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Zahl des Tages: 138

Nur mal schon als Vorabmeldung, weil es so erstaunlich ist und die deutschen Nachrichtenagenturen offensichtlich nicht gedenken, darüber zu berichten, jedenfalls habe ich bislang nichts gesehen.

Also: Wir haben heute in Zug beim Strafprozess gegen ISL/ISMM-Manager einen historischen Moment erlebt. Die Dimension des olympischen Betruges wird etwas deutlicher: Wenn man alles zusammen rechnet, soll allein die ISMM-Gruppe zwischen 1989 und 2001 sagenhafte 138 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld an Sportfunktionäre und/oder deren Tarnfirmen gezahlt haben, um an lukrative Aufträge zu gelangen. Diese Zahlen wurden vor Gericht erörtert – und niemand widersprach.

Mehr zu dieser Sensation später. Hier und anderswo. Zur Feier des Tages, denn die ISL-Sache hat in den vergangenen fünfzehn Jahren viel Energie gekostet, mache ich jetzt mal ‘ne Pause.

Okay, schnell noch einige Appetizer:

Der Richter:

“Das hat etwas Verschwörerisches an sich!”

Ein Angeklagter:

“Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind die Sportfunktionäre/d. A.) sich dran halten.”

Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen ist:

“Als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Zahlungen sind betriebswirtschaftlich notwendig, sind echte Aufwandspositionen. Nur die andere Seite möchte nicht genannt werden, das ist das Sensitive.”

Die “andere Seite”, wer könnte das sein? An welche Personen aus welchen Verbänden könnten diese 138 Millionen Franken verteilt worden sein?

Fakt ist bisher nur: Die ISMM-Partner jener Jahre hießen IOC, Fifa, Fina, Fiba, OCA, ATP, IAAF, CAF, u.a.

Ein anderer Angeklagter:

“Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.”

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  1. [...] ISL-Manager. Und wer sich für Korruption im Sport interessiert, sollte die Tage häufiger Mal bei ihm reinschauen, das verspricht einiges: Wenn man alles zusammen rechnet, soll allein die ISMM-Gruppe zwischen 1989 [...]

  2. [...] Blog – verantwortlich für den größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte. Schon vergessen? 138 Millionen Schweizer Franken hat Webers ehemalige Firma ISL/ISMM zwischen 1989 und 2001 an Schmiergeldern an hohe [...]

  3. [...] marketing. Of course, nothing is official. Real owners are not in the books. Puntogol used to be ISL before, FIFA’s marketing company until it broke in 2001. The President of ISL Argentina was [...]

  4. [...] hier im Blog recht ausführlich dokumentiert. Es geht um Schmiergeldzahlungen von bestätigten 138 Millionen Franken an höchste Sportfunktionäre aus jenen Verbänden, mit denen der einstige Weltmarktführer [...]

  5. [...] hier auch die fotografische Auslösung, unverkennbar, JMW, der Mann, der 138 Millionen Schmiergeld an Sportfunktionäre verteilte. Mindestens, denn gezählt wurde nur zwischen 1989 und 2001 [...]

  6. [...] Wird hier aus dem gleichen Zuger Büropalast, in dem einst der Bestecherkonzern ISL/ISMM residierte, das gleiche Geschäft betrieben? Werden olympische Sportfunktionäre mit ähnlichen Summen geschmiert, weil – wie ISL-Manager vor Gericht aussagten – sie sonst nicht arbeiten würden, weil sonst kein Vertrag zustande käme/zustande gekommen wäre? [...]

  7. [...] ist Jean-Marie Weber? Im Frühjahr 2008 fand in Zug ein Prozess gegen sechs Exekutivmitglieder der Sportmarketingfirma ISL/ISMM statt. Jean-Marie Weber wurde dabei als Mitglied des Verwaltungsrats zu einer milden Geldstrafe [...]

1 kommentar zu Zahl des Tages: 138

  1. Herr K. am 22. Juli 2009 um 18:39 (#)

    eine schier unglaubliche Zahl, aber ich denke, dass es anderso noch viel schlimmer ist.

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