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Oscar für ‚Icarus‘: ‚Thomas Bach needs to resign‘

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Regisseur Bryan Fogel and Producer Dan Cogan haben gestern Nacht für die Netflix-Produktion „Icarus“ den Oscar für Dokumentarfilme erhalten.

Fogel widmete seinen Oscar dem Whistleblower und ehemaligen russischen Doping-Mastermind Grigori Rodschenkow, der in den USA im Zeugenschutzprogramm lebt und aus Russland mit dem Tode bedroht wird – unter anderem von Leonid Tjagatschow, ehemaliger KGB-Agent und Ehrenpräsident des Russischen Olympischen Komitees (ROK), das vom IOC für lumpige 86 Tage, nun ja, suspendiert wurde.

IOC-Präsident Thomas Bach sollte zurücktreten, sagte Fogel auf der Pressekonferenz in Los Angeles.

What a fraud. What a corrupt organization. He needs to resign.

Die Pressekonferenz:

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Und es schreibt der Legkow-Anwalt: PyeongChang war irregulär

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Da waren die Konkurrenten betrogen und die russische olympische Welt noch in Ordnung. (Foto: President of Russia)

Ich weiß auch nicht, was mich reitet, diesen Offenen Brief von Christof Wieschemann zu veröffentlichen. Bei RT und anderen Propaganda-Medien läuft das bestimmt schon hervorragend. Vielleicht ist es das Fieber, das mich noch im Griff hat. Vielleicht die Lust am Skurrilen. Vielleicht hat es mir auch die Sprache verschlagen.

Richtig sind sämtliche drei Gründe.

Vielleicht auch das, aber das hatte sich ja angedeutet, und es wundert eher, dass es erst jetzt passiert, nicht schon drei Minuten nach der Schlussfeier:

Also. Wieschemann stellt sich in dem Brief „an alle Olympiateilnehmer“ so vor:

Ich bin ein deutscher Rechtswissenschaftler und Rechtsanwalt, seit 1997 auf Sportrecht und internationale Schiedsgerichtsbarkeit spezialisiert und einer der Anwälte, der die russischen Athleten am Sportgerichtshof CAS/TAS in Lausanne in Verbindung mit den Anschuldigungen von Dr. Rodchenkov bezüglich der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 vertreten hat.

Wieschemann vertritt/vertrat u.a. den angeblichen Olympiasieger Alexander Legkow.

Den Olympiateilnehmern aus aller Welt schreibt er u.a.:

Die Olympischen Spiele in PyeongChang 2018 sind gerade vorüber und ich hoffe, Sie haben ihre Teilnahme genossen. Ich hoffe, Sie waren erfolgreich und freuen sich über Ihre Medaillen. Wenn dem so sein sollte tut es mir leid, dass der Triumph niemals vollständig sein wird. Ich hätte mir für Sie gewünscht, dass Sie gegen die besten Athleten aus Russland hätten antreten können. Jetzt aber werden Sie niemals wissen, ob Sie ihre Medaille zum Beispiel auch gegen Viktor Ahn, Anton Shipulin, Sergey Ustiugov oder Alexander Legkov gewonnen hätten.

Sie werden mit der Tatsache leben müssen, dass die Olympischen Spiele 2018 irregulär waren.

Eine interessante These.

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live aus PyeongChang (29): und es spricht der Große IOC-Vorsitzende

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ALPENSIA. Warten auf den Großen Vorsitzenden. Er wird uns die Sache mit den herausragenden Russen, deren NOK in Windeseile wieder zugelassen wird, gewiss erklären können. Und vieles andere mehr.

Sein Fotograf ist schon da. Im IOC ist es wie in Nordkorea. Thomas Bach hat immer einen Leib-Fotografen dabei. Der Flickr-Stream des Olympiakonzerns IOC besteht im Grunde nur aus Fotos des Großen Vorsitzenden.

Zu meinem ersten live-Blog von heute geht es hier:

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live aus PyeongChang (28): ‚individual and isolated‘ Russian doping cases

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GANGNEUNG/ALPENSIA. Nicole Hoevertsz erstattet ihren ‚Bericht‘ vor der IOC-Session, die angeblich von 52 von 97 möglichen Mitgliedern besucht wird. Klar ist bereits: Der Bann des ROK wird bald aufgehoben, aber noch nicht heute zur Schlussfeier.

The Implementation Group (OARIG) noted that these ADRV were individual and isolated cases.

Thomas Bach lobt die „sehr sorgfältige Arbeit“ der OARIG und liest jetzt die Entscheidung des IOC-Exekutivkomitees vor.

„Diskussion“.

Britta Heidemann sagt: Es wäre nett gewesen, man hätte vorher Informationen erhalten und sich vorbereiten können. Nicht erst jetzt davon zu hören.

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live aus PyeongChang (25): RIP, Jean-Marie Weber, größter Schmiergeldzahler der olympischen Geschichte

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When they were young: João Havelange †, Jean-Marie Weber †, Joseph Blatter.

ALPENSIA. Vor ein paar Stunden trafen wir im Intercontinental Hotel das IOC-Ehrenmitglied Issa Hayatou, den langjährigen FIFA-Vizepräsidenten und zwischenzeitlichen FIFA-Boss, bis Gianni Sepp Infantino die Macht übernahm. Hayatou war mit Gemahlin unterwegs und sah besser aus als irgendwann in den vergangenen zwanzig Jahren, von denen er wer weiß nicht wie viele als Dialyse-Patient verbrachte, und in denen es sehr Ernst stand um ihn.

Die Krankheit sei besiegt, erzählte Hayatou. Er war lustig drauf, will es sich gut gehen lassen in den letzten Jahren, über so komische Themen wie das Russen-Doping, die FIFA oder die Confédération Africaine de Football (CAF), wo er drei Jahrzehnte den Ton angab, möchte er nicht mehr reden. Issa Hayatou will seinen Lebensabend genießen, herrje, er ist ja gerade einmal 71 Jahre jung.

Warum ich damit einsteige? Das Leben schreibt doch ständig seltsame Geschichten. Es ist ein Auf und Ab, wie in der Achterbahn.

In der Achterbahn der Gefühle.

Hayatou geht es also blendend. Schmiergeld hat er einst kassiert von der ISL und Jean-Marie Weber. Das IOC und seine Ethikkommission fanden das nicht so schlimm. Und Hayatou hat Weber bis zuletzt, bis es nicht mehr ging, einige kleine Jobs in der CAF gegeben. Da hatte Jean-Marie Weber eine Aufgabe. Die einstige Sekretärin der Ethikkommission, die jetzt die Funktion eines Chief Ethics and Compliance Officers bekleidet, traf ich heute ebenfalls im Intercontinental. Pâquerette Girard Zappelli hat sogar gelacht, als sie mich sah, denn sie fand mein Selbstporträt mit der ausgeliehenen, aus fünf olympischen Ringen bestehenden Brille (mal mein Twitter-Profil ansehen) lustig.

Und auch diese Begegnung war irgendwie komisch. Erst Issa Hayatou, dann Pâquerette Girard Zappelli … und drei Stunden später las ich einen traurigen Tweet von Patrick Nally, der dies alles verbindet.

Wer Nally nicht kennt: Er war mal der Partner von Horst Dassler und ist einer der Architekten des auf Top-Sponsoren fokussierten olympischen Vermarktungssystems, das in seiner Verfeinerung bis heute für die Olympischen Spiele, die Fußball-Weltmeisterschaften und die Champions League gilt. Verfeinert von Dassler, Weber, den ehemaligen ISL-Managern Hempel und Lenz, von Michael Payne, mit dem ich mich gestern in der Alibaba-Lounge unterhielt, von Richard Pound und einigen anderen.

Patrick Nally schrieb also:

Jean-Marie Weber ist gestorben.

Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Söhnen und Enkelkindern. Seine Frau starb vor einigen Jahren. Die letzten Jahre, die Jean-Marie nach einem schweren Schlaganfall verbrachte, wünscht man so niemandem.

Manch einen werden diese Zeilen überraschen. Wer aber aufmerksam dieses Blog verfolgt und meine langjährige Berichterstattung über Jean-Marie Weber, Horst Dassler, das Adidas- und ISL-Schmiergeldsystem, wer wirklich aufmerksam gelesen hat, wird wissen, dass ich Jean-Marie Weber mochte.

Trotz allem.

Der Elsässer war ein sympathischer Schmiergeldzahler, kein großer Ganove.

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live aus PyeongChang (24): … und es sprach Schamil Tarpischtschew

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Der aktuelle Stand zur möglichen Aufhebung der elfeinhalb-Wochen-Suspendierung des russischen NOK, live aus dem IOC-Hotel in Alpensia, wo Putins Vertrauter Igor Levitin, der gestern Thomas Bach traf, gerade mit Schamil Tarpischtschew speist und ihn einweist. Mit Stimmen von OARIG-Chefin Nicole Hoevertsz, Baron Pierre-Olivier Beckers-Vieujant, Gian Franco Kasper, Schamil Tarpischtschew, John Coates und Ausflüchten von Levitin – ach, und Dick Pound natürlich.

Der alte Herr ist gestrandet. Gian Franco Kasper saß zu lange in einem Meeting mit den Organisatoren der kommenden Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Nun schafft er es nicht mehr rechtzeitig zur Entscheidung im Männer-Slalom im Yongpyong Alpine Centre. Also studiert Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes FIS und Exekutivmitglied des IOC, in der Lobby des Hotels Intercontinental seine nächsten Termine und sondiert die Meldungen des Tages. Die Russen. Natürlich, die Russen.

„Bei uns haben sind sie gut aufgetreten, viele junge Leute“, sagt Kasper, „das muss nun endlich ein Ende haben.“

Soll das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROK), erst seit 5. Dezember 2017 von der IOC-Führung wegen des Staatsdopingsystems suspendiert, zur Schlussfeier am Sonntag schon wieder zugelassen werden?

Kaper sagt: „Das ist Sache dieser Kommission von, wie heißt sie nochmal: Nicole Hoevertsz? Ein Dopingfall allein sollte das nicht verhindern.“

Es sei ja nur Curling. Doping im Curling, irgendwie komisch.

So hört man es dieser Tage von vielen im IOC-Umfeld. Und es klang stets danach, als sollte nichts, aber auch gar nichts die Vorgabe des IOC-Präsidenten Thomas Bach verhindern, der im Dezember in Lausanne von einem Schlussstrich unter die Russland-Diskussion gesprochen hatte.

Der Dopingfall ist nun amtlich.

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live aus PyeongChang (23): alkoholfreies Bier und Freifahrt für Russland

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ALPENSIA. Während ich gerade mit Elena Anikina die bezaubernden Vorträge der Eisköniginnen Jewgenija Medwedewa und Alina Zagitowa verfolge und in Erinnerungen an Marina Klimowa/Sergej Ponomarenko schwelge, vorab eine wichtige Richtigstellung:

Fehler schleichen sich manchmal ein und halten sich hartnäckig über mehrere Tage. Dann fragt Mann sich, OMG, wie konnte das passieren? Zum russischen Dopingfall ist mir diese dumme Ungenauigkeit unterlaufen:

Ich habe den ersten von mittlerweile offenbar zwei positiven Tests von Alexander Kruschnelnizki immer auf den 22. Januar und das vorolympische Trainingslager datiert.

Stimmt nicht.

Was offenbar stimmt, irgendwann werden wir es ja wohl offiziell wissen dürfen, heute oder morgen, nach dem Schiedsspruch der Ad-hoc-Division des CAS: Es gab positive Tests nach dem Halbfinale und nach der Entscheidung im Mixed Curling. Beide werden quasi zu einem Fall zusammengefasst. Und was es mit dem 22. Januar auf sich hat: An diesem Tag wurde die achte Trainingskontrolle von Alexander Kruschnelnizki seit Oktober 2015 genommen. Alle acht sollen negativ gewesen sein.

Ich werde mal schauen, wie ich das in die Beiträge der vergangenen Tage korrigierend einbringe. Grundsätzlich ändert das ja nichts an den Sachverhalten und Abläufen und Äußerungen und Tendenzen, die ich darüber hinaus geschildert und skizziert habe. Hatte ja etliche Beiträge anderer Medien verlinkt und hoffe, die Kollegen haben das stets klar und korrekt wieder gegeben.

So, und jetzt weiter mit IOC-Schelte.

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live aus PyeongChang (22): ein bisschen Anerkennung

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ALPENSIA/GANGNEUNG. Ich bin enttäuscht. Bad. So bad. Olympia ist unter Thomas Bach auch nicht mehr das, was es einmal war.

Die Urkunden, in denen IOC und Organisationskomitee (POCOG) Journalisten wie mir für den Beitrag zum Erfolg Olympischer Spiele danken, sind recht unpersönlich gehalten. Unter Samaranch und Rogge gab es diese Zertifikate noch mit vollem Namen des Gewürdigten.

Sad. So sad.

16.16 Uhr: Trinke meinen Kaffee in der Alibaba Lounge im Gangneung Olympic Park. Kommt doch plötzlich der Mann hinein, der den 800-Millionen-Dollar-Deal von Alibaba und IOC eingefädelt hat. Kenne ihn seit vielen Jahren. „Versteckst Du Dich hier?“ … will er wissen. Eigentlich nicht. Und schon entspann sich eine interessante Unterhaltung. Mehr dazu Anfang März im Magazin Sport & Politics.

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live aus PyeongChang (21): wenn Curler dopen und das IOC sein System zu erklären versucht

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ALPENSIA. Viel wird nicht passieren auf der täglichen IOC-Pressekonferenz. Natürlich wird IOC-Propagandachef Mark Adams auf ein laufendes Doping-Verfahren verweisen, mit dem das IOC formal nichts zu tun habe. Weil ja alles total unabhängig und transparent und quasi TÜV-geprüft ablaufe.

Im Grunde also Zeitverlust. Folklore. Mann kennt derlei Ausflüchte.

Dennoch habe ich das Gefühl, manchmal Zeit verlieren zu müssen in solchen Terminen und mich dort reinzusetzen. Ein bisschen mitzuschreiben, live in diesem Theater, hilft mitunter.

11.03 Uhr: Was bis gestern Nacht zu sagen war zur Meldonium-Probe des Bronzemedaillengewinners Alexander Kruschnelnizki, habe ich hier zusammengefasst. Mal schauen, wie es weiter geht. Heute also B-Probe. Dann ad hoc Kommission des CAS, Entscheidung binnen 24 Stunden.

Ds POCOG berichtet noch über das Wetter und grandiose Zuschauerzahlen.

11.05 Uhr: Mark Adams sagt, es sei vielleicht eine sehr gute Idee, das Statement des IOC von gestern vorzulesen. Denn mehr könne man ja nicht sagen, weil alles so transparent und unabhängig ablaufe. Damit die elektronischen Medien Audio und Video bekommen, liest er also jetzt alles vor. Habe das gestern ebenfalls veröffentlicht. Hier nochmal :

We are certainly not able to identify certain people or sports.

Ich glaube, ESPN fragt nach den Behauptungen aus Russland, Meldonium sei dem Curler von einem Rivalen untergejubelt worden.

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live aus PyeongChang (17): Paarlaufgold und andere DOSB-Freuden

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ALPENSIA. Bin fasziniert. Hinfallen, aufstehen, Mund abputzen, weinen, weiter machen, hinfallen, verlieren, Schmerzen ertragen, aufstehen, weiter machen, besser verlieren, heulen, träumen, hoffen, aufstehen, weiter machen, gewinnen. Übersetzt: Aljona Sawtschenko.

Ob Savchenko oder Sawtschenko ist mir völlig egal. Wir haben soeben eine der größten Geschichten dieser Winterspiele erlebt.

Gold im Eiskunstlaufen ist wirklich etwas Besonderes. Es ist nicht Rodeln, wo die Deutschen kaum Konkurrenz haben. Es ist nicht Biathlon, wo Mann oder Frau in einer olympischen Karriere leicht 15 oder mehr Medaillenchancen haben.

Es ist: Eiskunstlaufen.

Brutal. Unfair. Fantastisch.

  • 1936 Maxi Herber, Ernst Baier
  • 1952 Ria Falk, Paul Falk
  • 1964 Manfred Schnelldorfer
  • 1980 Anett Pötzsch
  • 1984 Katarina Witt
  • 1988 Katarina Witt
  • 2018 Aljona Sawtschenko und Bruno Massot

Und dann diese Geschichte von Aljona Sawtschenko. 1984 in Obuchiw, Oblast Kiew, in der ukrainischen Sowjetrepubklik geboren. 2003 aus der Ukraine nach Deutschland übergesiedelt. Und Bruno Massot, 1989 in Caen, Frankreich geboren. Seit November 2017 deutscher Staatsbürger.

Was wohl die AfD dazu sagt?

Sorry, kann mir diese Frage nicht verkneifen.

Massot ist einer der wenigen eingebürgerten Spitzensportler in den vergangenen Jahren. Diese Praxis war verbreiteter in den Jahrzehnten zuvor. Aber das ist hier nicht die Hauptgeschichte.

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live aus PyeongChang (16). Claim and reality: IOC as the bearer of world peace

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Foto: IOC Media

GANGNEUNG. Meine gestrigen Anmerkungen zum Friedensnobelpreisthema habe ich für Play the Game ins Englische übertragen, soweit ich es vermochte. Dies sei auch hier zur Diskussion gestellt:

In the International Olympic Committee (IOC), there is a growing gap between appearance and reality, claim and reality. The huge contradictions cannot be ignored. There is the reality of doping, and not only emanating from the Russian state doping system, but also from the various forms of ‘Olympic crime’. Especially in connection with the Olympic Games in Sochi, the medal count of which will still be shaken up for years to come, the IOC has shown that it does not protect the clean athletes. Athletes around the world have lost confidence. However, everything will change now, the promise sounds.

The gloomy headlines that have dominated the Olympic world for many years are met with energetic, yet desperate attempts to invoke lofty Olympic ideals. When the need is biggest, old Coubertin once again must come to rescue.

In PyeongChang, at the XXIII Winter Olympics in the southern part of the divided Korean peninsula, the IOC promotes itself as an angel of peace. „Peace and reconciliation“, it is called in February 2018. In the summer of 1988, when Olympia first appeared in South Korea, it was put more simply, in the Buddhist sense, „peace and harmony“.

In 1988, hundreds of white doves died in the Olympic flame at the opening ceremony in Seoul. Since then, no living pigeons have been released at the ceremonies. On the 9th of February, at the opening ceremony in PyeongChang, instead, a massive peace dove was formed by human bodies.

The symbolism is clear.

Sentimental headlines cover for fundamental problems.

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live aus PyeongChang (14): Niemand hat die Absicht, den Friedensnobelpreis zu erhalten!

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IOC President Thomas Bach visits the women’s Ice Hockey. (Photography by Greg Martin/IOC)

ALPENSIA. Wie hat Angela Ruggiero gerade gesagt? Die Idee vom Friedensnobelpreis sei ihr einfach so gekommen. Da stecke kein Plan dahinter.

Das war ich, Angela, Eishockeyspielerin.

Aber sie habe sehr viel Zustimmung erhalten von anderen IOC-Mitgliedern.

Mark Adams, Kommunikationsdirektor des IOC, der mir auf Twitter mal die Produktion von Fake News vorgeworfen hat (wäre es so, würden sie mich täglich verklagen, sie haben schließlich alles Geld der Welt für bissige Drohanwälte aus Berlin und anderswo), sprang der Amerikanerin eben auf der Pressekonferenz geschwind und resolut beiseite. Ist ja sein Job. Seitens des IOC gebe es keinerlei Überlegungen in Sachen Friedensnobelpreis, erklärte er. „Ich bitte darum, das zu akzeptieren.“ Mitglieder dürften ihre Meinung äußern (wenn sie nicht gerade Dick Pound heißen), man sei schließlich eine demokratische Institution – oder so ähnlich.

Hach, zur Feier des Tages und um diese überzeugenden Ausführungen zu unterlegen, ergänze und und verfeinere ich meine kleine Friedensnobelpreisgeschichte, die auf SPON veröffentlicht wurde – in guter Blog-Tradition.

Gestern gab es einige Diskussionen auf Twitter, an denen sich lustiger Weise die Spindoktoren Mike Lee (Katar 2022, Doha 2020, PyeongChang 2018, London 2012, Rio 2016 u.v.a.m.), Job Tibbs (Sotschi 2014, Peking 2008, München 2018, FINA, ANOC, Ashgabat 2017, Baku 2015 u.v.a.m.) beteiligten. Auch der langjährige IOC-Marketingdirektor und Bach-Freund Michael Payne diskutierte mit. Payne ist Berater von Bernie Ecclestone und anderen und war für etliche Olympiabewerbungen tätig. Sie alle sind teuer, bekommen pro Tag, was 90 Prozent aller Menschen nicht im Monat erhalten. Dafür werkelt man dann eben auch im Auftrage diverser Alleinherrscher, Despoten, Prinzen, Emire, Monarchen, Diktatoren auf allen Kontinenten. Vielleicht lässt sich demnächst einer von denen in Nordkorea anheuern, who knows.

Diese Leute, die im Grunde immer im Auftrag von irgendjemandem agieren, meinen allen Ernstes (oder müssen das schreiben, weil sie dafür bezahlt werden), dass Journalisten, die versuchen, beim Korea-Friedensnobelpreis-Thema nicht nur hundertprozentig die IOC-Propaganda zu verbreiten, „zynisch“ agieren.

Dazu stelle ich fest: Habe selten größere Zyniker erlebt als diese Herrschaften. Kann mich sehr gut an ein Gespräch mit einem der Drei im Olympic Family Hotel in der vergangenen Woche erinnern, der die Nase rümpfte über Thomas Bach und die Friedensnobelpreisambitionen, die aus jeder Pore des IOC-Präsidentenkörpers dringen, der mir zudem zuraunte, er könne Dinge erzählen … wie es sich wirklich verhielt in der IOC-Korea-Frage.

Aber ich bin nicht gemein und verzichte darauf, das auszuplaudern.

Denn sind wir nicht alle ein bisschen Frieden? Und ein bisschen Friedenstaube?

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