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IHF verweigert Erik Eggers die WM-Akkreditierung

| 09.01.2009 | 3 Comments

Das Imperium des Dr. Hassan Moustafa, Pharao des Handball-Weltverbandes IHF, schlägt zurück. Eigentlich wollte sich der freie Journalist Erik Eggers kommende Woche auf die Reise zur Männer-WM nach Kroatien begeben. Eggers, der größte journalistische Kritiker von Moustafa (wer es noch nicht getan hat, sollte unbedingt seine Geschichten hier nachlesen), hat bislang von vier Weltmeisterschaften (Frauen und Männer), zwei Olympiaturnieren und drei Europameisterschaften berichtet. Als er nun noch einmal in das Online-Akkreditierungssystem auf der WM-Webseite schaute, staunte er sehr über das, was er dort lesen musste:

“Sorry, your request has been rejected”

Keine Frage, dass diese “Nachricht” mit der Berichterstattung von Erik Eggers zu tun hat. Gerade hat er wieder über Versäumnisse der IHF geschrieben, diesmal über Versäumnisse in der Dopingbekämpfung(Den Text, der auch in der taz erscheint, hat Ralf hier längst schon in den Kommentaren verlinkt.)

Erik Eggers hat sich gerade telefonisch in der IHF-Zentrale beschwert und schickt eine Depesche hinterher. Es wird spannend zu beobachten sein, ob sich Journalisten auf seine Seite schlagen und die IHF bzw. ob Moustafa einknickt. 

Einen ähnlichen Fall gab es vor exakt drei Jahren vor der Fußball-WM in Deutschland, als Fifa-Vizepräsident Jack “The Ripper” Warner dem famosen Kollegen Lasana Liburd die Akkreditierung verweigern wollte. Damals haben Protestnoten dazu beigetragen, dass Lasana doch nach Deutschland durfte. Ich hatte ihm geraten, er solle sich an den damaligen Fifa-Medienofficer Andreas Herren wenden, der seinen Job seriös verrichtete. Die Kurzfassung der Geschichte um Lasana Liburds Akkreditierung liefert Play the Game:

FIFA overturns Warners attempt to deny reporter accreditation

In an about-turn, FIFA has now decided to grant accreditation to cover the World Cup to reporter Lasana Liburd of the Trinidad Express.  Earlier in January, Liburd was denied accreditation by the local Trinidad and Tobago Football Federation (T&TFF) after writing a series of articles which incurred the wrath of  FIFA vice-president Jack Warner.

A press officer with the T&TFF has told Lasana Liburd that Jack Warner personally vetoed Liburd’s request for accreditation. And at a press conference for the initiation of a FIFA Goal Project in Antigua, Jack Warner insisted he had the full support of FIFA in denying Lasana Liburd accreditation.

“How could you attack the FIFA, Jack Warner and Blatter in the worst way and then want to cover the sport that these people administer?” Warner asked.

However, it seems that Jack Warner did not have the full support of FIFA in this matter. After some correspondence, Andreas Herren, head of FIFA’s Media Department, asked Lasana Liburd to apply directly to him for accreditation. 

On 24 January, FIFA confirmed that Lasana Liburd would receive a press pass for the World Cup – eight days after the official deadline for global accreditation expired.

Ich hoffe, dass es gut ausgeht für Erik Eggers. Anderseits ist der Gegner hier nicht ein Verbandsvize, sondern ein Pharao.

posted on: 09.01.2009 at 18:48 | updated on: 27.02.2014 at 20:16

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tagged with:                       

Pecas said on 9. Januar 2009 at 19:14 #1

Pharaonische Kommunikationsherrschaft

Gua said on 9. Januar 2009 at 20:53 #2

Das ist der nächste pharaonische Versuch Kuwait usw. zu Olympia zu bringen, nachdem das mit den jordanischen Schiris so plump daneben gegangen ist. Weil vielleicht wollen die Kuwaiter sich dazu bringen, dass sie nächstes Mal mit Ball ins Tor springen können usw, wozu sie halt dem Pharao eine Opfergabe erbracht haben. ;)
OT: Ich bikn noch immer etwas traurig wegen den Flop-Tops. ;(

Jens Weinreich said on 9. Januar 2009 at 21:35 #3

Ich weiß. Und das macht mich traurig :(

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