

Mein Lieblingsfoto von Sepp und Don Julio: von der Krönungsmesse 2007 in Zürich

Mein Lieblingsfoto von Sepp und Don Julio: von der Krönungsmesse 2007 in Zürich

Gerade tagt das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA in Zürich (die Tagesordnung). Bin heute nicht vor Ort, werde die anschließende Pressekonferenz aber online verfolgen und live ein bisschen bloggen. Also bitte immer wieder ans Ende des Beitrags scrollen. Auch die beiden folgenden Texte werden ergänzt und verlinkt.

Es ist noch ein bisschen Zeit. Um was es heute ging/geht, habe ich in den vergangenen Tagen u.a. für die Berliner Zeitung und Spiegel Online aufgeschrieben:

* * *

19. März. Die Propagandaabteilung der FIFA arbeitet hochtourig. Am Tag vor dem Treffen des Exekutivkomitees in Zürich veröffentlichte der Fußball-Weltverband Details aus einem „persönlichen Schreiben“ des Katholiken Joseph Blatter an Pontifex Franziskus. „Ohne den Glauben an Gott mit dem Glauben an den Fußball auf eine Stufe stellen zu wollen, möchte ich anmerken, dass beide gemeinsame Werte haben“, schrieb Blatter. Warum so bescheiden? Blatter betrachtet sich und sein Fußballgeschäft doch allen Ernstes als einzig globale Religion:

Fußball ist mehr als eine einzelne Religion“, hat er einmal gedichtet: „Also nur zu sagen, mehr als die katholische Kirche, das wäre für mich zu wenig.“

DOKUMENTE

Zur Orientierung:

Der Fußballpapst konferiert mit seinen Kardinälen aus dem Exekutivkomitee ab Mittwoch im Home of FIFA auf dem Zürichberg, um so genannte Reformmaßnahmen abzusegnen. Ein kastriertes Programm, das seit dem FIFA-Kongress 2011, als Blatter zum vierten Mal gekrönt wurde, exakt jenem Fahrplan folgt, den er und seine fürstlich entlohnten Paladine, PR-Leute und Lobbyisten, ausgeheckt haben. In deren Diktion heißt es, die „Reformen“ werden beim FIFA-Kongress im Mai auf Mauritius abgeschlossen. Von Blatter Angeheuerte wie der Compliance-Experte Mark Pieth aus Basel, die als Teil der Inszenierung lange Zeit still hielten, geben neuerdings Interviews und drohen mit Abbruch der fragwürdigen Geschäftsbeziehungen zur FIFA.

Pieth legte mit dem Unabhängigen Governance-Komitee (IGC) im Februar den zweiten Bericht und sieben als „unverzichtbar“ bezeichnete Forderungen vor. Dazu zählen die Amtszeitbeschränkung für den FIFA-Präsidenten und die Exekutive sowie ein unabhängiger Integritätscheck von Top-Funktionären. Beides wird so nicht kommen. Pieth müsste dann sein Versprechen wahr machen und als Kommissionschef zurücktreten. Letztlich dürfte er für Blatter, der ihn persönlich ausgesucht hat, den Clown gespielt und der Propagandanummer „Reform“ eine Art Autorität verliehen haben. In der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte die Kanadierin Alexandra Wrage aus dem Pieth-Komitee nun, es gäbe nur „kosmetische Verbesserungen ohne echte Veränderungen “. Es würden „nur die Liegestühle auf der Titanic umgruppiert“.

Die sieben “unverzichtbaren” Forderungen des IGC:

The IGC however, reminds the Members of the ExCo that the revision of the Statutes foreseen for Congress 2013 is fundamental: as highlighted in its First Report of March 2012, the IGC stresses the need to introduce transparency and accountability throughout FIFA.

Therefore it is indispensable:

  1. That the President and all Members of the ExCo as well as the standing Committees of FIFA undergo an integrity check performed by an independent body within FIFA centrally prior to their (re-) election.
  2. In order to underline their role and responsibility as Members of the FIFA’s Executive Body the Members of the ExCo should be confirmed by Congress upon their appointment or reappointment by the Confederations.
  3. In order to guarantee transparency and accountability two independent Members should attend the meetings of the ExCo.
  4. Both, the President and the Members of ExCo should be subjected to limited terms of office.
  5. The IGC supports the redesign of the bidding and decision process for hosting decisions, as well as for the governance of development projects, marketing and procurement activities. The corresponding policies need to be reviewed by the IGC.
  6. The IGC welcomes any steps to make the IFAB more democratic and transparent.
  7. The IGC would like to stress the importance of transparency in the area of compensation and benefits. The establishment of an expert subcommittee to the Audit and Compliance Committee is an important step. However, the decisions of the sub-committee need to be made public, to the same degree as in not-for-profit organizations and other international organizations.

Das war von Blatter nie anders geplant. Der Große Vorsitzende hat gerade in mehreren Interviews deutlich gemacht, was er von derlei Interviews hält: Nichts. Pieth habe sich nur intern zu äußern, dürfe Vorschläge machen, über die das Exekutivkomitee entscheide. „Ich habe mit ihm gesprochen“, sagte Blatter, „er hat akzeptiert, dass er sich nicht mehr öffentlich äußert, wenn ich es ihm nicht erlaubt habe.“

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Crowdsourcing, Übersetzungshilfe gesucht! Was will uns die FIFA-Ethikkommission sagen?

Es sind ja nun neue Zeiten angebrochen im Milliardenkonzern FIFA, den etliche Funktionäre als Selbstbedienungsladen betrachten. Reformen! Ethik! Und! All! Solche! Wunderbaren! Sachen!

Ein weiteres beeindruckendes Zeugnis für die neue Transparenz im Reich des Joseph Blatter, der gestern übrigens seinen 77. Geburtstag feierte, liefert jene Pressemeldung, die vor wenigen Minuten von der Propagandaabteilung der FIFA verschickt wurde.

Um die zu entschlüsseln erbitte ich die Mithilfe der Weisheit der Massen und stelle die Email der FIFA in vier Sprachen zur Verfügung.

Jeder Buchstabe kann eine Bedeutung haben!

Nur: welche?

Deutsch:

Verlautbarung der Vorsitzenden der beiden Kammern der FIFA-Ethikkommission:

Auf Antrag von Michael J. Garcia (Vorsitzender der Untersuchungskammer der Ethikkommission) hat Hans-Joachim Eckert (Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission) heute FIFA-Exekutivkomiteemitglied Vernon Manilal Fernando provisorisch für eine maximale Dauer von 90 Tagen für jegliche Fussballtätigkeit auf nationaler und internationaler Ebene gesperrt. Der Entscheid basiert auf Art. 83 Abs. 1 in fine des FIFA-Ethikreglements und soll eine Beeinflussung der Wahrheitsfindung in Bezug auf ein Verfahren, das gegenwärtig von der rechtsprechenden Kammer durchgeführt wird, verhindern.

Das Verfahren betrifft eine formelle Ethikklage aufgrund eines Schlussberichts, den der Vorsitzende der Untersuchungskammer beim Vorsitzenden der rechtsprechenden Kammer eingereicht hat. Dieser Bericht ist das Ergebnis eines Untersuchungsverfahrens, das im Oktober 2012 eingeleitet wurde.

Der Fall befindet sich nun in der Zuständigkeit der rechtsprechenden Kammer für alle weiteren verfahrenstechnischen Massnahmen, die diese Kammer für angemessen hält.

FIFA-Ethikkommission

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Online-Sittenlehre für Spezialethiker der FIFA-Parallelgesellschaft

| 27.02.2013 | 1 Comment

Damit auch das nicht untergeht: Vor einigen Tagen hat der Fußball-Weltverband FIFA sein brandneues Ethik-Tool veröffentlicht.

Wow …

… werden jetzt die Millionenbetrüger und Großganoven Chuck Blazer, Julio Grondona, Worawi Makudi und einige andere Gesellen um den moralisch korrupten Vereinschef Joseph Blatter sagen.

Wow!

Und sie werden herzhaft lachen.

Der schwer korrupte Thailänder Makudi beispielsweise, ein großer Freund von Mohamed Bin Hammam, hat gerade seine Kandidatur für die Präsidentschaft in der asiatischen Konföderation AFC bekannt gegeben. James Dorsey fasst einige der Verstrickungen von Makudi & Co noch einmal zusammen:

Mr. Makdudi has repeatedly been investigated for fraud and corruption. He denied last September fraud allegations made by a South Korean firm related to the cancelation of a multi-million-dollar broadcast rights deal. Earlier, he was accused by former English Football Association chairman Lord David Triesman of involvement in an alleged scheme to buy votes for England’s failed 2018 World Cup bid. Makdudi was cleared in 2011 of accusations that funds meant for the Thai soccer association to build facilities were instead spent on building assets on land he owned in Bangkok. Most recently, the Thai parliament investigated FIFA’s refusal to approve a newly futsal facility by his association.

Wie auch immer. Have fun, hier ist das ETHIK-TOOL:

Wer unsaubere Vorgänge im Fußball melden möchte, kann gern auch hier klicken …

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Match-Fixing und der Sport: Dämonen in Schlüsselpositionen

In der Diskussion über den Sport und die Wettmafia werden die Korruption und Verbrechen begünstigenden Strukturprobleme der Sportbranche und ihrer Funktionäre vernachlässigt.

[Ich habe für die Themenseite im Politikteil der Basler Zeitung eine Betrachtung zum Sportgeschäft und dem Wettbetrug geschrieben. Habe nicht zum ersten Mal darauf hingewiesen, dass mit der mediale Aufschrei immer etwas zu laut ist und es mir an Analyse fehlt, wenn über den Zugriff der Wettmafia berichtet wird. Denn das Sportgeschäft ist in weiten Teilen quasi mitschuldig an der Situation, weil die intransparenten, teils vorsintflutlichen Strukturen jedwede unsauberen Machenschaften begünstigen. Gewiss gibt es da beträchtliche Unterschiede etwa zwischen den herkömmlich als Verein notierten Weltverbänden und moderneren Unternehmen, wie etwa der DFL. Selbst zwischen DFL und DFB. Derlei Unterschiede müssten sauberer heraus gearbeitet werden - ich konzentriere mich mit ein paar Gedanken wie immer mehr auf den olympischen Sport, also das IOC und die 35 olympischen Weltverbände. Habe noch nicht mal die vielen hochrangigen Funktionäre erwähnt, die selbst im Glücksspiel- und Sportwettengeschäft tätig sind. Es ist eine Anregung, kann man alles besser ausarbeiten, wie immer, aber gewiss genug Stoff für eine sinnvolle Diskussion.]

Die Aufregung war groß, als die Europäische Kriminalbehörde Europol vorvergangene Woche alarmierende Zahlen zum globalen Wettbetrug im Fußballbusiness präsentierte. Von 680 verschobenen Spielen weltweit, 425 verdächtigen Spielern, Schiedsrichtern und Funktionären und vom „größten Betrug aller Zeiten“ war die Rede. Dabei hatte Europol-Direktor Rob Wainwright, der stets Kameras und Blitzlichter sucht, doch munter alte und neue Zahlen, aufgeklärte und unaufgeklärte Fälle vermengt – und Ermittler in aller Welt damit verärgert. Der Sinn dieser PR-Nummer erschloss sich nicht vollends. Die Sinnhaftigkeit eines koordinierten Kampfes gegen die Wettmafia ist aber gegeben, und zwar auf allen Ebenen.

[youtube DH82kw3jJoo nolink]

Ja, die Wettpaten – ob nun aus Singapur, Thailand, China oder Südosteuropa –, sind eine Gefahr. Ja, die Welt ist klein geworden, moderne Kommunikationsmittel erleichtern Großganoven das Abkassieren. Nur: Das alles ist nicht neu. Das weiß man seit vielen Jahren. Das weiß man aus zahlreichen Prozessen, ob nun in Bochum oder im vergangenen Jahr in Bellinzona. Jenseits der Aufgeregtheiten des Tagesgeschäfts empfiehlt sich deshalb eine Analyse der Lage. Und die sollte mit zwei grundsätzlichen Beobachtungen beginnen.

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Olympia 2022 in Graubünden: Paradies für Geber und Nehmer

Ich habe für einen Olympia-Schwerpunkt der Tageswoche (Basel) einen Text zu den Olympiachancen der Bewerbung von Graubünden 2022 gedichtet:

Man muss kein Olympiafan sein, um die Frage nach den Chancen der Bewerbung Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022 optimistisch zu beantworten: Die Aussichten sind hervorragend.

Diese Einschätzung ergibt sich allein schon aus der Konkurrenz-Situation. Außer einem Interesse in der Ukraine und relativ vage Überlegungen in München und Oslo, die aus verschiedenen Gründen meilenweit hinter der Offerte von Davos und St. Moritz respektive der Sport-Dachorganisation Swiss Olympic hinterherhinken, steht derzeit kein Konkurrent bereit. Wenn also die Bündener im März bei der Volksabstimmung für Olympia votieren und im Sommer der Bundesrat das Projekt absegnen sollte, wäre Graubünden mit der Host City St. Moritz Favorit. Die Winterspiele könnten nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Eidgenossenschaft ausgetragen werden. Die Entscheidung darüber fällt schlussendlich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.

Dies ist die rein sportpolitische Einschätzung, die andere Parameter für einen Moment vernachlässigt: Etwa die zurecht hart geführte Diskussion über ausufernde Kosten, olympische Intransparenz, Gigantismus und Nachhaltigkeit eines solchen Mega Events. (…)

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Romário warns of Hickey ‘influence peddling’ in Rio

Football legend Romário, the great striker turned politician, sickened by Olympic ticket scandals, has launched a blistering campaign to force the International Olympic Committee to share control of the sale of tickets for the 2016 Rio Games. The socialist Congressman last week fired off formal requests for Olympic officials to testify to a Brazilian congressional […]

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Attack on freedom of press: Singapore court orders journalist to reveal sources #FIFAcorruption

A Singapore court has ordered veteran journalist and scholar James M. Dorsey to reveal his sources for his reporting on an audit of suspended world soccer body FIFA vice president and Asian Football Confederation (AFC) president Mohammed Bin Hammam’s management of AFC’s finances and agreement with a Singapore-based company on the group’s marketing rights. The […]

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Did Pat Hickey keep olympic bribes secret?

The British Government’s denial of a visa for the president of the Belarus national Olympic committee – who also happens to be the president of Belarus – was a blow to Irish IOC member Pat Hickey, always happy to overlook his pal’s favourite sports of murder, torture, corruption and vote-rigging in his day job as […]

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#3 Sitzen Sie bequem, … Mark Pieth und James M. Dorsey?

Ob ich mal pünktlich kommen kann mit so einem Podcast und überhaupt? Keine Ahnung. [Die Technik, die Technik, unergründlich. Außerdem liefert die Telekom die bezahlte 16 MB DSL-Geschwindigkeit derzeit hier nur mit 1-2 MB aus.] Aber ich denke, das Warten auf Mark Pieth und James M. Dorsey sollte sich gelohnt haben. Heute also ein Doppelgespräch, […]

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Programmhinweis: “Sitzen Sie bequem, … Mark Pieth, James M. Dorsey?”

AALBORG. Geht doch. Kaum ist Mann mal wieder unterwegs, klappt das auch mit dem nächsten Podcast. Weil es seit Theo Zwanziger und Klaus Schormann etwas still geworden war, biete ich diesmal gleich zwei Gesprächspartner: mit Mark Pieth spreche ich über die Antikorruptionsmaßnahmen in der FIFA, über Waffenhändler und Michael Garcia, mit dem Weltreisenden James M. […]

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